Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
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Lady-Blog wohnt: Unsere Küchenecke mit Wishbone Chair

{*enthält Werbung für Flinders} Nachdem ich Euch bereits unseren wunderschönen Esstisch von &traditon vorgestellt habe, möchte ich Euch nun auch zeigen, wo wir unter der Woche in der Regel essen: An unserem kleinen, alten, aber sehr gemütlichen Küchentisch. Ein kleines Update hat unsere Küchenecke nun kürzlich durch einen Design-Klassiker erhalten: Ein Wishbone Chair ist bei uns eingezogen. Dieser „unperfekte“, zusammengewürfelte Stil gefällt uns sehr.

Ein Plädoyer für mehr Unperfektion!

Nicht nur mode- sondern auch einrichtungstechnisch können wir uns so einiges bei den Briten abschauen. Die nämlich sind große Freunde des Unperfekten (siehe auch: Der britische Landhausstil). Heißt: Nicht nur die Barbourjacke darf „abgeranzt“ sein, sondern auch das Sofa. In den (Land-)Häusern der Briten ist häufig ein zusammengewürfelter Stil unterschiedlichster Zeitepochen, Farben und Materialien zu finden. Doch dafür strahlt dieser „geerbte Look“ Gemütlichkeit, Geschichte und Geborgenheit aus. Drei G’s, welche den meisten perfekten Instagram-Wohnungen einfach abgehen. Die in Szene gesetzten Wohnungen (im Shabby-, Industrial-, Scandi-, Westwing- oder Minimalism-Look) sehen unbewohnt aus, ihnen mangelt es an Charakter und Individualität. Und was mich mindestens genauso stört: Ihnen fehlt Wertschätzung gegenüber den Möbeln. Was nicht mehr der Mode/dem Stil entspricht, fliegt raus.

Weniger Perfektion: Der geerbte Einrichtungsstil

Wishbone Chair

Bislang ist unsere Küchenecke ein wilder Stil- und Farbmix, aber uns gefällt’s – allerdings überlege ich, unseren Küchentisch abzuschleifen, da ein heller Tisch zu den Buchenmöbeln wahrscheinlich harmonischer aussieht

Grundlagen für Erbstücke legen

Die Stücke haben so gar keine Chance, Teil der Familie(ngeschichte) zu werden. Dabei wünschen wir uns doch eigentlich alle einen riesengroßen Holztisch, den wir weitervererben können, um unseren Enkeln irgendwann die Macken zeigen zu können, die wir bei unseren ersten Versuchen mit dem Kindermesser hinterlassen haben, oder? Wer mit Bedacht kauft, Vollholz statt Spanplatte und Design-Klassiker statt Modeerscheinung wählt, hat schon mal gute Grundlagen für ein Erbstück gelegt. Denn wenn die Qualität stimmt, können Stühle immer wieder neu bezogen, Möbel abgeschliffen und/oder neu gestrichen werden. Unsere Küchenecke besteht aktuell aus einem kleinen, alten Tischlein meiner Schwiegermama, einem Stuhl aus der ersten, eigenen Wohnung meines Mannes, dem TrippTrapp, den wir uns bei Amalias Geburt zugelegt haben und einem echten Design-Klassiker: Der Wishbone Chair von Hans J. Wegner.

Ein echter Design-Klassiker: Der Wishbone Chair

Unser Wishbone-Modell „Buche geseift“ haben wir – wie auch schon unseren &tradition-Tisch – über den Design-Onlineshop Flinders bezogen. Wenn Ihr Euch für die Geschichte des Wishbone Chairs interessiert, dann schaut doch mal in unserer Design-Klassiker-Serie vorbei. Ich kann Euch jedoch versichern: Der Stuhl ist sehr sehr bequem und das Holz fasst sich so gut an, dass ich ständig darüber streichen mag. Also: Wenn Ihr noch auf der Suche nach einem besonders außergewöhnlichen Stuhl seid – für den 120 Meter Papierkordel und 100 Arbeitsschritte notwendig sind – dann ist der Wishbone Chair ja vielleicht das Richtige für Euch. Er ist in vielen verschiedenen Varianten erhältlich.

