Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
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Mama, was trägt man eigentlich mit 60 Jahren?

Meine Mama ist am Wochenende 60 Jahre alt geworden. In ihrem knallroten Kleid sah sie auf der Party einfach fantastisch aus. Grund genug, sich einmal mit Mode für reifere Damen zu beschäftigen. Was „darf“ man mit 60 Jahren noch tragen und was sollte lieber aus dem Kleiderschrank wandern? Oder gilt ab einem gewissen Alter sogar Narrenfreiheit? Ich habe mich mit ihr über Falten, das perfekte Kleid und Exzentrik im Alter unterhalten.

Worin sieht eine Frau ab 60 Jahren am besten aus?

Meiner Meinung nach wird es im Alter noch wichtiger, seine Vorzüge zu betonen. Jede Frau hat etwas, das sie besonders auszeichnet und darauf sollte der Fokus liegen. Wer also Falten am Hals oder Brustausschnitt hat, greift vielleicht nicht gerade zum tiefen Dekolleté, sondern betont stattdessen zum Beispiel seine schönen Rundungen. Ich finde Spitzenoberteile machen alt, genauso wie die Farbe Schwarz; weiß sieht hingegen immer chic aus.

Zu welchem Kleid sollte sie denn greifen?

Ein Etuikleid passt immer! Auch Wickelkleider sehen eigentlich immer chic aus. Wenn man schlank ist, darf das Kleid eine Handbreit über dem Knie enden, sonst ist die Knielänge ideal. Längere Kleider sollten an der schmalsten Stelle der Wade enden. Sehr vorteilhaft kann auch eine vertieft angesetzte Taille mit schwingendem Faltenrock aussehen.

Meine Mama und ich blättern durch einen Katalog und sie zeigt mir Kleider von Baur die ihr gut gefallen

Was trägt man mit 60 Jahren?

Die Farbe Weiß und ein Etuitschnitt sehen immer besonders schön aus – auch bei reiferen Damen, ist meine Mama überzeugt; egal ob es sich um Baumwolle, Seide oder – wie bei dieser eleganten Variante von s.Oliver Black Label (links) und dem lässigen Maxi-Modell von Heine (rechts) – um Leinen handelt

Hast Du ein paar Tipps, wie man „Schwachstellen“ kaschieren kann?

Die Schwachstellen, von denen Du sprichst, sind vor allem der Hals und Brustansatz, Oberschenkel und Oberarme. Ich finde, dass man sehr gut damit fährt, seine Stärken zu betonen und damit von den weniger vorteilhaften Stellen abzulenken. Ich würde also nichts anziehen, was die Taille betont, wenn keine Taille mehr da ist. Ablenken kann man auch mit auffälligen Accessoires wie einer Statement-Brille, einer tollen Kette, Seidenblumen und natürlich Tüchern. Und Hüte! Da kann man sich sicher sein, dass der Blick auf den Hut geht. Oder warum nicht zu einem schlichten, klassischen Kleid knallrote Schuhe anziehen?

Was hältst Du von Frauen, die sich betont jugendlich kleiden?

Prinzipiell finde ich, dass man zu seinem Alter stehen sollte. Das heißt allerdings auf keinen Fall, dass man sich verstecken soll! Die Generation meiner Eltern und Großeltern hat sich ab einem bestimmten Alter nur noch in Beige- und Grautöne gekleidet, und das fand ich immer sehr schade. Ich ziehe gerne knallige Farben an, bleibe bei den Schnitten aber eher klassisch. Natürlich kann man auch mal zu einem ungewöhnlichen Schnitt greifen – wenn es denn zur Figur und Trägerin passt! Wer noch eine jugendliche Figur hat, hat natürlich viel mehr Auswahl.

Ich mag ja auch Ladies, die mit dem Alter ihre Exzentrik voll ausleben..

Ja ich finde diese Damen auch großartig. Mode ist immer ein Ausdruck der Persönlichkeit, und im Zweifel sollte man immer tragen, worin man sich wohlfühlt und sich nicht verkleiden – das gilt natürlich genauso für junge Leute.

Mode mit 60 Jahren

 

Mehr Mut zu Farbe! Meine Mama ist ein großer Fan von farbenfrohen Kleidern wie diesem knallroten Strickkleid von edc bei Esprit und dem grünen Baumwollkleid von Heine

Wie sieht es denn mit dem Thema Schminken aus?

Ich schminke mich kaum und wenn, dann so dezent, dass man es nicht sieht. Das ist aber natürlich Geschmackssache. Nur: Manche Frauen schminken sich die ergrauten Augenbrauen dunkel und sehen dann aus wie angemalt. Wer positiv denkt und sich schön fühlt, der strahlt das auch aus.

Gibt es Kleidungsstücke, die man ab einem gewissen Alter nicht mehr anziehen sollte?

Lass mich überlegen… ich würde sagen, ab einem gewissen Alter sehen Kleider mit Spagettiträgern nicht mehr schön aus und natürlich alles, was zu knapp an den Beinen endet.

Was hat das Alter der Jugend modetechnisch voraus?

Man weiß einfach ganz genau, was einem gefällt und steht und trägt seinen Kleidungsstil auch selbstbewusst. Ich weiß genau was zu mir passt – das fängt bei den Haaren an und hört bei den Schuhen auf.

Dein Tipp an unsere Leser?

Mehr Mut zu Hut! Der macht jede Frau chic!

Kleider ab 60 Jahren

Das sportliche Strickkleid „Lizah“ von Tommy Hilfiger aus Wolle und Baumwolle und das luftig-leichte Kleidchen von Seidensticker „Schwarze Rose“ sind zeit- und altersloser Alltagsklassiker

Bild-Credits: Baur, Bild ganz oben: Shutterstock.com

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3 Kommentare
  • Nicole sagt:

    Ein sehr schöner Beitrag, der meiner Meinung nach prima auf den Blog passt.
    Klasse und Stil sind eben keine Frage des Alters, werden aber mit zunehmender Lebenserfahrung häufig authentischer.
    Nachträglich noch herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

  • Gaby sagt:

    Liebe Dani,

    ich habe letztes Jahr ,gerundet‘ und da ich Größe 34 trage, kann ich auch mit 60 eure Modevorschläge tragen:
    Reiterstiefel, weiße Blusen, Gehröcke und und und (und Dirndl sowieso, inzwischen mit hochgeschlossenen Blusen, zuviel Haut sieht im Übrigen auch an jungen Frauen nicht gut aus…)

    Liebe Grüße

    Gaby

  • Dani sagt:

    Liebe Gaby,

    ja selbstverständlich! Die klassische Mode, die wir hier vorstellen, zeichnet sich ja dadurch aus, dass sie zeit- und alterslos getragen werden kann. Und auch beim Thema Tracht/Dirndl stimme ich Dir absolut zu!

    Herzliche Grüße
    Dani

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