- Die besten (kleinen-feinen) Modeausstellungen 2026 - 9. Juni 2026
- Blog-Dackel Emil bellt: Wo ist ein Friseur, wenn man ihn braucht? - 20. Mai 2026
- Sybilles Bücherschau: Neue Bücher über Mode (-Ikonen) - 2. Mai 2026
Während große internationale Fashion-Ausstellungen regelmäßig Schlagzeilen machen, lohnt sich auch ein Blick auf die kleineren, aber nicht minder spannenden Modemuseen in Deutschland. Gerade die aktuellen Sonderausstellungen 2026 zeigen, wie facettenreich Modegeschichte erzählt werden kann: von der glamourösen Abendmode des Designerduos Talbot Runhof über die Arbeiten bedeutender deutscher Modefotografinnen bis hin zur Kleidung im antiken Rom. Doch natürlich darf auch das internationale Highlight „Queen Elizabeth II: Her Life in Style“ nicht fehlen. von Sybille & Dani
1. Heidelberg: Ikonen der Mode
Die Deutsche Regina Relang gilt als eine der bedeutendsten Modefotografinnen der Nachkriegszeit. In den 1950er- und 1960er-Jahren dokumentierte sie die Haute Couture in Paris und fotografierte Kollektionen großer Designer wie Christian Dior, Pierre Cardin und Yves Saint Laurent. Die Ausstellung „Ikonen der Mode“ im Kurpfälzischen Museum in Heidelberg präsentiert in Kooperation mit dem Münchner Stadtmuseum rund 80 ihrer herausragenden Fotografien. Die Aufnahmen spannen einen Bogen von den 1930er- bis in die späten 1970er-Jahre und zeigen elegante Modeinszenierungen, die sich an der internationalen Bildsprache ihrer Zeit orientierten. Relang arbeitete für führende Magazine und verband in ihren Fotografien stets Haute Couture und den Glamour der Pariser Modeszene mit Zeitgeschichte. Ergänzt wird die Ausstellung durch ausgewählte Accessoires und Kleidungsstücke aus der Textilsammlung Max Berk sowie durch Modellbüsten und Hüte aus der Sammlung Knapp in Mannheim.
Infos zur Ausstellung „Ikonen der Mode“
Museum: Kurpfälzischen Museum Heidelberg
Ort: Hauptstraße 97, 69117 Heidelberg
Laufzeit: bis 19. Juli 2026
Tipp: Für alle, die sich für Modefotografie, Haute Couture und den Stil der 1950er- bis 1970er-Jahre begeistern
2. Augsburg: „Celebrating Fashion – Talbot Runhof in Paris“
Seit über zwei Jahrzehnten entwerfen Johnny Talbot und Adrian Runhof anspruchsvolle Abendmode mit hohem Wiedererkennungswert. Ihre Spezialität: exklusive Stoffe mit floralen oder grafischen Mustern, raffinierte Drapierungen und präzise Schnittführung. Was in den 1990er-Jahren unter dem Namen „all about eve“ in München begann, führte das Designerduo schnell auf internationale Laufstege: Zwischen 2006 und 2019 gehörten Talbot Runhof zu den wenigen deutschen Modeschöpfern, die ihre Kollektionen auf der Pariser Fashion Week präsentieren durften. Inspiration finden die Designer nach eigenen Aussagen in Musik, Film, Kunst, gesellschaftlichen Entwicklungen und inspirierenden Persönlichkeiten. Anfang 2026 übernahm das Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) die Couture-Modelle, die in Paris präsentiert wurden. Mehr als 100 dieser Kleider sind nun erstmals in der Ausstellung „Celebrating Fashion“ in einer musealen Retrospektive zu sehen. Die Modeausstellung in Augsburg beleuchtet die kreativen Quellen des Designerduos, ihre unverwechselbare Designsprache und ihre besondere Rolle in der internationalen Modewelt.
Infos zur Ausstellung „Celebrating Fashion – Talbot Runhof in Paris“
Museum: Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim)
Ort: Provinostraße 46, 86153 Augsburg
Laufzeit: bis 25. Oktober 2026
Tipp: Begleitet wird die Ausstellung von Führungen mit den Designern, Vorträgen und Fashion-Talks
Fotos: Bernhard Rampf
3. Hannover: Die Kunst mit Spitze Korallen zu retten
Mit der Sonderausstellung „Jérémy Gobé: Lace is more – die Kunst mit Spitze Korallen zu retten“ zeigt das Museum für textile Kunst Hannover erstmals in Deutschland Arbeiten von Jérémy Gobé. Der in Paris lebende Künstler ist bekannt dafür, traditionelle Handwerkstechniken in einen zeitgenössischen Kontext zu setzen. Besonders fasziniert ihn die Ähnlichkeit zwischen filigraner Klöppelspitze und den skulpturalen Formen von Korallenriffen. Sie brachte ihn auf die Idee für ein ungewöhnliches Experiment: Korallenlarven siedelten sich tatsächlich auf Spitze mit korallenähnlicher Struktur an. Mit dem daraus entstandenen Projekt „Corail Artefact“ will Jérémy Gobé einen Beitrag zur Rettung der Korallenriffe leisten. Die Ausstellung verbindet Textilkunst, Design und Meeresbiologie auf faszinierende Weise. Gezeigt werden unter anderem Arbeiten aus biologisch abbaubaren Materialien und ökologischem Beton, die speziell für nachhaltige Korallenprojekte entwickelt wurden. Damit eröffnet die Ausstellung in Hannover einen überraschenden Blick darauf, wie eng Kunst, Handwerk und ökologische Innovation miteinander verbunden sein können.
