Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Top-10 Basics in den Bergen

Ich hoffe, Ihr stöhnt jetzt nicht: „Was hat die Dani nur mit den Bergen, das ist doch kein Outdoor-Blog“. Nein, natürlich nicht, aber der Lady-Blog spiegelt ja stark meine Interessen wider und die finden sich momentan geballt weit oben auf den Bergen. Wen diese Themen rund um Wandern & Outdoor nicht interessiert, der kann ja schnell weiterscrollen. Da ich nun schon einige Touren im Gebirge gemacht habe, möchte ich meine Erfahrungen aber gerne mit Euch teilen und Euch heute zehn Basics vorstellen, die Ihr wenn möglich auf einer Wanderung in den Bergen dabei haben sollte.

1. GPS-Tracker: Solange man sich hierzulande bewegt, ein vollaufgeladenes Smartphone besitzt, kein starker Regen oder Sonnenschein herrscht, kann man vieles mit Navigationsapps wie MotionX-GPS, outdooractive oder Maps 3D lösen, die auf das kostenlose Kartensystem OpenStreetmap zugreifen. Ansonsten lohnt sich die Anschaffung eines GPS-Gerätes, z.B. Garmin eTrex, aber auch die gute alte Karte kann in einigen Fällen hilfreich sein.

2. Regen- und Windabweisende Jacke: Das Material der Oberbekleidung ist Geschmackssache, manche bevorzugen das anschmiegsame, aber nur wasserabweisende Softshell, andere ein wasserdichtes Hartshell, wie die oben abgebildete Resolve Jacket von The North Face. Spart hier jedenfalls nicht am Preis. Empfehlen würde ich Euch, dass Ihr unter Eure Jacke ein Fleece zieht, das Ihr gegebenenfalls ausziehen könnt. Immer dabei habe ich auch eine Regenjacke, die ich klein zusammengefaltet im Rucksack trage, z.B. von K-WAY.

3. Rucksack für alpine Touren: Für einfache Touren mit ein bis zwei Übernachtungen in einer Hütte reicht ein Rucksack mit 20 bis 25 Litern, z.B. der abgebildete Rock Surfer von Jack Wolfskin. Entscheidend ist, dass er wasserabweisend ist, über eine gute Rückenbelüftung sowie Hüftgurte verfügt, sodass Ihr das Gewicht verteilen könnt. Euer Rucksack beherbergt Regenjacke, Hüttenschlafsack, Nahrung, Ersatzwäsche, Zahnbürste, Deo, das Hüttenbuch für Gipfelsammler und je nach Tour auch Bergutensilien wie Karabiner und Steigeisen.

4. Wanderstöcke: Ob Ihr Gehhilfen wie diese Alu-Wanderstöcke von Spartan nutzt, ist Geschmackssacke. Ich verwende bisher keine und stütze mich zu Not mit den Händen ab. Vor allem auf unebenen Untergrund und beim Bergabgehen können sie aber sehr hilfreich sein.

5. Taschenlampe: Stirn- und Taschenlampen sind bei Dunkelheit nicht nur bei praktisch am Berg, sondern auch in den Mehrbettenzimmern von Hütten, in denen ihr die anderen Gäste nicht durch das Deckenlicht wecken wollte, z.B. das akkubetriebene Gerät von Inova.

6. Regenabweisende Hose: Das hier abgebildete wasserdichte, winddichte und atmungsaktive Modell Activate Fit stammt von Jack Wolfskin. Ich persönlich habe zu einer wasserabweisenden Softshell-Variante von Mammut gegriffen, die ich nach einigen Touren neu imprägnieren muss.

7. Funktionsunterwäsche: Die atmungsaktivste Jacke nützt nichts, wenn sich die Feuchtigkeit schon darunter staut. Funktionswäsche transportiert Feuchtigkeit von der Hautoberfläche durch den Stoff nach außen und schützt Euch vor unangenehmen Geruch. Essenziell sind außerdem gute feuchtigkeitstransportierende und polsternde Wandersocken.

