Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
YSL und die Revolution der Damenbekleidung

Revolutionär! Ein Smoking für Frauen, ein Kleid mit Leopardenmuster oder ein Safari-Anzug – das war neu, ein bisschen emanzipatorisch und veränderte die Mode-Welt. Geschaffen wurden die geliebten und umstrittenen Kleidungsstücke von Yves Saint Laurent. Der vor zwei Jahren verstorbene Modeschöpfer wird in Paris noch bis zum 29. August 2010 mit einer umfassenden Werkschau geehrt. Eine Stunde Wartezeit müsst ihr vor dem Petit Palais einrechnen – doch die lohnt sich für einen der größten Couturiers seiner Zeit.

Flucht in die Stadt der Mode

Yves Henri Donat Mathieu-Saint-Lauren wird 1936 in Algerien geboren. Im Alter von elf Jahren entdeckt er bei einer Theateraufführung seine Leidenschaft für Kostüme. Seitdem ist der Skizzenblog sein ständiger Begleiter. Entwürfe für die Theaterbühne und die Welt der Mode sind seine Zuflucht. Von seiner Umwelt und seinen Mitschülern fühlt er sich nicht verstanden, mit 17 verlässt er darum sein Land und zieht in die Stadt der Mode. In Paris beginnt Saint Laurent eine Ausbildung zum Mode- und Bühnenzeichner.

Assistent von Christian Dior

Mit Erfolg: Schon nach kurzer Zeit werden seine Arbeiten mit Preisen geehrt und Zeichnungen in der Vogue veröffentlicht. Michel de Brunhoff, Direktor der Vogue, erkennt das große Talent von Saint Laurent und stellt ihn Christian Dior vor. Ein Jahr später schon ist er Assistent von Dior, dem seinerzeit berühmtesten und gleichzeitig umstrittensten Couturier Frankreichs. Als dieser stirbt übernimmt Saint Laurent 1957 erst die Direktion von Dior und gründet 1961 gemeinsam mit Lebensgefährte Pierre Bergé sein eigenes Modehaus.

Yves Saint LaurentSelbstbewusst und dennoch elegant: Damenanzüge von YSL im Petit Palais

Von Trachten und Kunstwerken inspiriert

Was folgt sind vierzig Jahre kreatives Schaffen. In einer Retrospektive wird nun erstmals das Gesamtwerk Saint Laurents im Pariser Petit Palais ausgestellt. Die Werkschau beinhaltet über 300 Stücke der Haute Couture und Prêt-à-porter, Skizzen, Dokumente und Filme. Höhepunkte sind ein Saal voller Ballkleider, seine von Trachten, von Künstlern wie Matisse, Mondrian und Picasso inspirierten Kollektionen. Von Raum zu Raum kann man jedoch auch die Entwicklung des Revolutionärs unter den Modedesignern verfolgen: Sie beginnt bei der erfolgreichen „Ligne Trapèze“-Kollektion, die mit ihrer Trapezlinie die Frauen vom Zwang zur Wespentaille befreit.

Skandalöse Kollektionen

Mit der berühmten Hosenanzug-Kollektion 1967 macht sich Yves Saint Laurent weltweit einen Namen. War diese Linie noch selbstbewusst und elegant zugleich, sind seine nächsten Kollektionen teilweise skandalös. Saint Laurent verwendet Jersey, Leopardenmuster oder transparente Stoffe. Er ist einer der ersten Modedesigner der schwarze Models bucht. In einer Zeit in der Weiblichkeit noch als herrschende Doktrin in der Frauenbekleidung gilt erschafft der „Modefürst“ den androgynen, emanzipierten Typ Frau. Oder wie Pierre Bergé es einmal ausdrückte: „Coco Chanel hat den Frauen die Freiheit gegeben, Yves Saint Laurent die Macht.“

Bild-Credit ganz oben: DKSStyle / Shutterstock.com

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