Möbel-Makeover: Kreidefarben von Anna von Mangoldt im Test
Virginia

In Schweden ist die Jagd nach schönen Schätzen eine Art Volkssport! Und da wir nicht nur Schweden, sondern auch deren Loppis (Flohmärkte) lieben, haben wir uns in den letzten Sommerurlauben auf Loppis-Schatzsuche begeben – und sind natürlich fündig geworden. Zwei der Schätzchen waren allerdings ganz schön in die Jahre gekommen. Dank der wunderschönen Kreidefarben von Anna von Mangoldt erstrahlen sie jetzt in neuem Glanz!* von Virginia

Die Kandidaten: Ein nostalgischer Stuhl & ein Schaukelstuhl

Bei unserem letzten Schweden-Trip haben wir einen schönen nostalgischen Stuhl fürs Kinderzimmer und einen Schaukelstuhl durch halb Schweden bis nach Hause transportiert. Und auch wenn die Stühle auf den Vorher-Fotos eigentlich recht manierlich aussehen, so offenbarte ein genauerer Blick doch das Alter unserer Errungenschaften: Der Schaukelstuhl war stellenweise sehr vergilbt, hatte zahlreiche Schrammen und so einige abgeplatzte Macken. Der Stuhl war zwar bereits einmal gestrichen worden, doch leider eher schnell hingefummelt: einige Kerben auf der Sitzfläche, eine völlig unbehandelte Unterseite und dazu ein Grünton, der mir viel zu gelbstichig war. Wie gut, dass man das ändern kann! Für mein kleines Renovierungsprojekt habe ich deshalb zu den Kreidefarben von Anna von Mangold gegriffen – und dabei gelernt, dass die Suche nach dem richtigen Farbton fast schon ein eigenes Projekt sein kann.

Augen auf bei der Farbwahl!

Dafür habe ich mir zunächst das Farbkartenset von Anna von Mangoldt bestellt und mich an mögliche Favoriten herangetastet. Insbesondere die Weißtöne waren eine Challenge – man glaubt gar nicht, wie viele unterschiedliche Weißtöne es gibt! Sehr hilfreich fand ich außerdem die Möglichkeit, ausgewählte Farbtöne als gestrichene DIN-A4-Farbmuster zu bestellen. Denn Farben wirken auf einer kleinen Farbkarte ganz anders als auf einer größeren Fläche. So flogen meine ursprünglichen Favoriten direkt wieder heraus. Am Ende wurden es ausgerechnet die beiden Farbtöne, die ich zunächst für viel zu dunkel gehalten und eher halbherzig sicherheitshalber mitbestellt hatte. Die Farbkarten habe ich tatsächlich mehrere Tage auf mich wirken lassen, direkt auf den jeweiligen Stuhl gelegt und diese dafür immer wieder an unterschiedliche Stellen im Raum gerückt. Morgens, mittags und abends habe ich geschaut, wie sich die Farben bei unterschiedlichem Tageslicht verändern. Das hat mir die Entscheidung enorm erleichtert.

Unsere Farben: „Schneewittchen“ & „Amazonas“

Beim Schaukelstuhl wollte ich das ursprüngliche historische Weiß erhalten – kein kühles, hartes Weiß, sondern einen Ton mit einem ganz leichten Gelbanteil. Meine Wahl fiel auf „Schneewittchen“, laut Website ein „zeitloses Altweiß mit warmer, behaglicher Wirkung, das gut zu leicht vergilbten Türen im Altbau passt“. Klang perfekt – und tatsächlich ist die Farbe ein Volltreffer! Schon beim ersten Pinselstrich auf der noch unvergilbten Sitzfläche war der Kreidefarbton dem ursprünglichen Lack so verblüffend ähnlich, dass ich zunächst sogar den Streichstandort wechseln musste. Ich konnte nämlich kaum erkennen, wo ich bereits gestrichen hatte! Und auch der Kinderstuhl sollte zumindest in derselben Farbwelt bleiben – Grün passt bei uns nämlich eigentlich richtig gut. Die Wahl meiner Tochter fiel auf „Amazonas“, ein wunderschönes, tiefes, warmes Olivgrün, das perfekt zur Tagesdecke im Kinderzimmer passt.

Genau diesen Effekt wollte ich: Der Schaukelstuhl sollte nach der Renovierung nicht aussehen wie ein neu lackiertes Möbelstück, sondern wie seine ursprüngliche Version – nur frisch und gepflegt

Alte Möbel aufarbeiten in 5 Schritten

Für mein kleines Möbel-Makeover bekam ich von Anna von Mangoldt ein komplettes Set zugeschickt, das bereits alles enthielt, was ich für die beiden Stühle benötigte: zwei Dosen Kreidefarbe, Schleifschwämme in zwei verschiedenen Körnungen, einen hochwertigen Pinsel und Möbelwachs zur anschließenden Versiegelung. Besonders praktisch: Dem Paket lag außerdem eine Karte mit QR-Code bei. Darüber gelangt man direkt zur passenden Anleitung für das jeweilige Streich-Projekt. Ich habe also einfach den QR-Code „Möbel streichen“ eingescannt – und dann ging’s auch schon los!

