Dani
Waldkindergarten: Tipps für eine praktische & stilvolle Garderobe

Für uns steht dieses Jahr der zweite Herbst und Winter im Waldkindergarten an. Momentan kaufe ich die Ausrüstung und Bekleidung nach, die zu klein geworden sind und möchte Euch gerne an unseren Erfahrungen teilhaben lassen. Denn mit der richtigen Garderobe ist ein Waldkindergarten das Beste, was Ihr Eurem Kind schenken könnt.

Waldkindergarten: Wichtig ist die richtige Bekleidung

Wir haben im letzten Jahr lange überlegt, ob wir unsere Tochter für den Waldkindergarten anmelden sollen, denn die Kinder sind bei jedem Wind und Wetter draußen. Nur bei Gewitter können sie Unterschlupf in einem Häusschen suchen. In der kalten Jahreszeit nehmen sie ihre Brotzeit in einem Tipi samt Feuerstelle ein, im Sommer suchen sie sich dafür ein schönes Plätzchen auf einer Waldlichtung. Wir haben uns für den Waldkindergarten entschieden und diese Entscheidung keinen einzigen Tag bereut. Irgendwo im Internet habe ich gelesen, dass es keine Kinder gibt, für die ein Waldkindergarten nicht das Richtige ist, nur Eltern, die glauben, es wäre nicht das Richtige für ihr Kind. Unsere Tochter ist viel ausgeglichener, wenn sie nach Hause kommt, lernt unglaublich viel draußen in der Natur und ist fast nie krank. Wichtig ist aber natürlich eine gute Ausrüstung und Bekleidung. Gerne möchte ich meine Erfahrungen mit Euch teilen.

Ein paar Grundüberlegungen

Ich habe es mir zur Routine gemacht, jeden Morgen den Wetterbericht zu checken und unsere Tochter entsprechend einzukleiden. Prinzipiell empfiehlt sich immer der Zwiebellook – kombiniert also verschiedene eher dünne Schichten und lasst das Kind Lage für Lage ausziehen, je nachdem wie warm es ist. Praktisch ist natürlich auch, wenn Ihr einen kleinen Rucksack oder Beutel mit Wechselsachen für Eure Kids im Kindergarten deponieren könnt. Worauf Ihr Euch auf jeden Fall einstellen müsst: Eure Waschmaschine wird vor allem im Frühjahr und im Herbst auf Hochtouren laufen. Unsere Tochter jedenfalls liebt es, im Matsch zu spielen und sieht auch entsprechend aus. Bestimmte Kleidungsstücke wie Matschhosen und Regen- bzw. Outdoorjacken solltet Ihr also ruhig in mehrfacher Ausführung besitzen.

Waldkindergarten: Tipps für eine praktische & stilvolle Garderobe

Fast immer mit dabei: Die Trinkflasche von ECO tanka und ein chicer Behälter von Black + Blum – beides aus Edelstahl, robuste Boots von Timberland, ein Regenmantel von America Today und der Waldfuchs-Rucksack von Deuter

Ausrüstungsgegenstände für den Waldkindergarten

Wie immer gilt: Achtet bei der Anschaffung Eurer Ausrüstungsgegenstände auf eine gute Qualität – dann können diese sogar noch für die Schule oder darüber hinaus verwendet werden. Beim Rucksack haben wir uns für die Waldkindergarten-Edition „Waldfuchs“ von Deuter entschieden. Der Kinderrucksack wurde zusammen mit dem Landesverband Wald- und Naturkindergärten in Bayern e.V. entwickelt und ist in drei Farben erhältlich. Im Rucksack ist bereits ein Sitzkissen enthalten. Außerdem hat unsere Tochter im Alltag eine Brotdose aus Edelstahl von ECO Brotbox und eine Trinkflasche von ECO tanka dabei. Wir haben uns für eine zweiwandige Flasche entschieden, welche die Getränke im Sommer kühl und im Winter warm hält. Als Hersteller ist z.B. auch Klean Kanteen zu empfehlen. Für Jogurt, Porridge oder auch einmal eine Suppe nimmt sie einen chicen Edelstahl-Behälter von Black + Blum mit.

