Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.

billigkleidung

Ladys es muss etwas passieren, so kann es mit der Kleiderbranche doch nicht weitergehen. Nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Dhaka sind die Medien plötzlich voll mit Meldungen über Unfälle in Südostasien. Aber die Unglücke mehren sich nicht in letzter Zeit, sie werden seit Jahren kaum beachtet. Menschen in Bagladesch oder Kambotscha arbeiten für einen Hungerlohn und riskieren dafür auch noch ihr Leben. Und das alles, damit wir uns ständig immer wieder neue günstige Klamotten kaufen können. Ist es das wert?

Bei dem Einsturz und einem Brand in Textilfabriken in Bagladesch sind in den letzten Wochen über 1200 Menschen ums Leben gekommen. In Sabhar, einem Vorort von Dhaka wurden im April 1127 Menschen getötet und 2438 verletzt. Der Unfall in der Fabrik Rana Plaza gehört damit zu den schwersten in der Geschichte des Landes. Bereits am Vortrag waren Risse in den Wänden des Gebäudes festgestellt und der Zutritt deshalb von der Polizei verboten worden. Dennoch hielten sich mehr als 3000 Menschen, vor allem Textilarbeiterinnen, in den Gebäuden auf – sie waren von ihren Auftraggebern gezwungen worden, die Arbeit aufzunehmen.

Produzieren ließ in dem Gebäude beispielsweise Kik. Genauso übrigens wie in den beiden Fabriken Lahore und Karatschi (Pakistan), in denen letztes Jahr 300 Menschen durch ein Feuer ums Leben kamen. Beim Brand in der Textilfabrik Tazreen Fashion bei Dhaka im November 2012 wurden 112 Mitarbeiter getötet. Immer wieder der Grund: Die Gebäude erfüllen nicht einmal die minimalsten Sicherheitsstandards. So existierten in letztgenannter Fabrik beispielsweise keine Notausgänge. Bei einem Unglück in einer Schuhfabrik in Kambodscha letzten Dienstag stürzte aufgrund eines Fehlers in der Statik das Dach ein. Tausende Textilfabriken sind nämlich zudem ohne Baugenehmigung errichtet oder aufgestockt worden.

Anfang Mai wurden darum 18 Fabriken auf staatlichen Druck geschlossen. Künftig wird es den Textilarbeitern gestattet, sich in Gewerkschaften zusammenschließen und Lohnverhandlungen zu führen. Der Mindestlohn, der momentan bei etwa 30 Euro im Monat liegt, soll darüber hinaus erhöht werden. Auch viele westliche Bekleidungsunternehmen haben sich inzwischen für bessere Sicherheits- und Arbeitsbedingungen in asiatischen Billiglohnländern ausgesprochen. Es wird auch Zeit. Bangladesch ist der zweitgrößte Textilexporteur der Welt und beliefert vor allem den europäischen und amerikanischen Markt. In mehr als 4000 Textilfabriken arbeiten über zwei Millionen Menschen und erhalten die weltweit niedrigsten Löhne.

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Eine Maßnahme nach den Unglücken ist ein Gebäude- und Brandschutzabkommen für Bangladesch, das vom Gewerkschaftsdachverband UNI Global Union und der globalen Gewerkschaft IndustriAll initiert wurde. 31 Unternehmen haben das Abkommen unterzeichnet, u.a. H&M, C&A, PVH (Calvin Klein, Tommy Hilfiger), Tchibo, Primark, Mango, Kik sowie Abercrombie & Fitch. Damit sollen die Bedingungen von Menschen in mehr als 1000 Fabriken verbessert werden. Die Unternehmen wollen sich darüber hinaus finanziell an den Sanierungen der Gebäude beteiligen. In der Talkrunde mit Günther Jauch zum Thema Billigkleidung aus Bangladesch – sind wir schuld am Tod der Näherinnen kritisierte der Journalist Ranga Yogeshwar gestern Abend jedoch zurecht, dass das Abkommen viel zu unkonkret und unverbindlich ausfällt. Halten sich die Unternehmen nicht daran, drohen kaum Sanktionsmaßnamen.