1. Vorbereiten

Am Anfang stand, wie so oft beim Renovieren, die Vorbereitung. Beide Stühle mussten angeschliffen werden, um die glatte Oberfläche anzurauen, damit die neuen Farbe gut haften kann. Beim Kinderstuhl habe ich zusätzlich die tiefen Kerben in der Sitzfläche mit Holzspachtel gefüllt und die Stellen nach dem Trocknen nochmal extra glatt geschliffen.

2. Staub entfernen

Nach dem Schleifen mussten die Möbel gründlich von Schleifstaub befreit werden. Wichtig ist, dass der Untergrund vor dem Farbauftrag staub-, fett- und schmutzfrei ist. Ich habe die Stühle daher einmal komplett abgewaschen.

3. Trocknen lassen

Anschließend hieß es: alles gut trocknen lassen, bevor die Farbe zum Einsatz kommt. Das ging draußen allerdings recht schnell, sodass ich in der Zwischenzeit schon meine Streichutensilien richten konnte.

4. Farbauftrag in zwei Schichten

Dann kam der schönste Teil: endlich der erste Pinselstrich! Die Kreidefarbe hat eine wunderbar cremige Konsistenz und ließ sich sehr angenehm und nahezu tropffrei auftragen. Gerade bei alten Möbelstücken mit Streben, gedrechselten Details und kleinen Zwischenräumen war das ein großer Pluspunkt. Der erste Anstrich kann noch etwas streifig wirken; lasst Euch davon nicht verunsichern. Der zweite Anstrich ist dann deckend und verleiht Eurem Möbelstück eine herrlich kreidig-matte Oberfläche. Wichtig ist, dass Ihr den Erstanstrich lange genug durchtrocknen lasst. Anderenfalls kann sich die erste Farbschicht beim Überstreichen wieder lösen. Anna von Mangoldt empfiehlt eine Trocknungszeit von acht Stunden zwischen Erst- und Zweitanstrich. Da ich allerdings an einem warmen Sommertag gestrichen habe und die Stühle in der Sonne trockneten, konnte ich die zweite Schicht bereits nach zwei Stunden auftragen – yay!

5. Versiegeln mit Möbelwachs

Ich habe die Kreidefarbe anschließend brav über Nacht durchtrocknen lassen und am Folgetag mit Möbelwachs versiegelt. Dafür wird das Wachs mit einem weichen Baumwolltuch aufgetragen und anschließend überschüssiges Wachs abgenommen. Für den charakteristischen seidigen Glanz habe ich die Oberfläche anschließend mit einer weichen Bürste – beispielsweise einer Polierbürste für Schuhe – aufpoliert. Fertig!

Für mich der schwerste Aspekt des Projektes: Geduld haben!

Tipp: Achtet beim Streichen an heißen Tagen unbedingt darauf, zügig zu arbeiten und die Farbdosen nicht in der prallen Sonne stehen zu lassen – die Farbe trocknet sonst sowohl beim Streichen als auch in der Dose schnell an 

Mein ehrliches Fazit zu den Anna von Mangoldt Farben

Ich habe bereits in der Vergangenheit mit Kreidefarbe gearbeitet, daher war mir das Prozedere nicht ganz neu. Trotzdem fand ich die Möglichkeit, über den QR-Code jederzeit noch einmal schnell die einzelnen Arbeitsschritte nachzulesen, ausgesprochen praktisch. Was mich bei der Farbe besonders überzeugt hat, war ihre Verarbeitung. Sie ist cremig, lässt sich sehr gleichmäßig verstreichen und riecht kaum. Da mir Lösungsmittelgerüche schnell unangenehm werden, verarbeite ich geruchsarme Kreidefarbe am liebsten. Mein persönliches Highlight aus dem Set ist allerdings der Pinsel. Der ist so dicht und hochwertig, dass er definitiv einen festen Platz in meinem Heimwerker-Kasten bekommen wird! Gerade an kniffligen Stellen wie den Streben des Schaukelstuhls ließ sich damit hervorragend arbeiten.

Der Service von Anna von Mangoldt war schnell und unkompliziert: Von der Farbauswahl über die Zusendung der Farbmuster bis hin zur Lieferung des benötigten Equipments hatte ich jederzeit eine kompetente Ansprechpartnerin, die meine Fragen zeitnah und ausführlich beantwortete. Mein wichtigstes Learning: Nicht an der Zeit sparen, sondern IMMER große Farbmuster zur Ansicht bestellen. Ich hatte bereits vor einigen Monaten ein Möbelstück mit Kreidefarbe aufgearbeitet, war mit dem Farbton aber total unzufrieden und habe deshalb nochmal komplett neu gestrichen. Ein großes Farbmuster im Vorfeld hätte die unnötige Ausgabe (und verschwendete Zeit!) wahrscheinlich erspart. Ich freue mich schon auf mein nächstes Projekt – ein bisschen Amazonas-Grün ist nämlich noch übrig.

*Die Farben und Materialien wurden mir kostenfrei für den Test zur Verfügung gestellt

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