Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.

Ich warne Euch vor: Dieser Film, der letzte Woche im ZDF lief, ist nichts für sanfte Gemüter. Es gab mehrere Szenen, in denen ich gar nicht mehr hinblicken wollte und es mir fast den Magen umgedreht hat. Nichtsdestotrotz möchte ich Euch die 37-Grad-Reportage „Gift auf unserer Haut – Leder und Pelze für Deutschland“, für die der Journalist Manfred Karremann von Deutschland über Italien bis nach Bangladesch und Nordchina tourte, unbedingt ans Herz legen. Wir dürfen nicht wegsehen, denn es ist enorm wichtig, dass wir uns endlich bewusst machen, was wir auf der Haut tragen und unter welchen Bedingungen die Produkte hergestellt werden.

Problem eins: „Eine Umweltkatastrophe epischen Ausmaßes“

Echtes Leder ist für mich ein Qualitätskriterium, das ein hochwertiges Produkt auszeichnet. Niemals würde ich eine Tasche oder Schuhe aus Kunstleder kaufen. Allerdings: Woher das Leder stammt, diese Frage stelle ich mir nur selten. Lediglich bei Echtlederschuhen für einen geringeren Preis als 50 Euro werde ich hellhörig und denke mir, dass das doch gar nicht möglich sein kann. Viele dieser Billig-Lederprodukte stammen aus Fernost, vor allem Bangladesch ist in der Stastik wieder ganz vorne mit dabei. Die Lederhochburg: der Gerbereistadtteil Hazaribagh in der Hauptstadt Dhaka. Umweltauflagen gibt es hier keine, das macht das Leder so schön billig. Die Stadt ist durchzogen von vergifteten Flüssen, die Menschen leben zwischen Müllbergen. Hazaribagh gilt als das meistverschmutzte Gebiet der Welt. Die Lebenserwartung der Arbeiter liegt darum bei nur etwa 50 Jahren.

Problem zwei: Brutalste Bedingungen für die Leder- und Pelztiere

Haut- und Atemwegserkrankungen stehen auf der Tagesordnung, fehlende Gliedmaßen sind nichts Ungewöhnliches. Auch Kinder arbeiten in den Gerbereien und stehen häufig barfuß in der Chemikalienbrühe. Da die Fabrikarbeiter nicht versichert sind, verhungern ihre Familien im Fall, dass sie durch die ständige Berührung mit den Chemikalien dauerhaft erkranken. Trotz dieser hohen gesundheitlichen Risiken verdienen die Gerbereiarbeiter nur etwa 30 Euro im Monat. Hinzu kommt: Die Kühe, von denen das meiste Leder stammt, werden unter brutalsten Bedingungen tausende Kilometer von Indien nach Bangladesch gebracht. Dort werden sie dann in der Regel illegal auf der Straße und ohne Betäubung geschlachtet. Ein ähnlich grausames Schicksal droht den Pelztieren, die in den kalten Regionen Chinas gezüchtet werden. Einige Hundert Kilometer nordöstlich von Peking sind Pelztierfarmen in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Etwa 10 Millionen Marderhunde werden hier jedes Jahr gezüchtet.

Problem drei: Gesundheitsrisiken auch für die Endverbraucher

Die kuschligen Tierchen sind so beliebt, da sie angeblich anspruchslos in Haltung und Futter sind. In Käfigen, so klein, dass sich die Tiere kaum um sich selbst drehen können, fristen sie so lange ein trostloses Dasein, bis ihnen auf einem der Viehmärkte bei lebendigen Leibe das Fell über die Ohren gezogen wird. Zusätzlich zu den gesundheitlichen Risiken für die Fabrikarbeiter und den unwürdigen Bedingungen denen die Tiere ausgesetzt sind, kommt ein drittes Problem: Auch der Endverbraucher begibt sich mit dem Kauf eines Billigleder- oder Billigpelzproduktes in Gefahr. Um das Leder haltbar zu machen, wird in der Ledergerbung fast überall die Chemikalie Chrom verwendet. Wird mit dieser nicht sorgfältig umgegangen, kann sich Chrom VI bilden – ein Stoff, der lebenslange Allergien auslösen kann und im Verdacht steht, krebserregend zu wirken. Das Bizarre: Vor allem Kinderschuhe sind häufig mit Chrom VI belastet.