Wishbone Chair

Aufgrund der Form des Ypsilons an der Rückenlehne ist der Wishbone Chair auch als Y-Chair bekannt

Wishbone Chair

Über der Stuhllehne hängt stets mein geliebtes Tuch von Indian Affairs, in das ich mich bei Bedarf gerne hineinkuschle

Weniger Perfektion: Der geerbte Einrichtungsstil

Und wie haltet Ihr es mit Euren Möbeln? Liebt Ihr, wie ich, alte Stücke mit Geschichte oder shoppt Ihr dafür viel zu gerne mal etwas Neues?

*wir haben von Flinders anteilig einen Presserabatt erhalten

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4 Kommentare
  • Gaby sagt:

    Liebe Dani,

    ich bin gerade schwer beschäftigt im Umzug…
    Meine alten Bauernmöbel (keine Bemalten) müssen unbedingt mit und sie passen hervorragend in meine neue Behausung mit gemauertem Kachelofen (ohne Kacheln ;-)).
    Sterile Wohnvorschläge gehen gar nicht!

    Liebe Grüße inzwischen aus dem Oberland

    Gaby

  • Christina sagt:

    Liebe Dani,

    mir gefällt die Küchenecke sehr gut. Auch teile ich Deine Abneigung gegenüber zu „perfekten“ Einrichtungen und der mangelnden Wertschätzung gegenüber Möbelstücken. Ich liebe hochwertige Möbelstücke, die eine Geschichte haben!

    Herzliche Grüße

    Christina

  • Gina sagt:

    Liebe Dani,

    eure Küchenecke sieht wunderschön gemütlich aus!
    Ich finde alte Möbel mit Geschichte wahnsinnig toll. Ich habe leider das große Pech, dass sowohl meine Eltern als auch meine Großeltern dem Eiche-Rustikal-Stil verfallen sind – da ist nix mit übernehmen. Von daher beneide ich jeden, der aus der Familie ein paar schöne Schätzchen übernehmen kann!
    Um meine Eltern nicht ganz zu „verdammen“: statt Möbeln habe ich vor 2 Jahren schönste Weingläser von Iittala von ihnen übernommen, die sie vor 40 Jahren zur Hochzeit bekommen haben. Echte Klassiker die ich nun besonders hege und pflege, weil eben ein Stück Familiengeschichte darin steckt.

    Liebe Grüße,
    Gina

  • kaethi sagt:

    …eure Küchenecke ist sehr sympathisch und kommt mir total bekannt vor: Wir sind genauso eingerichtet gewesen, als die Kids kleiner waren. Wir hatten sogar exakt die gleichen Eiche-Stühle mit Spitzbeinen, wie euer Einzelstück, inklusive der dazugehörigen Eckbank. Von meinen Schwiegereltern übernommen, schön massiv und liebenswert. Es hat sich dann aber gezeigt, dass sich die Stühle nicht mit dem Parkettboden vertrugen, weil sie doch recht schwer waren und häufig Schleifspuren hinterließen. Die Eckbank hatte sich im Laufe der Zeit dann auch verzogen, die Kästen ließen sich nicht mehr öffnen. Wir hatten uns zudem entschlossen, einer intensiven Blau-Phase nachzugeben und die Möbel teilweise blau lackiert, was sich als keine gute Idee erwies – so haben wir irgendwann in neue Stühle investiert. Entschieden haben wir uns für ganz grau bezogene About a Chair von Hay. Das ist nun schon 6 Jahre her und sie haben sich total bewährt. Ansonsten haben wir auch viele alte oder besser mittelalte Möbel aus der Familie, oft im Scandi-Style (war offenbar in den 60ern/70ern beliebt :-)), die bei uns mit neueren Stücken zusammengewürfelt „leben“ und Familien-Geschichten erzählen. Eine unserer Töchter hat sogar meinen alten, weißen Jugendschrank aus den 80ern im Zimmer, der eben noch ok aber definitiv kein Designklassiker ist. Ich finde es nachhaltig und sinnhaft, Möbel nicht in zu hoher Frequenz zu Wegwerf-Artikeln zu erklären und fühle mich wohl damit, auch wenn nicht alles „Schöner-Wohnen“-konform ist. Ich versuche aber auch, mich nicht zu extrem zum „Behalten“ jedes Stücks zu zwingen, wenn es nicht (mehr) passt. Der Zu-Hause-Wohlfühlfaktor, der für die Gesundheit mE nicht zu unterschätzen ist, kann sonst zu sehr verloren gehen. Ich glaube aus diesen ganzen Abwägungsgründen kaufen wir wirklich nur mit viel, viel Überlegung Möbel oder Hausrat…
    LG Käthi

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