Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Marrakesch: Auf Sarah Jessica Parkers Spuren

Am Stand von Aziz sind wir zufällig beim Schlendern durch die Souks gelandet. Der Shop des Marokkaners liegt etwas abseits der großen Einkaufsstraßen und ist, wie auch die umliegenden Läden, nicht ganz so sehr auf Touristen ausgelegt. Hier werden vor allem hochwertige Antiquitäten – afrikanische Masken, Tafeln mit arabischen Inschriften und feines Porzellan angeboten. Nachdem ich mich für einen Dessertteller mit außergewöhnlicher Verzierung interessierte, kam ein älterer Herr mit grauen Bart und moderner Brille auf mich zugestürmt.

„Carrie und Aiden“ sagt er ganz stolz

Ladenbesitzer Aziz war mir schon vorher aufgefallen, denn sein traditionelles, tunikaartikes Hemd stammt von einem deutschen Hersteller: Eterna. Er erzählt mir, dass er vor allem besondere Antiquitäten verkaufe – so wie diesen Teller, der „aus der Hausauflösung einer reichen marokkanischen Familie“ stamme. Sein Herzblut steckt Aziz jedoch in seinen handgefertigten Schmuck. Er deutet um sich im schummrigen Ladengeschäft, das über und über mit Ketten verziert ist: „Alles selbst gemacht!“ Und um mich endgültig von seinen Qualitäten zu überzeugen, führt er mich nach draußen, wo an den Fensterscheiben zwei vergilbte Fotos prangen. „Carrie und Aiden“ sagt er ganz stolz. Wir sind erstaunt: John Corbett und Sarah Jessica Parker waren hier? Ja klar, ob wir ihn denn noch nicht erkannt hätten?

Ein prominenter Ladenbesitzer

Er sei schließlich der alte Mann gewesen, der Carrie in Sex And The City 2 die Schuhe in den Souks verkaufte. Der Film hätte nämlich nicht in Abu Dhabi sondern hier in Marrakesch gespielt. In einer der Drehpausen ist Sarah Jessica Parker einem ihrer Lieblingshobbies nachgegangen und hat Aziz halben Laden mitgenommen. Was sie denn gekauft hätte, fragt meine Freundin neugierig. „Ach“, antwortet Aziz, „die ist hier reingekommen, hat einen Haufen Ketten in die Hand genommen, hierhin gezeigt und dorthin und dann kam kurze Zeit später eine Mitarbeiterin und hat alles abgeholt.“ Wir sind begeistert und bemerken, dass wir es mit einer kleinen Berühmtheit zu tun haben. Aziz kann das natürlich nicht so ganz abstreiten. Eine Frage habe ich jedoch noch zum Schluss: Woher er denn dieses außergewöhnliche Hemd habe? „Ich mache alles selbst, ich bin Designer“, sagt Aziz. An ein normales Eterna-Hemd hat der Marokkaner einfach ein paar Bordüren an Kragen, Manschetten und Bund genäht.

Den Teller habe ich natürlich mitgenommen.

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Wo sich der Stand von Aziz genau befindet, können wir Euch leider nicht mehr sagen – aber lasst Euch einfach treiben, dann stoßt Ihr mit ein bisschen Glück selbst darauf

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 Eterna-Hemd zu weißer Baumwollhose und Herrenschal – Aziz legt viel Wert auf sein Äußeres

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Aus afrikanischen und arabischen Perlen stellt der Marokkaner extravagante Ketten her

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„Aziz gehört zu den Prominenten in den Souks von Marrakesch“ liest uns der Mann mit den gutmütigen Augen stolz aus einem englischen Reiseführer vor

In Sex And The City 2 streift Carrie Bradshaw durch die Souks von Marrakesch


1 Kommentar
  • Alica sagt:

    Das ist ja mal eine schöne Geschichte, vielen Dank! Und das Eterna-Hemd mal eine schöne Variante der Globalisierung und der lokalen Aneignung von Produkten.

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