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Eine Tasse dampfend heißer Tee ist gerade jetzt im Januar etwas Herrliches! Doch wusstet Ihr, dass Ihr Kräutertees ganz einfach selbst herstellen könnt? Viele Kräutlein findet Ihr in Eurer direkten Umgebung in Wald und Wiese – oder Ihr bekommt sie in guter Qualität in der Apotheke oder zum Beispiel bei Sonnentor. Damit und einem kleinen Basiswissen gelingen Euch individualisierte Teemischungen für verschiedene Beschwerden und Anlässe.* von Virginia
So könnt Ihr Wildkräuter-Tees selber machen
Nahezu jedes Kraut könnt Ihr wahlweise als Einzelkraut oder Mischung trinken. Für Teemischungen verwendet Ihr in der Regel 3-7 Kräuter. Hier könnt Ihr ruhig herumprobieren, welche Kombinationen Euch am besten schmecken. Ein großer Vorteil von Mischungen ist, dass die Wirkungsweisen mehrerer Kräuter miteinander kombiniert und so das beste Ergebnis erzielt werden kann. Für die Fortgeschrittenen unter Euch, die sich schon etwas mit Wildkräutern und ihren Wirkungsweisen auskennen, ist das Zusammenstellen von eigenen (Heil)Kräuter-Teemischungen vielleicht eine tolle Herausforderung. Ihr lernt dabei nicht nur die einzelnen Pflanzen und ihre Anwendungsgebiete intensiver kennen, es macht auch einfach große Freude herumzuexperimentieren und eine eigene Teemischung zusammenzustellen.
Disclaimer: Viele Wildkräuter sind sowohl Genuss- als auch Heilpflanzen. Entscheidend ist nicht nur das Kraut selbst, sondern auch Menge, Häufigkeit und Anlass. (Heil)kräutertees sollten bewusst und nicht dauerhaft in großen Mengen getrunken werden. Bei bestehenden Erkrankungen, während der Schwangerschaft oder bei Unsicherheiten gilt: lieber vorher fachkundigen Rat einholen.

Kräuterteemischung bestehen grundsätzlich aus Hauptkräutern, Ergänzungskräutern und Stabilisierungskräutern
Die Hauptkräuter Eurer Teemischung
Die Hauptkräuter – auch als Kardinalskräuter bezeichnet – bilden das Herzstück jeder Teemischung. Bei klassischen Heilkräutertees werden sie gezielt nach ihrer traditionellen Hauptwirkrichtung ausgewählt, etwa Mädesüß bei kopfschmerzähnlichen Beschwerden oder Quendel bei Erkältungen mit Hustenreiz. Gerade bei Heilkräutertees empfiehlt es sich, maximal drei Hauptkräuter zu kombinieren. Werden zu viele Pflanzen eingesetzt, ist die einzelne Menge oft so gering, dass sich ihr Charakter nicht sinnvoll entfalten kann. Für einen Erkältungstee könnt Ihr z.B. Quendel (für die Atemwege), Mädesüß (bei fiebrigen Beschwerden) und Lindenblüten (zur Unterstützung des Schwitzens) miteinander kombinieren, um verschiedene Aspekte abzudecken. Für eine Teemischung, die traditionell bei Menstruationsbeschwerden verwendet wird, bieten sich etwa Frauenmantel, Schafgarbe und Rotkleeblüten an.
Weitere Kräuter zur Ergänzung
Ergänzungskräuter sollten in ihrer Ausrichtung zu den Hauptkräutern passen und diese sinnvoll begleiten. Euren Erkältungstee könnt Ihr z.B. mit getrockneten Tannenspitzen sowie Spitzwegerich– oder Lindenblättern abrunden, während Kamille und Melisse wohltuende Begleiter in einer Teemischung bei Menstruationsbeschwerden sind. Darüber hinaus übernehmen Ergänzungskräuter oft weitere Funktionen: Sie können den Geschmack harmonisieren (zum Beispiel Lavendel oder Hagebutte) oder als sogenannte Schmuckkräuter dienen. Dazu zählen etwa Kornblumen, Malven (sie färben das Wasser leicht violett) oder Gänseblümchen. Eine besondere Rolle spielen die Stabilisierungskräuter. Sie sorgen dafür, dass sich die Mischung auch bei längerer Lagerung nicht „entmischt“, also schwere oder sehr feine Pflanzenteile nicht auf den Boden absinken. Hierfür eignen sich vor allem behaarte oder leicht „filzige“ Blätter, die die Mischung gut zusammenhalten, etwa Spitzwegerich, Huflattich, Himbeerblätter oder Beifuß. Aber auch bei diesen Kräutern solltet Ihr die jeweiligen Eigenschaften und Einsatzgebiete mit berücksichtigen.
