Lady-Frage: Trinkgeld für die Kosmetikerin?

Hallo liebe Ladys,
ich habe eine Benimm-Frage: Ich gehe seit ein paar Monaten zu einer selbständigen Kosmetikerin. Sie hat keine Angestellten, ist aber keine „Hobbykosmetikerin“, die die Behandlung quasi im Wohnzimmer durchführt. Gibt man in diesem Fall ein Trinkgeld? Ich habe einmal gelesen, dass man z.B. beim Frisör der Chefin kein Trinkgeld gibt.

Liebe Grüße
Eleonore

punkt

Liebe Eleonore,

Du liegst völlig richtig damit, dass die Chefin kein Trinkgeld erhält – aber warum eigentlich nicht? Ursprünglich kommt es sicherlich daher, dass der Meister viel mehr verdient hat, als die Gesellen und daher nicht auf Trinkgeld angewiesen war. Das ist heute nur noch bedingt der Fall. Wenn ich mit einer Dienstleistung zufrieden war, gebe ich gerne ein bisschen mehr und sei es nur, dass ich den Betrag aufrunde. Dabei geht es nicht nur um den kleinen Zusatzverdienst, sondern auch um die Anerkennung und das Signal, dass der Service gut war.

In Deinem Fall finde ich es also völlig angemessen der Chefin, die ja zugleich auch die einzige Angestellte ist, ein Trinkgeld zu geben. Beim Friseur bietet es sich übrigens an, nicht nur die Dame, welche die Haare geschnitten hat, mit einem Trinkgeld zu bedenken. Waschen und Föhnen wird ja gerne in die Hände der Auszubildenden gegeben und die freuen sich über die kleine Anerkennung genauso wie über das Extra im Geldbeutel.

Alles Liebe
Constanze, die noch nie bei einer Kosmetikerin war

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7 Kommentare
  • hi eleonore und constanze,

    sehe ich auch so – wobei es weniger mit benimm/benehmen zu tun, sondern mit zufriedenheit über die vom dienstleister geleistete arbeit/service usw. grundsätzlich gibt es einen preis und dich zwingt niemand, mehr als diesen (vereinbarten/ausgewiesenen) preis zu bezahlen. fühlst du dich aber gut aufgehoben, versorgt (kaffee/wasser) und freundlich bedient, steht dir natürlich frei, das entsprechend zu belohnen. das ist vornehmlich in dienstleistungsbereichen (zumindest in deutschland) üblich. zum vergleich: einem TV-/media-verkäufer gibt man bspw. trotz guter beratung über das gerät oder eine filmauswahl dennoch kein trinkgeld ;-)
    ob es sich dabei um die chefin oder mitarbeiter/azubis handelt ist allerdings mir völlig egal (sofern es in einem bislang unbekannten geschäft überhaupt ersichtlich ist). wer mich freundlich bedient bekommt mal 2-5 euro und die welt ist für alle in ordnung :-)

  • Justine D sagt:

    Liebe Eleonore –

    ich gehe in ein Institut, in dem ich sowohl von der Chefin als auch von Mitarbeiterinnen behandelt werde.

    Alle haben ein Sparschwein für Trinkgelder stehen, in das ich auch einzahle.

    Der Chefin jedoch bringe ich hin und wieder einfach eine Kleinigkeit zur Behandlung mit: ein Blümchen, ein Flasche Saft, etwas Süßes. Das finde ich persönlicher und mehr „auf Augenhöhe“ und ich habe bisher immer positive Reaktionen darauf erfahren.

    Nicht vergessen sollte man auch einen handschriftlichen Dank zum Jahresende, wenn man regelmäßig geht.

    Sonnige Frühlingsgrüße,

    Justine

  • medha sagt:

    Angestellte erhalten von mir immer ein Trinkgeld, wenn ich zufrieden war. Inhaber, also Chefs und Cheffinnen nicht, die sollen ihre Preise angemessen kalkulieren und gut ist.

    „Der Chef bekommt kein Trinkgeld“ ist auch deswegen eine Regel, damit nicht die Angestellten die Arbeit machen und die Inhaber das Kassieren übernehmen und dann das Trinkgeld einstecken.

  • Melanie sagt:

    Wie hält man es beim Friseur, wenn man mit Karte zahlt und keine „Spardose“ für die Mitarbeiter da sind bzw. man kein Bargeld dabei hat?

    Sollte ich meiner Friseurin eine Kleinigkeit mitbringen?

    Was meint Ihr?

    Liebe Grüße

    Mel

  • Liebe Mel,
    bei Kartenzahlung kann man auch aufrunden. Da muss man aber schnell sein und den anderen Betrag nennen, bevor er eingetippt wird.
    Liebe Grüße,

    Schwedenlady

  • Angi sagt:

    Ich finde, auch wenn das jetzt ein klitzekleines bißchen an der genauen Fragestellung vorbeigeht (aber ich musste das unbedingt loswerden -sorry), das man z.B. auch seinem Paketelieferer hin und wieder ein Trinkgeld geben sollte – insbesondere bei schwereren Dingen.
    Wenn ich da in gewissen Foren lese, was manche da kiloweise bestellen z.B. Katzenfutter und Streu für Monate und der arme Bote das zentnerweise in den 5ten Stock liefern muss….und nix´bekommt, bei eh´schon magerem Gehalt und schwerer, körperlicher Arbeit unter Zeitdruck, sich dann aber beschweren, wenn der Bote dann nicht mehr so gerne und regelmäßig liefert.

    Erstens finde ich, hat der Bote dann auch ein Trinkgeld + Anerkennung in Worten verdient und zweitens, das gebe ich unumwunden zu, möchte ich mir seine Dienste in solchen Fällen auch damit sichern und nicht Gefahr laufen eine solche Bestellung selbst abholen und tragen zu müssen.

    Ich bin sicherlich kein Top-Verdiener, aber Trinkgeld, wenn ich mit der erbrachten Leistung einigermaßen zufrieden bin, ist ein absolutes Muss.

  • Angi sagt:

    PS.: Das mit der Kartenzahlung und aufrunden finde ich schwierig, solange es nicht dem Besitzer selbst angedacht war….ich glaube kaum, das ein Chef sich die Mühe macht (selbst wenn er wollte geht das schlecht bei mehreren Angestellten an einem Tag) und die Beträge, die auf seinem Geschäftskonto gelandet sind, umverteilen wird (wenn er gerecht ist, teilt er es wenigstens unter allen auf, aber fraglich, ob das von einem selbst so gewünscht war).
    Für diese Fälle sollte man zumindest immer etwas Müngeld oder je nach Bedarf kleinere Scheine einstecken haben.
    Ist jetzt nicht bös´gemeint, sollte nur die Lücke im System aufzeigen und es gibt eben auch Chefs, die das dann leider einstreichen – selbst bei barem Trinkgeld.

    LG, Angi

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