Die 10 besten Bücher über Wildkräuter und deren Verarbeitung

Im Rahmen meines Fernstudiums zur Kräuterpädagogin befasse ich mich seit Anfang des Jahres intensiv mit Wildkräutern, ihrer Bestimmung und Nutzung. In den letzten Monaten haben ich darum auch riesige Bücherstapel zu dem Thema abgearbeitet. Viele der Bände, die ich durchgeblättert habe, habe ich tatsächlich verworfen und dafür ein paar echte Perlen herausgefischt. 10 empfehlenswerte Wildkräuter-Bücher für Einsteiger zeige ich Euch. von Virginia

Meine liebsten Wildkräuter-Bücher zum Bestimmen & Verarbeiten

Wer erkannt hat, wie viele nutzbare Wildpflanzen es gibt, dem wird schnell klar, warum es mittlerweile eine ganze Schwemme von Büchern zur Bestimmung und Nutzung von Wildkräutern gibt. Vermutlich lernt man bei diesem Thema auch nie aus. Viele Wildkräuter-Bücher setzen jedoch einiges an Wissen voraus, gehen für den Einstieg zu sehr in die Tiefe oder erfassen nicht alles Wesentliche. Da kann man schnell den Überblick und vor allem die Lust verlieren. Nachfolgend zeige ich Euch eine Auswahl meine liebsten Wildkräuter-Bücher. Das sichere Bestimmen der Pflanzen ist dabei die Grundlage eines jeden Pflanzensammlers. Ihr sollte immer nur das sammeln und verwenden, was Ihr sicher erkennt. Dabei helfen Bestimmungsbücher ungemein! Ich verwende am liebsten die Naturführer von Kosmos. Der Verlag bietet Bestimmungsbüchern an, die durch ihre außerordentlich gute Strukturierung und Handhabung punkten.

Die 10 besten Bücher über Wildkräuter und deren Verarbeitung

1. Pflanzen bestimmen: Was blüht denn da?

Unangefochtene Nr. 1 ist mit Sicherheit der Klassiker „Was blüht denn da?“. Der kompakte Band enthält 870 Blütenpflanzen und 2000 detaillierte, naturgetreue Zeichnungen. Dank des bewährten Kosmos-Farbcodes wird die Bestimmung ganz einfach: Die Pflanzen sind nach den Blütenfarben Rot, Weiß, Blau/Lila/Gelb und Grün/Braun sortiert und innerhalb der Farbkapitel nach der Anzahl der Blütenblätter geordnet. Auf diese Weise findet Ihr Euch auf der Suche nach der richtigen Pflanze schnell zurecht. Kurze Pflanzensteckbriefe verraten Name, Blütezeit, Höhe, Wuchsform, Vorkommen, Verwechslungshinweise und Wissenswertes zu Verwendung und Heilkraft. Ebenfalls enthalten ist ein Extra-Kapitel zur Bestimmung von Bäumen, Sträuchern und Gräsern sowie eine Übersicht zu den wichtigsten Giftpflanzen. Besonderer Clou ist die Kooperation mit der App „Flora Incognita“: Über einen Code im Inneren des Buches erhaltet Ihr unterwegs via App Zugang zu allen Inhalten des Buches und habt jederzeit alle Texte und Bilder parat. Unterstützend kann die App durch Fotografieren der Pflanze als Bestimmungshilfe genutzt werden.

Pflanzen bestimmen: Was blüht denn da?Pflanzen bestimmen: Was blüht denn da? Kosmos-Verlag

2. Pflanzen bestimmen: Welche essbare Wildpflanze ist das?

Ebenfalls aus der Reihe der Kosmos-Naturführer stammt das handliche Büchlein „Welche essbare Wildpflanze ist das?“. Der Aufbau ist identisch zu dem großen Bruder „Was blüht denn da?“, jedoch vom Umfang her etwas reduzierter und statt mit Zeichnung mit Fotografien der jeweiligen Pflanze versehen. Zudem stehen hier nur essbare Wildpflanzen im Fokus. Wer also losziehen und Zutaten fürs Abendessen selbst sammeln möchte, ist hiermit gut beraten!

Pflanzen bestimmen: Welche essbare Wildpflanze ist das?

