Meran: Meine Lieblingsorte in der Südtiroler Kurstadt
Dani

Palmen vor schneebedeckten Bergen, blühende Promenaden und Aperitivo in der Abendsonne: Meran hat uns vom ersten Moment an verzaubert. Im Rahmen unserer Südtirol-Reise haben wir die elegante Kurstadt über Ostern besucht – und uns gefühlt, als wären wir schon mitten im Sommer gelandet. Während zuhause noch Frühlingsjacken angesagt waren, schlenderten wir bereits in Sommerkleidung entlang der Passer. Das sind meine sechs Highlights in Meran!

1. Schloss Trauttmannsdorff: Durch botanische Gärten flanieren

Palmen, Kakteen, Zitronenbäume – und dahinter schneebedeckte Berggipfel: Was für ein Anblick! Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff standen schon lange auf meiner Must-Visit-Liste und ich wurde nicht enttäuscht. Ich glaube vor allem im Frühling ist die Anlage ein absoluter Traum, wenn überall Tausende Tulpen und Narzissen blühen. Auf dem rund zwölf Hektar großen, terrassenförmig angelegten Areal spaziert Ihr durch unterschiedlichen Themengärten – vom den Sonnengärten, über den Japanischen Garten bis zum Garten der Verliebten oder den Waldgärten und genießt dabei immer wieder wunderschöne Aussichten über Meran. Die Gärten wurden bereits mehrfach international ausgezeichnet und zählen heute offiziell zu den schönsten Gartenanlagen Europas. Im märchenhaften Schloss Trauttmansdorff verbrachte Sisi ab 1871 mehrere Kuraufenthalte und machte Meran im 19. Jahrhundert als Kurstadt berühmt (Siehe Punkt 4). Heute befindet sich hier das Touriseum, Südtirols Landesmuseum für Tourismusgeschichte, das sehr modern und liebevoll gestaltet ist. Daneben könnt Ihr auch historische Schlossräume und die Sisi-Zimmer besichtigen.

Mit einem Ticket für die Gärten könnt Ihr auch das Touriseum und die historischen Schlossräume besuchen

Gärten von Schloss Trauttmansdorff
St. Valentin-Straße, 55
39012 Meran

2. Promenade der Poesie: Auf Literatur-Bänken ruhen

Einer meiner liebsten Orte in Meran ist die „Promenade der Poesie“ entlang der Gilfpromenade. Los geht’s am Steinernen Steg. Die Steinbrücke wurde bereits im 17. Jahrhundert erbaut, um das Stadtviertel Obermais (siehe Tipp 3) mit dem Zentrum zu verbinden. Von hier zieht sich die Gilfpromenade entlang des Wildbachs Passer durch die enge Gilfschlucht. Dank der windgeschützten Lage herrscht hier ein ganz besonderes Mikroklima, in dem auch Palmen, Zypressen und andere exotische Pflanzen hervorragend gedeihen. Gleichzeitig spenden die vielen Bäume an heißen Tagen angenehm Schatten. Besonders schön fand ich die vielen Sitzbänke entlang der „Promenade der Poesie“: Der Künstler Marco Nereo Rotelli verewigte hier Zitate bekannter deutsch- und italienischsprachiger Autoren wie Rainer Maria Rilke, Christian Morgenstern oder Giuseppe Conte, z.B.: „Träume bloß noch, hinterlassen von vergangnen Felsenmassen. So wie Glocken, die verklungen, noch die Luft als Zittern fassen. Christian Morgenstern„.

Gilfpromenade
Steinerer Steg
39012 Meran

3. Hotel Adria: Wohnen wie zur Zeit der großen Kurreisen

Perfekt zur nostalgischen Atmosphäre Merans passt das denkmalgeschützte Hotel Adria im Villenviertel Obermais: Das 1885 eröffnete Belle-Époque-Hotel war eines der ersten Grand Hotels im Alpenraum und zählt heute zu den Historic South Tyrol Hotels. Besonders hervorzuheben sind die historische Architektur, die wunderschöne Aussicht über Meran und der originale Fahrstuhl aus der Zeit um die Jahrhundertwende. An vielen Stellen spürt man hier noch den Geist der großen Kurreisen vergangener Zeiten – gleichzeitig merkt man dem Haus aber auch an, dass es bewusst einen sehr traditionellen Stil bewahrt. Wer moderne Boutiquehotels oder luxuriöses Contemporary Design erwartet, ist hier eher fehl am Platz. Wer hingegen eine entspannte, ruhige Umgebung und einen Ort mit Geschichte und  nostalgischen Charme sucht, an dem die Menschen überaus freundlich und zuvorkommend sind, dürfte sich hier sehr wohlfühlen.

