Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Lady-Frage

Liebes Lady-Blog-Team,

grundsätzlich bringe ich zu jeder Einladung ein Geschenk mit – sei es ein nettes Buch für die Kinder oder eine selbstgekochte Marmelade. Manchmal bietet es sich auch an, etwas für’s Kuchen-Buffet beizusteuern, oder den Gastgeber in irgendeiner Form zu unterstützen. Einfach als Zeichen meiner Wertschätzung. Bei „größeren“ Feierlichkeiten ist der Wunsch, von Geschenken abzusehen, häufig mit der Bitte verbunden, einen Beitrag zu spenden. Doch wie ist mit Einladungen umzugehen, in denen ausdrücklich darum gebeten wird, kein Geschenk mitzubringen?

Wenn ich nun also schriftlich aufgefordert werde, bitte nichts zu schenken, und die Bitte nach einer Spende nicht aufgeführt wird – komme ich dann tatsächlich mit leeren Händen? Irgendwie ist mir unwohl dabei. Einerseits möchte ich den Wunsch des Einladenden natürlich respektieren, und ich weiß, er hat alles und möchte tatsächlich einfach nur eine schöne Feier mit seinen Gästen haben; aber andererseits bin ich unsicher, ob nicht doch etwas angebracht wäre. Zumal, wenn die Feierlichkeiten in einem äußerst kostspieligen Rahmen und Umfang stattfinden. Und wenn ich tatsächlich kein Geschenk machen sollte – wie sieht es dann mit einem „Dankeschön“ im Nachhinein aus?

Im Voraus vielen herzlichen Dank und liebste Grüße,
Miriam

punkt

Liebe Miriam,

eine sehr interessante Frage! Zunächst: Ich würde den Wunsch des Gastgebers in jedem Fall respektieren. Er hat seine Gründe, warum er darum bittet, nichts mitzubringen. Ich habe beispielsweise eine Freundin, die inzwischen in Kinderspielzeug zu ertrinken droht, weil jeder meint, ihr eine „Kleinigkeit“ für die Kids mitzubringen. Das ist natürlich nett gemeint, aber für sie eher ein Ärgernis. Ich verstehe jedoch auch Deinen Wunsch, nicht ohne ein „Mitbringsel“ zur Feier zu erscheinen. Vielleicht kannst Du ja einfach einen hübschen Blumenstrauß überreichen – vom Floristen oder vielleicht sogar selbstgepflückt aus dem Garten. Dann stehst Du nicht mit leeren Händen vor der Türe, kannst Deiner Wertschätzung sehr geschmackvoll Ausdruck verleihen und: Über Blumen freut sich doch eigentlich jede Gastgeberin. Obwohl sie – je nach Ausführung – gar nicht so günstig sind, gelten sie gemeinhin nicht als „richtiges“ Geschenk.

Übrigens: Kennst Du das Buch „Manieren“ vom äthiopischen Prinzen Asfa-Wossen Asserate? Er hat dort ein ganzes Kapitel nur dem Thema Blumen gewidmet – auch für ihn sind sie ein ideales Mitbringsel. „Blumen sind ein besonders ehrwürdiges, wahrhaftig rituelles Geschenk: Sie sind teuer, verwelken schnell und haben keinerlei praktischen Nutzen“, schreibt er im ersten Satz. Siehe auch: Blumen – das ideale Geschenk. Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen!

Herzliche Grüße
Daniela

"Manieren" von Prinz Asfa-Wossen Asserate

„Manieren“ von Assfa-Wossen Asserate* ist im Verlag Eichborn erschienen und ein sehr empfehlenswertes Buch

*Affiliate-Link//Bild-Credit Füller: Shutterstock.com

8 Kommentare
  • Bibi sagt:

    Blumen sind sicher ein wunderschönes Geschenk, aber… davon würde ich persönlich absehen bei einer Feier bei der ausdrücklich um KEINE Geschenke gebeten wurde.

    Denn das ist mir selber schon passiert bei einem größeren Fest. Leider haben einige Gäste das „kein Geschenk“ mit Blumen „umgangen“ (was in meinen Augen ja genauso ein vollwertiges Geschenk dar stellt) und anschließend hatten wir zu wenig Vasen und Gefäße in der dortigen Lokalität um sie bis Abends aufzubewahren. Dazu kamen sehr erschwerte Transportmöglichkeiten nach Hause (7 Blumensträuße und 4 Blumenstöcke unfallfrei zu transportieren wenn man darauf nicht eingestellt war ist nicht so lustig) und daheim angekommen war kaum Platz für soviel Grün und ich musste die Schnittblumen dann am nächsten Tag noch dazu entsorgen da ich anschließend einige Tage nicht zu Hause war und zum verschenken leider keine Zeit mehr war. Für mich waren die Blumen – so schön sie auch waren und so lieb der Gedanke auch gemeint war – also unterm Strich nur eine Belastung und eine enorme Mehrarbeit die ich mir eigenltich gerne erspart hätte.

