Sybilles Bücherschau: 4 ausgewählte Gesundheitsratgeber
Sybille

Gesundheitsratgeber gibt es in kaum noch überschaubarer Zahl. Viele von ihnen werben mit großen Versprechen, präsentieren vermeintliche Wundermittel und greifen dabei oft dieselben Themen immer wieder auf. Zum Glück gibt es aber auch Bücher, die fundiertes Wissen vermitteln, ohne belehrend zu wirken, und die wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich und unterhaltsam aufbereiten. Vier solcher Gesundheitsbücher möchte ich Euch vorstellen. von Sybille

1. Christoph Reuter: Musik macht schlau (Ausser manche)

Nach der Lektüre von „Musik macht schlau (Außer manche)“ aus dem Penguin-Verlag habe ich beschlossen, ein Instrument zu lernen – oder zumindest noch viel öfter zu singen. Denn wer Musik nicht nur hört, sondern selbst macht, gibt seinem Gehirn ein regelrechtes Update und kann zur Gesundheit einiges beitragen. Der Pianist, Komponist und Musikkabarettist Christoph Reuter zeigt in jedem Kapitel seines unterhaltsamen Buches welchen Einfluss Musik auf Körper und Geist hat und spannt dabei einen Bogen von Klassik bis Pop. Fest steht: Musizieren ist deutlich sinnvoller und gesünder als ständig auf Social-Media-Kanälen unterwegs zu sein. Fast noch besser ist es übrigens, gemeinsam zu musizieren. Meine Empfehlung: Geht in einen Chor! Nichts geht über dieses Erlebnis, gemeinsam zu singen.

Sriusdiga Manivannan: Die unerforschte Frau

Ich war immer der Überzeugung, dass ich ziemlich gut Bescheid weiß, wie der weibliche Körper funktioniert. Doch schon während der Lektüre von „Die unerforschte Frau“ aus dem Neva-Verlag musste ich feststellen, wie lückenhaft mein Wissen an vielen Stellen war. Gynäkologin Dr. Sriusdiga Manivannan will mit ihrem Buch (und ihrem Insta-Account) diese Lücken schließen und das gelingt ihr wirklich gut. Sie erklärt in lockerem Ton, gut verständlich und wissenschaftlich fundiert, wie der weibliche Zyklus funktioniert und welch enormen Einfluss Hormone auf Stimmung, Wohlbefinden und Gesundheit haben. Darüber hinaus beleuchtet sie die Rolle von Scham und Tabus bei der Aufklärung und im Umgang mit dem eigenen Körper. Sie spricht über Selbst- und Körperbilder und macht dabei in jedem Kapitel deutlich, welch faszinierendes Wunder der weibliche Körper ist. Sie zeigt auf, wo bis heute Wissenslücken bestehen, welche Mythen sich hartnäckig halten und was die Forschung inzwischen tatsächlich herausgefunden hat.

Zur Sprache kommt auch der Gender Health Gap: Jahrhundertelang wurden Frauen in der medizinischen Forschung kaum berücksichtigt. Der männliche Körper galt als Standard, während Frauen als „zu kompliziert“ galten, weil Hormonschwankungen Forschungsergebnisse verfälschen würden. Die Folgen sind bis heute spürbar: Medikamente wirken bei Frauen teilweise anders, Nebenwirkungen treten häufiger auf und Erkrankungen wie Herzinfarkte oder Endometriose werden oft spät erkannt. Ich empfehle dieses Buch jeder Frau, aber auch Eltern, bei denen das Thema Aufklärung gerade aktuell ist. Es vermittelt nicht nur Wissen, sondern auch ein positives Körpergefühl und Stolz auf den weiblichen Körper. Ein Kapitel richtet sich übrigens an Männer. Darin plädiert die Autorin dafür, Verantwortung für Verhütung zu übernehmen und Frauen im Alltag, in Partnerschaften und bei der Erziehung stärker zu entlasten.