Und die Lösung?

Eine Kennzeichnungspflicht, welches Tier wo verarbeitet wurde, gibt es bislang nicht. Ebensowenig müssen die im Herstellungsprozess verwendeten Chemikalien deklariert werden. Hier besteht meiner Ansicht nach dringend Handlungsbedarf. Und bis dahin sollten wir nur noch bei Firmen kaufen, die in die Lederproduktion investieren. Aigner beispielsweise verwendet nur europäisches Leder und arbeitet mit ausgewählten Gerbereien wie der deutschen Firma Heinen zusammen. Einen weiteren Tipp hält die Reportage bereit: Das europäische Warnsystem RAPEX untersucht Textilien und veröffentlicht Gefahrenmeldungen für verunreinigte Waren.


25 Kommentare
  • Ein toller Artikel! Den Film habe ich mir aber bewusst nicht angesehen.
    Solange der Durchschnittsbürger immer mehr zum immer billigeren Preis kaufen möchte, wird sich schwerlich etwas ändern. Das Traurige ist aber, dass man auch bei hochwertigen, exklusiveren Produkten nicht immer weiß, wie, von wem, wo und mit welchen Zusatzstoffen sie produziert wurden. Eine Kennzeichnungspflicht wäre eine gute Idee, denke ich auch.

  • Dani sagt:

    Liebe Claire,

    darf ich fragen, warum Du Dir den Film „bewusst“ nicht angeschaut hast?

    Herzliche Grüße
    Dani

  • Horst sagt:

    Selbige Probleme gibt es bei Klamotten von Zara, H&M und Co., nur geben die Textilmultis Unsummen aus, ihr Image mit irgendwelchen Greenwash-Kampagnen zu reinigen.
    Ich verstehe nicht, warum beim Pelz alle aufschreien, wenn aber, wie Anfang Okt. , 10 Menschen bei einem Brand in irgendeiner der tausenden Fabriken in Bangladesh ums Leben kommen, herrscht das Schweigen im Walde.
    Übrigens wurden bis heute keine Entschädigungen an die Hinterbliebenden der Opfer der Katastrophe in Rana Plaza gezahlt und wenn dann 10€. Das entspricht dem Gegenwert eines T-Shirts bei einer dieser Ketten. Jetzt wissen wir wenigstens, was ein Menschenleben im Zeitalter von H&M wert ist.

  • Horst sagt:

    PS. – ich glaube das liegt in der Natur des Menschen die Verantwortung auf andere zu übertragen, d.h. lieber auf Pelze schimpfen, die sich im Grunde die wenigsten leisten können, statt sein eigenes Handeln zu ändern und eben nicht mehr „billig“ einkaufen.
    PPS. – nix destotrotz find ich den Hinweis über die Problematik bzgl. Pelze und deren Herstellung bzw. Deinen Artikel gut.

  • Amalia sagt:

    Ein wichtiger Beitrag, danke!

    Das Bewusstsein für den Preis, um den für uns Billigtextilien hergestellt werden (ganz abgesehen von minderwertigen Materialien, giftigen Zusätzen, schlechten Nähten und dem erbärmlichen Zustand nach der ersten Wäsche), ist noch viel zu wenig verbreitet. Man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen.

    Mir wird immer ganz flau, wenn ich die jungen Mädels sehe, die strahlend mit fünf, sechs Tüten von Primark daherkommen…

    LG,
    Amalia

  • Dani sagt:

    Lieber Horst,

    also!