Sanfte Teekräuter – auch für den regelmäßigen Genuss geeignet – sind: Lindenblüten und -blätter, Melissenblätter, Kamille, Hagebutte, Brombeer- und Himbeerblätter, Malve, Kornblume, Brennnessel, Holunderblüten, Gänseblümchen
Klassische Heilkräuter – eher kurweise oder gezielt verwenden – sind: Johanniskraut, Baldrian(blüten), Mädesüß, Schafgarbe, Beifuß, Huflattich, Quendel, Spitzwegerich, Frauenmantel, Gundermann, Wiesensalbei, Waldmeister
Kräutertees zum Einschlafen bestehen z.B. aus Passionsblume, Melisse und Baldrian oder Hopfen und Lavendel
Unsere „Anti-Stress“-Teemischung (für ca. 100 g)
– 8 EL Hopfenblüten
– 6 EL Kamille
– 6 EL Lindenblüten
– 6 EL Johanniskraut (klassisches Heilkraut, kann die Wirkung bestimmter Medikamente beeinflussen)
– 4 EL Zitronenverbene
– 2 EL Engelwurz (Angelica)
– 4 EL Hagebutte (optional, für fruchtige Note)
So wird’s gemacht:
Vermengt alle Kräuter sorgfältig in einer großen Schüssel. Füllt die Mischung anschließend in ein luftdicht verschließbares Glas. Beschriftet es mit Namen und Datum. Für eine große Tasse Tee (ca. 300 ml) verwendet Ihr einen gehäuften Esslöffel der Teemischung. Übergießt die Kräuter mit heißem, aber nicht kochendem Wasser (ca. 90 °C) und lasst den Tee 8-10 Minuten ziehen. Danach könnt Ihr die Kräuter abseihen und den Tee langsam und am besten in einer ruhigen Umgebung genießen. Entspannende Kräutertees trinkt Ihr idealerweise am Abend oder in ruhigen Minuten.
So sammelt & trocknet Ihr Wildkräuter richtig
Sammelt Wildkräuter an sonnigen, trockenen Tagen und natürlich nur, wenn Ihr sie sicher kennt! Nehmt nie zu viel an einer Stelle mit, damit genug Blüten für die Insekten übrig bleiben und sich die Pflanze wieder vermehren kann. „Ein guter Sammler hinterlässt keine Spuren“ ist der Leitsatz für jeden Kräutersammler. Geeignete Sammelorte sind fernab von befahrenen Straßen, Bahngleisen und Spazierwegen, um Verunreinigungen und Belastung durch Schadstoffe zu vermeiden. Am einfachsten und sichersten (Stichwort Schimmelbildung) trocknet Ihr Kräuter auf einem sauberen Küchentuch oder einem Kuchengitter an einem warmen, trockenen Ort (nicht in der prallen Sonne).
Manche Kräuter und Blüten müsst Ihr gelegentlich wenden, damit sie gleichmäßig trocknen. Wenn Euch der Platz für eine Lufttrocknung fehlt, könnt Ihr Eure Wiesenschätze auch im Backofen trocknen. Legt die Kräuter dafür mit ausreichend Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech und stellt den Ofen auf maximal 40–50 °C (am besten mit leicht geöffneter Tür). Eure Kräuter sind vollständig durchgetrocknet, wenn sie beim Hineingreifen rascheln. Nach dem Trocknen könnt Ihr die Kräuter entweder zwischen den Händen „rebeln“ oder mit einer Schere grob zerkleinern. Anschließend bewahrt Ihr sie licht- und feuchtigkeitsgeschützt in gut schließenden Gläsern oder Dosen auf.
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