Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Hereinspaziert: Zu Besuch auf Gut Daxau

Heute besuchen wir Susanne Michalke im wunderschönen Isen in Bayern. Seit 25 Jahren lebt die studierte Juristin dort auf Gut Daxau – zusammen mit Tochter Victoria, fünf Hunden, drei Eseln und jede Menge Pferden. Susanne Michalke ist überzeugt, dass sich ein schönes Zuhause positiv auf die Stimmung von Mensch und Tier auswirkt. Zum Gut Daxau zählt neben ihrem mit viel Feingefühl renovierten Vierkanthof deshalb auch ein innovativer Pferdestall.

Als Susanne Michalke das Gut Daxau vor 25 Jahren entdeckte, lag der alte Bauernhof gerade verschneit in der romantischen Voralpenlandschaft. Susanne wusste in diesem Moment: Das ist es! Bekannte und Freunde erklärten sie damals für verrückt, denn: „Als ich das Anwesen übernahm, war es in einem wirklich abenteuerlichen Zustand, wir haben tonnenweise Müll weggefahren und ich habe es komplett sanieren müssen“, erinnert sie sich. Rechteckig um den Innenhof des sogenannten Vierkanthofs – eine Bauform die vor allem in Österreich und Bayern verbreitet ist –  sind angeordnet: ein unter Denkmalschutz stehendes Haus aus dem 15. Jahrhundert, das heute als Gästehaus genutzt wird, eine Brauerei, die als Wohnhaus von Susanne dient, Personalwohnungen sowie ein kleiner Stall für ihre Esel.

Gut Daxau: Das Esszimmer von Susanne Michalke

Die Tafel deckt die Gutsbesitzerin besonders gerne mit Gmundner Keramik, Porzellan von Nymphenburg oder Meißen

Gut Daxau: Das Wohnzimmer von Susanne Michalke

Susannes Hunde machen es sich vor dem Kamin des über 100 Quadratmeter großen Wohnraumes gemütlich – das Holz stammt aus den eigenen Wäldern

„Ich nenne es immer mein Vier-Zimmer-Haus“ 

Die gebürtige Münchnerin ließ die ehemalige Brauerei komplett entkernen, alte oder auf alt gemachte Balken, Flügeltüren und Treppen einsetzen. Wischputz lässt die Wände in neuem alten Glanz erstrahlen. Aus vielen kleinen, entstanden vier sehr große Zimmer. „Ich nenne es immer mein Vier-Zimmer-Haus“, sagt Susanne Michalke verschmitzt, denn die vier Zimmer erstrecken sich auf ganze 600 Quadratmeter. Im Erdgeschoss befinden sich eine Halle mit Kamin, die Küche und der große Wohnraum, im Obergeschoss ein Schlafzimmer, Bad, Ankleidezimmer sowie eine Gästewohnung.  Trotz ihrer Größe sind die Zimmer jedoch keineswegs ungemütlich. „Wichtig sind die Stoffe!“, erklärt Susanne. Vorhänge, Teppiche, Kissen, dazu Kerzen, Bilder und eine gute Beleuchtung geben einem Raum Wärme und Gemütlichkeit, egal wie groß er ist. Typisch für ihren ländlich-eleganten Look sind auch Gewehre und Jagdtrophäen an den Wänden. Denn Susanne Michalke ist selbst begeisterte Jägerin und besitzt ein eigenes Hochwildrevier.

Hinzu kommt eine ausgewogene Mischung von Möbelstücken mit Beinen und mit Standfläche. Wenn die Qualität der Stücke stimmt, kann man fast alle Stilrichtungen mixen. Susanne kombiniert Erbstücke ihrer Eltern mit Möbeln aus ihrem früheren Zuhause und Fundstücken aus der ganzen Welt. „Eigentlich ist es ein ganz wilder Mix, aber irgendwie passt alles zusammen“, lacht sie. Susanne Michalke hat ein Händchen für’s Schöne, Ästhetische. Seit ihrer Jugend richtet sie die Häuser anderer Menschen ein. Manchmal stellt sie die komplette Einrichtung zusammen – von der Bettwäsche bis zum Champagner im Eisschrank, ein anderes Mal sucht sie nach einem ganz bestimmten Impressionisten. „Ich berate Leute dabei, ihr Zuhause schöner zu machen“, sagt sie und könnte sich keine schönere Arbeit vorstellen.

Gut Daxau: Die Küche von Susanne Michalke

Gut Daxau: Delfter Kacheln über dem Ofen

Über dem Ofen zieren original Delfter Kacheln die Wohnküche – eine Sammelleidenschaft von Susannes Mutter 

Gut Daxau: Der Arbeitsplatz von Susanne Michalke

Warme Erdtöne, Deko-Pferde, Jagdtrophäen und Stoffe mit Hirschmotiv machen den ländlich-eleganten Einrichtungsstil von Susanne Michalke aus

