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In der Rubrik „Lady-Tipps“ präsentieren wir Euch Fundstücke aus dem Internet, Ausstellungen, Aktionen, Bücher, Filme oder Läden. Heute stellen wir Euch den aktuellen Kinofilm „Vaterland“ über Thomas Manns erste Deutschland-Reise nach Jahren im Exil vor. Außerdem gehen wir der Frage nach, wie Modelbilder unser Körperbild beeinflussen, und zeigen Hunkemöller als Positivbeispiel. Und last but not least empfehlen wir Euch die Ausstellung „Jüdische Kunstsammlerinnen in Deutschland“ im Hamburger Bucerius Kunst Forum. von Virginia & Dani
1. Film-Tipp: „Vaterland“ über Thomas Mann
Auch wenn Ihr – wie Sybille – kein Fan von Thomas Mann seid, solltet Ihr „Vaterland“ eine Chance geben: Die europäische Co-Produktion läuft seit 3. September in unseren Kinos und wird in den Feuilletons euphorisch gefeiert. Im Mittelpunkt steht Manns erste Reise nach Deutschland nach Jahren im Exil: Im Film fährt der 74-jährige Schriftsteller zusammen mit seiner Tochter Erika nach Frankfurt und Weimar, um dort anlässlich des Goethe-Jubiläums Ehrungen entgegenzunehmen. Dabei nimmt sich der Film historische Freiheiten: Tatsächlich reiste Mann damals mit seiner Frau Katja ins Nachkriegsdeutschland. Doch das tut ihm keinen Abbruch, im Gegenteil: Die Leiterin des Lübecker Buddenbrook-Hauses, Caren Heuer, bezeichnet ihn als grandios und lobt die Hauptdarsteller Hanns Zischler und Sandra Hüller. Tatsächlich ist allein die Besetzung ein guter Grund, sich dieses ungewöhnliche Porträt anzusehen. (Dan)
Regisseur Paweł Pawlikowski erschafft ein atmosphärisches Schwarz-Weiß-Roadmovie über Heimat und Exil; er erhielt dafür bei den Filmfestspielen von Cannes die Silberne Palme für die beste Regie
2. Hunkemöller: Endlich echte Menschen als Models!
Im Juni habe ich eine Unterwäsche-Odyssee hinter mich gebracht: Fünf Geschäfte in Dresden habe ich durchforstet, gefühlt jeden BH in dieser Stadt anprobiert – und nichts gefunden, was auch nur ansatzweise passte. Ich war so frustriert, dass ich abends in der Pizzeria tatsächlich in meinen Salatteller geheult und meinem Mann mein Leid geklagt habe. Diese Geschäfte mit ihren Standard-B-Körbchen haben mir das Gefühl gegeben, dass ich falsch bin.
Aber bin ich das? Oder hat uns jahrelange Werbung so sehr darauf geprägt, den Fehler zuerst bei uns zu suchen?
Firmen wie Hunkemöller habe ich aus diesem Grund ignoriert: Die Models auf den Werbefotografien mit Größe 34, perfekter Haut und idealen Körpermaßen hatten mit meiner Lebensrealität ungefähr so viel zu tun, wie ein Victorias Secret Laufsteg mit einem Dienstagmorgen an der Aldikasse. Ich habe keine Lust mehr auf Mode, die mir das Gefühl vermittelt, mein Körper müsse erst optimiert werden, bevor er elegante Unterwäsche oder einen schönen Bikini verdient. Da hat sich mein Körperbild mit Ü40 tatsächlich verändert. Ich möchte auch nicht wissen, wie ein Badeanzug an einer 18-Jährigen mit Modelmaßen sitzt, sondern wie er an einer Frau in den mittleren Jahren aussieht. Und plötzlich sehe ich diesen Bikini bei Hunkemöller – an einer Frau mit Dehnungsstreifen mit einem ganz normalen Bauch und einem Körper, der nicht von Diäten und Sporteinheiten erzählt, sondern von einem Leben, das gelebt wird. Ich finde das nicht einfach nur großartig, es inspiriert mich! Plötzlich habe ich wieder Lust, ins Game einzusteigen, durch schicke Unterwäsche und Bademode zu stöbern – mit dem Vertrauen, dass auch für mich etwas dabei sein könnte. (Vir)
Bild-Credit: Hunkemöller
3. Hamburg-Ausstellung: Jüdische Kunstsammler in Deutschland
Jeder kennt die Namen berühmter moderner Künstler wie Claude Monet und Pablo Picasso. Doch über die Menschen – häufig Jüdinnen und Juden – die ihre Werke schon früh sammelten und damit dazu beitrugen, dass sich die moderne Kunst in Deutschland etablieren konnte, wissen wir wenig. Die Ausstellung „Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler in Deutschland“ im Hamburger Bucerius Kunst Forum rückt diese vergessenen Persönlichkeiten ins Rampenlicht. Rund 100 Gemälde, Grafiken und Skulpturen machen deutlich, mit welcher Begeisterung und Offenheit sich die Sammler der Kunst ihrer Zeit widmeten. Sie wirkten als Mäzene, engagierten sich in Kunstvereinen und trugen dazu bei, neue Stile einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Ihre Leben sind jedoch auch untrennbar mit der deutschen Geschichte verbunden: Nach der Machtübernahme der Nazis wurden viele enteignet, ins Exil getrieben oder ermordet; ihre Sammlungen wurden zerschlagen. Die Ausstellung führt diese Werke nun wieder zusammen. (Dan)
„Von Monet bis Picasso“ ist vom 11. September bis zum 29. März 2027 im Bucerius Kunst Forum in Hamburg zu sehen
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