Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Weihnachten: Zeit für Traditionen & Erinnerungen

Gestern erhielt ich bereits mein erstes – und wohl auch mein schönstes – Weihnachtsgeschenk: eine alte erzgebirgische Weihnachtspyramide. Aber das Lichtgestell mit Krippenfiguren, die durch ein Zusammenspiel aus Kerzen und einem Flügelrad angetrieben werden, ist nicht nur eine sehr schöne traditionelle Weihnachtsdekoration. Sie hat für mich auch eine emotionale Bedeutung: Meine Mama bekam die Pyramide einst von meinem Großvater geschenkt und der erhielt sie von seiner Mutter vermutlich im 2. Weltkrieg, in den er als 16-jähriger eingezogen wurde. Denn die Stabpyramide aus Seiffen wurde im Krieg als Weihnachtsgruß an die Front geschickt. In ihre Einzelteile zerlegt, passte sie exakt in eine damals übliche Feldpostschachtel.

Entworfen wurde die Stabpyramide vom Spielwarenhersteller und Direktor der Seiffener Fachschule Max Schanz, der von 1895 bis 1953 lebte. Der Kurort Seiffen im sächsischen Erzgebirge ist weltweit bekannt für seine Spielzeugmacher und deren Schauwerkstätten. Die Pyramide entwickelte Schanz zusammen mit der Kunsthandwerkerin Elfriede Jahreiss extra für den Versand in Feldpostschachteln. Sie kann darum in viele Einzelteile aus in Handarbeit gedrechselten, geschnitzten, gesägten und bemalten Holz zerlegt werden. Das Kopftuch der Maria und die Hutkrempen der Hirten bestehen aus Papier, das Jesuskind ist mit einem Leinentuch zugedeckt – alles ist bis heute erstaunlich gut erhalten. Ein Exemplar der Pyramide könnt Ihr in der staatlichen Kunstsammlung Dresden anschauen, seit einigen Jahren werden die Pyramiden nach Originalvorbild auch wieder hergestellt; Ihr könnt sie z.B. hier erwerben.

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Unter dem Jahr warten die Krippenfiguren in einem alten Papierkarton auf ihren großen Auftritt; eine Anleitung in Fraktur erklärt den Aufbau der Pyramide


3 Kommentare
  • Sabine sagt:

    Wir haben auch viele Sachen aus dem Erzgebirge, liebe Dani, da meine Familie aus der Ex-DDR kommt. Damals bekamen wir die Sachen von den Verwandten, die „drüben“ blieben. Und so habe ich eine schöne Sammlung vererbt bekommen. Ich schätze diese Dinge sehr. Vor ein paar Jahren war ich zur Weihnachtszeit das erste Mal im Erzgebirge und habe mir alles angeschaut. Im Gepäck nach Hause waren dann 2 Schwibbögen, die ich im Moment als meinen einzige Weihnachtsschmuck aufstelle.
    Frohe Weihnachten.
    Sabine

  • Rena sagt:

    Vor zwei Jahren habe ich solch eine Weihnachtspyramide von einem guten Lieferanten aus dem Erzgebirge zu Weihnachten bekommen, ich war hin und weg! Hoffentlich bleibt diese Pyramide auch so lange erhalten, wie Deine wunderbare Herzenssache <3

    Liebe Grüße und frohe Weihnachten, Rena

    http://www.dressedwithsoul.blogspot.de

  • Horst sagt:

    Ach toll! Die ist ja super! Sowas mag ich und die Geschichte hinter Deiner Pyramide ist natürlich Gold wert!

    (und ein schöner Geschenketipp fürs nächste Jahr ist es auch)

    LG und schöne Weihnachten!

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