Pflanzen bestimmen: Welche essbare Wildpflanze ist das? Kosmos-Verlag

3. Pflanzen bestimmen: Welche Heilpflanze ist das?

Der dritte Kosmos-Naturführer im Bunde „Welche Heilpflanze ist das?“ kommt im praktischen Pocket-Format daher und passt in fast jede Jackentasche. Auch hier findet Ihr wieder den bewährten Kosmos Farbcode zur einfachen Orientierung sowie kurze Pflanzensteckbriefe und Farbfotografien als Bestimmungshilfe. Das Büchlein befasst sich mit den gängigsten Heilpflanzen (350 Arten auf über 1500 Abbildungen) und gibt jeweils einen kurzen Überblick zu Anwendungsmöglichkeiten. Für ein erstes Hineinschnuppern ins Thema Heilkräuter ist das Buch eine tolle Sache!

Pflanzen bestimmen: Welche Heilpflanze ist das?

Pflanzen bestimmen: Welche Heilpflanze ist das? Kosmos-Verlag

4. Frauenheilkunde: Wilde Kräuter für wilde Frauen

Das Buch mit dem etwas sperrigen Titel „Wilde Kräuter für wilde Frauen: Arzneipflanzen aus der traditionellen europäischen Medizin für den gesamten weiblichen Zyklus – von Nestkräutern bis zum wilden Wechsel“ (Affiliate-Link) von Dr. Patricia Ricci ist inhaltlich so gar nicht sperrig! Die Kapitel Wilde Frauen und Wilde Kräuter, Traditionelle Europäische Medizin, Pflanzliche Wirkstoffe und Grüne Naturapotheke und Flora Medica führen fundiert in das Thema ein. Im Anschluss wird das Leben der Frau in die 5 Phasen Zyklus und Wohlbefinden – Die Wilde, Nestkräuter – Die Liebende, Schwangerschaft – Die Amazone, Geburt und Wochenbett – Die Mutter sowie Wechsel – Die Weise eingeteilt. Jeder Phase werden 5 passende Kräuter zugeordnet. Zu jedem Kraut gibt es ein Pflanzenportrait, Anwendungsgebiete und 1-2 Rezepturen, die zum Ausprobieren einladen. Abgerundet wird das Buch durch die Kapitel Garten Eden, Kräuterkosmetik und Wilde Küche mit einigen Basisrezepten. Insgesamt punktet es mit seiner schönen Aufmachung, der klaren Gliederung und einer guten Ausgewogenheit. Ein wunderbares Buch für Frauen jeden Alters!

Dr. Patricia Ricci: Wilde Kräuter für wilde Frauen

Dr. Patricia Ricci: Wilde Kräuter für wilde Frauen

5. Naturkosmetik herstellen: Nachhaltig schön

Eines meiner ganz großen Favoriten ist „Nachhaltig schön – Naturkosmetik-Rezepte von Kopf bis Fuss“ (Affiliate-Link) der Diplom-Kräuderpädagogin Valerie Jarolim. Für mich das einzige Buch zum Thema Naturkosmetik, dass man braucht! Das Buch überzeugt durch eine übersichtliche Gliederung sowie die Vermittlung von allem, was man für die Herstellung von Naturkosmetik wissen muss. Es beginnt mit einer kurzen Erläuterung zu benötigten Materialien und befasst sich dann im Kapitel Zutaten ausführlich mit Pflanzenölen, Pflanzenfetten, Wachsen, ätherischen Ölen, Hydrolaten sowie weiteren Rohstoffen. Die Kapitel Haarpflege, Gesicht und Lippen, Mund-und Zahnpflege, Deos, Feuchtigkeitspflege, Peelings und Badewanne und Körpersprays geben Euch eine Fülle an Rezepten an die Hand, die dank der vorherigen Kapitel exakt umgesetzt oder individuell auf Eure Bedürfnisse abgestimmt werden können. Die nachfolgenden Kapitel gehen auf mögliche Probleme beim Kosmetikrühren ein, geben Tipps und Tricks sowie eine praktische Übersicht, woher man qualitativ hochwertige Rohstoffe und Zubehör beziehen kann. Valerie bietet zudem mit ihrem lesenswerten Blog Blatt & Dorn und ihrem gleichnamigen Instagram-Profil einen echten Mehrwert.

