Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist…

In Gütersloh drehte sich in den letzten Tagen alles um das Buch. Hier haben wir bereits darüber berichtet. Auch die zweite Hälfte der „Lesestadt“ war mit tollen Lesungen gefüllt. Da fiel die Entscheidung, wohin man gehen soll, nicht leicht. Letztendlich entschied ich mich für Lesungen zu Goethe, Reisen in die Provence und einen multimedialen „Kleinen Prinz“. von Sybille

 1. Stefan Bollmann: Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist

Ganz wunderbar war die Lesung von Stefan Bollmann aus seinem Buch „Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist“, mit dem er den Beweis antritt, dass Goethe uns auch heute beibringen kann, wie ein Leben gelingt. Dabei holt er den Dichterfürsten auf schöne Art und Weise von seinem Sockel herunter. „Goethe schreibt saugut. Und wenn man ihn entschlackt, dann ist er sehr gegenwärtig“, so Bollmann. Besonders bewundert er Goethes Hartnäckigkeit: „Goethe war ein Arbeitstier. Er hat immer weitergemacht, auch als alter Mann.“

Zudem habe er sich immer wieder neu erfunden. Nicht nur als er mit 40 Jahren alles hinwarf, um für zwei Jahre nach Italien zu gehen, sondern auch als er begann sich mit den Naturwissenschaften oder der Farbenlehre zu beschäftigen. Er sei reich beschenkt worden durch die Arbeit an diesem Buch, sagt der Germanist Bollmann, der übrigens auch die Bücher „Frauen, die lesen, sind gefährlich“ sowie „Frauen und Bücher“ verfasst hat. Letzteres haben wir hier bereits vorgestellt. Er selbst schätzt den Dramatiker Goethe nicht so sehr. Bollmanns Lieblings Goethe-Lektüre sind der „Wilhelm Meister“, „Dichtung und Wahrheit“, die Gedichte sowie die „Wahlverwandtschaften“, die er alle 10 Jahre liest.

Oben: Stefan Bollmann, der u.a. auch das Buch „Frauen und Bücher“ verfasst hat, erklärt „Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist“/Foto: Kai-Uwe Oesterhelweg

2. Stephan Schäfer: Provence – Land des Lichts

Seit er Goethes „Italienische Reise“ gelesen hat, gilt Stephan Schäfers große Leidenschaft historischen und zeitgenössischen Reisebeschreibungen. „Durch diese Reisebeschreibungen taucht man in Regionen und Zeiten ein, die es so nicht mehr gibt.“ Und – wie schon Jean Paul wusste: „Wer eine Reise beschreibt, beschreibt immer auch sich selbst.“ An diesem Abend ging es um Reisebeschreibungen aus der Provence – dem „Land des Lichts“.  Trotz unterschiedlicher Autoren, haben diese Beschreibungen viel gemeinsam.

Sie beschreiben den Himmel, die Architektur der Städte und vor allem das wunderbare Licht, das ja auch viele Maler in seinen Bann gezogen hat. Schäfer las aus den „Südfranzösischen Eindrücken“ von Hugo von Hoffmannsthal, der „Frühlingsfahrt durch die Provence“ von Stefan Zweig oder den „Wandertagen in Südfrankreich“ von Kurt Tucholsky. Umrahmt wurde die Lesung von französischen Chansons, die Michel Manthevet vortrug. Schäfer selbst betrachtet sich übrigens eher als literarischen Globetrotter. Er selbst reist am liebsten nach Spanien. Dort genießt er – fernab von touristischen Hotspots – das ganz normale Leben.

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Luden zu einer literarischen Reise in die Provence: Dr. Wolfgang Hellmeier (Deutsch-Französische Gesellschaft Gütersloh), Stephan Schäfer, Elke Corsmeyer (Buchhandlung Markus) und Michel Manthevet/Foto: Kai-Uwe Oesterhelweg

3. Der Kleine Prinz

Ich gebe zu, „Der kleine Prinz“ hat nie zu meinen Lieblingsbüchern gehört. Nach der Lektüre in der Schule habe ich es in die Schublade „rührseliger Kitsch“ gepackt und nie wieder hervorgeholt. Nachdem ich jetzt allerdings mit dem Schauspieler Martin Feifel, dem Gitarristen Roman Chowdhury und der Tänzerin Rachael Maya gesprochen habe, die zusammen eine wunderschöne multimediale Lesung des Buches entwickelt haben, werde ich „Der kleine Prinz“ sicherlich wieder lesen. Feifel und Chowdury sind seit der Schule eng befreundet und wollten schon länger einmal zusammen auf der Bühne stehen. „In „Der kleine Prinz“ geht es um das Thema Freundschaft, deshalb bot sich das Buch als gemeinsames Projekt an“, so Chowdury.

„Der kleine Prinz“ sei mehr als die vielzitierten Poesiealbum-Sprüche. „Es geht um die Reise eines kleinen Mannes, für den sich auf seinem Weg ganz neue Welten eröffnen“, so Martin Feifel. Auch er hat das Buch in der Schule gelesen und bei der neuerlichen Lektüre entfaltete sich für ihn ein Zauber, der sich sehr von dem unterschied, was er bei der Schullektüre wahrnahm. Für die beiden Künstler war es auch schnell klar, dass eine Lesung durch Bilder, Licht und Musik begleitet werden muss. Dazu tanzt Rachael Maya in einem zauberhaften Kostüm. Neben einer Auswahl von St. Exupérys Illustrationen wurden Bilder aus dem Weltall auf eine Großleinwand projiziert, so dass man das Gefühl hatte, man reise gemeinsam mit dem kleinen Prinzen durch den Sternenhimmel. Weitere Lesungen findet Ihr hier.

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Martin Feifel bei der multimedialen Lesung „Der kleine Prinz“/Foto: Kai-Uwe Oesterhelweg

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