Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Praktisch und stilvoll: der Regenschirm

Er ist wohl das wichtigste Accessoire in diesem Sommer: Der Regenschirm. Obwohl der praktische Begleiter uns eigentlich nur vor den Regenmassen schützen soll, gehört er zu den stilvollsten Utensilien der Lady. Ob karierter Stockschirm oder schwarzer Businessschirm – ein hochwertiger Regenschutz ist elegant. Nicht von ungefähr schmückt auch das Logo des Lady-Blogs ein Schirm.

Utensil der Koketterie und Sonnenschutz

Sie waren eines der Lieblingsmotive der Impressionisten: Mädchen, die in weißen Kleidern über eine Wiese spazieren, das Gesicht beschattet von einem Spitzenschirm. Die „Parasol“ genannten Schirme sollten die Ladys nicht etwa vor Regen schützen, sondern ihre vornehme Blässe bewahren. Darüber hinaus stellte der Schirm – ähnlich wie der Fächer – ein Utensil der Koketterie dar. Erst im 19. Jahrhundert wurde der Sonnenschutz immer häufiger zum Regendach. Ihm haftete allerdings etwas kleinbürgerliches an.

Hausangestellte nutzten Regenschirme, um Botengänge trockenen Fußes zu erledigen. Die Lady benötigte in der Regel keinen Schirm, da sie mit der Kutsche unterwegs war. Mit dem Sport- und Fitnesstrend der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts verlor die vornehme Blässe allerdings zunehmend ihre Anhänger und Sonnenschirme kamen aus der Mode. Die moderne, schicke Städterin griff zum Parapluie. Aus der Gestaltung der Regenschirmgriffe entwickelte sich eine eigene Kunst.

Italien – Land der Regenschirme

Kostbare Exemplare hatten vergoldete Griffe, bestanden aus Sterling-Silber, Leder, Horn, Schildplatt, Elfenbein, Edelhölzern oder Rohr. Sie integrierten Taschenlampen, Bleistifte, Uhren, Pillendosen, Kompasse, Trinkgläser oder sogar Degen. Bei dem hohen Gewicht ist es kein Wunder, dass der 1926 von Hans Haupt erfundene Taschenschirm Knirps zum weltweiten Verkaufsschlager wurde. Die größten Schirmmachereien befanden sich überraschenderweise nicht in England sondern in Italien. Um die Jahrhundertwende stellten an die 100 Firmen handgefertigte Schirme mit edlen Griffen und eigens gewebten Bezugsstoffen her.

Heute pflegen diese traditionsreiche Kunst nur noch wenige, beispielsweise die Mailänder Fabbrica Ombrelli Maglia Francesco am Coso Genova Nr. 7. In Gignese am Lago Maggiore befindet sich mit dem Museo dell`Ombrello das einzige Schirmmuseum der Welt. In den 50er Jahren gehörte der Schirm neben dem Hut, der Tasche und den Handschuhen zur Standardausstattung der Lady. Ab den 60ern verlor jedoch vor allem der Stockschirm an Attraktivität. Die junge Generation griff lieber zum Taschenschirm oder Lackmantel.

Golfschirm, Stockschirm, Businessschirm

Das hat sich bis heute kaum geändert: Für die meisten ist der Schirm ein nützlicher Gebrauchsgegenstand, der kaum noch auf das Outfit abgestimmt wird. Das ist schade, denn es gibt wundervolle Varianten: In einen schirmliebenden Haushalt gehört beispielsweise ein Golfschirm, unter dem die ganze Familie samt Hund Platz hat. Der karierte Stockschirm mit Holzgriff von Burberry oder Barbour ist genauso ein Klassiker wie der schwarze Businessschirm. Und wer noch nicht genug hat, der hält Ausschau nach einem handgefertigten Damenschirm aus den 50er Jahren, einem gerüschten Prinzessinnenschirm von Lisbeth Dahl oder einem Gute-Laune-Schirm von Schumacher.

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