Lela Ahlemann: Glow Up

Auch die Medizinerin Dr. Lela Ahlemann hat sich auf Instagram eine große Followerschaft aufgebaut. Die Dermatologin und Ernährungsmedizinerin wirkt nicht nur ausgesprochen sympathisch, sondern vermittelt ihr Wissen auch auf eine angenehm unaufgeregte Art. Während manche Social-Media-Auftritte im Beauty- und Hautpflegebereich eher alarmistisch wirken oder von immer neuen Wundermitteln geprägt sind, schätze ich an Lela Ahlemann ihre Bodenständigkeit. Ihre Empfehlungen basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesundem Menschenverstand. Statt ständig neue Spritzen, Treatments oder teure Produkte anzupreisen, setzt sie auf Grundlagen und vertritt einen ganzheitlichen Ansatz: Ohne eine gute Ernährung, ausreichend Schlaf und einen gesunden Lebensstil hilft die teuerste Creme nichts. Gleichzeitig erklärt sie verständlich, welche Pflegerituale und Behandlungen tatsächlich sinnvoll sein können. Und sie gibt auch offen zu, welchen Behandlungen sie sich selbst unterzogen hat.

Ein weiteres Herzensthema von ihr ist die Aufklärung über Hautkrebs. Auch deshalb schätze ich ihre Arbeit sehr, denn sie verbindet Schönheit und Gesundheit, ohne dabei in Oberflächlichkeit abzurutschen. In ihrem Buch „Glow Up“, erschienen im emf Verlag, fasst sie dieses Wissen kompakt und verständlich zusammen. Sie erklärt, welche Beauty-Produkte und Wirkstoffe tatsächlich etwas bewirken, welche Anti-Aging-Behandlungen sinnvoll sein können und wo Marketingversprechen mehr Schein als Sein sind. Dabei geht es nicht darum, einem unrealistischen Schönheitsideal hinterherzujagen, sondern die Haut langfristig gesund zu erhalten und sich im eigenen Körper wohlzufühlen.

James Nestor: Breath

Atmen – das klingt zunächst nach etwas völlig Selbstverständlichem. Schließlich begleitet uns die Atmung vom ersten bis zum letzten Augenblick unseres Lebens. Doch viele Menschen haben verlernt, richtig zu atmen. Dadurch verlieren sie nicht nur ein Stück Kontrolle über ihren Körper, sondern möglicherweise auch einen wichtigen Baustein für Gesundheit und Wohlbefinden! James Nestor beschäftigt sich in seinem Buch „Breath“, erschienen bei piper, damit, welchen Einfluss unsere Atmung tatsächlich auf unsere Gesundheit hat. Ausgangspunkt seiner Recherche war eine persönliche Krise: Nach seiner dritten Lungenentzündung besuchte er einen Kurs zur Sudarshan-Kriya-Atmung. Bereits nach der ersten Sitzung fühlte er sich besser und begann zum Thema Atem zu recherchieren. Für „Breath“ hat Nestor über Jahre hinweg Experten befragt, nachgeforscht und verschiedenste Atemtechniken selbst ausprobiert.

Seine zentrale These ist ebenso einfach wie provokant: So wichtig Ernährung, Bewegung oder genetische Voraussetzungen auch sein mögen – ohne die richtige Atmung bleiben viele gesundheitliche Potenziale ungenutzt. Die Atmung, so zeigt er anhand zahlreicher Studien und Erfahrungsberichte, könnte der oft übersehene Grundpfeiler unserer Gesundheit sein. Der Autor lässt Schwimmtrainer, Wissenschaftler, indische Mystiker und russische Kardiologen zu Wort kommen und zeigt, welche erstaunlichen Auswirkungen die Atmung auf unseren Körper haben kann. Gleichzeitig vermittelt er leicht verständlich die Grundlagen verschiedener Atemtechniken, die dazu beitragen können, die eigene Atemfähigkeit und damit das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.

MEHR ZUM THEMA

Newsletter Information

Hinterlasse doch einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Mit dem Klicken des Buttons „Kommentar Abschicken“ willige ich in die Übermittlung meiner personenbezogenen Daten ein, zum Zwecke der Veröffentlichung des Kommentars und Kontaktaufnahme im Falle der Klärung inhaltlicher Fragen. Mir ist bekannt, dass ich diese Einwilligung jederzeit ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen kann. (Datenschutzerklärung, Impressum)
Mit einem Klick auf den Button „Jetzt anmelden“ willige ich in die Übertragung und Nutzung meiner personenbezogenen Daten zur Sendung werblicher e-Mails ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Impressum | Datenschutzerklärung