8. Schlafsack: Es gibt sehr kleine Schlafsäcke, die Ihr in Eurem Rucksack unterbringen könnt. Wem das trotzdem zu viel ist, schafft sich einen Hüttenschlafsack an (gibt’s beim DAV). Dieser besteht nur aus eine Art Bettlacken, in das ihr die in den Hütten vorhandenen Wolldecken zieht.

9. Trinkflasche: Varianten wie diese hier von LAKEN halten Getränke bis zu acht Stunden heiß und bis zu 24 Stunden kalt. Natürlich tut es auch eine Thermoskanne mit heißem Tee und eine Flasche Wasser. Neben genügend Flüssigkeit solltet Ihr immer etwas Brot, Obst und Schokolade für den kleinen Hunger und die Motivation dabei haben.

10. Wanderschuhe: Das Allerwichtigste neben wetterfester Kleidung ist gutes Schuhwerk. Eure Schuhe sollten knöchelhoch und wasserdicht sein sowie über ein gutes Profil verfügen. Wie steif die Sohle sein darf, richtet sich nach dem Untergrund den Ihr auf Euren Toren bevorzugt. Bei einfachen Wanderwegen ist ein biegsames Profil ideal, bei Geröll, Klettersteigen oder Klettern im Berg solltet Ihr zu festeren Sohlen greifen. Abgebildet ist der Rugged Hiker Texapore Schuh von Jack Wolfskin, der sich für befestigte Wege, Geröll und feuchten Untergrund eignet.

Bild-Credits: Neckermann.de

7 Kommentare
  • Alica sagt:

    Sicher ein schönes Hobby, aber mich schreckt diese ganze Kunststoff-Outdoor-Ausrüstung grad immer von so was ab. Gibt es eigentlich auch noch Leute, die in Loden oder anderen Naturstoffen wandern/in die Berge gehen? Ich bin zu weit von den nächsten Bergen entfernt, um darüber selbst Feldstudien zu betreiben;-) In der letzten „Tweed“ hieß es ja auch, dass Tweed ein toller, traditioneller Draußen-Stoff sei, der wieder im Kommen ist, auch bei den Outdoorherstellern.

  • Dani sagt:

    Liebe Alica,

    danke für Deinen Einwand, den ich absolut nachvollziehen kann. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen: Nein, es geht niemand mehr mit Loden, Baumwolle etc. in die Berge. Die meisten sind so hochprofessionell ausgestattet, als würden sie zu einer Antarktisexpedition aufbrechen – na gut, das ist vielleicht etwas übertrieben, aber die Outdoorbranche verdient schon sehr gutes Geld.

    Was die natürlich Materialien betrifft: Ja, ich bin auch ein großer Fan von Loden, Tweed, Schurwolle und Co. aber sie haben definitiv Nachteile gegenüber den Multifunktionsbekleidungsstücken aus synthetischen Stoffen. Klar halten sie auch einen kleinen Regenschauer ab, aber keine 2 Stunden Dauerregen. Klar saugen sie auch Schweiß auf, aber nicht so schnell wie Funktionsunterwäsche. Man kann im Kleinen einfach mal den Vergleich zwischen Baumwollsocken und Sportsocken machen. Wenn die Baumwollsocken einmal nass waren, benötigen sie Stunden um wieder zu trocknen, dass ist bei den Funktionssocken ganz anders.

    Ich weiß, dass man bei dieser Kunststoffbekleidung noch nicht genau weiß, wie diese langfristig auf den Körper wirkt. Es werden häufig sogenannten Mikropartikel verarbeitet, und wenn kleine Verletzungen auf der Hautoberfläche bestehen, dann gibt es die Gefahr, dass diese in die Haut eindringen können. Da ich die Funktionsbekleidung aber nur 1-2 Tage am Wochenende trage, und sonst komplett auf synthetische Stoffe verzichte, hoffe ich, dass keine gesundheitlichen Bedenken bestehen. Aber vielleicht haben wir ja hier Experten, die es genauer wissen. Sobald es gleichwertige Alternativen aus natürlichen Materialien auf dem Markt gibt, bin ich die erste, die zu diesen greift.

