Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Dani
Lady-Frage

Liebes Lady-Blog Team,
nach längerer Zeit als Single werde ich in absehbarer Zeit ein Date haben. Ich freue mich auch schon sehr, jedoch liegt mir eine Sache auf dem Herzen: Wer bezahlt beim ersten Date? Ich versuche immer die Rechnung zu teilen, aber manche Herren reagieren geradezu empört darauf. Auf der anderen Seite fühle ich mich extrem unwohl und „käuflich“, wenn ich mich beim ersten Date einladen lasse. Das geht sogar soweit, dass ich beinahe panisch werde, wenn die Rechnung kommt (was einem angenehmen Abend nicht förderlich ist). Meine Frage ist also: wie schlage ich möglichst höflich und ohne ihn vor den Kopf zu stoßen vor, die Rechnung zu teilen und was kann ich machen, wenn der Herr darauf besteht die Rechnung komplett zu übernehmen?

Liebe Grüße und schon mal vielen Dank für Euren Rat,
Julia

punkt

Liebe Julia,

ich verstehe, dass Du Deine Unabhängigkeit bewahren möchtest, aber ich persönlich finde es durchaus in Ordnung, wenn der Mann beim ersten Date bezahlt. In der Regel geht man ja nicht gleich in ein Sternerestaurant, sondern eher ein Käffchen trinken. Unverschämt finde ich es nur, wenn Frauen selbstverständlich davon ausgehen, eingeladen zu werden – oder, noch schlimmer – sich an der Bar nur so lange mit einem Herren unterhalten, wie der sie mit Getränken bei Laune hält. Ich würde darum immer den ersten Schritt machen und getrennte Rechnungen fordern.

Wenn der Mann dann aber einwirft, dass er das gerne übernehmen möchte, dann würde ich an Deiner Stelle nicht darauf bestehen, die Rechnung selbst zu bezahlen, denn das kann falsch interpretiert werden – nämlich als Ablehnung seiner Person und des Abends. Andererseits kannst Du damit selbstverständlich ein klares Zeichen setzen, wenn der Abend wirklich nicht nach Deinen Vorstellungen gelaufen ist. Darum meine Idee: Sag einfach, „Herzlichen Dank, dann übernehme ich beim nächsten Mal!“, somit kannst du gleich auf charmante Art zeigen, dass Dir der Abend gefallen hat, und Du Dich über ein nächstes Treffen freuen würdest. Ich wünsche Dir einen hervorragenden Abend!

Herzliche Grüße
Dani, die getrennte Rechnungen im Allgemeinen nicht sehr schätzt

MEHR ZUM THEMA


7 Kommentare
  • Rena sagt:

    Hallo liebe Dani, Deine Antwort unterschreibe ich zu 100 %!
    Liebe Grüße, Rena
    http://www.dressedwithsoul.com

  • Nora sagt:

    Was wäre wenn Frau den Mann einlädt und die gesamte Rechnung übernimmt?

  • Gina sagt:

    Ich stimme dir völlig zu!
    Getrennte Rechnungen finde ich grundsätzlich seltsam. Ich kenne ein Paar, das hat selbst nach 8 gemeinsamen Jahren noch getrennt gezahlt. Für meine Begriffe geht das gar nicht.
    Ich persönlich halte es auch gerne so, z.B. eine Freundin einfach einzuladen weil ich es einfach unangenehm und knauserig finde, wenn 2 Menschen zusammen essen/trinken gehen und dann jeder seine Münzen zusammensucht. In der Regel halten sich die Beträge ja in Grenzen und meist gleicht es sich auch immer wieder aus, indem das Gegenüber beim nächsten Mal übernimmt. Empfinde ich viel stilvoller und angenehmer!

