Zu welchen Anlässen gehört welcher Dresscode?

In der letzten Woche habe ich Euch die 10 wichtigsten Dresscodes vorgestellt. Da jedoch nicht immer klar ist, zu welchem Anlass ein Abendkleid getragen wird und wann der Business-Look gilt, stelle ich Euch heute von der Geschäftsreise bis zur Prüfung die fünf wichtige Anlässe und seine Dresscodes vor. von Constanze

1. Geschäftsreise

Geht gut: Bei geschäftlichen Veranstaltungen gilt der normale Business-Dresscode, am Abend passt am ehesten Come As You Are oder Smart-Casual. Für die Fahrt empfehlen wir Euch folgende Artikel: Die Lady auf Reisen und Die Lady Frage Reise.

Geht gar nicht: Eine Geschäftsreise ist kein Urlaub, Shorts, Flip-Flops und Trägerkleidchen sind also nicht angemessen. Und auch wenn der Hotelpool und die Bar noch so locken, sollte man nie vergessen warum man unterwegs ist.

2. Hochzeit

Geht gut: Tragt tagsüber schöne, edle Sommerkleider und Hut! Abends darf es gerne etwas mehr sein. Ob Ballkleid, Kleines Schwarzes, Blumen-Kleidchen oder Abenddirndl – hier solltet Ihr Euch nach der Location und dem Stil des Brautpaares richten. Einige Paare heiraten auch unter einem Motto, das rechtzeitig in der Einladungskarte bekannt gegeben wird.

Geht gar nicht: Weiß! Einige Brautpaare wünschen sich auch, dass kein Schwarz getragen wird.

3. Gotteshäuser

Christliche Kirche: Auch als Protestantin bevorzuge ich bedeckte Knie und Schultern, vorgeschrieben ist dies aber nur in orthodoxen Kirchen. Der Mann nimmt Hut oder Kappe ab, der Dame steht dies frei.

Synagoge: Der Mann setzt selbstverständlich eine Kippa auf. Wer keine Leihkippa tragen mag, kann sich auch mit einer Kappe behelfen. Teilweise wird auch die Dame dazu aufgefordert ihr Haar zu bedecken.

Moschee: Hier werden die Schuhe ausgezogen. Frauen müssen in der Regel ihr Haar bedecken. Nehmt Euch ein eigenes Tuch mit und übt vielleicht zuhause schon mal, wie man das Haar komplett darunter verdeckt.

Geht gar nicht: Das Telefon ist selbstverständlich lautlos und auch das Fotografieren sollte unterlassen werden. Respekt vor den Gläubigen ist das oberste Gebot.

4. Beerdigung

Am passendsten ist nach wie vor ein schwarzer Anzug mit schwarzer Krawatte und für die Dame ein schwarzer Hosenanzug, ein Kleid oder ein Rock mit einem schwarzen Pullover. Ob Kleidung in Dunkelblau oder Dunkelbraun in Ordnung ist, ist eine Streitfrage, ich finde es angemessen, andere halten es für unpassend. Eine Beerdigung ist neben der Respektsbezeugung für den Toten jedoch vor allem eine Zeit zum Trauern und Verarbeiten. Also sollte man etwas tragen in dem man sich wohlfühlt. Bei manchen Beerdigungen, z.B. wenn ein Kind verstorben ist, wünschen sich die Angehörigen helle und bunte Farben, um zu zeigen, dass das Leben weitergeht und nach der Trauerzeit auch wieder eine schöne Zeit kommt.

5. Prüfungen

Geht gut: Eine Prüfung – egal ob an der Uni, in der Schule oder in der Ausbildung – ist ein Anlass, der es verlangt sich bewusst und gut zu kleiden. Eine Jeans, eine Polo und ein Kaschmirpullover sind in einer schriftlichen Prüfung gemütlich und man ist trotzdem ordentlich angezogen. In den mündlichen Prüfungen darf es dann gerne ein bisschen nach Business aussehen: Ein Hosenanzug oder zumindest Jeans und Blazer sind adäquat. Ich lege mir am Abend vor einer wichtigen Prüfung immer meine Kleidung zurecht, dann muss ich morgens in aller Aufregung nicht noch überlegen, was ich anziehe.

Geht gar nicht: Eigentlich würde ich jetzt gerne schreiben: Besser als der Prüfer gekleidet zu sein, aber das ist mir schon passiert (ich im Hosenanzug und der Prüfer im Holzfällerhemd) und der Prüfer war angenehm überrascht. Aber ich studiere ja auch etwas Pädagogisches und da geht es dann doch anders zu, als bei den Juristen.

Habt Ihr noch Fragen? Dann schreibt mir Eure Lady-Frage an info@lady-blog.de

Bild-Credit: Shutterstock.com

12 Kommentare
  • Claudia sagt:

    Ich finde den Artikel sehr hilfreich, aber mir ist so, dass Hüte nur auf Hochzeiten getragen werden soll(t)e, wenn die Brautmutter einen Hut trägt.

  • Hanseatin sagt:

    Hallo Constanze,

    guter Artikel – insbesondere Teil 1 hat mir sehr gut gefallen.

