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Muss das denn wirklich sein? Kaum hat man sich auf einen würdevollen Lebensabend auf dem Sofa eingerichtet, wird man plötzlich umgeschult. Und zwar gleich doppelt. Ich bin jetzt nämlich offizieller Feelgood-Manager im Büro von Herrchen. Frauchen arbeitet da neuerdings auch („Dann sehe ich ihn wenigstens öfter“, hat sie gesagt… ) Mein Aufgabenbereich ist klar umrissen: gut aussehen, anwesend sein, gelegentlich bedeutungsvoll seufzen und zuverlässig für allgemeine Heiterkeit sorgen. Funktioniert tadellos... wenn da nicht das ABER wäre! von Blog-Dackel Emil
Die Belegschaft ist von meiner Anwesenheit schwer begeistert, Leckerlis fließen in angenehmer Regelmäßigkeit, und selbst kleinere Verfehlungen meinerseits werden großzügig übersehen. Kurz gesagt: Ich bin ein Naturtalent. Doch jetzt kommt das große ABER. Offenbar hält man mich nicht nur für einen Feelgood-Manager, sondern auch für ausbildungsbefähigt. Man hat mir nämlich einen Azubi zugeteilt. Franz – ebenfalls Zwergdackel. Allerdings noch im Rohzustand – ein paar Monate alt und mit der Energie eines aufgezogenen Spielzeugs auf Dauerbetrieb. Während ich also versuche, meine Rolle mit der nötigen Würde auszufüllen, betrachtet Franz das Büro als Abenteuerspielplatz.
Er hüpft um mich herum, fordert mich zum Fangen auf und ignoriert konsequent jede Form von Gelassenheit. Ich gebe zu: Manchmal lasse ich mich hinreißen. Dann jagen wir gemeinsam durch die durchaus repräsentativen Flure – was nicht nur uns, sondern auch die Mitarbeiterinnen erfreut. Die sagen dann Dinge wie: „Euch zuzuschauen ist wie Therapie.“ Bitte, gern geschehen. Wir nehmen unseren Job schließlich ernst. Franz hat noch einiges zu lernen – vor allem die Kunst des gepflegten Nichtstuns. Aber ich arbeite daran. Schließlich bin ich jetzt Führungskraft.
Weitere Abenteuer aus dem Büroalltag folgen.
Euer Emil
Foto: Josefine T. /Steffi Behrmann
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