Einig waren sich allerdings alle Talkgäste, dass den Konsumenten die geringste Schuld trifft. Denn eine Rückverfolgung der gesamten Produktionskette eines einzelnen Kleidungsstücks ist kaum möglich. Das Label „Made in Italy“ sagt beispielsweise gar nichts aus. Auf dem Etikett erscheint der Name des Landes, in dem das Kleidungsstück als letztes verarbeitet wurde. Außerdem ist es gängige Praxis, dass chinesische Arbeiterinnen nach Italien eingeflogen werden, damit sie dort zu den gleichen Löhnen wie in ihrer Heimat arbeiten. Eine Lösung sind laut Gisela Burckhardt, von der Kampagne für Saubere Kleidung, Tracke & Trace Codes auf den Labels, die testweise schon in der Öko-Mode Anwendung finden.

Außerdem nimmt die Verbreitung von Gütesiegeln stark zu. Zu den strengsten fairen Siegeln, welches vor allem die Bedingungen der Beschäftigten auf Baumwollplantagen und die Einkaufspolitik der hiesigen Firmen überwacht, gehört die Fair Wear Foundation. Mitglied sind schon mehr als 100 Unternehmen, darunter die großen Outdoor-Firmen wie Schöffel oder Jack Wolfskin, aber auch Gesellschaften wie Hess Natur und Marken wie Acne, Gaastra, McGregor und Odd Molly. Daneben gibt es ökologische Siegel für Naturtextilien wie GOTS und IVN Best. Ich denke, uns alle trifft ein wenig Schuld, wenn wir den Gedanken an die Herstellung unserer Kleidung verdrängen. Erst wenn Arbeit, Kleidung und Rohstoffe wieder als etwas Wertvolles betrachtet werden und wir auch bereit sind dafür zu zahlen, kann sich wirklich etwas verändern.

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Als ich die Etiketten meiner Kleidungsstücke untersuchte, fiel mir auf, dass auf vielen das Herkunftsland schwer zu finden oder gar nicht verzeichnet ist. Bei Zara muss man sich erst einmal durch einen ganzen Katalog mit Waschanleitungen in 10 verschiedenen Sprachen kämpfen, Schumacher verzeichnet lediglich den Sitz in Mannheim. Sehr transparent verfährt hingegen H&M und platziert das Herkunftsland gleich am Kragen.


29 Kommentare
  • Nastasia sagt:

    Liebe Dani,

    vielen Dank für den interessanten Beitrag und den Denkanstoß! Ich glaube, das größte Problem ist – wie Du auch zeigst – die Intransparenz in der Modebranche. Man weiß als Käufer so vieles nicht – noch nicht einmal wirklich, wo der Artikel hergestellt wurde. Und selbst wenn ich mein Geld bei teureren Labels ausgebe, kann ich nicht erkennen, wem das Geld nun wirklich zugute kommt….

  • Alexandra sagt:

    Liebe Dani, danke für diesen informativen Beitrag. Allerdings schließe ich mich Nastasia und du hast es ja auch geschrieben, im Moment ist für mich die Herstellung und Herkunft meiner Kleidung sehr schwer nachvollziehbar. Ich war noch nie in meinem Leben in einem Kik oder einem ähnlich billigen Läden, H&M und Zara sind preislich gesehen mein unteres Limit. Aber selbst wenn ich hochpreisige Kleidung kaufe steht dort im Lable Made in China, Morroko, Hong Kong, Rumänien. In anderen steht, wie bei Schumscher, nur der Verweis auf die Deutsche Geschäftszentrale, dabei Wette ich, dass keine deutsche Näherin das Stück mal in der Hand hatte, auch nicht bei Schumacher. Wie also kann ich wissen, ob das viele Geld, das ich für die Kleidung bezahle auch bei den Produzierenden an kommt? Es scheint aber alles in die richtige Richtung zu laufen, im Moment, die Öffentlichkeit ist aufmerksam. Nachdem fair Trade Siegel für Baumwolle nun auch Aufmerksamkeit für die Menschen, die die Kleidung her stellen! Sehr gut! Ich bin mir nicht sicher, ob ich jetzt ganz auf Faire wear umsteigen kann, alles andere wäre natürlich nur gewissensberuhigung, das ist mir bewusst, aber ich hoffe ja, dass jetzt der Herstellungsprozess meiner Kleidung transparenter wird, damit ich weiß, dass niemand für meine Pullis und Jeans sterben musste.
    Liebe Grüße
    Alexandra