  • Susanne Richter sagt:

    Hallo liebe Lady-Blog-Leserinnen,
    meiner Meinung nach sollte der Herr die Rechnung auf jeden Fall übernehmen, wenn er die Dame zu einem ersten Date bittet und das Restaurant oder die Lokalität festlegt. Dann hat er sich ja auch vorher darüber Gedanken gemacht, und es wäre meines Erachtens eine etwas irritierende Situation. am Ende eines schönen Essens über die Kostenteilung zu sprechen. Und so sieht die Dame auch gleich, wie generös sich der Herr in Bezug auf das Trinkgeld verhält… Im Gegenzug versteht es sich von selbst, dass die Dame das ausgesuchte Lokal lobt, selbst wenn das Essen nicht wie erhofft ausfällt. Viele Grüße, Susanne

  • Käthi sagt:

    Hmmm… also ich sehe das ein bisschen anders. Im täglichen Alltag versuche ich, meine Frau zu stehen und mich durchzusetzen, gleichberechtigt meinen Weg zu gehen. Das ist immer noch kein Selbstläufer, insbesondere in männlich dominierten Geschäftsbereichen. Für mich gehört in oben geschilderter Situation dazu, nicht den klassischen Weg laufen zu lassen und dem Herrn die Wahl, die Empfehlung und die Rechnung zu überlassen, sondern dies ebenfalls gleichberechtigt zu betrachten. Es gilt ja eigentlich, wer bestellt, zahlt, bzw. wer einlädt (und das Restaurant auswählt etc.), zahlt. Hier ist diese Auswahl evtl. schon gemeinsam getroffen worden. Wäre es nicht daher zu Beginn der Einladung tatsächlich nett, kurz zu vereinbaren, wer heute die Rechnung übernimmt und damit zu verknüpfen, wer das nächste Mal dran ist? Und es dann tatsächlich beim nächsten Date auch umgekehrt zu handhaben. Insofern bin ich da nah an Danielas und sehr bei Noras Meinung und würde versuchen, die erste Rechnung tatsächlich für beide zu übernehmen, um nicht in die klassische „Er-zahlt-grundsätzlich“-Ecke zu kommen. Es mag sein, dass ich da nicht mehrheitsfähig unterwegs bin, aber mir ist unwohl, wenn ich das alles dem Mann überlassen soll, nur weil es irgendwann mal traditionell so war. Auch ist mir jetzt nicht so ganz nachvollziehbar, was mir das sagen soll, wenn der Mann generös Trinkgeld gibt…

  • Susanne sagt:

    Nun, ich denke, die Vielfalt der Meinungen ist doch schön. Ich wiederum finde es furchtbar, wenn man anfängt, gegenzurechnen, wer wann – am besten noch wieviel – gezahlt hat. Zum Trinkgeld: Ich habe es leider schon erlebt, dass ich zu einem guten Essen eingeladen wurde, und der Einladende gab dann ein geradezu beschämend mickriges Trinkgeld an den Service. Meines Erachtens drückt sich dadurch zunächst eine Geringschätzung gegenüber dem Service aus, aber auch ein „kleinliches“ Denken, und diese Situation empfinde ich dann bei einem ersten Date als irritierend, weil es eine Haltung verkörpert, die ich nicht schätze.

  • Christina sagt:

    Liebe Dani,
    liebe Lady-Blog-Leserinnen,
    das ist wirklich eine interessante Frage und eine spannende Diskussion. Ich bin auch kein Freund von getrennten Rechnungen, weil es einem gemeinsamen, entspannten Abend ein nüchternes Ende bereitet. Gleichzeitig finde ich es auch nicht richtig und nicht zeitgemäß, als Frau automatisch davon auszugehen, eingeladen zu werden. Daher finde ich Danis Vorschlag sehr elegant. Grundsätzlich finde ich es passend, dass derjenige, der die Verabredung vorgeschlagen und das Restaurant ausgewählt hat, auch die Rechnung übernimmt bzw. dass bei regelmäßigen Verabredungen einfach abwechselnd bezahlt wird.
    Viele Grüße
    Christina

Hinterlasse doch einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.