    1. Wir haben sehr wohl über die Unglücke in den Fabrikgebäuden berichtet und sind – wie Du weißt, wenn Du den Blog öfter mal liest – keine großen Verfechter von H&M und Co. Siehe z.B. hier: http://www.lady-blog.de/wer-wenn-nicht-wir-wo-wenn-nicht-hier/

    2. Es liegt mir fern über Pelz- oder Lederträger zu schimpfen (zumal in meinem Artikel der Fokus auf der Lederproduktion lag). Ich bin ja selbst ein großer Fan von Lederwaren und es spricht m.E. nichts dagegen einen Pelz zu tragen, wenn man weiß woher er stammt – ich habe beispielsweise eine Freundin, die von einem Jäger ein Fell bekommen hat, das sie sich dann zu einem Überwurf umändern lassen hat. Siehe z.B. hier: http://www.lady-blog.de/tonias-woche-echtpelz-an-winterjacken/

    3. Es geht mir viel mehr darum das BEWUSSTSEIN für Materialien, aber auch Kosmetikprodukte oder Nahrungsmittel zu erhöhen. Wir sollten stets hinterfragen: Woher stammen die Sachen und gibt es nicht vielleicht eine Alternative hierzulande?

    4. Echtlederpelzbesatz ist mittlerweile so günstig wie Kunstleder, von daher zählt das Argument nicht, dass man damit ein Problem auf die Reichen abwälzen möchte.

    Herzliche Grüße
    Dani

  • Natürlich, Dani: Du hast davor gewarnt und geschrieben, dass es dir „fast den Magen umgedreht hat“. Ich habe aber mit größtem Interesse deinen Artikel gelesen und mich noch weiter zu diesem Thema und der Reportage selbst informiert. Herzliche Grüße, Claire

  • Bernadette sagt:

    Auch eine Countess sollte ihre Augen nicht vor unangenehmen Dingen verschließen. Liebe Claire, ich empfehle dir herzlichst, dir die Schlachtungsszenen einmal anzusehen.

    Beste Grüße, Bernadette

  • Amalia sagt:

    @ Bernadette – das mit der Countess ist, glaube ich, nicht ganz fair. Wem die Fakteninformation bereits ausreicht, um bewusste Konsumentscheidungen zu treffen, braucht nicht unbedingt noch die Gruselbilder dazu ;)

  • mia w sagt:

    Also ich find das hängt von ab was für ein ein Leder und von wo es kommt.
    Wenn ich Rind esse kann man die Haut des schon eh geschlachteten Rindes doch weiter verwenden. Die Chemie kommt ja davon dass die lange Wege „reisen“ und dann oft anfangen zu gammeln weil die oft feucht verpackt werden. So wurds mir mal in einer Polsterei erklärt. Diese Polsterei bzw dieser Möbelhersteller kaufte daher nur Qualitäts-Leder aus Schweiz/Österreich etc (Europa, aber halt aus dem Teil wo man weiß dass es gut gemacht wurde nicht wie in Rumänien etc da geht man mit Tieren echt übel um das muss nicht sein) Von denen hole ich mir auch immer Leder Reste um was selbst zu nähen etc.
    Aber leider achten da ja wirklich nicht alle drauf.
    Pelze und Leder von Tieren, wo echt nur die Haut zählt und die auch vom Sterben bedroht sind finde ich auch nicht in Ordnung.

  • Horst sagt:

    @Dani Nee, Du verstehst mich glaub ich falsch – das war jetzt nicht exklusiv auf den Lady-Blog gemünzt, sondern eher etwas komplexer bezogen auf Mode-Medien – da schließe ich jetzt ausdrücklich auch die Printmedien mit ein. Die sind auch nicht besser. Ich würde mir auch mal nen Artikel über die Arbeitsbedingungen in Bangladesh in der Vogue wünschen.
    Gut finde ich übrigens den kompletten Verzicht von zb Zara – alles andere ist mMn irgendwie nicht konsequent genug. Zum Verzicht gehört dann halt auch die Klamotten nicht in Outfitposts zu verwurschteln, auch wenn es wenige sind.

    Final muss das natürlich jeder für sich selbst entscheiden, ob es für ihn okay ist, etwas zu tragen, was Menschen unter unwürdigen Bedingungen hergestellt haben und wie sehr man diese Arbeit mit einem Dumpingpreis wertschätzt. Genauso wie Claire entscheiden darf, etwas nicht zu gucken, weil die Methoden der Pelz“gewinnung“ und der Arbeitsbedingungen nicht neu sind.

