Töpferstüble: Handgemachte Keramik aus Stuttgart

Über Instagram bin ich vor einigen Monaten auf Tomi und Verena Wagner mit ihrem zauberhaften Töpferstüble in Stuttgart gestoßen und es war Liebe auf den ersten Blick! Das Töpferstüble steht für handgemachte Keramik in sanften, natürlichen Farben. Dieses Mintgrün! Die Becher, Milchkännchen, Vasen und Schälchen werden individuell und liebevoll gestaltet. Und dazu kommt eine Entstehungsgeschichte, wie sie nur das Leben schreiben kann! von Virginia

Töpferstüble: Keramik mit mintgrüner Glasur

Eigentlich bin ich wegen der wunderbaren Farben im Töpferstüble hängengeblieben. Vor allem die mintgrüne Glasur hat es mir sofort angetan, da sie so perfekt zu unserem lindgrünen Geschirrschrank passt. Nachdem die ersten Tassen aus dem Töpferstüble bei uns eingezogen sind, war schnell klar, dass da sicher noch ein paar Stücke folgen werden. Und es kamen schon so einige nach! Tomi und Verena sind mit so viel Herz und Seele bei der Sache – und genau das sieht man jedem Stück an! Ursprünglich hatten die beiden Gründer jedoch überhaupt nichts mit Keramik und Töpferei am Hut, erzählt mir Verena am Telefon. Während sie im Hotelfach tätig war, hat Tomi mit Messe-, Veranstaltungs- und Firmenfotografie seine Brötchen verdient. „Ich habe mich jedoch von der Begeisterung meines Küchenchefs für schöne Keramik angestecken lassen“, erzählt die Stuttgarterin lachend. „Also habe ich beschlossen, gemeinsam mit Tomi einen Töpferkurs zu besuchen, damit wir uns ein hübsches Geschirrservice für unser Zuhause töpfern können.“

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Ein Töpferkurs und erste Brennversuche

Auf die anfängliche Euphorie folgte jedoch schnell die Ernüchterung, denn das Töpferhandwerk stellte sich als schwieriger und vor allem langwieriger heraus als gedacht. „Uns wurde bewusst, dass von der Entstehung aus einem Klumpen Ton bis zu einer hübschen Tasse durch Trocknung, Glasieren und 2 Brände schnell 2 bis 3 Wochen Zeit ins Land gehen,“ sagt Verena. Die Zwei verabschiedeten sich also vom Gedanken, nach 5 Tagen ein neues Service mit nach Hause nehmen zu können und freuten sich stattdessen über eine Handvoll krummer Schälchen. „Tomi hatte jedoch Blut geleckt und wollte sich nicht so schnell geschlagen geben!“ erinnert sich Verena. Durch ihre Töpferlehrmeisterin Monika Armbruster kamen sie günstig an eine gebrauchte Töpferscheibe und einen kleinen, fast noch neuen Brennofen. Und nach rund einem Jahr und vielen gescheiterten Versuchen hatten Tomi und Verena gerade so viele Stücke zusammen, um Weihnachten jedes Familienmitglied mit einem handgefertigten Unikat zu beglücken. Ein Meilenstein!

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Endlich eigene Stücke aus dem Töpferstüble

Im nächsten Schritt wagte sich Verena an ein neues Experiment: Töpferkurse für Interessierte. Die Nachfrage war groß und das Feedback durchweg positiv. „Mit steigender Nachfrage zu unseren Töpferkursen trudelten dann auch erste Anfragen zu Anfertigungen und Verkäufen bereits vorhandener Keramiken ein“, erzählt mir die 32-jährige im Gespräch. 2018 verkaufte das Töpferstüble dann endlich die ersten Stücke! Verena erstellte eine kleine Website mit Onlineshop, arbeitete nebenbei aber immer noch Teilzeit im Hotelfach. Als sich Ende 2018 dann Nachwuchs ankündigte, kündigte sie ihren Job vollends, um sich ganz auf das Töpferstüble und die Familie konzentrieren zu können. „Tomi ist hauptverantwortlich für den kreativen Teil, das Töpfern und das Fotografieren, ich kümmerte mich um die Website und die Töpferkurse, den Versand der Keramiken sowie die unzähligen organisatorischen Aufgaben“, sagt sie.

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Becher, Milchkännchen und Schälchen

Ihr Bekanntheitsgrad nahm während der ersten „Corona-Monate“ dank Instagram und Mund-zu Mund-Propaganda stetig zu. Die Nachfrage war von Tomi allein kaum mehr zu bewältigen, sodass bald die Entscheidung fiel, den Fokus weniger auf individuelle Keramik zu legen, sondern mehr auf eine kleine Produktlinie rund ums Thema Kaffee. “ In den letzten Monaten hat sich eine kleine aber feine Produktlinie aus verschiedenen Kaffee-, Espresso- und Teetassen, -bechern, Milchkännchen, Schälchen und einigen wenigen Einzelstücken etabliert“, erzählt mir Verena. Zwar experimentieren die Beiden immer wieder gerne mit verschiedenen Glasuren, doch letztlich haben sich sanfte natürliche Farben durchgesetzt und zu ihrem Erkennungsmerkmal entwickelt. Der Onlineshop wird regelmäßig aufgefüllt; dennoch ist er ständig ausverkauft. Übrigens: Ein Besuch im Stüble vor Ort lohnt sich an den verkaufsoffenen Tagen alle drei Monate – nicht zuletzt, um mit den beiden sympathischen Gründern einen Plausch zu halten!

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Verenas Töpferkurse sind nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des Töpferstübles. Wer Interesse hat, muss allerdings mit Wartezeiten rechnen. Für 2021 sind bereits alle Kurse ausgebucht – wenn das nicht die schönste Form der Bestätigung ist!

 

Töpferstüble
Nürnbergerstraße 155
70374 Stuttgart Bad Cannstatt
info@töpferstüble.de

Bild Credit 3, 4, 5, 6: Töpferstüble

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