  • Dagmar sagt:

    Liebe Dani,

    danke für Deinen informativen und detaillierten Beitrag. Ich habe mir die Talkrunde von Günther Jauch angeschaut, in der ja sehr kontroverse Haltungen diskutiert wurden.

    Meiner Meinung nach muss eine Veränderung aus dem betroffenen Land selbst, hier Bangladesh, kommen.
    Da ich selbst – allerdings unter fairen Bedingungen – Textilien in Indien produziere, habe ich, glaube ich zumindest, einen kleinen Einblick hinter die Kulissen. Deshalb halte ich das gerade geschlossene Abkommen für unbedingt notwendig, aber nur für erfolgreich, wenn es mit extrem starken Kontrollen und Sanktionen verbunden ist. Mit Bestechungsgeldern lässt sich leider jede Auflage umgehen….

    Wichtig ist auch die Haltung der Arbeiterinnen selbst und das sie nicht nachlassen weiterhin hartnäckig mit Unterstützung ihrer Gewerkschaft auf ihre Rechte pochen und Sicherheit am Arbeitsplatz, geregelte Arbeitszeiten, gerechtere Löhne etc. fordern. Im vergangenen Jahr hat es ja bereits große Demonstrationen gegeben. Sie müssen weitergehen, so dass die Aufmerksamkeit für ihre soziale Misere nicht nachlässt..

    Keine Lösung liegt darin die Arbeitsplätze von Bangladesh nach Ost-Europa zu verlegen, wie bei Günther Jauch ebenfalls vorgeschlagen wurde, denn dadurch würden alle in dieser Branche beschäftigten Menschen ihre Arbeit verlieren und in ein Leben unter der Armutsgrenze abrutschen.

    Liebe Grüße, Dagmar

  • Conny sagt:

    Die meist vertretene Meinung lautet ja offenbar „Konsum-Boykott!“
    Allerdings glaube ich keinesfalls, dass den Menschen in Bangladesch damit geholfen wäre. Würde der Boykott tatsächlich funktionieren, würden die Unternehmen eventuell sogar Nähfabriken schließen – dann hätten die Menschen dort nicht mehr ihren Hungerlohn, sondern gar kein Geld.

    Man darf ja auch nicht vergessen, dass 30 Dollar hier nicht 30 Dollar dort vergleichbar sind. Sicher, viel ist es bestimmt nicht, aber immerhin können die Arbeiter damit ihre Familie überhaupt irgendwie durchbringen. Hier könnte man davon ja als Alleinstehender nicht mal eine Woche leben.

    Die mangelnde Intransparenz finde ich auch den größten Mangel. Wo darf / soll ich jetzt kaufen, und wo nicht? Es kann ja auch nicht sein, dass man dazu gezwungen ist, Luxuslabels zu konsumieren. Wobei letztere ja offenbar auch keine weißen Westen haben…

    Ich glaube, die ganze Modeindustrie hat da noch einen weiten weg vor sich…

  • Teresa sagt:

    Hallo Dani, Super dass Du Dich dieses Thema aufgreifst! Ich denke auch dass, egal bei wem die Schuld liegt, wir Konsumenten auf jeden Fall eine große Verantwortung haben.
    Leider ist es ja nicht so, dass bei teurerer Kleidung sichergestellt wäre, dass sie verantwortungsbewusst hergestellt ist… Vielen Dank deswegen für die Links zu den Gütesiegeln! Obwohl ich mich schon seit längerem bemühe, verantwortungsbewusst einzukaufen, ist es mir bisher bei Kleidung oft zu mühsam gewesen, herauszufinden wer fair produziert. Das möchte ich jetzt aber endlich ändern, und ich hoffe es geht vielen anderen auch so! xx T

  • Brockdorff sagt:

    Langsam sollte die deutsche Gesellschaft registrieren, wohin eine hartnäckig propagierte Geiz-ist-Geil-Mentalität hinführt.T-Shirts für 2-3 Euro können doch nur unter ,,quasi-kriminellen“ Methoden zu Lasten der Arbeiter hergestellt werden. Ich habe auch ein Problem damit, dass Hilfiger, Ralph Lauren und Co. im fernen Osten produzieren, weiss aber auch, dass ich nie Qualitätsprobeme mit diesen Produkten hatte. Trotzdem versuche ich Mode zu kaufen, die in Europa produziert wurde ( auch Türkei). Im Idealfall ( und bei entsprechenden Geldbeutel) sollte man zum Maßschneider seines Vertrauens gehen.

  • Leider gibt es keine Kennzeichnungspflicht für das Ursprungsland und die Produktionsstätten. Dies wird konsequent von den „big playern“ in der Branche abgelehnt. Den Grund kann sich jeder selbst ausmahlen.

    Die Frage ist doch, wie kann man den Verbraucher davon überzeugen keine billig Bekleidung zu kaufen?
    Das ist nämlich die größte Problematik an der Sache. Es ist gut, dass die Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht wird, welche Zustände in den Fabriken herschen, aber unter uns, wenn es an die Kasse geht und der Kunde sein Portmonaie öffnen muss, zählt erstmal der Preis und nicht der Lohn einer Arbeiterin in Indien.

    Hinzu kommt, dass es keine Transparenz bei Bekleidung gibt. Der Lohn einer Näherin wird sich nicht großartig zwischen H&M und Ralph Lauren unterscheiden, obwohl man das 20fache dafür bezahlt….
    Der Kunde muss einfach verstärkt nach Europäischen Produkten suchen und diese Nachfragen.

  • Brockdorff sagt:

    Im Übrigen weiss ich von meiner Cousine, die für Lewis arbeitet, dass die Baumwollqualität der USA-Lewis (,,made in USA“) wohl merklich schlechter sein ist, als die solcher Lewis-Jeanshosen, die in Deutschland/Europa verkauft werden und meist in Bangladesh hergestellt werden.

  • Caro sagt:

    Vielen Dank für den Artikel, ich hatte mich ja schon sehr darauf gefreut.
    Ich befasse mich derzeit viel mit diesem Thema, insbesondere, wie ich für mich die beste Lösung finden kann, mit den Umständen klarzukommen.
    Ich bin auf dieses Thema übrigens deshalb aufmerksam geworden, weil ich mich damit auseinandersetzte, welche Kleidung von Kinderhand gemacht wurde. Ich möchte keine Kleidung tragen, die in 8 jähriges Kind nähen musste.
    Gerade Hilfoger, Ralph Lauren und Co sind diesbzgl in Verruf geraten, weshalb ich diesen besonders teuren Marken mein Geld nicht mehr geben möchte, solange, bis sich was ändert.
    Was die generellen Dinge angeht, ist es noch schwieriger, wie von vielen schon gesagt, nachzuvollziehen, ob die soziale Politik stimmt oder nicht und in den meisten Fällen stimmt sie nicht. Daher lautet meine Lösung: Gute Qualität und weniger Konsum. Ich hatte vor, mal einen Primark zu besuchen, das werde ich jetzt zB unterlassen, auch H&M haben nicht die von mir gewünschte Qualität. Ein paar andere Marken aber halten ganz gut und solange werde ich auf diese zurükgreifen.
    Ich finde es übrigens auch toll, wenn auch traurig, dass so etwas erst mal wieder passieren musste, dass die Menschen derzeit verstärkt drüber nachdenken. Leider habe ich aber auch hier den Verdacht, dass das eine Sache von 2,3 Monaten ist und danach wieder vergessen wird und frühlich, frisch und munter, das Geld an H&M, Primark und Co geht.