    Wenn man sich also nicht zu 100% sicher ist, dass Aufbewahrung vor Ort, Heimtransport und Sinnhaftigkeit (Genuß & Nutzen) auch wirklich gegeben sind, würde ich lieber darauf verzichten.

    NACH einer Feier aber einen personlichen netten Dankesbrief oder -karte und/oder einem kleinen Präsent für die Einladung finde ich sehr stilvoll. Vor allen Dingen, weil dies auch kaum mehr praktiziert wird.

    LG, Bibi

  • Nachthaar sagt:

    >>>Über Blumen freut sich nun wirklich jede Gastgeberin.

    Ach, wirklich? Ich finde es total doof Blumen geschenkt zu bekommen. So pauschale Empfehlungen sehe ich kritisch.

    Ich finde man sollte den Wunsch respektieren. Und nicht von sich auf andere schließen.

  • Dani sagt:

    Liebe Bibi, liebe Nachthaar,

    ja vielleicht habt Ihr Recht, vielleicht habe ich zu sehr von mir auf andere geschlossen. Ich freue mich wirklich immer sehr über jeden Strauß. Aber natürlich, die Aufbewahrung und den Transport habe ich nicht bedacht. Deine Lösung einer nachträglichen Dankeskarte finde ich sehr schön liebe Bibi!

    Herzliche Grüße
    Daniela

  • Sophia sagt:

    Wenn ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass kein Geschenk erwünscht ist, respektiere ich das, vor allem auf größeren Feiern. Die Gastgeber werden sich etwas dabei gedacht haben (mangelnde Transportmöglichkeiten, anstehende Reise, …) und es nicht aus reiner Bescheidenheit wünschen.

    Wäre es übrigens möglich, diesen grausigen Fehler im Text (nicht‘s) zu korrigieren? Jemand von euch ist doch Germanistin, wenn ich mich richtig erinnere…

  • Julia sagt:

    Vielleicht könnte man einer Dankeskarte ein schönes Foto beifügen, das ihr bei der Feier gemacht (im Idealfall vom Gastgeber)? Ich würde mich darüber riesig freuen. Solche Feiern sind doch immer zu schnell vorbei und man freut sich über die Erinnerung und die Geste.

    Viele Grüße,
    Julia

  • Dani sagt:

    Liebe Sophia, entschuldige, das war ein Tippfehler. Ist ausgebessert.

    Liebe Julia, ja, das finde ich auch eine nette Idee!

    Liebe Grüße
    Dani

  • Sisyphee sagt:

    Je nach Anlass und Gastgeber wäre es vielleicht auch eine nette Idee, eine Spende zu schenken? Also z.B. anlässlich eines Geburtstags an eine humanitäre, Umwelt- oder Tierschutzorganisation, die zum Gastgeber passt, zu spenden, und den Gastgeber in Form einer Karte (etc) mit einem kecken/schlauen Spruch darauf aufmerksam zu machen.

  • Charlotte sagt:

    Liebe Miriam,

    mir ist dein Problem nur allzu bewusst. Ich schließe mich in jedem Falle an, wenn kein (Gast-)Geschenk gewünscht ist, sollte man auch keines Mitbringen.

    Egal ob der Gastgeber beschenkt wurde oder nicht, ich versende im Nachhinein immer eine Briefkarte, mit der ich mich mit ein paar persönlichen Worten für das Fest oder den Aufenthalt bedanke. Sollten ein Geschenk vorher nicht erwünscht gewesen sein, so verbinde ich diese Karte mit einem Dankeschön. Besonders nett finde ich hier ein Foto von dem Fest oder der gemeinsamen Zeit in einem geschmackvollen Bilderrahmen.
    Im Nachhinein zu schenken hat unter anderem den Vorteil, dass man ein wenig mehr Zeit hat, sich etwas für den Beschenkten zu überlegen. Hatte die Gastgeberin auffallenden Modeschmuck an? Dann freut sie sich sicher, wenn ihre Sammlung um ein hübsches Stück erweitert wird.

    Viel Freude beim Schenken!

    Charlotte

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