Vertrauensselig | Probe 03.01.2013 | Theaterlabor | Zeitsprung

Das Zeitsprung-Projekt des Theaters Bielefeld stand dieses Mal unter dem Motto „Vertrauensselig“

Dass ich mich in den letzten Wochen etwas weniger zu Wort gemeldet habe, hatte einen guten Grund: Ich war eine Zeitspringerin des Theaters Bielefeld. Das Zeitsprung-Tanzprojekt für Laien gibt es bereits seit 2007. Seitdem haben schon gut 1000 Bielefelder an zwölf Tanzprojekten teilgenommen und am Ende von fünf intensiven Trainingswochen gemeinsam einen Tanzabend auf die Bühne gebracht. Es war ein unvergessliches Erlebnis! von Sybille

Ich habe schon immer sehr gerne getanzt – und zwar fast alles, von Ballett über Modern Jazz bis hin zu Standard und Latein. Darüber hinaus liebe ich modernes Tanztheater, und der künstlerische Prozess der Entstehung einer Choreographie, besonders unter dem vielschichtigen Motto „Vertrauensselig“, interessierte mich sehr. Da kam der Aufruf zur Bewerbung für den Zeitsprung wie gerufen. Wenn Ihr die Filme „Rhythm is it“ oder „Tanzträume“ kennt, dann habt Ihr schon eine ungefähre Vorstellung von Ablauf und Intention des Projektes. Die gut 100 Teilnehmer im Alter von 13 bis 73 wurden in vier Gruppen aufgeteilt. Jeweils zwei Gruppen wurden von den Choreographen Ivo Bärtsch und Adrian Look betreut.

Drei Stunden Training am Tag

Es folgten harte Trainingswochen. Wir arbeiteten zunächst in den Einzelgruppen drei, später vier Stunden am Tag – und zwar mit allem was dazu gehört: warmmachen, improvisieren, Choreographien erarbeiten, proben. Nach drei Wochen wurden die Gruppen zusammengeführt. Aus den unterschiedlichen Gruppenchoreographien erarbeiteten Bärtsch und Look dann eine zusammenhängende Geschichte, die sich um Vertrauen und Misstrauen drehte, um das sich fallen lassen, Gefühle zulassen und verstecken. Die Szenen wurden getragen von einer stimmigen Musikauswahl und inhaltlich gefüllt durch die Fähigkeit der Choreographen, die Ausdrucks- und Bewegungsmöglichkeiten der Teilnehmer zu erkennen und individuell zu fördern. Auf diese Weise entstand ein stimmiges Gesamtbild, eine sehr bewegende und berührende Choreographie mit tollen Szenen- und Stimmungswechseln.

Aufführungsmarathon

In der Woche vor der Premiere wurde das Training weiter intensiviert – für alle Berufstätigen natürlich eine enorme Herausforderung. Der steigende Stress äußerte sich auch in den zunehmenden körperlichen Malaisen, aber alle wollten dabei sein und überwanden diese Widrigkeiten dank der Begeisterung für das Projekt, der Motivation durch die Choreographen und des guten Zusammenhaltes in den Gruppen. Beim letzten Applaus überwog bei mir allerdings die Wehmut die Freude über die gelungenen Vorstellungen. Denn die fünf Wochen im Tanz-Paralleluniversum waren überaus intensiv. Ich habe wunderbare Menschen kennengelernt und eine Menge über mich selbst erfahren. Wenn Ihr die Gelegenheit haben solltet, dann macht bei einem solchen Projekt mit. Es ist ein unvergessliches, prägendes Erlebnis und macht nebenbei ganz schön fit. Habt Ihr schon einmal bei einem ähnlichen Projekt teilgenommen?

Vertrauensselig | Probe 03.01.2013 | Theaterlabor | Zeitsprung

Die Choreographen banden jeden Tanzenden gemäß seiner Ausdrucks- und Bewegungsmöglichkeiten ein

Vertrauensselig | Probe 03.01.2013 | Theaterlabor | Zeitsprung

Bei den jüngeren Gruppen gab es sogar „Stage-Diving“/Fotos: Theater Bielefeld/Lioba Schöneck


2 Kommentare
  • Constanze sagt:

    Oh das klingt total toll! Hat bestimmt viel Spaß gemacht und die Bilder sehen super aus! Es ist einfach schön, wenn Menschen sich zusammentun und etwas kreatives entsteht!

  • Tanzzubehör sagt:

    Woow, so wie ich es lese, das war ein schönes Erlebnis. Ich werde mir den Film Tanzträume anschauen. Ich tanze Ballett seit vielen jahren, ich kenne mich mich mit einigen Tanzarten und Tanzzubehör gut aus. Ich würde gern in so einem Projekt mitmachen. :) Es wäre echt schön!
    L.G Sabine

Hinterlasse doch einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.