  • Das Schlimmste an der ganzen Sache ist tatsächlich, dass nicht allein die Billigmarken zu Billiglöhnen produzieren lassen. Auch große Marken, die ihre Kleidung zu hohen Preisen verkaufen, produzieren dort. Als Konsument ist man damit ziemlich allein gelassen (logischerweise, welches Unternehmen macht schon von sich aus darauf aufmerksam, dass es Leute ausbeutet). Wenn ich aber bei H&M eine Damenstrickjacke für 9.95 Euro kaufen kann, dann weiß ich, dass etwas nicht stimmt. Mit wenigen Kenntnissen in Betriebswirtschaft ist klar, dass abzüglich der Gewinnmarge und aller Kosten für den Lohn höchsten 5 Cent übrig bleiben können. Da kann der Konzern so viele Abkommen unterzeichnen wie er will. Aber solange es Leute gibt, die zugreifen . . .

  • Elena sagt:

    Interessante, wenn auch leider nicht ganz einfache Diskussion….

    Was mir leider immer mehr auffält ist, dass ausgerechnet viele junge Mädchen anscheinend eher Quantität als Qualität bevorzugen. Wenn man durch die Essener Innenstadt läuft fallen einem immer wieder Menschen mit riesigen Primark Tüten auf. Dann hört man noch Aufzählungen was denn alles gekauft wurde – x T-Shirts, noch ein Kleid, Schuhe, eine Tasche……
    Ich glaube früher war das nicht ganz so viel. Ich war zwar auch mit Freundinen shoppen, aber bei uns beschränkte es dann noch auf Taschengeld sparen und vielleicht 2-3 Teile.

    Wir verkommen meiner Meinung nach leider immer mehr zu einer Wegwerfgesellschaft. Kleidung kaufen – 2 Mal anziehen – wegwerfen — war ja eh nicht teuer. Das finde ich ziemlich schade, aber leider fällt mir da nicht ein wie man die Situation verbessen könnte. Kompletter Boykott würde leider auf Kosten der Näherinen gehen.
    Zumindest sollten wir mehr zu schätzen lernen was wir haben und dass für unsere Kleidung jemand gearbeitet hat, vielleicht fällt es dann schwerer Sachen wegzuwerfen, die man nur 2-3 mal getragen hat.

  • Nici sagt:

    Vielen Dank für den interessanten Artikel!

    Ich möchte in Zukunft noch mehr auf Qualität achten, statt auf Quantität!
    Das Problem bei H&M & Co. ist doch, dass die Teile lediglich eine Saison halten und danach einfach nicht mehr tragbar sind, da sie ausgewaschen und ausgeleiert sind. Die Sachen bekommt man auch nicht mehr auf dem Flohmarkt verkauft. Es lohnt sich also keineswegs billig zu kaufen! Doch leider kann man sich bei den teueren Marken auch nicht immer auf Qualität und Herkunft verlassen.

