Lady-Frage: Tipps für ein klassisches Kinderzimmer?
Dani

Liebe Daniela, liebes Ladyblog-Team,
aktuell bin ich dabei, das Kinderzimmer meines knapp einjährigen Sohnes zu planen und mich würde hierbei interessieren, was für Euch ein stilvolles und zeitloses Kinderzimmer ausmacht. Im Internet habe ich zu dem Thema leider nicht allzu viel finden können und auch wenn ich mich generell sehr für Einrichtung interessiere und auch meinen Stil langsam aber sicher kenne, fällt mir das Thema „Kinderzimmer“ ungewohnt schwer. Sicherlich habt Ihr tolle Tipps – ich würde mich sehr über Eure Antwort freuen!

Herzliche Grüße aus Düsseldorf
Ronja

Liebe Ronja,

herzlichen Dank für Deine interessante Frage, die leider schon etwas länger zurückliegt (und hier untergegangen ist) – entschuldige bitte. Da sie jedoch sicherlich viele Leserinnen interessiert, greife ich sie gerne noch auf. Ein Kinderzimmer zu gestalten, kann sich tatsächlich viel komplizierter anfühlen, als die Einrichtung der restlichen Wohnung. Vielleicht, weil so viele Erwartungen mitschwingen: Es soll kindgerecht, praktisch, gemütlich, langlebig sein – und bitte auch stilvoll. Ein zeitloses Kinderzimmer ist in meinen Augen ruhig, hochwertig, flexibel, ein wenig nostalgisch und vor allem kein Trendprodukt. Wenn Du Dich an Deinem eigenen Stil orientierst und ihn sanft „kindlich übersetzt“, entsteht fast automatisch ein Raum, in dem Ihr Euch lange wohlfühlen werdet: Geerbte oder umfunktionierte Möbel und klassische Muster wie Toile de Jouy, Vichy oder Blockstreifen treffen auf ausgewähltes Spielzeug, hübsche Körbe, vielleicht einen Scherenschnitt, ein personalisiertes Detail und Objekte mit Geschichte.

Wie so oft gilt auch hier: Weniger ist mehr!

1. Farben, Stoffe & Materialien

Neutrale Farbtöne wirken im Kinderzimmer besonders harmonisch und schaffen eine ruhige, zeitlose Basis. Creme, Sand, Greige, Salbei, Staubblau oder ein ganz sanftes Grau lassen den Raum großzügig und entspannt wirken. Diese Farbwelt ist nicht nur klassisch, sondern auch erstaunlich praktisch: Sie lässt sich mühelos kombinieren, wächst über Jahre mit und wirkt selbst mit Spielzeug nie überladen. Farbakzente setzt Du über Kissen, Decken, Stoff-Körbe oder Vorhängen. Klassische Muster wie Toile de Jouy, Vichy oder Blockstreifen bringen Struktur, Eleganz und ein wenig Nostalgie ins Kinderzimmer. Bei den Materialien lohnt es sich, konsequent auf Natürlichkeit zu setzen. Holz, Leinen, Baumwolle, Wolle oder Rattan sorgen für Wärme, Geborgenheit und eine angenehme Haptik. Sie altern schön, entwickeln Patina und verleihen dem Raum jene Selbstverständlichkeit, die ein stilvolles Kinderzimmer ausmacht.

Das Kinderzimmer von Linodi-Gründerin Alice in Hamburg (hier gezeigt) wirkt durch die hohen Decken und den Kamin sehr elegant, kindliche Farbakzente entstehen durch die Toile-De-Jouey-Stoffe und ausgewählte Deko wie einen Fliegenpilz, eine Wimpelkette, und Wand-Aufkleber in Vogelform/Perfekt für’s Duplo: die gesteppten XXL-Korbtaschen

