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Nicht nur Chanel No. 5, auch Parfum-Klassiker wie ck one oder OPIUM sind von der EU-Richtline betroffen

Als ich vor kurzem in der ZEIT davon las, konnte ich es gar nicht glauben: Eine Richtlinie der EU setzt einige der wichtigsten natürlichen Duftöle auf den Index und gefährdet damit nicht nur Parfum-Klassiker sondern auch die Naturkosmetik. Ich finde diese Entwicklung sehr bedenklich: Anstatt die gefährlichen synthetischen Stoffe zu verbieten, die vielen Konservierungsmittel, Weichmacher, Paraffine und Hormone, welche die Umwelt schädigen und im Verdacht stehen Unfruchtbarkeit und Krebs auszulösen (siehe mein Kosmetik-Check), werden jetzt ätherische Öle auf den Index gesetzt, die bei weniger als 2 Prozent der Bevölkerung Allergien auslösen.

Baum- und Eichenmoos stehen auf dem Index

Die EU-Kommission hat eine Liste mit 100 Parfumsubstanzen erstellt, die Unverträglichkeiten auslösen können. Die Inhaltsstoffe sollen vorraussichtlich bis 2014 entweder verboten oder in der Konzentration reduziert werden. Darunter befindet sich das Baum- und das Eichenmoos, welche wegen ihrer kräftigen Note sehr gerne eingesetzt werden und beispielsweise in Chanel No. 5 enthalten sind. Aber auch einige Zitrusöle, Extrakte der Tonkabohne und Duftstoffe wie Lavendel, Nelken- oder Rosenöl sind von der Richtlinie betroffen. Richtig ist: Werden Allergien durch Kosmetik ausgelöst, dann sind meistens ätherische Öle die Ursache. Von den Pflanzen werden diese als Abwehrstoffe produziert und riechen so gut, um Insekten und Bakterien abzuhalten. Allerdings betrifft die Parfum-Allergie nur etwa 2 Prozent der Bevölkerung.

Etwa 9000 Parfums sind betroffen

Das Verbot der natürlichen Duftstoffe hätte hingegen schwerwiegende Konsequenzen. Etwa 9000 Parfums müssten neu gemischt werden, oder durch synthetische Stoffen ergänzt und neu formuliert werden. Da in der Haute Parfumerie hauptsächlich natürliche Rohstoffe verwendet werden, beträfe die EU-Richtlinie Klassiker wie Chanel No 5, „Opium“, „Miss Dior“, Guerlains „Shalimar“, „Angel“ von Thierry Mugler, CK One oder Bleu de Chanel. Doch nicht nur das kulturelle Erbe der Parfumerie ist bedroht, auch Naturkosmetikprodukte mit ätherischen Ölen stehen dann auf dem Index. Laut eigener Aussage wären beispielsweise 70 Prozent der Dr. Hauschka-Kosmetikprodukte betroffen und auch bei Weleda fürchtet man „weitreichende Folgen“, da für die ätherischen Öle kein Ersatz möglich sei.

Ich persönlich…

… halte viel von einer Kennzeichnungspflicht der Inhaltsstoffe auf dem Produkt. Die Parfumindustrie fürchtet sich zwar davor, ihre Rezepturen offenzulegen, andererseits ist eine gewisse Transparenz heutzutage eigentlich eine Selbstverständlichkeit und ohne die Mischungsverhältnisse ist der Nachbau eines Parfums nicht so ohne weiteres möglich. Übrigens: Das Sprühen des Duftes auf die Haut ist gar nicht nötig, denn er entfaltet sich auch auf der Kleidung, hält dort viel länger und wird durch die Körperwärme immer wieder aktiviert.

Foto Credit: Otto.de und Breuninger.com via yalook.com

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