  • Lina Tiarella sagt:

    Danke Dani. Es ist wirklich eine gute Idee auf den Film aufmerksam zu machen. Auch die Diskussionsbeiträge finde ich sehr informativ.

    Um die Diskussion weiter anzuregen:
    Sollen Vegetarier auf Leder und Pelz grundsätzlich verzichten?

  • Dani sagt:

    Horst, ok, die Spitze mit dem Outfitpost münze ich jetzt aber doch auf mich. :-) Ich war schon ewig nicht mehr bei Zara shoppen, aber die Teile die ich im Kleiderschrank habe, werde ich trotzdem weiter tragen. Ich find’s sehr schwierig zu entscheiden, welche der Ketten noch ok sind und welche nicht. Klar versuche ich vor allem kleine Labels zu tragen und zu empfehlen, aber eines meiner Lieblingslabels ist z.B. Tommy Hilfiger. Die produzieren zwar nicht in Bangladesh, aber in Thailand und Indien – übrigens gleich auf dem Band neben s.Oliver.

  • Dani sagt:

    Lina: Das muss jeder Vegetarier selbst entscheiden. Problematisch finde ich es, wenn einige Vegetarier versuchen, ihre Lebensphilosphie allen anderen aufzudrücken. Ich persönlich esse äußerst selten Fleisch, würde mich aber nicht als Vegetarier bezeichnen, weil ich es sehr schwierig finde, das konsequent umzusetzen. Das ist ja nicht nur das Leder auf das man verzichten sollte/müsste, sondern auch Daunen in der Jacke/im Bett oder die Gelatine im Fruchtgummi. Ich denke, man kann mit gutem Gewissen Leder tragen und Fleisch essen, wenn man es mit Maß tut und weiß, dass das Tier ein lebenswertes Leben geführt hat.

  • Horst sagt:

    @Dani ;-)
    Klar produzieren Hilfiger, s.Oliver und sicher auch einige von uns auf Horstson geliebte Labels irgendwo unter unwürdigen Bedingungen und das sehe ich als ganz großes Problem. Mittlerweile kann man mir in meinem Restaurant sagen, woher das Steak stammt, nur bei Klamotten weiß kein Mensch mehr woher es wirklich kommt.

  • Kay sagt:

    Liebe Dani, ich greife mal den Tierschutzaspekt auf und den letzten Satz aus deiner Antwort an Lina: Exakt so sehe ich es auch und versuche – so gut es eben geht – diese Maxime bei meinem Konsumverhalten zu berücksichtigen! Wir haben heute wirklich viele Möglichkeiten, uns umfassend zu informieren und sind nicht auf Gedeih und Verderb gezwungen, blind alles zu kaufen, was der Handel anbietet.

    Ich möchte noch hinzufügen, dass es keinesfalls nur die Billighersteller sind, die Pelze, die unter unerträglichen Bedingungen „gewonnen“ werden, verwenden. Man nehme nur mal all die unzähligen Cashmere-Mützen mit Pelzbommel und all die Parka mit echtpelzverbrämter Kapuze, die es eben nicht für kleines Geld, sondern für teilweise sehr hohe Preise zu kaufen gibt und die in den letzten Wintern das Straßenbild dominierten. Infos dazu gibt es zu Hauf im Netz.

    Ich habe auch einen Mantel mit Pelzkragen. Dieser stammt aus einem uralten Pelzmantel meiner Großmutter, den wir in verschiedene Einzelteile haben zerlegen und umarbeiten lassen. Damit kann ich leben. Ein neues Kleidungsstück mit/aus Pelz würde ich mich nicht kaufen. Ich kann gut darauf verzichten, es gibt genug schöne Alternativen.

    Auf Ledertaschen und Schuhe mag ich allerdings auch nicht verzichten, kaufe aber bewusst lieber weniger und trage die Sachen sehr lange. Ob meine Schuhe und Taschen wirklich „sauber“ produziert sind, das weiß ich leider auch nicht zu 100% – denn wie gesagt, es sind leider nicht nur die Billighersteller, die unter Bedingungen wie die im Film gezeigten produzieren.

