Ein paar Gedanken zu Care-Arbeit, Alter & Haushaltshilfen
Virginia

Eine Haushaltshilfe klingt erst einmal nach einer ziemlich angenehmen Sache: Jemand anderes kümmert sich um das ungeputzte Bad, die chaotische Küche und den gefürchteten „Mount Wäscherest“, während man selbst Zeit für die schönen Dinge gewinnt. Aber was, wenn es gar nicht um mehr Freizeit geht? Was, wenn eine Haushaltshilfe dabei helfen kann, dass ein Mensch länger selbstständig in den eigenen vier Wänden leben kann? von Virginia

Plötzlich möchte meine Großmutter nur noch sitzen

Ich selbst bin nicht gerade gut darin, mir im Haushalt Hilfe zu holen. Ganz im Gegenteil: Hätte ich eine Putzfrau, würde mir das vermutlich erst einmal mehr Stress als Befreiung schenken, denn ich würde garantiert vor dem Eintreffen der Putzfee erst einmal aufräumen und zumindest grob sauber machen. Nicht ganz im Sinne des Erfinders. Nach einer Haushaltshilfe habe ich in den letzten Tagen trotzdem recherchiert und das kam so: Meine Großmutter ist 92 Jahre alt, lebt alleine in ihrer Wohnung und möchte auf keinen Fall in ein Pflegeheim. Gleichzeitig merken wir inzwischen deutlich, dass sie ihren Haushalt nicht mehr allein bewältigen kann. Während meine Oma früher mehrmals täglich mit dem Swiffer durch die Wohnung gezischt ist und ständig mit einem Lappen über irgendeine Oberfläche gewischt hat, möchte sie heute eigentlich nur noch ruhig sitzen. Ausgerechnet das Putzen wird plötzlich zur Herausforderung.

Wenn jemand seinen Haushalt nicht mehr ganz alleine bewältigt, bedeutet das nicht automatisch, dass er sein Zuhause verlassen muss – manchmal braucht es schlicht an den richtigen Stellen ein bisschen Unterstützung

Wir wollen Helpling testen

Inzwischen passiert etwas, das wahrscheinlich viele Familien kennen: Die täglichen Haushaltsaufgaben verschwinden nicht einfach – sie wandern automatisch zu den Angehörigen. Da meine Mama dieses zusätzliche Arbeit auf Dauer nicht leisten kann, werden wir vermutlich einmal den Service von Helpling ausprobieren (hier von Dani vor einigen Jahren getestet) und anschließend sehr gerne über unsere Erfahrungen mit dem Service hier berichten. Die Plattform wurde bereits 2014 von Benedikt Franke und Philip Huffmann gegründet und soll Menschen, die Unterstützung im Haushalt suchen, mit geprüften Reinigungskräften zusammenbringen – unkompliziert und flexibel buchbar. Besonders praktisch finde ich, dass man selbst entscheiden kann, ob man regelmäßig Unterstützung möchte oder einfach dann bucht, wenn zu Hause gerade besonders viel liegen geblieben ist. Selbst einmalige Buchungen sind möglich. Klingt gut!

 Eine Idee: Warum nicht einmal Entlastung zum Geburtstag, zu Weihnachten oder einfach zwischendurch verschenken? 

Gönnt Euch eine Pause! Jetzt!

Eine Haushaltshilfe bedeutet in dem Fall ein ganzes Stück Entlastung – für den Menschen, der Unterstützung braucht, genauso wie für die Angehörigen, die diese Unterstützung sonst auffangen müssten. Was ich bei diesem Thema so wichtig finde: Die Nutzung einer solchen Dienstleistung bedeutet auf keinen Fall, dass man etwas „nicht mehr schafft“! Im Gegenteil: Hilfe anzunehmen ist kein Versagen, es ist Selbstfürsorge. Wir Frauen neigen gerne mal dazu, alles selbst stemmen zu wollen – bis wir irgendwann selbst auf dem Zahnfleisch gehen. Eine Putzfrau kann Euch, die Ihr Care-Arbeit leistet, schlicht wieder mehr Zeit mit Eurer Familie und für Euch selbst verschaffen. Oder einfach das gute Gefühl verleihen, einmal nicht für alles und jeden verantwortlich zu sein. Damit Ihr selbst leistungsfähig und gesund bleibt – egal ob mit pflegenden Angehörigen, mit Kleinkind oder forderndem Job. Bitte sprecht mir nach:

Ich nehme Hilfe an! Und ja, ich fasse mir an die eigene Nase.

Habt Ihr Helpling oder eine andere Plattform für Haushaltshilfe schon mal ausprobiert? Was sind Eure Erfahrungen?

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10 Kommentare
  • Dani sagt:

    Liebe Virginia,

    ich danke Dir für den tollen Text! Die Idee ist wirklich super! Ich habe bloß zwei Bedenken:
    1. Ist es für viele ältere Menschen glaube ich wichtig, dass immer die gleiche Person in den Haushalt kommt, ist das bei Helpling gewährleistet oder kommt jedes Mal jemand anderes?
    2. Wir selbst suchen schon länger nach einer Putzhilfe und hier auf dem Lande gibt es schlichtweg niemanden (Vertrauenswürdigen). Leider ist auch Helpling nur in Städten verfügbar – das ist schade, denn so sind die alten Menschen auf dem Lande außen vor.

