Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Hereinspaziert: Zu Besuch bei Annika in Frankfurt a.M.

Als ich die Wohnung von Annika zum ersten Mal bei Instagram sah – war es um mich geschehen. Nicht nur wegen der zauberhaften Annika darin, sondern auch wegen dieser fantastischen „Stern“-Fenster. Die 25-jährige Rechtsreferendarin lebt gemeinsam mit ihrem Freund in einem Altbautraum mit Bauhaus- und Landhaus-Stilmix. Das in den 1850-er Jahren erbaute Haus liegt mitten in Frankfurt. Cafés, Restaurants und feine Lädchen sind direkt in der Nachbarschaft und Annika, als Kind vom Lande, genießt den ganzen Großstadttrubel direkt vor der Haustür sehr.

Liebe Annika, wie würdest Du Deinen Einrichtungsstil beschreiben?

Mein Einrichtungsstil ist der Versuch, die Vorliebe meines Freundes für das Bauhaus, klare Linien und Stahl und meine Vorliebe für das Landhaus, verspielter Schnörkel und Holz, zu kombinieren. Daher haben wir uns für dunkle und alte Holzmöbel als Kontrast zu Bauhauselementen und graue Polstermöbel als Ergänzung zu Stahlobjekten entschieden.

In welchem Zimmer hältst Du Dich am liebsten auf?

Hmm, schwierig. Jedes Zimmer (der unglaublich vielen drei) ist irgendwie ein bisschen anders und passt zu unterschiedlichen Stimmungen. Das Wohnzimmer ist allerdings der Raum, der mich am meisten widerspiegelt und der am meisten mit Leben gefüllt ist. Dort stehen der schöne Holztisch und mein Lesesessel (in dem es sich auch prima lernen lässt) und vor allem wohnen dort meine beiden Meerschweinchen Emma und Friedolin.

Woher beziehst Du Deine Möbel und Einrichtungsgegenstände?

Da ich erst seit ein paar Monaten dem Studentenleben entwachsen bin und diese Wohnung meine erste „richtige“ Wohnung ist, musste ich bei der Einrichtung das Portemonnaie ein wenig im Hinterkopf behalten. Dafür ist der Schwede natürlich super – ein wenig Designfeeling für wenig Geld. Aber auch beim Antiquitätenhändler konnte ich ein paar schöne Schnapper ergattern. Generell liebe ich Möbel mit Geschichte und würde am liebsten die ganze Wohnung mit „ollen Dingen“ vollstellen. Aber – siehe oben – es muss ja mit meinem Freund vereinbar sein. Zum Glück konnte ich auch den Dachboden meiner Großmutter plündern. Von dort sind die Holzstühle und die kleine Kommode im Flur. Beides habe ich selbst aufgearbeitet – das spart Geld und baut eine ganz eigene Beziehung zu den alten Schätzen auf.

Hast Du ein Lieblingsmöbelstück? Erzähle uns seine Geschichte!

Mein liebstes Möbelstück ist die kleine Kommode, die im Flur steht. Schon im Kindesalter habe ich diese auf dem Dachboden stehen sehen – damals noch verklebt mit Spachtelmasse, den verschiedensten Farbresten und Lackspritzern. Damals wusste ich bereits „Die Kommode will ich mal wieder schön machen“. Vor meinem Umzug wurde das mein Projekt: Stundenlang habe ich das Holz abgeschliffen und gefühlte Tonnen an Holzstaub produziert. Meine Farbwahl fiel auf eine mintgrüne Kreidefarbe. Diese lässt die Holzstruktur und Unebenheiten weiter erkennen – man soll ja sehen, dass es sich um ein selbst aufgearbeitetes, perfekt unperfektes Möbelstück handelt. Zufälligerweise harmoniert sie auch noch prima mit dem Lieblingsbild meines Freundes – den beiden Skiläufern.

Bist Du „fertig“ eingerichtet oder stellst Du immer mal wieder alles um?

Da ich erst seit drei Monaten hier lebe, bin ich längst nicht fertig eingerichtet. Vor allem fehlen noch Bilder für das Wohnzimmer – hier wollte ich aber erstmal abwarten und schauen, wo die Reise einrichtungs- und dekotechnisch hingeht. Leider kann man Dekoobjekte ja nicht aktiv suchen, sondern man findet sie mit der Zeit ganz nebenbei. Im Lauf der Jahre soll auch das ein oder andere Möbelstück (tschüss „Billy“) durch „richtige“ Designobjekte ersetzt werden.

Wo lässt Du Dich inspirieren?

Meine Hauptinspirationsquelle ist (natürlich?) Instagram. Ich liebe es, mir die Interieur-Bilder anderer Leute anzuschauen. Ich finde es faszinierend, wie jeder Mensch einen bestimmten Einrichtungsstil aufgreift und zu etwas ganz Eigenem macht. Selbst wenn drei Wohnungen alle dem „Shabby Chic“ zugeordnet werden können, ist jede für sich doch ganz anders und einzigartig. Und auch Bilder, die gar nicht direkt darauf abzielen, die Einrichtung zu zeigen, inspirieren mich oft. Weil man auf diesen erkennen kann, wie die Leute ihre Wohnungen tatsächlich einrichten, wo welche Sachen stehen, wenn sie nicht extra für ein Interieur-Bild drapiert wurden. Aber auch bei meinen Freunden achte ich natürlich ganz genau darauf, wie sie eingerichtet sind, welche Dekoelemente sie verwenden, wie sie die Möbel anordnen, ob und wenn ja wo sie Kerzen und Blumen aufstellen. Oft nehme ich davon den ein oder anderen Anreiz für mein eigenes Zuhause mit und setze es dann ähnlich, aber doch auf die Art und Weise, die zu mir passt, um.

Was ist Dir bei Deiner Einrichtung wichtig?

Eine Wohnung sollte immer die Menschen widerspiegeln, die darin wohnen. Ich bin super gerne zuhause und genieße das Gefühl von Ruhe und Geborgenheit. Meine Wohnung soll mein Rückzugsort sein. Daher muss meine Einrichtung ein Gefühl von Gemütlichkeit ausstrahlen, gleichzeitig aber auch meiner Ordnungsliebe entsprechen. Das habe ich durch dunkle Holzmöbel, einen Ohrensessel (für mich der Inbegriff von Gemütlichkeit), die vielen Kissen (in derselben Farbe, der Ordnung halber) und nur wenigen „Staubfängern“ umzusetzen versucht. Aber auch mein Freund muss sich in der Einrichtung wiederfinden. Daher hat sein Flugzeugtrolley den Ehrenplatz beim Esstisch bekommen. Statt weißer Möbel haben wir uns für dunkle Holzmöbel entschieden und statt heller Leinenkissen gab es dunkelgrüne Samtkissen.

Ein Einrichtungstipp für unsere Leser?

Ich habe nicht nur einen, sondern gleich zwei Tipps. Erstens: Weiße Wände sind eine super Leinwand für Bilder aller Art. Möchte man seine Wohnung stiltechnisch in eine andere Richtung lenken, geht das durch den Austausch von Bildern viel einfacher als durch das Neustreichen von Wänden. Zweitens: Durch möglichst gleichartige Möbel in ruhigen Farben kann man einen prima Hintergrund für einzelne „Möbelhighlights“ schaffen. Aber Achtung: Nie zu viele Highlights in einem Raum sammeln – sie verlieren sonst ihre Wirkung und es schaut schnell zusammengewürfelt aus.

Liebe Annika, vielen Dank dass wir in Eure Wohnung spazieren durften!


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