Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Sandmännchens Geschichtenbuch von Gina Ruck-Pauquèt

Eine Gutenachtgeschichte gehört für uns zum festen Einschlaf-Ritual. Lange haben wir jedoch nach einem richtig schönen Vorlesebuch gesucht. Die Märchen der Gebrüder Grimm gefallen Amalia zwar sehr, sie sind jedoch eigentlich noch zu lang, andere Einschlafgeschichten haben uns thematisch nicht zugesagt. Dank einer Freundin wurden wir auf Sandmännchens Geschichtenbuch* aufmerksam und sind begeistert: Die Geschichten sind kurz und voller Wärme.

Nostalgische Geschichten von Zoowärtern und Briefträgern

Vielleicht kennen einige von Euch das Buch ja noch aus ihrer eigenen Kindheit? Die erste Ausgabe von Gina Ruck-Pauquèts „Sandmännchens Geschichtenbuch“ stammt nämlich bereits aus dem Jahr 1969, dementsprechend nostalgisch kommen die Geschichten zum Teil rüber: Der Service-Mitarbeiter der Bahn heißt noch „Stationsvorsteher“, der Briefträger ist auf einem Hochrad unterwegs und nachts wandelt noch der kleine „Nachtwächter“ durch die Straßen des Ortes. Es sind Geschichten zum Träumen, Geschichten, die Kinder bezaubern, manchmal auch traurig, meistens aber urkomisch. Sie handeln vom kleinen Briefträger, Stationsvorsteher, Nachtwächter, Zauberer, Schornsteinfeger und Zoowärter. Die liebenswerten Hauptprotagonisten erleben kleine Abenteuer, die in etwa 5 Minuten erzählt sind. Meine Lieblingsgeschichte handelt von einer Großmutter, die beschließt auf einem Dach zu leben, bis der kleine Schornsteinfeger sie entdeckt und sie doch noch überreden kann, auf die Erde zurückzukehren.

Hinter dem fünften Schornstein rechts aber entdeckt er endlich etwas völlig Ungewöhnliches. Da sitzt eine Großmutter in Pantoffeln und lässt die Stricknadeln klappern. Und neben ihr lehnt ein schwarzer Regenschirm. „Das ist eine Überraschung!“, stottert der kleine Schornsteinfeger. „Schönen guten Morgen.“ „Hallo!“ sagt die Großmutter. „Zweiundzwanzig, dreiundzwanzig“, denn sie muss die Maschen zählen. „Was machst du hier?“ fragt der kleine Schornsteinfeger. „Ich frühstücke jetzt“, entgegnet die Großmutter. „Und ich lade dich ein.“ Sie greift in ihren Regenschirm und holt frische Butterhörnchen hervor.

Das schönste Vorlesebuch für Kleinkinder

Sandmännchens Geschichtenbuch eignet sich am besten für das Alter zwischen 2 1/2 und 5 Jahren, später kann das Kind seine Lieblingsgeschichten dann selbst lesen. Wir greifen momentan Abend für Abend nach dem Buch. Entweder wünscht sich Amalia eine bestimmte Geschichte oder wir schlagen eine zufällige Seite auf. Sandmännchens Geschichtenbuch ist ein Buch voller Wärme, phantasieanregend aber nicht aufregend, hübsch illustriert, humorvoll und mit poetischer Sprache. Für uns das beste Gutenachtgeschichtenbuch – wie schön, dass es diesen Klassiker noch gibt!

Sandmännchens Geschichtenbuch: Unser liebstes Gutenacht-Buch

Jede Geschichte ist etwa eine Doppelseite lang und somit einprägsam, ohne das Kind mit zu vielen Informationen zu überfordern, sprachlich ist es auch gut für Kleinkinder geeignet

Sandmännchens Geschichtenbuch: Unser liebstes Vorlesebuch

Amalias Lieblingsgeschichte handelt von einem frechen kleinen Äffchen, das durch die Gitterstäbe seines Käfigs schlüpft um die anderen Tiere des Zoos zu ärgern – doch natürlich lässt sich der kleine Zoowärter etwas einfallenKinderbuch-Klassiker: Gina Ruck-Pauquèt Sandmännchens Geschichtenbuch

„Sandmännchens Geschichtenbuch“ von Gina Ruck-Pauquèt und Pepperl Ott ist bei Ravensburger erschienen//Die hübsche Bettwäsche aus Leinen und Baumwolle mit bestickten Buchstaben stammt übrigens von Jacadi

Gina Ruck-Pauquèt wurde 1931 in Köln geboren und übte viele Berufe aus, bis sie sich schließlich als Schriftstellerin in der Nähe von Bad Tölz niederließ: Zahnarzthelferin, Modell, Gerichtsreporterin und Bildjournalistin. Geschrieben hat sie schon, seit sie den Sinn von Buchstaben begriffen hat. In den meisten Geschichten greift sie das Problem des Andersseins auf und nimmt Partei für diejenigen, die am Rande der Gesellschaft stehen, die schrulligen Charaktere. Aktuelle Werke der 87-Jährigen sind Der kleine Zauberer und der König der Katzen* oder Keine Zeit für Murmelbär?*

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3 Kommentare
  • Amalia sagt:

    Oh, wie genial – das gibt es noch! Dieses Buch hatte ich auch als Kind – wo ist es nur hingekommen?
    Liebe Grüße
    Amalia

  • Dani sagt:

    Liebe Amalia,

    wie schön, dass Du das Buch noch aus Deiner Kindheit kennst! Ich hoffe, Deine Tochter wird genauso viel Gefallen daran finden!

    Herzliche Grüße
    Dani

  • Caro sagt:

    Das ist so ein großartiges Buch. Ich liebe, liebe, liebe es. Und das noch heute mit Mitte 30. Jeder sollte dieses Buch kennen.

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