Valerie Jarolim: Nachhaltig schönValerie Jarolim: Nachhaltig schön

6. Naturkosmetik herstellen: Naturseifen

Ein wunderbarer Buchtipp für alle, die sich schon immer einmal mit dem Seifensieden befassen wollten! „Naturseifen – Alles über Zusammensetzung, Herstellung und Anwendung“ (Affiliate-Link) gibt Euch das notwendige Wissen an die Hand. Große Vorkenntnisse in Chemie benötigt ihr zum Seifensieden nicht. Nach einer sehr interessanten Einführung in die Seifensiederei wird schnell eine gute Basis an Wissen geschaffen. Erklärt werden u.a. die Funktion der Seife, verschiedene Seifenarten, Unterschiede zwischen Syndets und Naturseifen, der Aufbau der Haut, Rückfetter in Seifen sowie die benötigten Rohstoffe für selbst gerührte Seifen. Außerdem werden Farbtechniken sowie sonstige Gestaltungsmöglichkeiten erläutert sowie Hinweise zu Verpackung und Lagerung der Seifenstücke gegeben. Im Kapitel Seifenlabor geht es dann an die praktische Umsetzung. Dank „schnörkelloser Rezepturen“, allgemeinen Grundregeln, Arbeitsmaterial, Seifenformen, Hinweisen zum Arbeitsschutz und einzelnen Arbeitsschritten im Überblick kann bei der Umsetzung fast nichts mehr schief gehen. Egal ob Ihr eine Naturseife mit Lavendhydrolat, mit Salbeipeeling oder eine Isotone Naturseife mit Bienenwachs bevorzugt – im umfangreichen Rezeptteil findet sich eine Seife für jeden!

Jelena Voss, Michael Mandak: Naturseifen

Jelena Voss, Michael Mandak: Naturseifen

Vier Bücher über das Kochen & Genießen von Wildkräutern

Last but not least – das Thema Kochen mit Wildkräutern ist ein großes Thema! Es gibt unglaublich viele Gründe, die dafür sprechen, Wildkräuter auf den Speiseplan zu setzen. Wildkräuter sind regional, saisonal, kommen ohne Verpackung aus, legen keine unnötigen Transporte zurück, sind bei richtigem und achtsamen Sammeln frei von Giftstoffen und Pestiziden , machen unabhängiger von Verfügbarkeiten von Kulturgemüse im Einzelhandel und sie sind vor allem eines: unglaublich gesund! Schaut man sich Nährstofftabellen an, wird schnell klar: Wildkräuter sind unserem Kulturgemüse in Hinblick auf Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe haushoch überlegen. So enthält zum Beispiel die Brennnessel unfassbare 17 mal mehr Calcium als Kopfsalat oder Feldsalat und immer noch doppelt soviel wie Grünkohl! Für mich Grund genug, mich diesem Aspekt der Wildkräuter mit Leib und Seele zu widmen.

Die 10 besten Bücher über Wildkräuter und deren Verarbeitung

7. Wildkräuter verarbeiten: Wildpflanzen essen

Eines meiner Favoriten ist „Wildpflanzen essen – Das Handbuch mit mehr als 50 Rezepten“ aus dem Südwest Verlag.  Was für eine schöne Aufmachung, da bereitet schon das Blättern viel Freude! Jedes Kraut wird zunächst auf einer Doppelseite vorgestellt: Eine Seite enthält einen Pflanzensteckbrief mit allerlei Wissen zu enthaltenen Nährstoffen und Verwendungsmöglichkeiten, die andere zeigt eine Fotografie der Pflanze vor hellem Hintergrund. Sehr minimalistisch und geradlinig, ohne unnötiges Drumherum. Auf jeweils 2-4 nachfolgenden Seiten werden einfache Rezeptvorschläge gemacht, ebenfalls in dem vorhergehenden klaren und schnörkellosen Fotografiestil und übersichtlicher Gliederung der Rezepte. Die benannten Wildkräuter sind echte „Basis-Kräuter“, die gerade Kräuterneulingen einen idealen Einstieg mit Erfolgsgarantie versprechen. Tipp: Auch toll, um Kinder fürs Sammeln und Kochen von Kräutern zu begeistern!

 Leoniek Bontje, Yvet Noordermeer: Wildpflanzen essen  Leoniek Bontje, Yvet Noordermeer: Wildpflanzen essen

8. Wildkräuter verarbeiten: Das Wald-Kochbuch

Ein weiteres Highlight ist das „Wald-Kochbuch“ von Bernadette Wörndl. Die enthaltenen Rezepte sind schon deutlich raffinierter und umfangreicher, jedoch immer noch solide und problemlos umsetzbar. In den Kapiteln Frühling, Sommer, Herbst und Winter finden sich jahreszeitliche passende Rezepte, zum Beispiel Tannenwipfeleis und Bärlauchtortellini im Frühling, Brombeerscones und Pfifferlingfrikassee mit Laugenknödeln im Sommer, Pasta mit Walnusssauce und Apfel-Brombeer-Pie im Herbst und Berberitzen-Glögg und Walnuss-Früchtebrot im Winter. Zwischen den Rezepten finden sich ganzseitige Pflanzenportraits mit wunderhübschen Illustrationen. Die Fotografien sind ebenfalls eine Erwähnung wert: Die Bildkompositionen sind unglaublich stimmungs- und geschmackvoll!