Infos zur Ausstellung „Jérémy Gobé: Lace is more“
Museum: Museum für textile Kunst Hannover
Ort: Borchersstraße 23, 30559 Hannover-Kirchrode-Bemerode-Wülferode
Laufzeit: bis zum 28. Februar 2027
Tipp: Spannend für alle, die sich für nachhaltiges Design, Kunsthandwerk und ökologische Innovationen interessieren
Fotos: Museum für textile Kunst
4. Hamm: Dressed – Rom Macht Mode
Schon im antiken Rom machten sich die Menschen Gedanken über Mode. Denn Kleidung war nicht nur Schutz und Schmuck, sondern zeigte, welchen Status man hatte und zu welcher gesellschaftlichen Gruppe man gehörte. In der Ausstellung „Dressed – Rom Macht Mode“ im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm wird die Welt der römischen Kleidung und ihrer Bedeutung gezeigt. Wichtige Kleidungsstücke waren Tunika, Toga, Pallium oder Stola. Farben, Stoffe und Trageweisen folgten klaren Regeln – Dresscodes bestimmten das öffentliche Leben. Die Ausstellung ist wie ein Rundgang durch ein modernes Kaufhaus inszeniert. Und die Themen der Antike erweisen sich als überraschend aktuell: Wie wird Wohlstand sichtbar? Welche Kleidung steht für Alltag oder Repräsentation? Und welche Rolle spielen Konsum und Inszenierung? Dabei werden historische Inhalte mit interaktiven Formaten wie Medienstationen, performativen Elementen und kreativen Mitmachangeboten verbunden. Ob antiker Fashion-Stylist im Videoformat, Rededuell als Battlerap oder „Selfie mit Römern“ – die Ausstellung macht Geschichte auf ungewöhnliche Weise lebendig.
Infos zur Ausstellung „Dressed – Rom Macht Mode“
Museum: Gustav Lübcke Museum
Ort: Neue Bahnhofstraße 9, 59065 Hamm
Laufzeit: bis zum 19. Juli 2026
Tipp: Für alle, die sich für Modegeschichte, Alltagskultur und die Parallelen zwischen Antike und Gegenwart interessieren
Foto: Roland Baege
5. Bocholt (bei Münster): Behind Beauty
Mit der Ausstellung „Behind Beauty“ wirft das LWL-Museum Textilwerk in Bocholt einen kritischen Blick auf Schönheitsideale und die milliardenschwere Beauty-Industrie. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wie unser Bild von Schönheit entsteht und welchen Einfluss Werbung, Medien und soziale Plattformen wie Instagram oder TikTok darauf haben. Gerade junge Menschen geraten heute durch vermeintlich perfekte Körperbilder und digitale Filter zunehmend unter Druck. Die Ausstellung zeigt anhand von Mode, Kosmetik, Fitness, Ernährung und Schönheitschirurgie, wie sich Schönheitsideale im Laufe der Zeit verändert haben und welche Mechanismen dahinterstehen. Besonders spannend: Die interaktive Schau in der historischen Spinnerei lädt Euch immer wieder dazu ein, die eigene Wahrnehmung von Schönheit zu hinterfragen. Zu sehen sind rund 500 Exponate – von Kleidern und formender Wäsche über Lippenstifte und Fitnessgeräte bis hin zu Brustimplantaten. Highlights sind u.a. Kleid und Krone der ersten und einzigen deutschen Miss Universe Marlene Schmidt (1961) sowie ein Yves Saint Laurent-Kostüm von Marlene Dietrich aus den 1970ern.
Infos zur Ausstellung „Behind Beauty“
Museum: LWL-Museum Textilwerk Bocholt
Ort: Uhlandstraße 50, 46397 Bocholt
Laufzeit: bis zum 1. November 2026
Tipp: Viele Mitmachstationen, Spiegel, ein Laufsteg und eine Selfie-Station laden dazu ein, Euch mit der eigenen Einstellung zum Thema Schönheit auseinanderzusetzen
Fotos: Textilwerk Bocholt
6. London: Queen Elizabeth II: Her Life in Style
Als am längsten regierende Monarchin Großbritanniens prägte Queen Elizabeth II. nicht nur die Geschichte des Landes, sondern über Jahrzehnte hinweg auch eine ganz eigene Bildsprache. Die Ausstellung „Queen Elizabeth II: Her Life in Style“ in London widmet sich erstmals umfassend dem Modestil der Queen – von ihren Jahren als junge Prinzessin bis zu ihren ikonischen Looks als Monarchin. Gezeigt werden zahlreiche Kleidungsstücke, Hüte, Schuhe, Schmuckstücke und Accessoires, die eng mit wichtigen Momenten der britischen Geschichte verbunden sind. Dabei wird deutlich, wie bewusst Queen Elizabeth II. Mode als Teil ihrer öffentlichen Rolle einsetzte: leuchtende Farben für maximale Sichtbarkeit, symbolträchtige Details bei Staatsbesuchen und eine Garderobe, die Wiedererkennbarkeit mit britischer Tradition verband. Die Ausstellung beleuchtet die Entwicklung ihres persönlichen Stils und die enge Zusammenarbeit mit berühmten britischen Couturiers und Designern. Es entsteht ein faszinierender Blick auf fast ein Jahrhundert Mode-, Kultur- und Zeitgeschichte. Für uns Lady-Bloggerinnen und Queen-Elizabeth-Fans ein Muss!
Infos zur Ausstellung „Queen Elizabeth II: Her Life in Style!
Museum: The King’s Gallery
Ort: Buckingham Palace, London SW1A 1AA
Laufzeit: bis 18. April 2027
Tipp: Für Royal-Fans dürfte die Ausstellung zu den großen Highlights des Modejahres 2026 gehören!









