Heilpflanzen-Porträt: Die Hagebutte & ihre Anwendung
Virginia

{enthält Werbung für Notino*} Wenn der Spätsommer langsam in den Herbst übergeht, beginnt für mich die schönste Jahreszeit! An den Wegrändern wogt die Wilde Möhre, die tiefstehende Sonne legt einen goldenen Schleier über die Welt und die Sträucher leuchten rot von der Hagebutte. In der Küche und Naturheilkunde wird die Frucht der wilden Rose seit Jahrhunderten geschätzt – und längst hat auch die moderne Hautpflege, wie z.B. THE ORDINARY, ihre besonderen Eigenschaften für sich entdeckt. Zeit, sich die Powerpflanze einmal genauer anzuschauen! von Virginia

Hagebutte: Entsteht aus der Wildrose…

Ein Männlein steht im Walde“ singen, Hagebutten mit meiner Mama sammeln, im Winter eine dampfende Tasse Hagebuttentee trinken – all das weckt bei mir liebste Kindheitserinnerungen. Und tatsächlich ist es gar nicht verwunderlich, dass für viele von uns die Hagebutte schon immer irgendwie präsent war. Doch fangen wir von vorne an: Genau genommen ist die beerenförmige Hagebutte gar keine Beere. Botanisch handelt es sich um eine sogenannte Sammelnussfrucht. Sie entsteht aus verschiedenen heimischen Wildrosen, wie der Hundsrose (Rosa canina), deren zartrosa Blüten im Frühsommer Hecken und Waldränder schmücken. Nach der Blüte entwickelt sich der fleischige Fruchtboden. Im Inneren der Hagebutte sitzen die eigentlichen Früchte: kleine Nüsschen, die von feinen Härchen umgeben sind. Die kennt Ihr sicher ebenfalls noch aus Kindertagen, denn sie liefern das berüchtigte „Juckpulver“.

Die Hagebutte verzaubert uns im Frühsommer mit ihren zarten Blüten und ihrem betörenden Duft

… und wird zur Power-Frucht!

Schon unsere Großeltern wussten Hagebutten zu schätzen. Denn während frisches Obst im Winter – insbesondere zu Kriegszeiten – Mangelware war, lieferten die kleinen Früchte wertvolle Vitamine und halfen dabei, gesund durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Besonders bekannt ist die Hagebutte für ihren außergewöhnlich hohen Vitamin-C-Gehalt. Je nach Wildrosenart enthält sie sogar deutlich mehr Vitamin C als viele Zitrusfrüchte. Hinzu kommen Carotinoide, Flavonoide, Gerbstoffe, Pektine sowie verschiedene Fruchtsäuren und Mineralstoffe. Die enthaltenen Galaktolipiden werden momentan aufgrund ihrer möglichen entzündungshemmenden Eigenschaften unter anderem im Zusammenhang mit Gelenkbeschwerden erforscht. Dieses Zusammenspiel macht die Hagebutte seit Jahrhunderten zu einer geschätzten Heilpflanze. Traditionell wird sie vor allem eingesetzt, um das Immunsystem während der kalten Jahreszeit zu unterstützen – beispielsweise in Form eines vitaminreichen Hagebutten-Oxymels. Auch Hagebuttentee zählt bis heute zu den klassischen Hausmitteln bei Erkältungen und ist gerade für Kinder angenehm mild.

Momentan sind die Hagebutten noch grün, zwischen September und November reifen sie jedoch heran und färben sich leuchtend rot – genau dann beginnt für viele Sammler die schönste Zeit des Jahres

Hagebutten in der Naturkosmetik

Während Arganöl weiterhin mein liebstes Allround-Öl für Haare, Hände und trockene Hautstellen bleibt, habe ich in den vergangenen Monaten eine neue Entdeckung gemacht: hochwertiges Hagebuttenkernöl! Dieses wird kalt gepresst, wodurch viele der wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Bemerkenswert ist sein hoher Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Vor allem Linolsäure und Alpha-Linolensäure unterstützen die natürliche Hautbarriere und helfen dabei, Feuchtigkeit besser in der Haut zu speichern. Hinzu kommen natürliche Carotinoide, Vitamin E und weitere antioxidative Pflanzenstoffe, welche die Haut vor oxidativem Stress schützen können. Gerade trockene, sonnengestresste oder reifere Haut profitiert von dieser Kombination. Was mich auch begeistert: Hagebuttenkernöl gehört zu den sogenannten trockenen Ölen. Es zieht unglaublich schnell ein, hinterlässt keinen fettigen Film und fühlt sich wunderbar leicht an. Deshalb ist es inzwischen mein Favorit für die morgendliche Gesichtspflege:

Ich mische ein paar Tropfen in meine Hyaluroncreme und habe anschließend das Gefühl, dass meine Haut perfekt genährt ist. Ganz nebenbei schenkt das Öl der Haut einen wunderbar frischen, rosigen Glow. Aber aufpassen: unbedingt vor dem Ankleiden auftragen und erst einziehen lassen; sonst habt Ihr den Glow auf Eurer Kleidung!