Hotel Adria Meran
Hermann – Gilm-Weg 2
39012 Meran

4. Auf den Spuren von Sisi wandeln

Kaiserin Elisabeth von Österreich machte Meran im 19. Jahrhundert als Kurort berühmt. Angefangen hatte alles im Winter 1871: Angezogen vom milden Klima verbrachte Sisi gemeinsam mit ihren Töchtern Gisela und Marie Valerie mehrere Monate auf Schloss Trauttmansdorff (siehe Punkt 1). Während die Kaiserin das oberste Stockwerk bezog, wurde der restliche Hofstaat in den umliegenden Ansitzen und Schlössern untergebracht. Im September 1889 kehrte sie ein zweites Mal nach Meran zurück – nur wenige Monate nach dem tragischen Tod ihres Sohnes Kronprinz Rudolf in Mayerling. Die Kaiserin lebte während dieses Aufenthalts sehr zurückgezogen und verließ das Schloss nur selten. Die historischen Sisi-Zimmer könnt Ihr dort noch heute besichtigen. Besonders schön ist der Spaziergang entlang des Sisi-Wegs, der das Stadtzentrum mit den Gärten von Schloss Trauttmansdorff verbindet. Unterwegs kommt Ihr auch am Elisabethpark vorbei, wo sich direkt an der Passer ein Sisi-Denkmal befindet – gerade im Frühling sehr stimmungsvoll.

Sissiweg
Passeggiata Estate 24
39012 Merano

5. Tappeinerweg: Meran von oben bestaunen

Los geht der Spaziergang an der Wandelhalle, einer historischen Flanierhalle, die einst als überdachter Spaziergang für Kurgäste diente. Heute könnt Ihr hier Gemälde Südtiroler Künstler bestaunen, auf einer der Bänke verweilen oder einfach die besondere Belle-Époque-Atmosphäre genießen. Regelmäßig finden außerdem Konzerte, Kulturveranstaltungen und kleine Märkte statt. Über einige Treppen erreicht Ihr schon nach wenigen Minuten den eigentlichen Tappeinerweg. Von nun an verläuft der Pfad nahezu eben oberhalb der Stadt und bietet immer wieder fantastische Ausblicke auf die Dächer Merans, die umliegenden Weinberge und die schneebedeckten Gipfel der Texelgruppe. Dank des milden Klimas säumen zahlreiche mediterrane Pflanzen Euren Weg.

Angelegt wurde der Tappeinerweg vom Kurarzt und Botaniker Franz Tappeiner. Er ließ gezielt Palmen, Kakteen und Zypressen ansiedeln. Denn: Viele seiner Patienten kamen wegen Lungenkrankheiten oder allgemeiner „Schwäche“ nach Meran und seiner Ansicht nach konnten Bewegung und das milde Klima zur Heilung beitragen. Eine erstaunlich moderne Idee! Ein weiteres Highlight ist der mittelalterliche Pulverturm. Wo früher Pulver gelagert wurde, könnt Ihr heute den Blick auf das Wahrzeichen der Altstadt – die Pfarrkirche St. Nikolaus -, die Passer und die umliegenden Berge schweifen lassen. Wer den Spaziergang verlängern möchte, folgt dem Weg weiter in Richtung Dorf Tirol.

Wandelhalle
Passeggiata Inverno 13
39012 Merano

6. Unter den Lauben shoppen und genießen

Zu meinen schönsten Meran-Momenten gehört definitiv ein Glas Spritz unter den historischen Lauben. Als eine der ältesten Einkaufsstraßen Tirols prägt die Laubengasse mit ihren verwinkelten Durchgängen und mittelalterlichen Fassaden bis heute das Stadtbild. Auf rund 400 Metern könnt Ihr flanieren, in einem der Cafés verweilen oder natürlich einkaufen. Geboten wird ein Mix aus italienischen Modeboutiquen, Feinkostläden, kleinen Concept Stores und traditionellen Geschäften mit alpiner Naturkosmetik oder Kunsthandwerk. Am schönsten wird es am späten Nachmittag, wenn sich die Cafés und Restaurants langsam füllen und überall Aperitivo serviert wird. Auch ein Abstecher ins hübsche Steinachviertel lohnt sich. Das älteste Viertel der Stadt entstand bereits im 12. Jahrhundert und begeistert mit kleinen Gassen, alten Häusern und einer besonders ruhigen Atmosphäre.

Laubengasse
39012 Merano

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