Lady-Frage

Liebes Lady-Blog-Team,
schon in den Dreißigern hatte ich das eine oder andere graue Haar, so wie auch meine Mutter und meine Großmutter. Nach der Geburt meines zweiten Kindes wurden es jedoch sehr schnell sehr viel mehr. Also ließ ich mir die Haare regelmäßig färben – etwas anderes kam für mich gar nicht infrage. In den letzten Jahren hatte ich allerdings immer wieder Probleme mit der Kopfhaut und ich denke darüber nach, mit dem Färben aufzuhören. Inspiriert haben mich gleichaltrige (oder jüngere!) Frauen, die zu ihrem Grau stehen und dabei toll aussehen. Wie seht Ihr das? Kann eine Lady bereits mit Vierzig die Haare grau tragen? Findet Ihr es ungepflegt? Wirkt man viel älter?

Liebe Grüße
Daniela

punkt

Liebe Daniela,

aber natürlich kann eine Lady bereits mit Vierzig graue Haare tragen. Auch schon mit 20 oder 30 Jahren, wenn sie Lust darauf hat. Mit einem guten Schnitt und der passenden Pflege sehen auch graue Haare schick aus (Das gilt im übrigen für jede Haarfarbe!). Mir ging es übrigens ähnlich wie Dir. Und mit uns viele andere Frauen, die ihre Kopfhaut nicht mehr mit unnötigen Chemikalien traktieren wollen. Graues Haar kräuselt sich allerdings häufig und ist widerspenstiger. Dem kann man mit entsprechenden Pflegeprodukten entgegenwirken. Falls Du das Gefühl hast, etwas blasser zu wirken, dann kannst Du mit ein wenig Make-up nachhelfen. Apricot- und Rosenholztöne wirken frisch. Im Übrigen können auch graue Haare lang getragen werden. Ich liebe Frauen mit einer gepflegten grauen Mähne.

Schau Dir z.B. mal Evelyne Hall an, die mit über 60 Jahren noch als Model arbeitet. Weitere wunderbare Beispiele sind die Vogue-Redakteurin Sarah Harris oder die Französin Sophie Fontanel – ehemalige Mode-Chefin der ELLE.  Sie betrachtet den Entschluss, sich die Haare nicht mehr zu färben, sogar als feministischen Akt und Befreiung vom Diktat des Jugendwahns. Darüber hat sie ein ganzes Buch geschrieben: „Glückssträhnen“. Weitere beeindruckende Frauen mit grauen Haaren sind Christine Lagarde, die Chefin der Europäischen Zentralbank, und natürlich die Schauspielerin Helen Mirren. Älter wirkt man übrigens eher mit zu dunkel gefärbten Haaren. Ein so lebloser „Farbhelm“ macht die Gesichtszüge hart. Für mich habe ich die perfekte Lösung gefunden: Ich lasse mir seit einigen Jahren dunkle Strähnen in die grauen Haare färben. So fällt auch der nachwachsende Haaransatz nicht auf. Und mein „Streifenlook“ löst immer wieder begeisterte Reaktionen aus. Das ist mir als Brünette nie passiert. In diesem Sinne: Viel Mut zum grauen Haar.

Herzliche Grüße
Deine Sybille


Die ehemalige Mode-Chefin der ELLE Sophie Fontanel hat mit 53 Jahren beschlossen, sich nicht mehr die Haare zu färben und sieht das als feministischen Akt und Befreiung vom Diktat des Jugendwahns. Ihr Buch „Glückssträhnen“ selbst bleibt zwar immer an der Oberfläche und verzichtet leider ganz auf Fotos aber immerhin: Fontanel setzt als Stil-Ikone ein Zeichen und löste mit ihrem Hashtag #uneapparitionsophiefontanel große Begeisterung in der französischen Frauen-Bewegung aus.

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4 Kommentare
  • Sandra T. sagt:

    Liebe Sybille,

    … ein wunderbarer Kommentar. Danke dafür! Ich halte es genau so: ich stehe dazu; freu mich, dass die grauen Haare endlich dicker sind als die feinen, dünnen zuvor, habe erst gar nicht angefangen zu färben und bekomme positive Kommentare dazu.

    Ich liebe graue Haare.

    Liebe Daniela,

    grau? Ja, bitte!

    Herzlich, Sandra T.

  • Cata sagt:

    Ich bin zwar noch Anfang 30, habe aber auch schon recht viele graue Haare. Vor meiner Hochzeit wurde ich von verschiedenen Friseurinnen darum gebeten, mir die Haare zu färben,da es als Braut hübscher sei. Ich war tatsächlich sehr verunsichert, wie ich damit umgehen soll, habe mich aber gegen das Färben und für ein stolzes Grau entschieden. Unsere Bilder zeigen, dass es keine falsche Entscheidung war ;-)

  • ines@meyrose sagt:

    Bitte trage die Haare in Grau!

    „Älter wirkt man übrigens eher mit zu dunkel gefärbten Haaren.“ Genauso sehe ich das als ehemalige Brünette (48) auch. Ich bekomme oft Komplimente für die grauen Haare, werde sogar gefragt, ob die so gefärbt sind, weil es Strähnen sind. Was ich dabei festgestellt habe: Ich brauche mehr Farbe als Ausgleich am Gesicht dazu. Also kein Trench in Beige mehr, sondern in Dunkelblau. Kein zarter Lippenstift, sondern sattere Farben meines Spektrums. Tücher dürfen auch gerne bunter sein und nicht zu dunkel. Mach Fotos von Dir – dann siehst Du gut, was Dich unterstützt.

  • Daniela sagt:

    Vielen Dank für die positiven Rückmeldungen! Das bestätigt mich in meiner „Mission Grau werden“. Und macht mir (und vielleicht noch manch anderer Lady) Mut, zu sich selbst zu stehen. Übrigens lasse ich morgen beim Friseur meine langen Haare abschneiden, wahrscheinlich wird es ein Bob. Ich finde das sehr spannend, dass ich gerade so eine kleine „Aufbruchstimmung“ erlebe. Anscheinend geht das vielen Frauen um die 40 so. Man ist selbstbewusster, kann auf eine gewissen Lebenserfahrung zurückblicken. Nach längerer Elternzeit bin ich wieder in den Beruf eingestiegen, der mir sehr viel Freude macht und mich auch fordert. Aufgrund einer chronischen Krankheit muss ich Medikamente einnehmen, durch die ich stark zugenommen habe – von 36 auf 44. Das habe ich inzwischen akzeptiert, nachdem sämtliche Diäten, Nahrungsumstellung, viel Sport, etc. nichts brachten. Ich esse natürlich trotzdem nach wie vor gesund. Es hat seine Zeit gebraucht, bis ich meine „neue Figur“ annehmen könnte , und es gibt immer noch Tage, an denen das nicht so gut klappt. Aber ich freue mich über meine neue natürliche Haarfarbe und auf den neuen Haarschnitt! Bitte entschuldigt, das ist ein halber Roman geworden…

    Danke an alle Ladies!
    Daniela

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