Howto: Klassische & zeitlose Teenager-Mode für Jungs

Klassische Mode für Jungs – für mich war das lange Zeit ein schwieriges Thema! Am kniffligsten fand ich persönlich das Teenageralter. Mittlerweile – unser Sohn ist fast 17 Jahre alt – haben wir uns jedoch gut eingependelt und einige Modelabels gefunden, auf die wir immer wieder gerne und mit gutem Gewissen zurückgreifen. Da ich mir vorstellen kann, dass es vielen von Euch ähnlich geht, möchte ich unsere Erfahrungen gerne mit Euch teilen. von Virginia

Eine Capsule Wardrobe für Teenager-Jungs

Für Babyjungs und Kleinkinder ist die Auswahl an klassischer Mode noch recht groß, aber ab dem Kindergartenalter wird es zunehmend schwierig, zeitlos-chice Jungsbekleidung zu finden. Am kniffligsten fand ich persönlich jedoch das Teenageralter und den Übergang von den zwangsweise häufig funktionalen und kindlichen Kleidungsstücken hin zu einer Garderobe eines jungen Heranwachsenden. Doch wir haben inzwischen unseren Weg gefunden: Ab dem Zeitpunkt, an dem Euer Kind die ungefähre finale Körpergröße erreicht hat (das war bei uns mit ca. 15 Jahren), könnt Ihr beginnen, eine „Capsule Wardrobe“ mit klassisch-sportlicher Teenagermode aufzubauen. Heißt: Lieber in wenige, dafür aber hochwertige, langlebige und gut kombinierbare Teile investieren. Die Garderobe kann über die Jahre immer weiter ergänzt werden. Damit ein Großteil der Stücke auch noch passt, wenn Euer Kind „in die Breite“ wächst, achtet darauf, dass Ihr die Kleidung immer einen Ticken größer kauft. Saßen manche Teile bei unserem Jungen mit 15 noch einen Hauch legerer, passen sie nun mit fast 17 perfekt und lassen noch etwas Luft für die weitere körperliche Entwicklung.

Howto: Klassische & zeitlose Teenager-Mode für Jungs

Klassische Mode für Jungs – für mich lange ein schwieriges Thema

Wie findet mein Kind einen eigenen Stil?

Um zu einem Stil zu finden, der authentisch ist und in dem unser Sohn sich nicht verkleidet fühlt, haben wir zunächst gemeinsam besprochen, welche Kleidungsstücke und Farben ihm besonders gut gefallen. Wir haben Pinterest genutzt und Websites von Produzenten klassischer Mode wie Barbour besucht und uns ein wenig umgesehen. Außerdem hat mein Sohn mir einige Outfits aus Film und Fernsehen gezeigt, die ihm aufgefallen sind, damit ich ein Gefühl dafür bekomme, was er sich vorstellt. Wir haben gemeinsam analysiert, welche Elemente ihn an den jeweiligen Outfits besonders angesprochen haben und daraus einen groben Entwurf erarbeitet, in welche Richtung seine zukünftige Garderobe gehen soll. Wichtig war uns vor allem, dass seine Outfits zwar klassisch und schick, aber dennoch jugendlich, sportlich und keineswegs verstaubt wirken sollten. Mit der Zeit hat sich auf diese Weise ein Mix aus hauptsächlich klassischen Modelabels und jungen skandinavischen Brands entwickelt, der uns nach wie vor unglaublich gut gefällt.

1. Strickpullover: Unverzichtbar & unschlagbar

Unverzichtbar und einfach unschlagbar in jeder Jungs-Garderobe sind meiner Meinung nach schöne und hochwertige Strickpullover. Unser Sohn besitzt mittlerweile etwa 4-5 Modelle aus leichter Baumwolle für die wärmere Jahreszeit sowie 5-6 dickere Strickpullover aus Wolle bzw. Kaschmir für die kalten Tage. Als Kragenform hat er den klassischen Rundhalsausschnitt sowie Rollkragen ausgewählt. Farblich bewegen wir uns hauptsächlich in warmen Tönen, da diese zu seinem Typ am besten passen. Sommer- sowie Winterpullis stimmen wir farblich aufeinander ab, sodass er „seine“ Farben ganzjährig beliebig zu Poloshirts und Hosen kombinieren kann. Es war ihm wichtig, nicht zu sehr Ton in Ton gekleidet zu sein: Klassisches Rot, Senfgelb, Dunkelrot, elegantes Navy, sowie warme Grün– und Erdtöne bringen etwas Farbe ins Spiel und wirken frisch und fröhlich ohne dabei zu sehr in den Farbtopf zu greifen. Hochwertige und zeitlose Stücke für die kühlere Jahreszeit finden wir hauptsächlich bei Barbour und Harley of Scotland. Leichtere Strickpullover guter Qualität und in sportlichen Schnitten kaufen wir gerne bei Marc O’Polo, S.Oliver Black Label und IKKS.