    Insofern bin ich da auch kein echter Überzeugungstäter, bemühe mich aber zumindest, mich so gut wie möglich zu informieren.

  • Sauerlandgirl sagt:

    Liebe Dani,
    bisher habe ich noch keinen Kommentar geschrieben, doch dieser Beitrag veranlasst auch mich etwas zu schreiben.
    Ich bin tatsächlich sofort zu meiner Daunenjacke mit Fellbesatz gelaufen. Habe gefühlt, es mir näher angeschaut, dabei an die Tiere im Film gedacht. Mich gefragt, was für ein Tier es ist. Mir wurde heiß und kalt, denn ich konnte auf dem ersten Blick nicht erkennen ob es echt oder künstloch ist, bis ich auf das Etikett geschaut habe. Aufatmen es ist Kunstfell. Ich habe die Jacke online bestellt, nur auf den Preis geschaut, jetzt werde ich genauer hinschauen.

    Vielen Dank für Deinen Beitrag!

  • Iris sagt:

    Liebe Dani,
    ich verfolge nun schon länger deinen Blog und habe mir mit jedem deiner Posts zu solchen Themen mehr und mehr Gedanken über die Produkte gemacht die ich im alltäglichen Leben einkaufe. Ich möchte nun beim Kauf von Modeartikel darauf achten, keine Billiglederprodukte oder andere Ware zu kaufen die unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt werden. Leider ist das (wie du schon erwähnt hast) ja sehr schwer weil sowas meist nicht auf dem Produkt steht. Aber kennst du vielleicht noch ein anderes Schuh- bzw. Taschenlabel (außer Aigner) welches diesen Anforderungen entspricht?

    Ich persönlich finde die Taschen von Fossil wunderschön, bin mir bei dem Label aber über die Produktionsbedingungen unklar. Ich habe der Firma nun (nachdem ich denen Post gelesen habe) einige Fragen geschickt: WO kommt das Leder her, kommen CHROMhaltige Chemikalien in der Verarbeitung zum Einsatz?
    Außerdem habe ich auf einem in meiner Tasche eingenähtem Etikett folgendes gesehen: „Not intendet for children 12 and under“. Auch hier habe ich gefragt warum das denn drauf steht? Ich hoffe ich bekomme bald eine Antwort von Fossil.

    LG

  • Dani sagt:

    Liebe Iris,

    ich denke, wenn man bei kleinen deutschen Labels, bei Traditionslederhäusern (wie The Bridge) oder High-Fashion-Marken wie Hermes einkauft, dann ist man auf der sicheren Seite, aber ganz genau weiß man es natürlich erst, wenn man das Unternehmen direkt auf die Produktionsbedingungen anspricht. Deshalb: Ganz toll, dass Du das gemacht hast. Bitte halte uns hier auf dem Laufenden.

    Herzliche Grüße
    Dani

    PS: Ich habe die deutsche Ledergerberei Heinen jetzt auch einmal angeschrieben und um weitere Infos zu „fairen“ Lederfirmen gebeten.

  • Iris sagt:

    Ich hab ein kurzes update bezüglich der Fossiltaschen für euch:
    Heute habe ich eine Antwort vom Kundenservice bekommen. Man hat mir gesagt dass der Kunderservice bei ihrem CSR – Team (Corporated Social Responsibility, kümmert sich laut dem Kundenservice um die „soziale Verantwortung von Fossil weltweit“) „aussagekräftige“ Informationen über Verarbeitung und Herkunft ihrere Materialien einholen wird und mir dann eine weitere Email schreiben wird. Ich soll mich also noch etwas gedulden.
    Sobald ich weitere Infos habe melde ich mich wieder, aber ich finde es schon mal nett dass sie genau nachfragen wollten bevor sie mir antworten. Ich bin gespannt auf die nächste Nachricht.
    LG, Iris

  • Diana sagt:

    37° macht wirklich oft sehr interessante und gut recherchierte Reportagen. Wobei ich gerade Bilder von Tierquälerei sehr schwer erträglich finde. Jedenfalls, wir haben es in der Hand, so etwas zu stoppen, indem wir nicht unser Geld dafür hergeben.