Die richtige Bekleidung für den Waldkindergarten

Im Sommer greifen wir einfach zu einer langen Leggings (aufgrund der Zeckengefahr) und einem T-Shirt, darüber morgens ein Strickjäckchen. Im Herbst und Frühjahr wird es schon etwas komplizierter: Über der normalen Unterwäsche trägt unsere Tochter in der Regel lange Unterwäsche aus einem Wolle-Seide-Mix, zum Beispiel von Engel* – das hält nicht nur wunderbar warm, sondern fühlt sich dank des Seide-Anteils auch toll an auf der Haut, (neigt aber leider auch zu Löchlein). Neben Engel kann ich Euch für (Merino-)Wollbekleidung auch die Marken Disana*, Dilling und Cosilana empfehlen. Nun folgt die nächste Schicht mit einem Wollpullover (wir schwören auf Alpakawolle!) und einer Cord- oder Walkhose. Darüber zieht sie eine Maschhose von BMS, eine Fleece- und eine Funktionsjacke von Vaude* bzw. eine Regenjacke. Wir haben uns für einen klassischen, gefütterten Friesennerz von America Today aus 100% recycelten Polyester (aus ca. 20 Plastikflaschen) mit extralangen Ärmeln entschieden und sind sehr zufrieden. Bei vielen Waldkinder-Eltern ist auch die nachhaltige Outdoormode des Labels Finkid* sehr beliebt. Bei den Schuhen wechselt unsere Tochter zwischen Boots von Timberland, Bergschuhen von Lowa und Gummistiefeln von Aigle.

Und im Winter?

Im Winter ersetzen wir die letzte Schicht durch eine Schneehose mit Trägern und eine Daunenjacke. Wir haben diesbezüglich gute Erfahrungen mit den Kindermarken Kanz und Jacadi gemacht. Besonders schwierig ist die Wahl der Winterschuhe. Denn sobald die Kinder sich im Winter nicht bewegen, frieren die Füße. Im letzten Jahr haben wir Duckboots von Viking ausprobiert, die gefüttert sind und trotzdem wie Gummistiefel das Wasser abweisen. Zusätzlich haben wir die Schuhe mit einer Lammfellsohle ausgestattet. Über den Baumwollsocken trug unser Kind außerdem ein zweites Paar Wollsocken von Hirsch Natur. Das war für uns eine akzeptable Lösung. Für den Kopf nutzen wir im Herbst hübsche Mützchen von Jacadi oder Cyrillus in Kombination mit einem Buff aus Merinowolle und im Winter eine praktische und niedliche Schlupfmütze aus Schurwolle von Huttelihut (oder z.B. Pure by Bauer), die gleichzeitig als Schal dient. Ob ihr die Mütze dieses Jahr noch gefällt, wird sich allerdings erst zeigen. Und noch ein Tipp zum Schluss: Buddelhandschuhe, z.B. von Ticket to Heaven, schützen die Fleece- oder Woll-Handschuhe darunter vor Nässe.

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7 Kommentare
  • Sandra T. sagt:

    Mein Neffe war ebenfalls im Waldkindergarten – das Beste, das uns allen passieren konnte. Ein glückliches, zufriedenes und müdes Kind konnte man des Nachmittags dort abholen :o)
    Danke, Daniela, Du hast alles wunderbar aufgeführt, Deine Tipps sind Gold wert und ich habe dem nichts hinzuzufügen.
    (Und ja, es stimmt, die Waschmaschine läuft tatsächlich auf Hochtouren und man benötigt mehrere Alternativen an „Überziehern“ wie Matschhose, Stiefel, Jacke).

    Herzlich, Sandra T.

