Ende April durfte ich – nach fast 18 Jahren – noch einmal Mama werden. Ein großes Plus bei einem solchen Altersunterschied zwischen zwei Kindern: Man hat genug Zeit zu reflektieren. Welche Aufgaben haben wir in der Vergangenheit gut gelöst? Was wollen wir bei unserem zweiten Kind vielleicht anders machen? Den Anfang meiner Überlegungen machte unsere Erstausstattung, die dieses Mal deutlich minimalistischer ausgefallen ist. von Virginia

Erstausstattung: Was benötigt ein Baby wirklich?

Sind wir mal ehrlich: Babys benötigen in den ersten Lebenswochen und -monaten tatsächlich nicht viel! Allerdings gibt es mittlerweile – im Vergleich zur Erstlingszeit mit meinem Sohn – eine riesige Auswahl an wunderschönstem Babystuff, sodass es mitunter nicht leicht fällt, den Überblick zu behalten und sich auf das Wesentliche zu beschränken. Und doch habe ich genau das, trotz aller Verlockungen, versucht! Ich habe eine Erstausstattung aus hochwertigen Produkten zusammengestellt, die langlebig sind und problemlos an neue Generationen weitergegeben werden können. Die Kleidungsstücke und Heimtextilien bestehen aus natürlichen Materialien und dienen nach Möglichkeit gleich mehreren Zwecken. Auf diesem Weg war vor allem die Babybox and Family eine große Bereicherung, denn das Motto des wohl schönsten Babyshops ist auch meines: „Es braucht nicht viel am Anfang, aber das Richtige!“ Das Sortiment ist absolut durchdacht und hilft ganz besonders zu Anfang, sich in der Masse an Babyprodukten zurechtzufinden und eine eigene Linie zu finden. Wertvolle Tipps findet Ihr auch auf dem Instagram Account der beiden Gründerinnen.

Es hilft, sich folgende Fragen zu stellen:

  1. Was benötige ich wirklich? Was ist bereits vorhanden und kann umfunktioniert werden? Was kann ich selbst herstellen?
  2. Wie kann ich Neuanschaffungen über die Babyzeit hinaus nutzen? Ist es eine Anschaffung für einige wenige Wochen/Monate?
  3. Welche Materialien wurden verwendet? Sind sie pflegeleicht, natürlich und langlebig?
  4. Welche und wie viele Pflegeprodukte sind wirklich sinnvoll? Sind die Inhaltsstoffe unbedenklich?

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Wickeltisch – ja oder nein?

Wir haben auf die Anschaffung eines Wickeltisches verzichtet und verwenden unsere abwischbare Wickelunterlage im Wohnbereich auf dem Boden oder auf der Couch – das ist für mich sehr praktisch, da das ständige Hin und Her zur Wickelkommode entfällt und für die kleine Babymaus ebenfalls völlig stressfrei, da das Wickeln einfach beiläufig erfolgt und sie nicht aus der jeweiligen Situation herausgerissen wird. Die Wickelunterlage aus veganem Pflanzenleder ist pflegeleicht und platzsparend, dient uns auch als Wickelunterlage unterwegs (aufgrund des geringen Gewichtes und des superkompakten Faltmaßes passt sie in jede Handtasche!) und kann nach der Windelzeit als Malunterlage oder Tischset weitergenutzt werden. In unserem Wickelkörbchen finden sich darüber hinaus Windeln, Feuchttücher, ein Mandelöl von Jungglück sowie ein Baby-Massageöl und eine natürliche Wundsalbe von der Bahnhof-Apotheke.

Muss eine Wickeltasche wirklich sein?

Auch auf eine Wickeltasche haben wir bewusst verzichtet. Die meisten Taschen sind in meinen Augen monströse Ungetüme, die weder besonders schick noch langlebig sind. Und was macht man mit einer solchen Tasche, wenn die Wickelzeit vorüber ist? Ich benötige unterwegs auch gar nicht so viel Stauraum. Aus Stoffresten habe ich eine kleine Windeltasche gequiltet (eine Anleitung folgt), in die 4-6 Windeln, eine Packung Feuchttücher und eine Wundsalbe Platz finden. Diese Tasche befindet sich dauerhaft im Korb des Kinderwagens und wird nach Bedarf mit unserer faltbaren Wickelunterlage komplett umgepackt in meine normale Handtasche, eine Tote Bag von Sjaelv – eine große Empfehlung für alle, die auf der Suche nach einer schlichten, hochwertigen Handtasche made in Germany sind. Diese bietet bei Bedarf auch genug Raum für Ersatzstrampler, Mützchen, eine kleine Decke und Fläschen oder Snackdosen.

Mit dem Thema Wickeltasche haben wir uns hier und hier auch schon auseinandergesetzt

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Für die Feuchttücher habe ich eine Hülle aus Wollfilz genäht, auch dazu werde ich Euch bald ein kleines DIY posten

Babybett, Nestchen und Co.

