Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Wie läuft das eigentlich mit diesen Sponsored Posts?

Die Kennzeichnung von bezahlten Artikeln ist in der Blogosphäre (aber auch auf Instagram und Facebook) momentan ein ganz großes Thema. Es wird diskutiert, wo sie am besten angebracht wird – über oder unter dem Beitrag – und welche Formulierung die sinnvollste ist. Schließlich sollen potentielle Leser ja nicht verschreckt werden. Dass Sponsored Posts kenntlich gemacht werden müssen, darüber sind sich inzwischen alle einig – spätestens seitdem die ersten Blogger wegen unzureichender Kennzeichnung hohe Geldstrafen zahlen mussten. Trotzdem probieren immer noch etliche Agenturen, die Blogger zu Artikeln ohne Kennzeichnung zu überreden. Meines Erachtens ein Unding!

Influencer statt Hobbyschreiber

Blogs haben sich rechtlich lange in einer Grauzone bewegt, denn es war nicht klar ob da Journalisten schreiben, Privatpersonen oder PRler. Seitdem jedoch immer mehr Blogs hochprofessionell arbeiten und ihren Lebensunterhalt mit dem Online-Medium verdienen, seitdem sich die Waage eindeutig von Hobbyschreibern zu Influencern verschoben hat, gelten für Blogs die gleichen Regeln wie für jedes andere Magazin oder Zeitung. Heißt: Beiträge, die bezahlt wurden, müssen kenntlich gemacht werden.* Die meisten Blogger halten sich daran – nicht jedoch die PR-Agenturen.

Immer wieder erhalte ich Anfragen von Agenturen, die ich ablehnen muss, weil ihre Bedingung lautet: Der Artikel darf nicht als gesponsored oder als Werbung gekennzeichnet werden. Dass sich sowohl die Unternehmen als auch die Blogger dabei strafbar machen, nehmen die Agenturen in Kauf. So schrieb kürzlich eine Agentur, die einen Artikel über einen der größten deutschen Mode-Onlineshops im Lady-Blog ungekennzeichnet veröffentlichen wollte:

Mir ist bewusst, welches Risiko eingegangen wird. Dennoch war die Idee auch nie, einen werblichen Beitrag zu veröffentlichen. Auch vor dem Hintergrund, dass du das Unternehmen bereits in einem Beitrag beworben hast. Mehrwert und Nutzen für deine Leser sollte stets im Vordergrund stehen. Der Link also nur als weiterführende Information dienen. Hier hatte ich gehofft, dass dir eine Möglichkeit einfällt, wie das auf deinem Blog integriert werden kann.

Nehmt diese Angebote nicht an!

Diese Aussage ist Augenwischerei, denn der Mehrwert für Euch Leser steht in jedem meiner Beiträge im Vordergrund. Sobald ich jedoch für einen Artikel bezahlt werde, handelt es sich um einen werblichen Beitrag. Ich verstehe nicht, warum immer noch viele Unternehmen auf diese problematische Art versuchen, Links im Netz zu platzieren. Ehrlichkeit währt immer am längsten. Deshalb kann ich nur an alle Blogger appellieren: Nehmt diese Angebote nicht an! Wenn das niemand mehr tut, müssen die Agenturen umdenken. Auch auf dem Lady-Blog gibt es hin und wieder einen Sponsored Post. Gekennzeichnet werden Artikel mit einem Sternchen hinter der Überschrift und hinten dem entsprechenden Link. Unterhalb des Artikels erläutert das Sternchen dann, dass es sich um eine Kooperation handelt.

*Das Gleiche gilt übrigens auch für Pressereisen, Bloggerevents und kostenlose Produkte

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2 Kommentare
  • Julia sagt:

    Liebe Dani,

    vielen Dank für diesen tollen Beitrag! Ich wusste nur wenig über diese Problematik und bin Dir dankbar, dass Du mehr „Licht ins Dunkel“ bringst. Dass Du persönlich immer überaus professionell arbeitest, wird in jedem einzelnen Post deutlich.
    Und dass Blogger — ob Profi oder Hobby — für geleistete Arbeit im Austausch etwas erhalten (Geld oder Waren) halte ich für völlig normal. Mir haben einige Deiner Posts bereits geholfen: ich besitze ausschließlich aufgrund Deiner Review eine Levi‘s Jeans.

    Hab‘ Dank für Deine Transparenz und die gute Auswahl an Produkten!

    Herzliche Grüße aus dem Norden,
    Julia

  • Carla sagt:

    Liebe Dani,
    vielen Dank für den sehr informativen und aufrichtigen Artikel!
    Ich finde es immer noch bewundernswert, mit wie viel Aufmerksamkeit und Respekt du uns Lesern begegnest. Trotz des sensiblen Themas und trotz der sehr kritikreichen Zeit kurz vor und nach Amalias Geburt, aufgrund von sponsored Posts.
    Liebe Grüße,
    Carla

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