  • Dani sagt:

    Liebe Sandra,

    es freut mich sehr, dass Du meine Erfahrungen teilst! Denn letztlich ist ja jeder Waldkindergarten anders – aber wird sind jedenfalls ganz begeistert.

    Herzliche Grüße
    Daniela

  • Sisyphee sagt:

    Ich habe auch zwei Waldkinder und würde die Ausrüstung so unterschreiben. Einzig, dass wir die Matschsachen so gut wie gar nicht waschen (im Prinzip nur am Ende der Saison), das hat keinen Sinn, da sie in der entsprechenden Jahreszeit am nächsten Tag wieder genauso aussehen und damit nur das Material kaputt geht.
    Wir haben diese Sachen aber dennoch doppelt, da die Trockenzeit zb einer gefütterten Matschhose manchmal länger bis zum nächsten Tag dauert.

  • Dani sagt:

    Liebe Sisyphee,

    ok, und wie machst Du es dann, wenn die steif vor Dreck sind? Bürstest Du sie etwas aus? Wir könnten sie wirklich so keinen zweiten Tag anziehen! :-D

    Herzliche Grüße
    Daniela

  • Johanna sagt:

    Liebe Dani,

    ich habe zwei Kinder durch den Waldkindergarten begleitet.
    Bewährt hat sich bei uns hier im Norden vor allem mehrere Schichten Wolle/Wolle-Seide. Auch Jacken aus Walk oder Wollfleece. Oder Wollfrottee. Für den Winter gerne auch Kombinationen aus beidem- Loden gefüttert mit Wollfleece zb ist super warm und das Klima auf der Haut ist total angenehm. Das ging hier besser ( und pflegeleichter) als jede Outdoorbekleidung mit Polyesteranteilen.
    Da ich viel selbst genäht habe oder handmade gekauft habe, waren sie immer praktisch- wohlfühlorientiert und stilvoll gekleidet. Die Stoff-produzierende Händlerin meines Vertrauens legt sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit und faire( für Mensch und Tier) ökologische Qualität, so dass ich sie mit gutem Gewissen laufen lassen konnte :)

    Im Hochsommer haben sie ( wenn es wirklich zu heiss für Wolle-Seide war) Leinen getragen. So hatten sie nach dem ersten Winter für normale Matschtage Walk bzw Walklodenhosen. Die wurden nur ausgebürstet wenn nötig.
    Matschsachen haben sie ab dem zweiten Winter nur bei Regen getragen.
    Wenn die ( auch vorher) dreckig waren, habe ich es trocknen lassen, ausgeschlagen und dann kam schon eine Menge Dreck runter. Hing der Lehm sehr fest dran und das Stück war wirklich steif, haben wir es einfach mit klarem Wasser abgespült. Das ging so die ganzen 5 Jahre super.

    Leider sind wir nun in eine Gegend gezogen, in der es keine Waldkindergärten gibt. Es gibt nichts besseres an Kindergärten finde ich

  • Dani sagt:

    Liebe Johanna,

    danke für Deine Tipps – Walkloden möchte ich auch sehr gern einmal ausprobieren! Hast Du eine Kaufempfehlung? Oder hast Du alles selbst genäht?

    Herzliche Grüße
    Daniela

  • Sisyphee sagt:

    Liebe Dani,
    es ist wohl sehr Kind- und Kindergarten-anhängig, wie dreckig die Sachen werden. Bei uns gibt es selten ein richtiges Matschloch, in dem sich die Kinder wälzen könnten, und wenn sind meine Kinder auch nicht die, die das tun. Ich kann mich an ein Mal in drei Jahren erinnern, als die Sachen richtig dreckig waren. Da habe ich sie unter der Dusche abgebraust. Schön wie unterschiedlich Kinder sind! Was für den einen funktioniert, funktioniert eben nicht notwendigerweise für den nächsten. Ich wollte nur grundsätzlich davon abraten, zu versuchen, die Waldsachen „sauber“ zu halten – weil das unökologische Sisyphusarbeit ist.
    Viele Grüße aus Würzburg!

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