„Meine Möbel sind zum größten Teil seit 25 Jahre hier im Haus“

In den letzten Jahren widmete sich die Isenerin voll und ganz der Reiterei von Victoria, machte einen LKW-Führerschein und fuhr mit ihrer Tochter und den Pferden jedes Wochenende auf Turniere – ein Engagement das sich rentierte: Seit 2006 ist Victoria Michalke im Bundeskader und sammelte bereits große Titel, unter anderem als Deutsche- und Europameisterin. Susanne Michalke jedoch kehrte in ihren alten Beruf zurück. Was ihr am Design-Consulting besonders gefällt: Nun kann sie „endlich wieder einkaufen“. Denn obwohl Susanne das Einrichten liebt, gestaltet sie ihr eigenes Haus äußerst selten um. „Ich brauche nicht zu jeder Saison etwas Neues, ich habe gerne nachhaltige Sachen, teurere Stoffe, hochwertige Materialien. Meine Möbel sind zum größten Teil seit 25 Jahre hier im Haus“, erklärt sie und streicht liebevoll über ihren alten Sekretär. Nur die Deko ändert sich zu jeder Jahreszeit.

Im Winter schmücken Felle die Holzstühle und Sofas, im Sommer ziehen Rosen aus dem Garten auf die Ess- und Beistelltischchen. Denn die Rosenzucht ist eine weitere Leidenschaft der Bayerin. „Eigentlich könnten wir es das Rosen-Haus nennen“, sagt die Hobbygärtnerin mit Stolz und zeigt auf eine fantastische Pflanze, die ganze zehn Meter hoch und acht Meter breit ist. Ihre Rosen spielten übrigens auch eine große Rolle bei der Entstehung ihrer kleinen Parfumreihe. „Im Herbst riecht es vor meinem Haus so herrlich nach Rosen und Lavendel. Eines Tages Tages fuhr der Bauer auf meiner Wiese herum und wendete das Heu – und ich dachte mir: Mein Gott, diesen Geruch musst du irgendwie festhalten.“ Seitdem entstand für jede Jahreszeit ein Parfum, das den Duft von Gut Daxau widerspiegelt.

Gut Daxau: Das Schlafzimmer von Susanne Michalke

Gut Daxau: Ein toller Ort für Hunde

Gut Daxau: Die Terasse von Susanne Michalke

Von ihrer Terrasse aus schaut Susanne Michalke ins Grüne: Etwa 15 Hektar Land gehören zum Grundstück

Der Pferdestall der Mischalkes ist rund

200 Meter entfernt vom Wohnhaus liegt das 2009 gebaute Pferdezentrum Gut Daxau. Da Mutter und Tochter keinen passenden Stall in der Umgebung ausfindig machen konnten, errichteten sie kurzerhand einen eigenen. „Bei der Gestaltung des Stalles bin ich genauso vorgegangen, wie beim Einrichten eines Hauses: Ich habe mir vieles angeschaut und das Beste für uns mitgenommen“, sagt Susanne Michalke. Das Besondere: Der Stall der Mischalkes ist rund, dazu sehr hoch und weit – das bedeutet viel Luft und Licht für die Tiere. Zum Einsatz kam nur bestes Lärchenholz. Die Wände sind nicht – wie üblich – weiß getüncht, sondern in warmen Farben gestrichen. Lehmputz sorgt für gutes Klima.

„Unsere Pferde sollen sich zuhause regenerieren können, es sind schließlich Hochleistungssportler“, sagt die Pferdenärrin mit Nachdruck. „Der Stall soll ein Zuhause für sie sein!“ Die Daxauschen Pferde wissen die gute Atmosphäre durchaus zu schätzen. Susanne Michalke: „Unsere Pferde sind einfach total zufrieden, wir haben keine nervösen Tiere und keine Koliken“. Eine schöne Umgebung wirkt sich eben nicht nur auf uns Menschen positiv aus.

Der Reitstall von Gut Daxau ist rund, hoch und hell

Der Reitstall von Gut Daxau ist rund, hoch, hell und aus den besten Materialien gefertigt

Susanne Michalke und Tochter Victoria vor der Reitanlage Gut Daxau

Susanne Michalke mit ihrer Tochter Victoria vor der Reitanlage von Gut Daxau

Dieser Artikel von mir sollte eigentlich im November letzten Jahres im Heimatrevier erscheinen, leider kam eine Finanzierung für das Magazin nicht zustande/Bild-Credits: Gut Daxau

MEHR ZUM THEMA:


4 Kommentare
  • Katja sagt:

    Ein guter Artikel, liebe Dani. Schade, dass es mit der Finanzierung des Magazins nicht geklappt hat. Ist das Projekt damit beerdigt oder unternehmt Ihr nochmal einen Versuch? Ich hätte „Heimatrevier“ gerne gelesen.

  • Dani sagt:

    Liebe Katja,

    Mein letzter Stand war, dass sie versuchen werden, das Heft bei einem etablierten Verlag unterzubringen. Da jetzt aber auch die Website und die Facebook Seite gelöscht wurden, gehe ich davon aus, dass das nicht funktioniert hat.

    Herzliche Grüße
    Dani

  • Amalia sagt:

    Noch nie habe ich so einen blitzeblanken Stall gesehen – unglaublich!
    Liebe Grüße
    Amalia

  • Alexandra Zirngibl sagt:

    Ein ganz inspirierender Artikel! Herzlichen Dank an Frau Michalke für diese Einblicke!

    LG,
    Alexandra

Hinterlasse doch einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.