  • Dani sagt:

    Liebe Iris,

    ich habe auch ein kleines Update für Dich. Folgende Firmen beziehen ihr Leder bei der deutschen Gerberei Heinen:

    Meindl: http://www.meindl.de (v.a. Wanderschuhe)
    LOWA: http://www.lowa.de (v.a. Wanderschuhe)
    Hanwag http://www.hanwag.de/ (Outdoorschuhe)
    Finn Comfort: http://www.finncomfort.de (v.a. Golfschuhe)
    ELTEN http://www.elten.com (v.a. Gesundheitsschuhe)
    Mephisto: https://www.mephisto.com/
    Loints of Holland http://www.lointsofholland.com

    und die Kinderschuh-Firmen Ricosta http://www.ricosta.de und Däumling http://www.daeumling.de

    Herzliche Grüße
    Dani

  • Iris sagt:

    Liebe Dani, liebe LeserInnen des Lady-Blogs,

    ich hab heute nach fast einem Monat endlich eine Antwort von Fossil bekommen. Ich habe ehrlichgesagt nicht mehr damit gerechnet nach so einer langen Zeit. Zum Inhalt:
    Sie schrieben mir dass sie mir „nach langen Gesprächen mit ihrem CSR-Team“ sagen können, dass sie ihr Leder auf dem „globalen Weltmarkt“ beziehen, ihre Lieferanten strenge Auflagen haben die „beispielsweise Kinderarbeit ausschließen“. Um sicher zu stellen, dass diese Vorlagen eingehalten werden führt ihr CSR-Team „Schulungen und Kontrollen“ durch. Außerdem sagte man mir, dass bei den Zulieferern strenge Kontrollen bezüglich gesetzlicher Schadstoffgehalte (z.B. Chrom VI) von Fossil durchgeführt werden. Weiters: das Leder wird „ausschließlich bei seriösen Herstellern zu einem entsprechend fairen Preis“ gekauft.
    Zu guter Letzt wurde noch ein ZDF-Bericht – ich nehme mal an dass damit der oben verlinkte gemeint war – erwähnt. Das hat mich dann doch sehr verwundert da ich in meiner Mail nie etwas über den Bericht gesagt habe. Jedenfalls, man meinte, dass es „bislang sehr schwierig ist, die Lieferkette des Leders nach dem Großhandel genau nachzuvollziehen“ aber der Fernsehbericht würde ernst genommen und sei „Anlass, mehr Transparenz in die gesamte Zulieferkette zu bekommen“.

    Ich muss sagen, das klingt ja alles mal recht gut. Man kann demnach schon mal darauf vertrauen, dass Fossil direkt keine Kinder beschäftigt. Ein großer Pluspunkt! Natürlich kann man nicht sagen ob Kinderarbeit, ich sags mal so, „von der Kuh bis zur Tasche“ ausgeschlossen ist. Denn, wie Fossil schon sagte, es ist schwer die Lieferkette bis zu den kleinen Herstellern zu verfolgen.
    Man kann leider auch nicht beurteilen was „strenge Kontrollen“ oder „seriöse Hersteller“ sind.

    Was meint ihr dazu?

    Lg, Iris

  • Anne sagt:

    Also ich trage weder Pelz noch Leder, garnicht, weder als Gürtel, bei Schuhen oder als Handtasche.

    Und ich fühle mich gut damit! Mein Kleiderschrank platzt aus allen nähten. Seit im Stern mal veröffentlicht wurde, welche Firmen unter Hungerlohn produzieren, meide ich die ebenfalls.

    By the way..

    ist euch mal aufgefallen, dass grade die Firmen, die günstige Produkte anbieten am besten abschneiden in Qualitätsprüfungen (Stiftung Warentest, Ökotest etc.) z.B die Hausmarken von Rossmann und DM und vorallem führen grade die keine Tierversuche durch!

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