    Herzlichst, Dani

  • Ilona sagt:

    Liebe Virginia,
    bisher habe ich meinen Eltern immer unter die Arme gegriffen und dort regelmäßig das Haus auf Vordermann gebracht. Leider hat mich 2026 mit einer Krebserkrankung überrascht und ich ziehe gerade eine heftige Chemo durch, habe also selber im Moment kaum Kraft. Aber wir haben mit „Putzperle.de“ gute Erfahrungen gemacht. Meine Eltern bekommen nun 1 x die Woche Besuch von einer sehr lieben Dame, die absolut ordentlich ist und dazu eine Seele von Mensch. Da haben wir wirklich Glück gehabt! Und ich bin froh, dass die Eltern in der Hinsicht versorgt sind und ich mich erstmal (ohne schlechtes Gewissen) auf meine Therapie konzentrieren kann. Es ist in jedem Fall eine gute Sache, Hilfe anzunehmen!!!! Bin gespannt, von welchen Erfahrungen hier noch berichtet wird. Ich sende Dir viele liebe Grüße und wünsche Dir ein schönes Wochenende! Ilona x

  • Sandra Grenzer sagt:

    Mein Mann ist herzkrank, ich bin von Geburt an blind. Bevor mein Mann letztes Jahr seine Herz-OPs hatte, haben wir uns entschlossen, die Putzerei an eine regionale Firma mit geprüften Kräften abzugeben. Es kommt immer die selbe nette junge Dame und das läuft super. So professionell sah es hier glaub ich nie aus. Es fühlt sich schön an. Die Oberflächen. Ich lasse sie selbstständig arbeiten, sage, sie muss die „Arbeit selber sehen“ und das klappt super! Ich habe das Gefühl, ihr gefällt, wenn wir uns an ihrer Arbeit freuen und dass sie bei uns „ihr eigener Chef“ ist und selbst gestaltet, was sie macht. Da ich einen neuen Herd bekomme habe ich nur das letzte mal gesagt, sie soll bitte den Schrank mit den ehemaligen Töpfen saubermachen. Meine laufen nicht mehr auf Induktion. Das mit dem Vorausputzen bringt nichts. Hat sie selber zu mir gesagt. Und das gewöhnt man sich nach einem halben Jahr ab. Wenn ich mein Ergebnis fühle und ihres danach, kann ich mir meine Arbeit vorher schenken. Es ist nicht dreckig in dem Sinn, nur, ich habe das Gefühl, sie auch damit zu beleidigen. Sie kommt her und ich sag: „Ich hab schon vorher geputzt.“ Toll Mir würde das signalisieren „ich arbeite schon mal vor, du kannst es nicht“. Sie sieht Miniflecken, die mir entgehen. Ich kann den Finger nicht drauf setzen. Man merkt, ob da ein Profi durchgegangen ist oder nicht. Schlimm wär umgekehrt. Wir sind sehr, sehr zufrieden. Das ist es mir wirklich wert! Vor ihr waren kontinuierlich zwei andere Damen da. Jede sagte, wir seien ihre Lieblingsklienten. Das hat mit Respekt zu tun und Wertschätzung. Wir wissen, was wir an unserer Hilfe haben und zeigen auch, dass wir ihre Arbeit wertschätzen. Mit Trinkgeld, mit Lieblingssüßigkeiten, über eine mittelgroße Marienfigur hat sie sich auch zum Geburtstag sehr gefreut. Glaube und Kirche sind ihr Leben

  • Samdra Gremzer sagt:

    Ach ja, warum sind die andern dann gegangen? Eine ist zurück nach Brasilien, die andere studiert jetzt.

  • Dani sagt:

    Liebe Ilona, Ihr habt alles richtig gemacht! Gute Besserung für Dich!

    Liebe Sandra, wie schön hier mal wieder von Dir zu lesen, und es freut mich wirklich sehr, dass Du so gute Erfahrungen mit Deinen Putzhilfen gemacht hast. Ja, ich denke „Wertschätzung“ ist ein ganz großes Thema. Deine Damen haben/hatten sicherlich das Gefühl, dass sie mit ihrer Arbeit bei Euch viel bewirken und das ist doch etwas, dass jeder braucht – das Gefühl, in seinem Tun einen Sinn zu sehen, vielleicht sogar einen Mehrwert zu leisten und im besten Falle die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.