Das Öl aus den Samen der Hagebutte erlebt seit einigen Jahren einen regelrechten Höhenflug

Meine Entdeckung: Die Gesichtsöle von The Ordinary

Auf der Suche nach einem hochwertigen Hagebuttenöl habe ich bei Notino gestöbert und bin auf The Ordinary gestoßen. Das kanadische Label wurde 2016 gegründet und hat die Hautpflegewelt innerhalb kürzester Zeit verändert. Statt auf luxuriöse Verpackungen oder große Werbeversprechen setzt die Marke auf hochwertige Inhaltsstoffe, transparente Rezepturen und faire Preise. Viele Produkte bestehen nur aus wenigen Inhaltsstoffen oder konzentrieren sich ganz bewusst auf einen einzelnen Wirkstoff. So fällt es leichter, die Pflegeroutine individuell zusammenzustellen und genau auf die Bedürfnisse der Haut abzustimmen. Neben beliebten Seren mit Hyaluronsäure, Niacinamid oder Vitamin C gehören auch kaltgepresste Pflanzenöle zum Sortiment. Das Organic Cold-Pressed Rose Hip Seed Oil besteht ausschließlich aus kaltgepresstem Bio-Hagebuttenkernöl und kommt vollständig ohne Duftstoffe oder andere Zusätze aus. Zusätzlich habe ich das Organic Cold-Pressed Moroccan Argan Oil ausprobiert und verwende es gerne für die Haarspitzen, trockene Ellenbogen oder als Extrapflege an Tagen, an denen meine Haut mehr Aufmerksamkeit braucht.

Auch optisch bleibt The Ordinary seiner Philosophie treu: schlichte Glasflaschen, minimalistische Etiketten und klare Produktnamen statt aufwendiger Inszenierung

Beide Öle haben eine ausgezeichnete Qualität und nähren meine Haut von Grund auf

Hagebutten in der Küche

Mindestens genauso vielseitig wie ihre heilkräftige Wirkung sind die kulinarischen Möglichkeiten: Aus Hagebutten entstehen aromatische Marmeladen, Fruchtaufstriche, Sirup, Chutneys, Gelees oder Liköre. Besonders beliebt ist auch Hagebuttenmark bzw. Hagebuttenketchup, der in vielen Regionen traditionell zu Pfannkuchen oder Grießbrei serviert wird. Heute erlebt außerdem Hagebuttenpulver ein kleines Comeback und findet einen Weg in Müsli, Porridge oder Smoothies. Wenn Ihr selbst sammeln möchtet, solltet Ihr die Früchte gründlich entkernen, denn – wir erinnern uns – die feinen Härchen im Inneren reizen Haut und Schleimhäute. Mit etwas Geduld wird man dafür jedoch mit einem herrlich fruchtigen Aroma belohnt, das irgendwo zwischen Apfel, Pflaume und einer feinen Säure liegt. Und noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Nach dem ersten Frost verlieren Hagebutten einen Teil ihrer Säure, werden angenehm weich und schmecken deutlich süßer. Dann lassen sie sich auch wesentlich leichter verarbeiten.

Was gibt es Schöneres, als an einem sonnigen Herbstnachmittag mit einem kleinen Korb durch die Natur zu streifen und ihre Schätze zu sammeln? Ich liebe diese Auszeiten und kann es kaum erwarten, in diesem Jahr gemeinsam mit unserer Zaubermaus loszuziehen. Ich wünsche mir sehr, ihr all das über Wildpflanzen mitzugeben, was ich selbst schon lernen durfte – ein so wertvolles Geschenk, das von Generation zu Generation weitergegeben werden sollte.

*Der Artikel ist in Zusammenarbeit mit Notino entstanden

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1 Kommentar
  • Dani sagt:

    Liebe Virgina,

    vielen Dank für diesen tollen, informativen Artikel, der große Lust auf den Spätsommer und Herbst macht. Wie Du liebe ich meine Streifzüge in dieser Jahreszeit und bringe Äpfel, Nüsse, Hagebutten und andere leckere Schätze mit nach Hause. Übrigens witzig: Ich war mein Leben lang felsenfest davon überzeugt, dass das „Männlein im Walde“ sich auf den Fliegenpilz bezieht, aber ich habe gerade nachgeschaut – du hast recht!

    Hagebuttenmark, oder „Hiffenmark“, liebe ich übrigens in Krapfen. In Franken gibt es die in der Faschingszeit überall und sie sind beliebter als mit Erdbeermarmelade und Co. gefüllte Varianten.

    Herzlichst, Dani

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