Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Und wer hat’s erfunden? Die Schweizer!*

Kurz vor Weihnachten erreichte mich ein Paket mit einer hübschen kleinen Holzbox. Neugierig öffnete ich den Deckel … und fand? Eine Dose Ricola Kräuterbonbons*. Heuer feiert der Original Ricola Kräuterzucker nämlich seinen 75. Geburtstag. Eigenwillig sehen sie aus, diese Bonbons mit ihren scharfen Kanten, dunkelbraun, wie Klumpen Bernstein. Trotzdem machten sie eine Weltkarriere. Hierzulande kennt die „Kräuterzückerli“ – nicht zuletzt dank ihres sympathischen Werbeslogans – jeder. Am Geschmack hat sich seit seiner Erfindung nichts geändert. Für mich Grund genug, einmal hinter die Kulissen des Schweizer Traditionsunternehmens zu blicken.

Drei halbnackte Finnen sitzen vor einer Sauna und preisen die Vorzüge ihres Kräuterbonbons – diese berühmte Szene aus einem Ricola-Werbesports bedeutet für den Schweizer Konzern 1999 einen Umbruch. Gegen Ende der Achtziger verblasste der Ruhm des Kräuterzuckers nämlich langsam. In seiner gelben Dose lag er in den Süßigkeitenschränken der Nation und schmolz mit der Zeit zu einem schwarzen Brocken zusammen. Der Werbespot, produziert von der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt, schlug jedoch ein wie eine Bombe und machte aus dem Unternehmen den Weltmarktführer im Bereich Hustenbonbon.

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Von der kleinen Bonbonkocherei zum internationalen Konzern

Das Erfolgsgeheimnis der kantigen Schönheit liegt in der Gründungszeit von Ricola: Emil Richterich, Gründer und Inhaber der seit 1930 bestehenden Confiserie Richterich & Compagnie war ein Erfindergeist. Immer wieder schuf er neue Bonbonkreationen. Vor allem für Kräuter und ihre Wirkung hegte er ein großes Interesse. Im Jahr 1940 entwickelte er schließlich die legendäre „13-Kräutermischung“. Aus der Richterich Confiserie wurde Ricola – ein Kunstwort aus Richterich & Co. Laufen. Letzteres ist ein malerisches Städtchen im Nordwesten der Schweiz und bis heute der Hauptsitz und die Produktionsstätte des Unternehmens.

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Von Anfang an war Ricola ein nachhaltiges Wachsen wichtig. Das einfache Sammeln von wild gewachsenen Kräutern reichte für die Produktion schnell nicht mehr aus. Man begann also zunächst damit, Kräuter auf dem eigenem Gelände zu ziehen und dann mit regionalen Bergbauern zusammenzuarbeiten. Heute pflanzen mehr als 100 Bauern im Schweizer Berggebiet exklusiv für Ricola unter fairen Bedingungen Kräuter an. Ernten dürfen die Landwirte nur, wenn das Kraut in einem „Sicherheitsabstand“ zur nächsten Straße steht und wenn keinerlei Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt werden. Allerdings wird – das muss leider auch kritisch gesagt werden – in den zuckerfreien Bonbons das umstrittene Aspartam verwendet. Das Familienunternehmen wird heute von Felix Richterich in der 3. Generation geführt.

*Dieser Artikel ist in Kooperation mit Ricola entstanden

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3 Kommentare
  • M.Daniela sagt:

    Diese Bonbons erinnern mich stark an meine Uroma. Als Kind habe ich diese oft von Ihr bekommen.
    Wirklich interesant, dass sie so zeitlos sind.

  • Lynn sagt:

    Ich liebe die Nicola-Bonbons und schwöre auf sie wenn ich Halsschmerzen habe! Finde es sehr interessant ein bisschen über Ihre Geschichte zu lesen. Danke! :-)

  • Amalia sagt:

    An diesen Jung-von-Matt-Werbespot fühlte ich mich erinnert, als meine kleine Tochter die „Eiskönigin“-Fortsetzung „Fever“ anschaute. Da öffnet Oaken, ein Herr mit alpinem Akzent, der einen Gemischtwarenhandel nebst Sauna betreibt, die Tür, und preist der erkälteten Eiskönigin singend an: „How ‚bout a cold remedy of my own invention?“ :-)
    Liebe Grüße
    Amalia

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