  • Susanne sagt:

    Aufrüttelnder gut zusammenfassender Artikel dieses Desasters!
    Anders kann man es nicht nennen. Ich rege mich darüber masslos auf und bin ständig auf der Suche nach Marken, die unter fairen Bedingungen für Menschen UND Tiere gefertigt werden. Dann wie wir alle wissen, sind auch die Tiere immer noch in unglaublich hohem Masse auf der Abschlacht-Liste (sorry! ist aber so!), nur weil Schuhe aus Aligatorenhaut so trendy sind. Zum Davonlaufen.
    Ich finde es auf jeden Fall klasse, wenn hier solche Diskussionen brennen, denn nur so schafft man Bewußtsein.
    LG
    Susanne

  • JL sagt:

    Sehr guter Bericht. Es wird in der Bekleidungsindustrie hoffentlich einen ähnlichen Sinneswandel geben wie in der Nahrungsindustrie.
    LG JL
    http://www.dieblauenstunden.con

  • Brockdorff sagt:

    Fred Perry z.B. fertigt z.B. teilweise immer noch in England/ bzw. GB.Ich besitze so z.B. einige Polohemden ,,made in England“ ( neu im Geschäft gekauft).

  • H. Jourdan sagt:

    Wie wäre es wenn wir bereit wären Kleidung zu kaufen die hier in Deutschland produziert wird? Sicherer, sozialer und fairer als mit KV, RV und Urlaubsgeld geht es wohl kaum… Natürlich muss man sich da einschränen und kann nicht jeden Trend mitmachen. Wer ist bereit das zu zahlen was er selbst auch verdienen möchte? Und Transporte von zig-tausend Kilometern kann man sich dann auch sparen… Wer ist bereit wirklich auch Konsumverzicht zu leisten und nicht nicht nur minimal Standarts am anderen Ende der Welt zu fordern…?
    just my 2 cent

  • Brockdorff sagt:

    Die deutsche Textilindustrie ist doch spätestens seit der Globalisierung tot.

  • Brockdorff sagt:

    Ich erinnere mich an ein Experiment. In den neuen Bundesländern wurde eine kleine Schuhmanufaktur hochgezogen und der Plan war: Sportschuh made in Germany. Ob sich das Projekt letztlich finanziell rentierte, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Fakt ist aber auch, dass dieser Schuh über 200 Euro kosten sollte.
    U.a. produziert die Textilindustrie nicht mehr in Deutschland, weil viele Unternehmen die Ansicht vertreten, es wäre zu teuer. Siehe z.B. die im Vergleich zu anderen Ländern hohen Lohnkosten.

  • Brockdorff sagt:

    Hab den besagten Schuhhersteller nund doch im Netz gefunden: Lunge (hat I-Net-Seite & Shop)

  • Amalia sagt:

    Es gibt ja durchaus Anbieter, denen ich geneigt bin, ihre Herkunftsangaben zu glauben, etwa, wenn bei Manufactum von einem sauerländischen Familienbetrieb oder bei The British Shop von schottischen Hochlandwebereien die Rede ist.
    Der Preis allein kann jedoch kein Indikator sein. Spätestens im Schlußverkauf merkt man, wie hoch die Gewinnmargen mitunter sind, denn wir dürfen gewiß sein, selbst beim größten Schnäppchen verdient der Anbieter noch.
    Vermutlich kann man durch Konsumentscheidungen und öffentliche Diskussionen lenken, aber ich schätze, effektive Regelungen können nur über den Gesetzgeber erfolgen. Ich könnte mir etwas in Analogie zu den Resolutionen gegen ‚Blutdiamanten‘ vorstellen.

    LG, Amalia

  • Isa sagt:

    Vielen Dank für diesen interessanten und wichtigen Artikel. Schrecklich ist die Tatsache, dass auch hochpreisige Marken zu unmenschlichen Bedingungen produzieren lassen. Auch ist es bei den oben beschriebenen Machenschaften für die Kunden praktisch unmöglich herauszufinden, wo ein Kleidungsstück tatsächlich produziert wurde. Für Schuhe hätte ich dennoch folgende Tipps: Waldviertler-Schuhe (www.gea.at) werden in Österreich hergestellt. Auch Taschen und Möbel werden vor Ort im Waldviertel produziert. Bitte aber keine High-Heels mit modischen Schnickschnack erwarten; es sind eher klassische Schuhe, aber sehr haltbar und bequem. Wunderbares „geistiges Futter“ ist auch die dortige Zeitschrift „Brennstoff“; siehe Website. Oder Snipe Schuhe (www.snipe.com/de). Diese werden in Portugal hergestellt.
    Vielleicht kennen andere noch die eine oder andere Einkaufsquelle?

