Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
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Stil meiner Stadt: Frankfurt am Main – Die Bankerstadt

Weiter geht’s mit unserer Serie Der Stil meiner Stadt. Nach der Modemetropole Düsseldorf und dem Alpenstädtchen Rosenheim wenden wir uns heute Frankfurt am Main zu. Die Bloggerin Anna Köhler von Salonstories ist in den Nuller-Jahren der Liebe wegen an den Stadt- und Waldrand von Offenbach gezogen und liebt ihre Stadt mit allen ihren modischen Höhen und Tiefen. Auf Instagram findet Ihr die Grafikdesignerin und passionierte Gärtnerin hier.

Liebe Anna, wie würdest Du den Stil Frankfurts beschreiben?

Auch wenn die Bankentürme weite Schatten werfen und vermuten lassen, dass nur graue Anzugträger durch ihre Schluchten hetzen – der Frankfurter Stil hat viele Gesichter und ist vielfältig. Frankfurt ist mitunter eine der internationalsten Städte Deutschlands, was eigentlich auf der Hand liegt: Hier befindet sich einer der größten Flughafen-Drehkreuze Europas und lockt viele Kurzzeit-Besucher aus aller Herren Länder an. Hier sind viele internationale Firmen ansässig. Hierhin kommen die Menschen, um Geld zu verdienen, um an den hervorragenden Hochschulen in der Stadt und im Umland zu studieren. In und um Frankfurt leben Menschen aus über 180 Nationen zusammen. Auch dadurch zeigt sich die große Stil-Vielfalt sowie die vielen unterschiedlichen Einflüsse.

Was sind die prägenden Einflüsse auf den Kleidungsstil von Frankfurt?

Frankfurt und sein Umland gehören zu den wohlhabendsten Regionen Deutschlands und werden von einem einflussreichen und umsatzstarken Dienstleistungssektor sowie von großen Dax-Konzernen geprägt. Das merkt man schon sehr deutlich. Unter der Woche findet man im Bankenviertel und der Innenstadt tatsächlich sehr viele Anzug-Träger und Frauen im Business-Kostüm. Natürlich sind die umliegenden Frankfurter Stadtteile jeweils von anderen (Lebens-)Stilen geprägt. Man kann aber allgemein bestimmen: Der Frankfurter Bürger ist tendenziell nicht allzu experimentierfreudig und kleidet sich eher dezent denn exzentrisch. Ausnahmen bestätigen aber natürlich die Regel.

Was ist die liebste Alltagskluft des Frankfurter?

Die Leute im Dienstleistungssektor tragen tagsüber natürlich ihre Business-Kluft. Dieses Bild prägt unter der Woche die Stadt. Viele Menschen, wie oben bereits angedeutet, sind aus aller Welt nach Frankfurt gekommen und lockern das Erscheinungsbild dieser Stadt auf, insbesondere in Stadtteilen wie dem Bahnhofsviertel, dem Nordend und Bornheim. Zu behaupten, dass in Frankfurt ausschließlich Business-Leute oder verwöhnte Wifeys zu finden sind, ist falsch. Natürlich gibt es auch die ein oder andere Subkultur. Gerade im Bahnhofsviertel sieht man viele Menschen im Gangster-Hiphop-Style – mit Goldketten und Gucci-Kappis. Im Nordend und Bornheim gibt es viele sogenannte Hipster, im Westend findet man Studenten, die sich, entsprechend ihres Studienfachs mal im Preppy-Chic mal im Alternativ-Look zeigen. Wer im Sommer in die Beachclubs geht, der findet hochpreisig gekleidete, moderne Menschen.

Und was trägt man, wenn man „chic“ ausgeht?

Dezent zurückhaltende, unaufgeregte, aber hochwertige Kleidung und Accessoires.

Gibt es eine kleidertechnische Besonderheit in Frankfurt?

Business-Outfits prägen die Innenstadt. Der Stil ist oft wenig experimentierfreudig.

Inwiefern hat die Mentalität Einfluss auf die Kleidung?

Da in Frankfurt so viele Menschen aus aller Herren Länder leben, ist das eher schwierig zu benennen. Sicherlich haben die Jobs im Dienstleistungssektor einen enormen Einfluss auf die Art der Kleidung.

Gibt es eine Beziehung zwischen sozialem Milieu und Kleidungsstil?

Ich würde sagen: ja! Das verhält sich so wie in anderen Städten auch. Es gibt aber natürlich auch einige Randgebiete und Viertel, die geprägt sind von Armut, Arbeitslosigkeit, Drogen und/oder geringem Bildungsstand. Das ist in Frankfurt natürlich so wie in vielen anderen Großstädten auch. Diese Menschen haben mitunter den Kopf voll mit ganz anderen Dingen als dem Kleidungsstil. Und das sieht man dementsprechend.

Spielt die Einkommensquelle eine Rolle?

Auf jeden Fall! Die Region ist einerseits unwahrscheinlich wohlhabend. Das sieht man an den Autos vor den hochpreisigen Stadtwohnungen und Villen in und um Frankfurt, aber auch an Accessoires wie Handtaschen und Schmuck aus dem Luxus-Segment. Geht man auf eine Vernissage, sieht man modebewusste Menschen, die auf hochwertige Taschen, Schuhe und Schmuck setzen, aber immer ein gewisses Understatement pflegen. Birkin Bag: ja. Taschen mit großem Label-Aufdruck: eher nein. Daneben gibt es aber auch diejenigen, die mit einem mittleren oder geringen Einkommen in dieser teuren Stadt auskommen müssen.

Mit „Hut“ auf die Straße – geht das?

Das geht, findet sich aber gar nicht so häufig. Mir ist aufgefallen, dass meistens die Touristen aus dem asiatischen Raum große Hüte tragen sowie sehr modebewusste und sehr junge Frauen, die den Influencern unserer Zeit nacheifern.

Welchen Einfluss hat die Art der Mobilität auf die Kleidung? 

Der Trend zur körperlichen Gesundheit und Optimierung findet man tatsächlich auch bei den Bankern, die man morgens und abends im Anzug und mit Helm auf ihren Fahrrädern sieht. Viele Young Professionals, die zum Beispiel gerade in ihrer Elternzeit sind und mit den Kindern im Fahrradanhänger oder mit dem Buggy unterwegs sind, halten es bequem, mit Sneakern und Jeans. Dabei führen sie gerne ihre hochwertigen Babyaccessoires und Kinderwagen mit sich.

Isch mach weida!

anna-frankfurt

Die Bloggerin Anna liebt ihre Stadt mit allen ihren (modischen) Höhen und Tiefen

Shoppt Annas Frankfurt-Stil*

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Bild-Credit: Shutterstock.com

DER STIL MEINER STADT


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