    Kleine Anmerkung: Jeans & Blazer in einem (mündlichen) juristischen Staatsexamen ist ein absolutes NO- GO! Ungeschriebenes Gesetz: Hosenanzug oder Kostüm und für den Herren ein dunkler Anzug (niemals Kombination!) mit Krawatte (zwingend). Es soll schon Prüfungen gegeben haben, da mussten sich die Herren die Krawatte vom Pförtner leihen…die Vorsitzenden verstehen da keinen Spaß. ;-)

    Zum Thema Hochzeit: Da kenne ich noch den alten Spruch von meiner Großmutter: „Niemals schöner als die Braut“! Soll heißen, trägt die Braut zum Standesamt keinen Hut, sollten die weiblichen Gäste auch darauf verzichten. Trägt die Braut in der Kirche „nur“ ein schlichtes Etuikleid, sollte man als Gast auf ausladende „Ballkleider“ verzichten usw..

    Herzliche Grüße aus dem Norden, Hanseatin

  • Constanze sagt:

    Hallo ihr Lieben,

    was Dresscodes bei der Prüfung angeht hat wohl jede Uni ihr eigenes ungeschriebenes Gesetz. Ich hab von gehobenen Businessanzügen bis zu Jeans, T-Shirt und Turnschuhen schon alles gesehen. :) Ein Anzug (mit Krawatte) ist meiner Meinung nach dem Anlass entsprechend.

    Bei Hochzeiten frage ich, wenn möglich, nach, was die Brautmutter trägt und orientiere mich dann daran. Am Samstag war ich auf einer Hochzeit, auf der weder Braut noch Brautmutter Hut trugen. Die Braut allerdings einen wundervollen Schleier. :) In der Kirche saßen ein paar Damen mit Hut und mir kam es nicht overdressed vor. Die Hüte waren allerdings auch sehr schlicht und könnten auch im Alltag als Sommerhut getragen werden.

    Alles Liebe

    Constanze

  • Susanne sagt:

    Liebe Constanze,

    herzlichen Danke für diesen klaren und sehr hilfreichen Artikel. Gerade der Punkt „Prüfungen“ ist natürlich sehr interessant und weitschweifig. Hierzu könnte man sicher (midestens) einen eigenen Artikel machen ;-)

    Ich persönlich halte bei Prüfungen generell einen Hosenanzug für absolut angebracht, wobei das nun (fachabhängig) leider nicht allgemein so gesehen wird.

    Ich freue mich schon auf deine nächsten Artikel!

    Alles Liebe
    Susanne

  • Constanze sagt:

    Liebe Susanne,

    danke für deine netten Worte!

    Wir Lehramtsstudenten diskutieren auch gerne darüber, was man später im Beruf so anziehen kann und was ein absolutes No-go ist. :)
    Schön beantwortet hat das Jeroen van Rooijen : http://hatdasstil.blog.nzz.ch/2012/03/12/wie-soll-sich-ein-lehrer-heute-anziehen/

    Alles Liebe
    Constanze

  • Susanne sagt:

    Beim Lesen des verlinkten Artikels konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen… der Grundgedanke ist leider sehr wahr. :-) Den Erkenntnisstand eurer Debatten fände ich allerdings auch sehr interessant. Trotzdem – oder doch gerade wiel – ich aus einem etwas anderen Fach komme…

    Herzliche Grüße

  • Constanze sagt:

    bisher gibt es leider kein Ergebnis :) Bisheriger Konsens war nur: keine kurzen Hosen, keine Flip Flops und bloß nicht da einkaufen, wo auch Schüler einkaufen oder einfach drüber stehen und dem Schüler Komplimente für die schöne Kleidung machen. :)

  • T. sagt:

    Nicht da einkaufen, wo die Schüler einkaufen? Hallo H+M? Das wird sich wohl nicht ganz vermeiden lassen!
    Also bei mdl. Prüfungen hab ich mich angezogen, wie sonst zur Uni, nur vielleicht etwas schicker. Ich meine, die Dozenten haben ja auch das gleiche an, wie sonst.

  • Dani sagt:

    Liebe T.,

    ich denke, als Lehrer verdient man genug Geld um sich etwas besseres als H&M leisten zu können… aber das ist meine Meinung. Und bei der mündlichen Prüfung wirst Du geprüft und nicht der Dozent. Die angemessene Kleidung ist eine Form des Respekts.

    Herzliche Grüße
    Dani

  • Susanne sagt:

    Da kann ich Dani nur beipflichten, das sehe ich in Gänze ähnlich! Bis auf absolute Basics (und selbst da nicht zwingend) sollte man dann nicht mehr zu H&M greifen müssen… vielleicht ist mein Lehrer-Bild aber auch einfach zu klassisch beeinflusst.
    Die Diskussion ruf ja förmlich nach dem „Die Lehrerin als Lady“-Artikel.

  • T. sagt:

    Naja, ich fange demnächst mein Referendariat an und werde dann ca 800 bis 900€ netto haben. Außerdem gefallen mir viele Sachen von H+M. Trotzdem sieht mein Stil ganz bestimmt nicht Teenie-mäßig aus.

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