Freistehende Badewanne auf Löwenfüßen

Sie sind ein Sinnbild des Luxus: Freistehende Badewannen auf Löwenfüßen. Es gibt sie bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, doch auch heute noch erfreut sich ihr nostalgischer Look großer Beliebtheit. Also lasst Euch ein Bad ein, zündet Euch ein Kerzlein an und lest die Geschichte des Badevergnügens auf vier Füßen. von Sybille

In England erfunden

Die Geschichte der Wanne ist eng mit der des Privatbades verbunden. Und die ist noch gar nicht so alt. Im 17. Jahrhundert gab es nur in den Palästen des Adels Badezimmer. Sie bestanden meistens aus Marmor mit mächtigen steinernen Wannen und den dazu passenden Waschtischen. Diese Marmorwannen wurden im 18. Jahrhundert von Wannen aus Kupfer abgelöst. Das neue Material konnte leichter bearbeitet werden und erlaubte auch die Herstellung von ganz neuen Wannenformen: So entstanden Badezuber mit hochgezogenem Rückenteil, die eine relative bequeme Sitzhaltung ermöglichten. Ab etwa 1880 werden – aus England kommend – Wannen aus Gusseisen populär. Das Material ist teuer, sehr schwer und hat anfangs mit einigen Problemen zu kämpfen: Für ein komfortables Badegefühl müssen die Wannen mit Badelaken ausgelegt werden, denn die Oberfläche ist rau und kühl.

Nostalgisch und individuell

Das ändert sich, als man um die Jahrhundertwende beginnt, die gusseisernen Wannen innen und außen zu emaillieren. Gleichzeitig kommt eine neue Wannenform in Mode: Die Wanne mit Wulstrand und Löwenfüßen. Diese besteht mittlerweile nicht mehr aus Gusseisen, sondern wird meistens aus einem Mineralwerkstoff hergestellt, hat von ihrer Attraktivität jedoch bis heute nichts verloren. Den nostalgischen Look gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen, mal mit goldenen Löwenfüßen, mal in etwas zurückhaltenderen Varianten. Daher kann man sie in nahezu jeden Einrichtungsstil integrieren. Sie sind ebenso komfortabel wie dekorativ und vermitteln ein einzigartig luxuriöses Badegefühl. Ein Problem gibt es allerdings: Eine freistehende Badewanne benötigt viel Platz. Damit sie richtig zur Geltung kommt, muss der Raum in dem sie steht mindestens 10 Quadratmeter groß sein.

Badewanne mit Füßen

Einziger Nachteil der freistehenden Badewannen: Sie benötigen viel Platz/Foto: Victoria + Albert Baths

Titelbilld: Ein herrschaftliches Bad mit der Badewanne „Shropshire“ von Victoria + Albert Baths

7 Kommentare
  • Nicole sagt:

    Wunderschön! Leider erlaubt mein Badezimmer mir nicht den Luxus, oder besser gesagt den Platz, für eine freistehende Badewanne.

  • Dani sagt:

    Liebe Sybille,

    danke für den informativen Artikel! Eine Badewanne auf Füßen steht wie die Bibliothek mit Leiter/Ohrensessel/Bankers Lamp auf meiner imaginären Einrichtungsliste! :-) Und Bäder sollten sowieso größer konstruiert werden…

    Liebe Grüße
    Dani

  • JohnNY sagt:

    Liebe Sybille,
    das ist eine wirklich hübsche Badewanne. Aber wie sah denn beispielsweise die Badekultur der Alten Römer aus? Gab es nicht auch dort – neben den öffentlichen Badeanstalten – grosszüge Privatbäder für Wohlhabendere? Das Bad ist bekannterweise ein Ort, den schon die ältesten Kulturen kannten! Es überrascht mich daher, dass du schreibst, dass die Badewanne anscheinend erst im 17. Jahrhundert aufkam. Wenn Du mehr darüber weisst, würde ich mich über eine Antwort sehr freuen. Das Thema ist wirklich interessant!

    Dein JohnNY

  • Sybille sagt:

    Hallo JohnNy,

    vielen Dank für Deinen Hinweis. Ich habe mich da vielleicht missverständlich ausgedrückt. Die Wanne an sich gab es natürlich schon bei den Griechen und Römern (hier aber wirklich hauptsächlich in den öffentlichen Thermen). Auch im Mittelalter gab es die Wanne natürlich schon. Sie wurde aber ebenfalls ausschließlich in den öffentlichen Schwitzbädern genutzt. In Privathäuser kam die Wanne erst um 1700 – und mir ging es im Artikel nur um die Privatbäder. Wenn Du mehr über die Geschichte des Bades wissen willst, dann schau doch einmal in die folgenden Bücher: „Das Buch vom Bad“ von Francoise de Bonneville (http://www.amazon.de/Das-Buch-vom-Francoise-Bonneville/dp/389910160X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1340880142&sr=8-1) oder „Badelust“ von Eva-Gesine Baur (http://www.amazon.de/Badelust-f%C3%BCr-K%C3%B6rper-Seele-Baur/dp/3775003258/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1340880185&sr=1-1). Auch einen Besuch im Wassermuseum von Hansgrohe (http://www.hansgrohe.de/1551.htm) kann ich Dir empfehlen.

    Ich hoffe, ich konnte ein bisschen weiterhelfen
    Sybille

  • Anita sagt:

    Was für ein schöner und informativer Artikel Sybille! Und ja, ich muss euch zustimmen, Badezimmer sollten viel größer konstruiert werden – wie schön fände ich z. B. eine Badezimmer mit freistehender Wanne – wann eigentlich bitte ging man dazu über beim Badezimmer qm zu sparen?
    Also wenn ich mir mal ein Haus baue (*hüstel*), dann wird mein Badezimmer 20 qm groß!

    xxx Anita

  • Maja sagt:

    Sehr interessant und schöne anschauliche Bilder. Solche Wannen sehen in dem entsprechenden Badezimmer sicher sehr gut aus.
    Ich bin ein großer Fan von Sitzbädern seit ich in Japan war. Mit meinen 1,56 m bin ich zu klein für die meisten Wannen und liege flach am Wannenboden. Das macht keinen Spass und ist unbequem. Leider sind Sitzwannen hier nicht verbreitet.

    Grüße
    Maja

  • Kristin sagt:

    Ich bin ein großer Fan von freistehenden Wannen und erst recht von denen mit Löwenfüßen! Einfach ein Traum!!! Leider habe ich selbst noch keine solche, aber ich träume schon lange davon… Ins Badewasser getrocknete Blüten und Duftöle gegeben, Kerzen angezündet und schon fühlt frau sich wie eine Märchenprinzessin!

    Schöner Beitrag!

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