  • Julia sagt:

    Liebe Dani,

    ich freue mich sehr, dass Du dieses aktuelle und brisante Thema aufgegriffen hast.
    Die Thematik ist mir nicht neu. Leider setzen viele Verbraucher lieber die Scheuklappen auf, statt der Wahrheit ins Auge zu blicken und auch nur einen Gedanken aufzuwenden, wie man das Ganze boykottieren könnte.
    Die Textilproblematik lässt sich für mich nicht so leicht lösen, wie die Problematik der Lebensmittel-, insbesondere Fleischindustrie. Ich kaufe mein Fleisch nur noch bei ausgewählten, regional agierenden Metzgern, Gemüse und Obst am liebsten auf dem Wochenmarkt und Milch kann man sich sogar bei einem Bauer in der Nähe am Automaten zapfen.

    Jedoch erfordert die sensible Auswahl von Kleidungsstücken deutlich mehr Aufwand und selbst dieser wird nur selten mit 100% politisch korrekt produzieren Kleidungsstücken entlohnt. Wie meine Vorredner bereits erwähnten, finde auch ich es unglaublich schwer, ”richtig” einzukaufen. Der Dschungel der Marken inkl. deren bevorzugten Produktionsländer ist für den Verbraucher schwer zu durchschauen.
    Auch muss ich meinen Vorrednern zustimmen, dass es nicht in Ordnung sein kann, dass auch höherpreisiger Ausstatter wie Hilfiger, Ralph Lauren etc. in Billigländern produzieren.

    Leider habe ich auch keine Patentlösung in meiner Speedy.

    Bei Daniels & Korff habe ich z.B. vor kurzem nachgefragt, wo sie die Ware produzieren lassen. Die Antwort lautete: Jugoslawien.
    Das gibt mir auch kein wirklich gutes Gefühl.

    Liebe Grüße,

    Julia

    http://www.perlenjulia.blogspot.de

  • Dani sagt:

    Vielen Dank für Eure zahlreichen Beiträge!

    Conny, entschuldige, aber von 30 Dollar oder 30 Euro kann auch in Indien niemand eine Familie ernähren, ich fürchte, da hast Du eine falsche Vorstellung. Es sei denn Du hältst das Wohnen in einer Wellblechhütte und die Wassersuppe einmal am Tag für lebenswert.

    Und nein, ich rufe hier auch nicht zum Konsumboykott auf (dann könnte ich den Lady-Blog schließen ;-) ). Ich denke, das Allerwichtigste ist, dass wir aufhören den Firmen blind zu vertrauen und zu hinterfragen, nicht zu verdrängen, sondern uns die Lebensbedingungen klar zu machen. Und vor allem: BEWUSST und überlegt zu kaufen. Im zweiten Schritt muss dann jeder selbst entscheiden, was er kauft. Wenn die Herstellungsbedingungen nicht transparent sind (so wie viele von Euch kritistiert haben), dann ist das schon mal ein schlechtes Zeichen.

    Ich persönlich finde es gut, wenn man seinen Konsum auf unterschiedliche „Standbeine“ aufteilt, vielleicht viertelt.

