Modedesignerin Lena Hoschek im Interview mit dem Lady-Blog

Lena Hoschek gehört mit ihrer figurbetonten, sehr femininen und eleganten Linie zu unseren liebsten Modedesignerinnen. Wir freuen uns darum, Euch heute den zweiten Teil unseres Interviews mit ihr präsentieren zu dürfen. Wir sprachen mit der Designerin über den Herstellungsprozess einer Kollektion und haben uns von ihr zwei Lady-Outfits der aktuellen Kollektion vorstellen lassen. Am 19. Januar präsentiert Lena Hoschek übrigens ihre neue Kollektion auf der Fashion-Week in Berlin. Das Interview führte Sybille Hilgert

Frau Hoschek, Sie sagten, Sie haben kein bestimmtes Stilvorbild. Was inspiriert Sie denn besonders?

Eigentlich inspiriert mich alles, aber hauptsächlich ist es Musik. Nichts erzeugt so intensive Stimmungen wie Musik. Schon ein Lied im Radio kann mich inspirieren. Kollektionen entstehen häufig nach Stimmungen, allerdings muss ich natürlich auch Trends aufgreifen, damit die Kollektion sich verkauft.

Wo finden Sie denn die passenden Materialien und Stoffe für die Kollektion?

Ich bin viel unterwegs auf den Stoffmärkten in Paris, Mailand etc. Ich arbeite ausschließlich mit Naturmaterialien wie Baumwolle, Seide und Kaschmir. Diese Stoffe machen mir Spaß, weil ich ein sehr haptischer Mensch bin. Im Moment liebe ich vor allem Cord. Der spielt zwar vornehmlich in der Herrenmode eine Rolle, aber mir gefällt der Dandy-Stil. 2010 haben wir übrigens eine Dandy-Kollektion gemacht: Mit Hosen aus Tweed, Hosenträgern, Westen und edlen Hemden. Aber alles sehr, sehr weiblich interpretiert.

Bleiben wir noch ein bisschen beim Herstellungsprozess: Wo wird Ihre Mode eigentlich gefertigt?

Mittlerweile lasse ich im österreichischen Umland fertigen. Alles muss gut zu erreichen sein, denn ich möchte schon noch selbst kontrollieren und ggf. in den Produktionsprozess eingreifen können. Für mich muss die Verarbeitung einfach perfekt sein. Die Nähte müssen stimmen, die Knöpfe halten. Mittlerweile ist die Kollektion allerdings so vielfältig und groß, und im Produktionsprozess wirken so viele Dinge zusammen, dass man Patzer nicht vermeiden kann. Da sind dann schon mal die Knöpfe nicht fest genug angenäht. Das ist für mich immer eine Katastrophe, aber soweit es geht, versuche ich dem Einhalt zu gebieten. Mittlerweile habe ich aber auch eine eigene Produktionsleiterin eingestellt, die mich bei der Qualitätskontrolle unterstützt.

Lena HoschekDas Joy-Dress (links) und das Moody-Jacket – ladylike Outfits von Lena Hoschek/Fotos: Lena Hoschek

Wie viele Teile umfasst denn eine Kollektion?

Zur letzten Fashion-Week sind wir mit 80 Outfits angereist. Davon haben wir vor der Show 10 gekippt. 70 Outfits haben wir dann gezeigt. Darunter natürlich auch Showteile, die nur auf Bestellung gefertigt werden. Aber das ist für einen so kleinen Betrieb wie meinen mit 15 Mitarbeitern schon extrem viel.

 Zum Schluss: Würden Sie für uns zwei besonders ladylike Teile Ihrer aktuellen Kollektion vorstellen?

Aber gerne: Zum einen ist es das Joy-Dress. Es besteht aus einer hochwertigen Baumwoll-Seidensatin-Mischung. Es glänzt durch die Baumwoll-Beimischung nicht so stark wie reiner Satin und hat einen leicht matten, samtigen Charakter. Der Ausschnitt lässt sich auf verschiedenste Weise drapieren, an den Hüften fällt es schmal. Der vordere Gehschlitz sorgt für Bewegungsfreiheit.

Dann würde ich noch das Moody-Jacket empfehlen. Es besteht aus einem englischen Wollkaro-Stoff in Schokobraun. Es hat einen schmeichelnden Schalkragen und ein Schößchen. Das betont in Kombination mit dem taillierten Schnitt die weibliche Silhouette und kaschiert auch mal ein kleines Bäuchlein.

Frau Hoschek, herzlichen Dank, dass Sie sich so viel Zeit für uns genommen haben!

Im ersten Teil des Interviews erfahrt Ihr mehr über Figurschmeichler und Einrichtungsvorlieben der Designerin


1 Kommentar

Hinterlasse doch einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.