    Herzliche Grüße
    Dani

    PS: Noch etwas Positives am Rande: Outdoorfirmen wie Jack Wolfskin gehören zu den führenden Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit und soziale Arbeitsbedingungen.

  • Katharina_mx sagt:

    Liebe Dani,

    vielen Dank für diesen tollen Artikel! Ich habe das Bergwandern letzten Herbst für mich entdeckt und bin begeistert! Da unser erster Ausflug in die Berge eher sehr spontan war, hatten mein Freund und ich gar keine Funktionskleidung dabei und haben somit „zwangsweise“ normale Kleidung zum Wandern getragen (feste Schuhe hatten wir zum Glück dabei). So ausgestattet mit Cordhosen, Lederschuhen, Bluse/Hemd mit Wollpullover/Tweedblazer und darüber die Regenjacke, sahen wir zwar vergleichsweise schick aus, wir haben aber sehr schnell gemerkt, dass sich Kleidung aus Baumwolle oder Wolle etc. für das Bergwandern überhaupt nicht eignet. Wie Du sagst, schwitzt man darin schnell und die Kleidung trocknet einfach nicht, die Folge war, dass wir ständig gefroren haben und es etwas unangenehm war, in feuchter Kleidung herumzuwandern. Für den nächsten Ausflug in die Berge lege ich mir auch entsprechende Kleidung zu.

    Grüße,
    Katharina

  • Katharina K. sagt:

    Also bei mir hat noch nie irgendeine Funktionsjacke irgendetwas nach außen transportiert, am allerwenigsten, wenn ich einen Fleece darunter anhatte. Aus den anderen praktischen Gründen habe ich aber trotzdem eine. Solange es nicht regnet, versuche ich beim Anstieg die Außenhülle wegzulassen, aber im Winter ist das natürlich keine Option. Im Sommer finde ich Funktionsunterwäsche o.k., vor allem, weil Baumwolle nicht so schnell trocknet und es gleich kalt wird, wenn mal ein Lüftchen aufkommt. Aber am liebsten trage ich die Unterwäsche von „Icebreaker“, die Sachen sind tatsächlich aus WOLLE und ich altes Frierküken kann sie “ wärmstens“ empfehlen. Übrigens auch zum drunterziehen an nicht ganz so lauen Sommerabenden…

  • Constanze sagt:

    Hallo ihr Lieben,

    ein Tipp für alle, denen bei Wolfskin und North Face die Preise zu hoch sind: schaut auch mal bei Tchibo (z.B. Funktionswäsche und Strümpfe) oder bei Decathlon. Auch hier wird auf Nachhaltigkeit geachtet und die Preise sind teilweise sehr sehr human.
    Aber das wichtigste bei Outdoorkleidung ist, neben der Funktion, einfach der Sitz. Wie Dani schon sagte, spart blos nicht an den Schuhen. Was hilfts, wenn die Treter günstiger waren, ihr euch dann aber Blasen lauft. Und was bringt eine stylische Jacke, wenn das Bündchen verrutscht und der Regen euch in den Hosenbund läuft.

    Ich wünsch euch viel Spaß beim Wandern, hier im Norden hat die Radsaison begonnen und Rennfahrer in Komplettmontur und Freizeitsportler in Shorts treffen sich an der Eisdiele :)

  • Katharina K. sagt:

    Ach, Constanze, vielen Dank für den Wetterbericht aus dem Norden! Da ziehen wir am Wochenende hin und nun freue ich mich noch einmal mehr drauf!

  • Constanze sagt:

    Liebe Katharina, wo zieht ihr denn hin? Im Moment graut hier wieder eher der Nebel, aber zur Stimmungsaufhellung mach ich dann immer das wunderschöne Grau von Gwildis an und schon weiß ich wieder, warum es to huus am schönsten ist!

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