Jahresabschluss: Ein paar Gedanken zu Instagram & Perfektionismus
Dani

Ihr Lieben, wie geht es Euch? Seid Ihr voller Vorfreude auf die kommenden Weihnachtstage – oder steht Ihr eher kurz vor dem Nervenzusammenbruch, weil Ihr Euren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werdet? So sehr wir Social Media und insbesondere Instagram für seine inspirierenden Inhalte lieben, so sehr stört uns gerade in dieser Zeit auch der dort zelebrierte, absurde Perfektionismus. Im Grunde wissen wir es alle – trotzdem tut es in der Vorweihnachtszeit gut, es sich immer mal wieder laut vorzusprechen: „Instagram hat mit der Realität wenig zu tun!“ Gedanken zum Jahresende

Mehrstöckige Kuchen & bodenlange Seidenkleider

Auf Instagram sind sie derzeit omnipräsent: Die sogenannten „Tradwives“ (traditionelle Ehefrauen) und Bilderbuch-Mamas, die – mit einem gutgelaunten Baby in der Trage und zahlreichen gutgelaunten, in Wollwalk gekleideten Kindern um sich herum – mehrstöckige Kuchen in Form ihres Hauses oder opulente Lebkuchenschlösser für den Liebsten zaubern. Scrollt man weiter, stößt man schnell auf das Pendant: elegante Schönheiten mit hochprofessionellen Accounts, die perfekt geschminkt und frisiert in bodenlangen cremeweißen Seidenkleidern Plätzchen backen. Klar – auf Instagram gibt es nichts, was es nicht gibt. Doch gerade in der Weihnachtszeit wird das Zurschaustellen von Perfektion besonders exzessiv betrieben. Vielleicht, weil unser Wunsch nach Perfektion in diesen Tagen besonders stark ist? Mit der Realität hat das alles natürlich wenig zu tun. Und dennoch führen diese Bilder und Videos dazu, dass wir uns mit unseren ollen Vanillekipferln, teigbekleckerten Wollpullis und gekauften Adventskalendern ungenügend fühlen.

Es lohnt ein zweiter Blick

Wir sind frustriert und enttäuscht von unserer eigenen Realität – und vergessen dabei gerne zweierlei:

1. Die Bilderbuch-Mamis verdienen mit ihrem angeblich einfachen, bodenständigen Leben sehr viel Geld. Es ist letztlich ihr Job, Illusionen zu erschaffen. Diese sollten niemals als Maßstab für das eigene Leben dienen. Alles, was so leicht und zauberhaft aussieht, ist in Wahrheit harte Arbeit und in vielen Fällen nur Mittel zum Zweck. Moralisch sind solche Inhalte häufig fragwürdig, weil gerade jungen Müttern ein überaus kostspieliger Lifestyle vorgegaukelt wird.

2. Worum es an Weihnachten eigentlich geht: Liebe, Glaube, Freundschaft, Familie. Zeit füreinander – und Zeit für uns selbst. Kleine Aufmerksamkeiten, die zeigen, dass der andere uns am Herzen liegt. Über unperfekte Lebkuchen freut sich die alleinstehende Nachbarin ganz sicher genauso, wie über die Patisserie-Pralinen, die am Ende doch nur gebacken wurden, um sie bei Instagram zu zeigen. Nicht umsonst heißt es: Wahre Schönheit liegt in der Einfachheit und kommt aus dem Herzen. Wir Lady-Bloggerinnen haben dieses Jahr bewusst alles einen Gang heruntergeschraubt:

„Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal keine Lebkuchen für unseren Baum gebacken, zuerst damit gehadert und dann entschieden, lieber mehr Qualitytime mit meiner Familie zu verbringen, anstatt mich in aufwändigen Lebkuchen zu verbeißen. Unsere Tochter soll sich später nicht an schöne Lebkuchen und eine abgehetzte Mama erinnern, sondern an eine gemütliche Weihnachtszeit mit Bücherlesen, Bastelnachmittagen und Kuschelzeit, Baumglitzern und Kakaoduft. Deshalb gibt es dieses Jahr bei uns nur eine Sorte Plätzchen, die wir auch erst am vierten Advent backen – dafür aber alle zusammen – und das wird der größte Spaß und vielleicht auch eine wunderschöne Erinnerung!“ Virginia

Liebe Lady-Blog-Leserinnen und -Leser, wir danken Euch von Herzen für Eure Treue in diesen verrückten Zeiten und freuen uns schon sehr auf 2026 mit Euch – und mit vielen langlebigen, zeitlosen Dingen, die von kleinen-feinen Firmen mit viel Liebe hergestellt werden, mit Traditionen und mit Werten. Stets getreu dem Motto: Weniger ist mehr!

Eure Dani, Virginia, Sybille & Sabine

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2 Kommentare
  • Michaela Schoch sagt:

    Liebe Dani, Virginia, Sybille & Sabine,
    ich stimme Euch so sehr zu. Ich bin es schon lange Leid wie die Welt auf Instagram verfälscht wird und verführen möchte. Wir sollten uns wieder alle mehr mit den einfachen und wichtigen Dingen befassen. Ich finde es gut, dass Ihr das hier ansprecht weil auch bei Euch manchmal doch eher die hochwertige, kostspielige Welt im Vordergrund steht. Jedoch denke ich, dass Eure Leser eher auch die Menschen sind die Qualität der Quantität vorziehen.
    Es ist immer wieder angenehm, inspirierend und informativ Euren Blog zu lesen und Eure jeweiligen Accounts zu besuchen. Ich freue mich auf auf das nächste Jahr mit Euch. Genießt die Zeit mit Familie und lieben Menschen, füllt sie mit schönen Momenten und Erinnerungen. Kommt gut und gesund ins neue Jahr.
    Herzliche Grüße Michaela

  • Anna sagt:

    Danke für die ehrlichen Worte, Ihr sprecht mir aus dem Herzen! Ich mache seit vielen Jahren kurz vor Weihnachten, in der Fastenzeit und wenn ich sonst das Gefühl habe, es zu brauchen, eine Instagram-Pause. Ich kann das sehr empfehlen, es wirkt wie Detox für‘s Gehirn! Oft geht die Pause dann auch länger als geplant. Umso mehr freue ich mich, dass es noch „richtige“ Blogs wie Euch gibt. Habt eine schöne Zeit! Anna

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