    1. (Traditions-)Firmen, die in Deutschland und Europa produzieren und solche mit fairen/ökologischen Siegeln, z.B. Barbour, Odd Molly
    2. Mittelständische Unternehmen, die im europäischen Ausland produzieren oder dort ihre Materialien erwerben, aber die fairen Bedingungen überwachen, z.B. Indian Affairs, Gräfin Arnim
    3. Eure Lieblingsfirmen wie Tommy Hilfiger, Ralph Lauren oder Schumacher
    4. Maßgeschneidertes und Selbstgemachtes

    Boykott: Ganz vermeiden würde ich die großen Billigketten, also KIK und Primark (sowieso), aber auch C&A, Deichmann, New Yorker, Bijou Brigitte und wie sie alle heißen. Und nein, ich glaube nicht, dass die Ketten dann in billigere Länder abwandern. Das tun sie vielleicht, wenn Bangladesch und Co. die Löhne stark erhöhen, aber wenn die Firmen merken, dass die Kunden keine „Blutware“ mehr kaufen, sind sie gezwungen umzudenken. Ich nehme H&M mal heraus, weil sie momentan am meisten auf Transparenz setzen und sogar kürzlich ihre Zulieferliste veröffentlich haben. Allerdings sollte man sich da überlegen, ob man nicht schon allein aus Umweltgründen lieber ein hochwertigeres Teil kauft, das dann länger als 1 Saison hält.

    Herzliche Grüße
    Dani

    PS: Das Schlimmste was man m.E. machen kann, ist sich nur bei H&M und Primark einzudecken, so wie es viele junge Mädels machen. Der Höhepunkt dieses Konsumrausches sind dann die „Hauls“ bei Youtube, in denen die Mädchen ihre neuesten Erungenschaften präsentieren. Häufig mit dem Zusatz: „Ich weiß noch nicht, ob ich das brauche, aber ich habe es einfach mal mitgenommen, kostet ja nur 2 Euro“. Tut mir leid, aber das finde ich unter aller Sau. So.

  • SabinaSabina sagt:

    Guter Artikel und empfehle dazu gern das Buch „Selber Denken“ http://so-nur-in-frankfurt.blogspot.com

  • Brockdorff sagt:

    Ich empfehle auch das Londoner Label ,,Spark´s“. Made in GB und auch bei Zalando.de erhältich.
    Very british.

  • Liebe Ladys,

    eine absolute Tragödie hat sich in Bangladesh abgespielt und endlich endlich ist eine große und breite Diskussion (und hoffentlich auch ein Bewusstsein) dazu enstanden.

    Die Problematik ist aber natürlich nicht neu und ich bin mir ziemlich sicher, dass es den meisten unter uns allen schon früher Bewusst war, dass der Großteil unserer Kleidung unter schlechten Bedingungen hergestellt wird / wurde – auch hochpreisigere Labels.

    Schlussendlich haben wir, die Verbraucher, die größte Macht. Wir sollten alle konsequent sein und nur noch Fair-Trade- und Bio-Kleidung kaufen, aber das will ja dann auch keiner… wer ohne Schuld ist, solle den ersten Stein werfen!

    Liebe Grüße
    Anna
    http://stil-box.net/

  • Felina sagt:

    Ich finde es gut, dass die Thematik hier angesprochen wurde – dieses Problembewusstsein hebt Lady blog positiv unter den sonstigen Modeblogs hervor, bei denen die Umsetzung der neusten Trends im Vordergrund steht und Themen wie Nachhaltigkeit, faire Produktionsbedingungen etc. gar keine Rolle spielen. Was ich mir in dem Zusammenhang vom Lady-Blog noch wünschen würde, wären Beiträge über Kriterien zum Erkennen von hochwertiger Qualität, Einkaufsalternativen und Ideen dazu, wie sich eine Basisgarderobe immer wieder neu kombinieren lässt.

  • Dani sagt:

    Liebe Felina,

    danke für Deinen netten Kommentar und die guten Ideen! Ich überlege, ob ich eine Rubrik „1 Teil – 5 Styles“ oder ähnlich einführe, um zu zeigen wie vielfältig man Basicteile kombininieren kann. Stellst Du Dir so etwas vor?

    Herzliche Grüße
    Dani

  • Felina sagt:

    Liebe Dani,

    „1 Teil – 5 Styles“ wäre tatsächlich eine Rubrik, die ich sehr begrüßenswert fände!

    Herzliche Grüße!

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