    Alles Liebe, Dani

  • Caroline sagt:

    Ich habe im Zusammenhang mit einer Knie-OP, bei der ich mehrere Monate „außer Gefecht“ gesetzt war, Erfahrungen mit Helpling gemacht, die aber sicher verallgemeinerbar sind: es steht und fällt (nicht überraschend) mit dem „Helpling“. Mit meiner Kraft war ich nicht sonderlich glücklich, da sich dieser nicht an meine Anweisungen gehalten hat. Er war tüchtig, aber mochte sich wohl nichts sagen lassen wie z.B. in Anwesenheit der Katzen die Fenster nicht komplett zu öffnen. Insgesamt waren auch fachliche Kenntnisse (Laminat nicht nass, sondern nur nebelfeucht wischen) nicht in ausreichenden Maße vorhanden. Vielleicht waren auch Kommunikationsprobleme ursächlich, da er Deutsch nicht als Muttersprache hatte. Ich hatte gehofft, meine Rekonvaleszenz auch als Einarbeitungsphase
    für eine feste Kraft nutzen zu können, aber das hat sich leider nicht ergeben. Als Fazit würde ich raten – und da sind Anbieter wie Helpling sicher gut geeignet – mehrere Kräfte auszuprobieren, bis es wirklich passt.

  • Sandra Grenzer sagt:

    Liebe Ilona und Caroline, gute Besserung und alles erdenklich Gute erst mal! Sprachprobleme kenne ich auch. Für die Fenster war mal eine andere hier, weil unsere Urlaub hatte. Jetzt hat die Dame aber zur Chefin gesagt, sie kann Deutsch. Chefin aus Chile, sie auch. Das fiel bei anderen Sehenden nicht auf, bei mir schon. :-) Ich kann englisch, das ist kein Problem. Aber selbst mein Mann tat sich schwer. Beim ersten Part war er mit da, dann nicht. Wir haben es dann so gelöst: Sie hat den Google-Übersetzer reden lassen, auf deutsch. Ich habe ChatGPT meinen deutschen Text reingeschrieben und ChatGPT reden lassen. Das lief gut, war aber etwas anstrengend. Lustig war es allemal. Grüßle Sandra

  • Sandra Grenzer sagt:

    Also, reden und vorher ChatGPT übersetzen lassen. Sorry, bin heut etwas neben der Spur. Machts Gut und viel Glück! Grüßle Sandra

  • Caroline sagt:

    Liebe Sandra, das Ganze ist nun schon drei oder vier Jahre her, aber danke für die guten Wünsche! Englisch war hier die Sprache der Wahl und meines ist eigentlich ziemlich gut. Schwierig wird es, wenn beide keine Muttersprachler sind und dann noch ein heftiger Akzent dazu kommt. Das Problem war nach meinem Empfinden eher die Einstellung. Aber vielleicht eine Ermutigung, sich auch selbst helfen zu lassen bei Krankheit oder sonstiger Verhinderung und nicht erst im Alter. Helpling funktioniert auch bei spontanem Bedarf und man unterstützt auch keine Schwarzarbeit, was mir wichtig war. Möge Dir diese Perle noch sehr lange erhalten bleiben, liebe Sandra.

  • Virginia sagt:

    Liebe Ilona, das kann ich genau so unterschreiben! Hilfe anzunehmen, kann erstmal Überwindung kosten. Aber dann ist es eigentlich ganz einfach und so eine große Erleichterung. Und eigentlich finde ich es mittlerweile sogar sehr schön, nicht immer das Gefühl zu haben auf weiter Flur alleine stehen und kämpfen zu müssen. Gemeinschaft ist manchmal Gold wert! Alles Gute für dich!

    Liebe Sandra, vielen Dank für Deine ausführlichen Schilderungen! Ich finde es spannend, wie sehr Wertschätzung und die Möglichkeit, eigenständig zu arbeiten, die Freude am eigenen Beruf beeinflussen können. Sollte das nicht in viel mehr Arbeitsbereichen eine größere Rolle spielen? Ich habe das leider über viele Jahre ganz anders erlebt und irgendwann selbst die Freude an meiner Arbeit verloren. Umso dankbarer bin ich heute für meine Selbstständigkeit und dafür, mit Menschen arbeiten zu dürfen, die die geleistete Arbeit sehen, wertschätzen und ihr mit Respekt begegnen. Das macht für mich einen riesigen Unterschied! Und wenn wir einem Menschen mit einem einfachen „Danke“ oder einer kleinen Aufmerksamkeit ein Lächeln ins Gesicht zaubern können, sollten wir das ohnehin viel öfter tun. Die Welt jeden Tag ein Stückchen besser zu machen, fängt schließlich schon im Alltag an :-)

    Liebe Caroline, das ist natürlich schade und enttäuschen, wenn es dann aufgrund mangelnder Fachkenntnisse nicht passt. Aber ich stimme dir zu: wenn man die Hilfe wirklich benötigt, sollte man vielleicht so lange suchen, bis man „The One and Only“ gefunden hat: die Putzperle, die man dann auch nicht mehr hergeben mag! Meine Mama hat in den 90ern nach jahrelanger Suche auch eine solche Perle gefunden und ich habe diese Frau als Kind geliebt, weil sie einfach so ein herzlicher Mensch war! Es kann sich also durchaus lohnen, hartnäckig zu sein!

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