Bei Babybetten, Beistellbetten, Wiegen, Nestchen und Wippen kann der Bedarf von Familie zu Familie unterschiedlich sein – es hängt von Eurer Wohnsituation, Eurem Alltag und natürlich von Eurem Baby ab. Wir haben uns für ein restauriertes Biedermeier-Bettchen entschieden, dass tagsüber im Wohnbereich als Schlafmöglichkeit dient. Nachts schläft die Maus von Beginn an bei uns im Bett, was sich für uns und unser Kind als optimal herauskristallisiert hat. Eine schöne Alternative zum Familienbett ist zum Beispiel ein Babybay. Ein Nestchen hatten wir, aber das mochte unsere Kleine nicht besonders – für uns ein Fehlkauf, für Euch vielleicht der Jackpot! Ein Stillkissen haben wir nicht benötigt, da wir einige große Kissen haben, die perfekt als Ersatz dienen. Eine Wippe habe ich erst nach 4,5 Monaten gekauft, da sie viel herumrollt, auf dem Bauch liegt und alles beobachten möchte. Früher hatten wir keinen Bedarf. Dafür habe ich schon direkt zu beginnt einen Hörbert gekauft und ihn mit Einschlafliedern (Klavier) bespielt. Unsere Kleine liebt ihn!

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Die Stoffpuppe stammt von Hazel Village, hier haben wir weitere Stoffpuppen, Waldorf- & Schlenkerpuppen vorgestellt

Unsere minimalistische Erstausstattung für ein April-Baby (0-6 Monate)

Kleidung

Damit alles frei untereinander kombinierbar und damit maximal nutzbar ist, haben wir ein Farbkonzept festgelegt, in  dem wir uns bei der Auswahl bewegt haben. Bei uns waren es für den Anfang Sand- und Rosatöne sowie natur (ungebleichte und ungefärbte Basics von Hess Natur). Bei Bodys und Stramplern könnt Ihr ganzjährig zu Wolle-Seide oder Bio-Baumwolle greifen, im Winter ist besonders Merinowolle toll. Mit der Menge an Kleidung kommt man super hin – vorausgesetzt, man wäscht sofort, wenn mal ein kleines Malheur passiert ist. Zukaufen kann man bei Bedarf immer noch. TIPP: Größtes Helferlein in der Babyzeit ist ein Stück Gallseife. Mit dieser bekommt Ihr auch hartnäckige Flecken in der Handwäsche ruckzuck entfernt und müsst nicht immer gleich eine ganze Maschine laufen lassen!

  • 1x Body aus Bio-Baumwolle
  • 2x Bodys aus Wolle-Seide
  • 1x Body aus Merinowolle
  • 2x Strampler aus Bio-Baumwolle
  • 1x Strampler aus Wolle-Seide (wachsen mit und können eine Größe länger genutzt werden als angegeben)
  • 1x Strampler aus Wolle
  • 1x Strickset (Schlüttli und Hose) aus Baumwolle-Seide (das 1. Outfit und passt heute noch)
  • 1x Schlüttli aus Merinowolle
  • 1x Strickjacke aus Wolle
  • 1x Bundhose aus Wolle (passt von Geburt an und nun mit 7 Monaten immer noch perfekt)
  • 1x Leggings aus Wolle-Seide (dieses tolle Modell ist mit 0-6 Monate angegeben, passt aber mit 7 Monaten auch noch)
  • 3x Söckchen in verschiedenen Farben aus Wolle (bleiben auch bei ordentlich Strampeln fest an den Füßchen)
  • 1x Strickschühchen aus Merinowolle
  • 1x Walkoverall für den Herbst
  • 1x Erstlingsmützchen aus Wolle-Seide
  • 1x Strickmützchen aus Merinowolle

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Grundausstattung Schlafen und Essen

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Pflegeprodukte Baby
Pflegeprodukte Mama Wochenbett

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Unterwegs

Beim Kinderwagen haben wir uns nach langem Überlegen für die A-Series von Angelcab entschieden. Nach 7 Monaten Testfahren würde ich den Wagen jederzeit wieder kaufen! Angelcab produziert in Deutschland und verwendet wo immer möglich natürliche bzw. recycelte/recylebare Materialien und das sieht und spürt man überall! Unsere Bezüge sind aus 100% schottischer Wolle (ein Traum!), die Griffe aus veganem Pflanzenleder und das Design schlicht und minimalistisch. Nahezu jedes Bauteil kann als Ersatzteil nachgekauft und Zubehör nach Bedarf zugekauft werden. Die A-Series ist zudem extrem wendig, super leicht und kompakt – daher eine ganz große Empfehlung von uns!

Sonstiges

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Und noch ein paar Bemerkungen zum Schluss

Zusammengefasst kann man sagen: In vielen Bereichen gibt es nicht DIE Erstausstattung! Tastet Euch heran und hinterfragt gründlich Euren Bedarf, um die zu Euch, Eurem Alltag und Eurem Kind passende Ausstattung zu finden! Legt auf jeden Fall eine Online Wunschliste www.wishsite.de an! Zum einen hilft es Euch selbst, den Überblick zu behalten und zu schauen, ob alles so zueinander passt, wie Ihr es Euch wünscht. Zum anderen könnt Ihr die Wunschliste freigeben und an Freunde und Familie weiterleiten – so stellt Ihr sicher, dass Ihr am Ende auch nur das geschenkt bekommt, was Ihr tatsächlich benötigt! Und: Minimalistisch ist immer subjektiv und was für den einen viel zu viel ist, ist für den anderen eventuell viel zu wenig. Sicherlich könnte man auch meine Liste noch weiter reduzieren. Für uns war und ist es so jedoch absolut perfekt und ich hoffe, dass Euch unsere Liste als Inspiration und Hilfe dient!

UND DAS WAR DANIS ERSTAUSSTATTUNG


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