2. Möbel

Der geerbte Look ist im Kinderzimmer geradezu ideal. Kaum ein Raum verändert sich in den ersten zehn Lebensjahren so häufig – Möbel werden verschoben, umfunktioniert, neu interpretiert. Eine alte Kommode wird zum Wickelplatz, ein kleiner Sekretär später ganz selbstverständlich zum Maltisch. Ein Stuhl mit Patina darf Macken haben – sie gehören dazu und erzählen von einem gelebten Zuhause mit Charakter. Möbel, die schon etwas erlebt haben, bringen Ruhe in den Raum und machen ihn glaubwürdig. Gleichzeitig lohnt es sich, ein paar Jahre vorauszudenken. Ein schlichtes Regal in neutralem Design begleitet das Kind oft über viele Entwicklungsphasen hinweg und spart langfristig Budget und Nerven. Daneben sollte die Gemütlichkeit nicht zu kurz kommen: ein weicher Teppich, ein bequemer Sessel für Vorlese- oder Stillzeiten, eine Matte zum Kuscheln sowie warmes Licht z.B. durch Stehlampen mit Scherenschnitt-Motiven (z.B. hier vorgestellt) oder klassischen Silhouetten, schaffen eine gemütliche und nostalgische Atmosphäre.

Alice verbindet in ihrem Kinderzimmer gekonnt alte Möbel mit modernem-klassischen Design – wichtig: die Möbel sollten Euch gefallen, und zum Stil des restlichen Hauses passen, aber durchaus von den Kinder „gelebt“ werden dürfen

3. Spielzeug

Beim Spielzeug lohnt es sich besonders, bewusst zu wählen. Klassische Stücke wie ein Kaufmannsladen, ein Puppentheater, ein Arztkoffer oder schlichte Holzbausteine haben etwas Zeitloses – und oft auch eine erstaunliche Langlebigkeit. Vielleicht habt Ihr ja sogar Spielsachen aus Eurer eigenen Kindheit aufgehoben? Besonders angetan hat es mir persönlich klassisches französisches Holzspielzeug, etwa von Jacadi, Janod oder Moulin Roty. Aber auch Wooden Story (hier vorgestellt) Ostheimer, Grimm’s und Maileg (hier vorgestellt) fertigen ganz liebevoll gestaltetes, stilprägendes Spielzeug. Diese Spielzeuge sind Teil der Einrichtung und dürfen ruhig sichtbar sein. Alternativ lassen sie sich hübsch in Körben verstauen, z.B. von Rice oder Cyrillus (hier vorgestellt). Bei uns kam auch viel Selbstgemachtes zum Einsatz, z.B. Playfood für die Kinderküche (hier gezeigt), oder eine St. Martins-Laterne, die später als Nachtlicht diente (hier vorgestellt). Das macht nicht nur Mama/Papa und Kind Freude, sondern schafft Erinnerungen.

Im Kinderzimmer von Virginia findet sich neben Erbstücken wie dem Babybett vor allem nostalgisches Spielzeug aus Holz 

4. Deko

Bei der Dekoration mögen wir klassische Motive wie Fliegenpilze, Märchenfiguren oder Heißluftballons. Sie bringen Fantasie ins Kinderzimmer, erzählen Geschichten und lassen gleichzeitig Raum für Träume. Sehr hübsch finde ich die Scherenschnitt-Bilder von Harriet Bosse (z.B. hier bei Insa). Toll sind auch mit Stoff bespannte Memoboards, z.B. von Paula&Ferdinand: Hier finden Zeichnungen, Postkarten oder Erinnerungen ihren Platz – und sie verändern sich ganz selbstverständlich mit dem Kind. Das ist mir sehr wichtig: Ein Kinderzimmer darf sich entwickeln, es muss nicht „fertig“ sein. Und bitte vermeidet Themenzimmer mit festem Motto, wie Bagger oder Prinzessin. Ein stimmiges Farbkonzept, hochwertige Materialien, ein paar ausgewählte Bücher, schönes Holzspielzeug, vielleicht ein kleines Kunstwerk – der Rest darf wachsen. Bei uns hat sich übrigens die Bastelecke (hier gezeigt) zum wichtigsten Teil des Kinderzimmers entwickelt. Lieblingshelden lassen sich später übrigens ganz wunderbar über Bücher oder einzelne Bilder ergänzen.

In unserer Lady-Blog Kollektion haben wir Euch im letzten Jahr Memoboards und passende Lampenschirme mit süßem Vichy-Karo verkauft – perfekt fürs Kinderzimmer 

Herzliche Grüße 
Dani, die überzeugt ist, dass Eltern den Stil ihrer Kinder mit dem ersten Kinderzimmer durchaus prägen können

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