Bernadette Wörndl: Das Wald-Kochbuch

Die besten Wildkräuter-Bücher: Bernadette Wörndl - Das Wald-Kochbuch

9. Wildkräuter verarbeiten: Wildkräuter von der Wiese auf den Teller

Ein schönes Basis-Kochbuch ist „Wildkräuter  – Von der Wiese auf den Teller mit 42 vitalen Rezepten“ (Affiliate-Link) von Rudi Beiser. Künstlerisch weniger anspruchsvoll als das Waldkochbuch aber dennoch sehr geschmackvoll bebildert, bietet das Buch die perfekte Grundlage zum Kochen und Genießen für Kräuterneulinge. 21 gängige und bekannte Wildkräuter werden in ausführlichen Pflanzenportraits vorgestellt. Die anschließenden Rezeptvorschläge machen so richtig Lust gleich loszulegen: Wie wäre es mit wilder Knoblauchbutter, Wurzelragout, Taubnessel-Kartoffelauflauf, grünen Vogelmierenbrötchen, Labkrautgemüse, Schaumkraut-Aufstrich oder Wurzelsuppe mit Wilden Möhren?

Rudi Beiser: Wildkräuter  - Von der Wiese auf den Teller

Rudi Beiser: Wildkräuter - Von der Wiese auf den Teller

10. Wildkräuter verarbeiten: Wilde Genüsse

Mein letzter Tipp in Sachen Wildkräuter-Bücher ist das Standardwerk „Wilde Genüssen – Enzyklopädie und Kochbuch der essbaren Wildpflanzen“ von Margot Fischer – ein Schuber mit 2 gebundenen Bänden. Der Unterschied zu den vorangegangen Büchern liegt sowohl im Inhalt als auch in der optischen Gestaltung. Die Enzyklopädie gibt wirklich umfassende und vertiefte Hintergrundinformationen zu Pflanzen und ihren Verwendungsmöglichkeiten. Hier werden auch die weniger bekannten, aber nicht weniger interessanten essbaren Wildpflanzen abgedeckt. Die Fotografien sind ansprechend, der Fokus liegt aber klar auf dem Text. Das Kochbuch gibt eine Fülle an Rezepten. Es ist grob unterteilt in Rezepte mit und ohne Fleisch, vegane Rezepte, RawFood-Rezepte und Heilanwendungen. Die Rezepte klingen schon deutlich ausgefallener als in den anderen hier vorgestellten Büchern, z.B. Orangensalat mit Geißraute, Luzernenspross-Salat mit Nussdressing, Löwenzahn-Wildreis, Goldruten-Terrine oder Vergissmeinnicht-Kokos-Dessert. Einziges Manko ist die kaum vorhandene und definitiv nicht ansprechende Bebilderung des Kochbuches. Die Umschlag-Gestaltung, der hochwertige Schuber und das geballte Wissen in beiden Bänden machen dies jedoch wieder wett!

Die besten Wildkräuter-Bücher: Margot Fischer - Wilde Genüsse

Margot Fischer: Wilde Genüsse

Welche Wildkräuter-Bücher nutzt Ihr zum Bestimmen und Verarbeiten der gesunden Pflanzen?

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wildkraeuter-buecher

1 Kommentar
  • Dani sagt:

    Liebe Virginia,

    herzlichen Dank für diesen umfangreichen Überblick – der macht wirklich große Lust, sich mehr mit Wildkräutern zu beschäftigen. Vor allem das Waldkochbuch lacht mich an. Und den Klassiker von Kosmos muss ich mir wohl auch mal zulegen – wobei mir die App allein auch schon echt weiterhilft.

    Was ich an dieser Stelle unbedingt noch erwähnen möchte, sind die Selbermach-Bücher aus dem Smarticular-Verlag. Gerade das zum Thema Haut & Haar – Naturkosmetik selber machen – finde ich großartig.

    Herzliche Grüße
    Daniela

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