Klassische Mode für Jungs

Klassische Mode für Jungs

Zur klassischen Mode für Teenager-Jungs gehören unbedingt schöne Wollpullover

2. Poloshirts: Basics für das ganze Jahr

Poloshirts gehören bei uns im Sommer wie im Winter in jedem Fall dazu. Sie können sowohl solo als auch unter einem Strickpullover getragen werden, passen zu langen und kurzen Hosen perfekt und lassen den Träger immer gepflegt und gut gekleidet auftreten. Unser Sohn besitzt Poloshirts in jeweils passenden Farben zu seinen Strickpullovern sowie natürlich in klassischen Farben wie Weiß, Grau und Navy. Wir versuchen auffällige Logostickereien und Muster/Prints zu vermeiden und setzten auch hier auf hochwertige Qualität aus 100% Baumwolle. Absoluter Favorit ist bei uns das skandinavische Label Marc O’Polo, dass mit langlebiger und hochwertiger Qualität und schlichten, zeitlosen Looks punktet. Basicfarben führt Marc O’Polo ganzjährig, ansonsten lohnt es sich über’s Jahr immer mal wieder zu schauen, ob es neue Sonderfarben gibt, die gut zur vorhandenen Garderobe passen. Schöne Poloshirts in leichtem Feinstrick gibt es immer mal wieder bei Massimo Dutti – eine schicke Alternative zum klassischen Baumwoll-Poloshirt!

3. Hemden: Am liebsten aus Leinen

Bei Hemden sind wir vorsichtig, denn die wirken an einem Jugendlichen schnell zu erwachsen und fehl am Platz. Was jedoch auch an Teenager-Jungs wunderbar ausschaut, sind Leinenhemden, die dem Outfit einen Hauch Eleganz und Männlichkeit verleihen, durch das knittrige Material jedoch sehr lässig und jugendlich wirken. Auch hier fällt bei uns die Wahl auf Marc O’Polo – die Leinenhemden wirken jung und sportlich, passen hervorragend zum klassischen Stil und punkten durch gewohnt hohe Qualität und frische sommerliche Farben wie Hellblau, Weiß und Hellgrau.

4. Hosen: Chinos, Chinos!

Unser Sohn trägt bevorzugt Chinos, aktuell in herbstlichem Camel, hellem Beige und Navy. Die Farben sind absolut basic und lassen sich nahezu unbegrenzt zu seinen Polos und Strickpullis kombinieren. Für große, sehr schlanke und sportliche Jungs wie für unseren Sohn ist es nicht immer leicht Hosen zu finden, die gut sitzen. Bei Esprit haben wir erstmalig Hosen gefunden, die sowohl in Länge als auch Weite perfekt sitzen, in vielen Farben angeboten werden und auch vom Preis-Leistungsverhältnis absolut ok sind. Ansonsten gehen natürlich Jeans in Blau oder Grau immer, am liebsten gerade geschnitten und mit Umschlag und ohne zu auffällige Waschungen, Nieten, Risse o.ä.. Der Klassiker ist natürlich die 501 und 514 von Levis. Cord finde bei Teenager-Jungs eher schwierig, denn sie wirken schnell altbacken.

