Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Die Lady als Gastgeberin – Was gilt es zu beachten?

Kaum werden die Tage wärmer und die Nächte länger, beginnt die Grill-Saison, die Zeit der Gartenfeste und der Picknicks. Doch nicht alle Feiern finden in gemütlicher und lockerer Runde auf Decken oder an Biertischen statt. Bei offiziellen Anlässen wie Unternehmensgründungen, Jubiläumsfeiern oder Bällen, aber auch bei großen Familienfesten wie Hochzeiten, Taufen oder runden Geburtstagen solltet Ihr als Gastgeberin einige Regeln beachten.

Die Visitenkarte des Gastgebers

Familie, Freunde, Arbeitskollegen, Nachbarn, entfernte Verwandte – wer auf die Gästeliste einer Veranstaltung kommt, hängt vom Anlass, den Räumlichkeiten, dem finanziellen Spielraum und natürlich auch von sozialen Verpflichtungen ab. Die Einladungskarte zur Feierlichkeit sollte in etwa vier bis fünf Wochen vor dem Ereignis verschickt werden. Sie ist die Visitenkarte des Gastgebers – spart hier also nicht an Zeit und Geld. Am schönsten sind mit Füllfederhalter verfasste Worte auf hochwertigem Papier. Die Einladung enthält, neben allgemeinen Informationen wie Ort, Zeit und Anlass der Feier, einen Rückmeldetermin und die von der Gastgeberin gewünschte Kleiderordnung.

Ordnung am Tisch muss sein

Auch die Sitzordnung wird auf großen Feiern von der Gastgeberin vorgegeben. In den höfischen Sitten des Mittelalters entsprach sie exakt der Rangordnung: Der Platz am Tisch gab Auskunft über die Herkunft und die Stellung des Gastes. Eine Rangordnung gilt heute zwar nur noch bei außergewöhnlich feierlichen und offiziellen Anlässen, doch noch immer sitzt die Gastgeberin oder die wichtigste Person der Veranstaltung am Kopfende des Tisches. Die Ehrengäste, also beispielsweise der ranghöchste Gast, die Eltern oder Geistliche, sitzen rechts, links und direkt gegenüber.

Gestaltung ist dem Geschmack überlassen

Ansonsten gilt es, bei der Tischordnung etwas Feingefühl zu beweisen: Setzt keine Gäste nebeneinander, die sich ohnehin schon kennen. Überlegt Euch, wer sich mögen könnte und achtet auch darauf, dass ausländische Gäste Nachbarn haben, die ihre Sprache verstehen. Welcher Gast welchen Platz erhält, ist auf Tischkarten verzeichnet, die oberhalb des Dessertbestecks aufgestellt sind. Die etwas größere Menükarte befindet sich direkt dahinter. Abgesehen davon, dass Tischdecken und Servietten immer aus Stoff sein sollten, ist die Tischgestaltung ansonsten ganz dem Geschmack der Gastgeberin überlassen.

Eine im Equestrian Style gestaltete Tafel

Alter vor Jugend

Auf den Tag der Veranstaltung sollte Ihr Euch keine Termine mehr legen. Geht ihn entspannt an und lasst Euch genügend Zeit für Kosmetik und Garderobe. Eine Lady sollte ausgeruht und fit auftreten – als hätten die Vorbereitungen sie keinerlei Mühe gekostet. Bei der Begrüßung der Gäste gibt es noch einmal ein paar Benimm-Regeln zu beachten: Bei einem Paar, so sagt der Knigge, wird zuerst die Dame, dann der Herr begrüßt. Trifft eine Gruppe zusammen ein, gilt Alter vor Jugend. Übrigens: Weder Hand- noch Begrüßungskuss werden direkt auf die Haut gegeben, sie werden nur angedeutet.

„Das war doch nicht nötig“

Geschenke der Gäste sollte die Gastgeberin möglichst mit der linken Hand entgegen nehmen. So bleibt ihr die rechte Hand für die Begrüßung. Eine Lady sagt niemals: „Das war doch nicht nötig“, sondern bedankt sich für das Geschenk und zeigt angemessene Freude. Nach der Begrüßung solltet Ihr die Gäste einander vorstellen. Helft Gästen, die alleine gekommen sind oder wenige Leute auf der Veranstaltung kennen, indem Ihr ihnen passende Gesprächspartner sucht. Hier gilt: Der Herr wird der Dame vorgestellt, der Jüngere dem Älteren, der Rangniedrigere dem Ranghöheren. Informiert Euch im Vorfeld über die Titel der Gäste und unterschlagt diese nicht – die meisten Akademiker und Adligen legen großen Wert darauf.

Geeignete Themen für den Small Talk

Vor allem bei offiziellen Feiern sollte sich die Gastgeberin geeignete Themen für den Small Talk überlegen. Unverfängliche Themen sind beispielsweise Mode, Konzerte, Literatur, Sport oder aktuelle Ereignisse. Beharrt allerdings nicht auf einem Thema, wenn es augenscheinlich niemanden interessiert. Wechselt außerdem ab und zu die Gesprächspartner, damit jeder einmal in den Genuss Eurer Anwesenheit kommt. Nach der Feier solltet Ihr Euch schriftlich für die Geschenke bedanken.

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5 Kommentare
  • Robert sagt:

    Sport könnte allerdings auch hitzige Diskussionen entfachen. Ich persönlich würde sogar die hitzige politische Diskussion dem langweiligen Normalo-Abend vorziehen, aber naja, darum geht es hier ja nicht.

  • Dani sagt:

    Lieber Robert,

    dass die Gastgeberin sich ein paar Small-Talk-Themen überlegen sollte, bedeutet nicht, dass den ganzen Abend nur über oberflächliche Themen geredet wird. Doch gerade bei offiziellen Veranstaltungen kann Small-Talk über peinliche Schweigeminuten hinweghelfen und einen Einstieg ins Gespräch liefern.

    Politische Diskussionen sind meiner Ansicht nach so lange „erlaubt“, so lange sie niemanden persönlich angreifen oder verletzen – denn sonst kann eine schöne Familienfeier im Familienkrach enden.

    viele Grüße
    Dani

  • Sarah sagt:

    Wunderschöne Arrangements!

  • Nicole sagt:

    Das sieht ja alles so bezaubernd aus! Leider hätte ich so süße Deko gar nicht zur Hand.

  • minnja sagt:

    Traumhaft, sehr schön gemachte Arrangements.

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