250 Jahre Königin Luise: 3 Tipps über Preußens Luise
Dani

Kaum eine Frau der preußischen Geschichte wird bis heute so verehrt wie Königin Luise. Anlässlich ihres 250. Geburtstags widmen sich dieses Jahr zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen ihrem Leben, ihrer Zeit und vor allem dem Mythos, der sich schon kurz nach ihrem frühen Tod um ihre Person entwickelte. Wer mehr über die historische Luise erfahren und auf ihren Spuren wandeln möchte, für den haben wir drei Tipps zusammengestellt.

1. Ausstellungstipp: „Ungeheuer trifft Papagei“

Bis 31. Oktober 2027 könnt Ihr die Sonderpräsentation „Ungeheuer trifft Papagei. Napoleon Bonaparte und Königin Luise in Tilsit 1807“ im brandenburgischen Schloss Paretz besuchen. Im Mittelpunkt steht eine Begegnung, die später zu einem der bekanntesten Kapitel in Luises Leben werden sollte: Am 7. Juli 1807 traf die preußische Königin im ostpreußischen Tilsit auf den französischen Kaiser Napoleon I. Preußen hatte zuvor eine schwere Niederlage gegen Napoleon erlitten. Luise sollte mit ihrer persönlichen Ausstrahlung dazu beitragen, bessere Bedingungen für das geschlagene Königreich auszuhandeln. Der Versuch blieb politisch erfolglos – dennoch wurde die Begegnung später zum „Opfergang“ der Königin verklärt und prägte das Bild von Luise als patriotischer Heldin. Die Ausstellung blickt hinter diesen Mythos. Anhand persönlicher Gegenstände, zeitgenössischer Darstellungen und späterer Zeugnisse der Luisenverehrung wird nachvollziehbar, wie aus er Begegnung eine bis heute wirkmächtige Legende entstehen konnte.

250 Jahre Königin Luise: Luise trifft Napoleon

 Unterredung mit Napoleon in Tilsit aus: „Die Königin Luise in 50 Bildern für Jung und Alt“, Verlag Paul Kittel © Sammlung Jürgen Luh

Schloss Paretz: Königin Luises Lieblingsort

Schloss Paretz westlich von Potsdam war einer der Lieblingsorte von Luise und ihrem Mann, König Friedrich Wilhelm III. Das Paar ließ das Schloss ab 1797 nach eigenen Vorstellungen umgestalten und verbrachte hier die Sommermonate fern vom strengen Zeremoniell des Berliner Hofes. Besonders Luise soll das vergleichsweise einfache und ungezwungene Leben auf dem Land geschätzt haben. Gemeinsam mit ihrem Mann und den Kindern konnte sie hier spazieren gehen, Kremser fahren und Zeit abseits des höfischen Alltags verbringen. Zum Schloss gehört ein weitläufiger Landschaftspark, der bis heute zum Spaziergang einlädt.

2. Die Luisen-Gedenkstätte in Hohenzieritz

Im Sommer 1810 kam Königin Luise nach Schloss Hohenzieritz in Mecklenburg, um sich von einer Erkrankung zu erholen. Wenige Wochen später, am 19. Juli, starb sie hier völlig unerwartet im Alter von gerade einmal 34 Jahren. Heute erinnert die Luisen-Gedenkstätte im Schloss an die Königin und ihren letzten Aufenthalt. Besonders eindrücklich ist das sogenannte Luisenzimmer, in dem Luise starb und das bereits wenige Jahre nach ihrem Tod zu einem Erinnerungsort wurde. Die Räume vermitteln einen unmittelbaren Eindruck von der Geschichte und machen Hohenzieritz zu einem der persönlichsten Orte auf den Spuren der Königin. Zur Gedenkstätte gehört außerdem der historische Schlosspark, der zu den ältesten Landschaftsgärten Mecklenburgs zählt. Spaziert nach dem Museumsbesuch doch noch ein wenig zwischen den alten Bäumen, Wiesen und verschlungenen Wegen. Hier haben wir Euch die Gedenkstätte bereits im Rahmen unserer Tipps rund um die Mecklenburgische Seenplatte vorgestellt.

250 Jahre Königin Luise: Luisen-Gedenkstätte in Hohenzieritz

250 Jahre Königin Luise: Luisen-Gedenkstätte in Hohenzieritz

Königin Luise auf einen Blick

Geboren: 10. März 1776 in Hannover
Gestorben: 19. Juli 1810 auf Schloss Hohenzieritz
Alter: 34 Jahre
Ehemann: Friedrich Wilhelm III., König von Preußen
Heirat: 1793
Kinder: zehn, darunter die späteren Könige Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I.
Königin von Preußen: ab 1797
Berühmt für: ihre Rolle während der napoleonischen Kriege, ihre große Popularität und den Luisenmythos
Beigesetzt: im Mausoleum im Schlosspark Charlottenburg

3. Buch-Tipp: Günther de Bruyn über Preussens Luise

Wer nach dem Besuch der Schlösser noch tiefer ins Leben der preußischen Königin eintauchen möchte, findet eine ganze Reihe von Biografien über Luise. Günter de Bruyns „Preußens Luise. Vom Entstehen und Vergehen einer Legende“ steht schon seit Jahren in meinem Bücherregal: De Bruyn nähert sich Luise nicht nur als Königin und historischer Persönlichkeit, sondern vor allem als Mythos. Wie wurde aus der jungen Frau, die bis heute verehrte „Königin der Herzen“? Er zeichnet nach, wie sich das Bild Luises über die Jahrhunderte veränderte und wie Politik und Zeitgeist die Erinnerung an sie geprägt haben. Spannend ist dabei die Frage, wo die historische Luise endet und die Legende beginnt. Und wer lieber zu einer aktuellen Veröffentlichung greifen möchte, findet mit Rudolf G. Scharmanns „Königin Luise. Leben und Mythos“ eine Lektüre zum Jubiläumsjahr, die mit zahlreichen Abbildungen ergänzt wird.

250 Jahre Königin Luise: Buch-Tipps

Der Berliner Günter de Bruyn (1926–2020) arbeitete zunächst als Lehrer und Bibliothekar, bevor er sich ab 1961 ganz dem Schreiben widmet – ein Schwerpunkt lag dabei auf der Geschichte Preußens und Brandenburgs

Was Luise mit Prinzessin Diana verbindet

Königin Luise und Prinzessin Diana trennen mehr als 200 Jahre – und doch gibt es erstaunliche Parallelen. Beide galten als außergewöhnlich schön, waren Stilikonen ihrer Zeit, wurden für ihre Nähe zu den Menschen bewundert und starben völlig unerwartet in ihren Mittdreißigern. Vor allem aber wurden beide zu einer Projektionsfläche. Schon zu Lebzeiten wurde Luise für ihre Schönheit und Jugendlichkeit bewundert. Nach ihrem Tod entstand ein regelrechter Personenkult, in dem ihr Aussehen weiter idealisiert wurde. Porträts, Büsten und schließlich auch ihre Grabskulptur im Mausoleum in Charlottenburg trugen dazu bei, das Bild der ewig jungen und schönen Königin zu bewahren.

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