Klassische Mode für Teenager

Mein Sohn trägt sie auch im Winter: Chinos in klassischen Farben wie Creme und Marineblau

5. Jacken & Mäntel: Lohnende Investitionen

Unser Sohn besitzt vier Jacken bzw. Mäntel, die das ganze Jahr vollumfänglich abdecken: Zum einen eine superleichte Sommerjacke aus Daune von Marc O’Polo in Navy, dann eine kurze und recht leichte Barbour Wachsjacke im sportiven Fliegerjackenstil (gesehen in „Inspector Mathias – Mord in Wales“ und schockverliebt), eine mittelstark gefütterte Barbour Wachsjacke mit tailliertem Schnitt für den Übergang sowie einen wärmenden Dufflecoat von London Tradition. Gerade bei Teenagerjungs ist der Mantelkauf mitunter problematisch, weil sie groß aber eben auch noch recht schlaksig sind und Mäntel daher oftmals nicht richtig ausfüllen. Den Dufflecoat haben wir daher bei London Tradition ohne Aufpreis direkt auf Maß fertigen lassen. Die Manufaktur hat dabei berücksichtigt, dass unser Sohn in den nächsten Jahren an den Schultern sicherlich an Breite zunehmen wird und den Mantel entsprechend angepasst.

Klassische Jungs-Mode für Teenager

Der Klassiker unter den Mänteln: Der Dufflecoat von London Tradition

7. Accessoires

Bei Accessoires halten wir es wie beim Rest – wenig, aber von guter Qualität. Momentan besitzt unser Sohn einen Barbour Ledergürtel in braun, den er flexibel zu allen Outfits kombinieren kann. Mütze und Schal haben wir bei H&M Premium entdeckt. Für eine Extraportion Wärme im Winter beziehen wir die lange Unterwäsche aus Merinowolle vom dänischen Label Dilling. Ansonsten kaufen wir Unterwäsche und Socken seit Jahren ausschließlich bei Marc O’Polo und Tommy Hilfiger und sind bezüglich Optik und Qualität sehr zufrieden. Als Schultasche sind wir kürzlich auf einen Rucksack vom skandinavischen Label Sandqvist (Modell Stig 20l in Navy mit Lederdetails) umgestiegen, der sich bisher hinsichtlich Tragekomfort und Qualität absolut bewährt. In der Freizeit nutzt unser Sohn einen klassischen Kanken No. 2 mit Lederpatch von Fjällraven. Als Uhr trägt er die Philosopher von Nordgreen in Silber mit dunkelbraunem Lederarmband. Diese passt sehr gut zum jugendlichen Handgelenk und ist zurückhaltend schlicht.

Klassische Jungs-Mode für Teenager

Auch bei den Accessoires gilt: Weniger ist mehr

7. Schuhe: Mix aus sportlich & klassisch

Schuhe – ebenfalls nicht so einfach in diesem Übergang von Jugendlichem zu jungem Mann. Hier fahren wir mit einem Mix aus sportlich und klassisch bislang sehr gut. Sportliche Alljahresschuhe sind momentan die kultigen Adidas Stan Smith in weiß/navy. Ein schlichter Schuh, der jedes Outfit gleich ein paar Jährchen jünger macht. Eine sehr chice nachhaltige Variante, die mit Sicherheit die nächste Anschaffung bei uns sein wird, sind Sneaker von Veja. Im Sommer wählen wir am liebsten leichte Stoffschuhe wie dieses Modell von Ralph Lauren. Schöne Ledersandalen haben wir bei Mephisto gefunden. Für den Übergang eignen sich Chelsea Boots aus Glatt- oder Wildleder perfekt – Barbour hat immer tolle im Angebot! Im Winter greifen wir zu dunklen Lloyds aus weichem Leder und mit warmem Futter.

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Klassische Jungs Mode

9 Kommentare
  • Marie sagt:

    Mich lässt dieser Artikel etwas stutzig zurück. Wieso muss man denn als Jugendlicher in dieser Form seine Klamotten mit den Eltern abstimmen? Wieso muss die Garderobe von Teenagern zeitlos sein? Kann man hier nicht grade die Chance nutzen, sich auch mal anderweitig auszuprobieren? Schön, wenn der oben beschriebene Sohn Lust auf den Stil der Eltern hat. Aber verallgemeinern kann man das sicher nicht.

  • Ani sagt:

    Liebe Virginia,
    das sind alles wirklich unheimlich schöne Kleidungsstücke, die deinem Sohn gut stehen. Ein wenig beneide ich dich ja, mein Sohn bevorzugt nämlich einen komplett gegenteiligen Kleidungsstil. Meine Beratung ist leider unerwünscht.
    Liebe Grüße

  • Sybille sagt:

    Liebe Virginia,

    mir geht es wie Ani. Unser Sohn ist vom klassischen Kleidungsstil nicht zu überzeugen. Was ich allerdings sehr schön finde: Er trägt einige alte Sachen meines Mannes, insbesondere Mäntel und Jacken. Das ist ja schon mal ein Anfang, finde ich.

    Liebe Grüße
    Sybille

  • Dani sagt:

    Liebe Marie,

    ich habe nirgendwo gelesen, dass man als Jugendlicher seine Kleidung mit den Eltern abstimmen muss.

    Zeitlos finde ich – persönlich – aus ästhetischen und nachhaltigen Gründen immer toll, aber natürlich kann/soll/darf sich in dem Alter auch jeder austoben. Es sind ja nur Hilfestellungen.

    Herzliche Grüße
    Dani

  • Silke sagt:

    Ich finde diesen Artikel ganz wunderbar!
    Endlich ein paar Hinweise für klassische Jungsmode. Als Mutter von zwei Jungs bin ich häufig (vergeblich) auf der Suche nach schlichter, klassischer Mode – für Mädchen gibt es da deutlich mehr (ebenso bei schöner Bettwäsche oder Deko-Artikeln oder …) aber es ist müßig darüber zu klagen.

    Ich persönlich finde die Mode von Cyrillus sehr schön französisch zurückhaltend chic, bei den Schuhen bevorzugen meine Jungs New Balance und Geox. Bei Unterwäsche ist Petit Bateau unschlagbar, allerdings sind mir die Pyjamas häufig zu grell gemustert (sehr schöne gibt es bei Indian Affairs). Für extrem robuste Basics ohne Logo, z.B. Fleece kann ich auch Lands End empfehlen.

    Aber ich finde es immer wieder lustig zu beobachten, dass -wenn ein Lieblingsteil gefunden wurde- es in allen verfügbaren Farben oder direkt in mehrfacher Ausführung gekauft werden muss (ebenso wie beim Papa).

  • Virginia sagt:

    Liebe Marie,

    unser Sohn musste und muss seine Kleidung keineswegs mit uns Eltern abstimmen. Der Wunsch nach bestimmten Kleidungsstücken kam nach und nach von ihm selbst.
    Das war keine Entscheidung von heute auf morgen, sondern ein Prozess, in dem zuallererst er selbst seine Vorstellungen und Ideen eingebracht hat. Wir als Eltern haben diesen Prozess lediglich begleitet und unterstützt.
    Dieser Artikel soll keineswegs dazu animieren, Jugendliche in einen Kleidungsstil hineinzuzwingen, der Ihnen nicht gefällt. Ich glaube, nebenbei bemerkt, auch nicht nicht dass das möglich ist. Er soll lediglich als Inspiration dienen und zeigen wie ein klassischer Stil, wenn gewünscht, auch jugendgerecht umgesetzt werden kann.
    Ich hätte mich vor 2 Jahren zumindest sehr über eine solche Hilfestellung gefreut, denn auch nach langer Suche konnte ich zu dem Thema im Internet leider nichts finden.

    Viele Grüße,
    Virginia

  • Virginia sagt:

    Liebe Sybille,

    das kommt vielleicht irgendwann noch!
    Bei Noah fing es auch damit an, dass er sich Polo-Shirts, Pullover und Jacken aus Papas Schrank stibitzt und die Teile immer weniger gern zurückgegeben hat. ;-)
    Der Wunsch nach einer ähnlichen Garderobe kam dann irgendwann von ganz alleine.

    Ganz liebe Grüße,
    Virginia

  • Virginia sagt:

    Liebe Silke,

    ich freue mich sehr, dass dir mein Artikel gefällt!
    Ich habe mich zu Anfang selbst nach Inspiration „totgesucht“ – ich fand es in den letzten Jahren häufig sehr schwierig für Jungs, insbesondere für Teenagerjungs, geeignete Inspiration im Netz zu finden.

    Deine Erfahrung mit den Lieblingsteilen, die dann in allen Ausführungen gekauft werden müssen, deckt sich zu 100% mit unserer Erfahrung.
    Es kommt nicht von ungefähr, dass der Tisbury-Pullover von Barbour gleich in mehreren Farben im Artikel verlinkt wurde… ;-)

    Liebe Grüße,
    Virginia

  • Ani sagt:

    Liebe Virginia,
    darf ich fragen, wo es den schönen Rollkragenpullover vom Foto gibt?
    Liebe Grüße, Ani

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