Handarbeit in Perfektion: Die Hermès-Tasche

Bei ihrem Anblick schlagen viele Frauenherzen schneller: Hermès-Taschen. Jährlich kommen nur wenige Glückliche in den Besitz einer Birkin- oder Kelly-Bag. Denn für die Objekte der Begierde gibt es eine Warteliste mit einer Wartezeit von etwa zwei Jahren. Wir wollten wissen, was an den Taschen eigentlich so besonders ist und haben einen Blick in die Hermès-Werkstätten geworfen. Dort, wo die Taschen von Meisterhandwerkern gefertigt werden. von Sybille Hilgert

Handarbeit vom Anfang bis zum Ende

Eine Hermès-Tasche ist Handarbeit. Vom Anfang bis zum Ende wird sie von einem Meisterhandwerker gefertigt. Und das natürlich nur aus den besten Materialien. Die exquisiten Kuh- oder Schweinsleder, aber auch Straußen-, Krokodil- oder Leguan-Leder werden auf der ganzen Welt eingekauft und von den eigenen Ledergerbern und -färbern nach alten Traditionen gegerbt und gefärbt. Die so bearbeiteten Leder werden zunächst ins Lager geschafft. Hier treffen die Contremaitres, die Ledermeister, ihre persönliche Wahl, abhängig von den Modellen, die sie realisieren sollen. Für diese Vorauswahl ist eine große Erfahrung notwendig, ein sensibler Tastsinn und ein sehr gutes Auge, denn die Eigenheiten des gewählten Leders tragen einen großen Teil zum hohen Wert der Hermès-Tasche bei.

Ausschließlich von Hand ausgeführter Sattlerstich

So wird für Krokodilledertaschen nur die Mittelpartie des Bauches sowie die Unterpartie des Kopfes und des Schwanzes verwendet. Für Boxcalf-Artikel verwendet der Meister den Mittelteil der Haut, die Flanken und die Halspartie. Der Zuschnitt der Lederstücke kann auf zwei Arten erfolgen: mit Hilfe eines Schnittmodells und eines Schnittmessers oder mit einer Lederpresse. Nach dem Zuschnitt beginnt die eigentliche Herstellung der Handtasche. Nachdem das Leder aufgespannt wurde, werden Futter- und Deckleder vorbereitet und die verschiedenen Lederteile zusammengestellt. Anschließend wird alles mit dem berühmten ausschließlich von Hand ausgeführten Sattlerstich zusammengefügt. Dann werden die Seitenteile bearbeitet, der Verschluss montiert sowie Feinarbeiten ausgeführt.

In den Werkstätten von Hermès

Hinter dieser Tür entstehen die berühmten Hermès-TaschenDie Herstellung einer Hermès-Tasche

Im Lager gibt es tausende exklusive Lederarten, aus denen die Ledermeister ihre Wahl treffen könnenDie Herstellung einer Hermès-Tasche

Die bei Hermès verwendeten Leder werden von Fachleuten sorgfältig selektiert und auf ihre Qualität überprüft Die Herstellung einer Hermès-Tasche

Das Innenfutter der Tasche besteht entweder aus Lamm- oder Boxcalf, bei Reisetaschen gelegentlich auch aus Leinen Die Herstellung einer Hermès-Tasche

Ein Meister arbeitet an einer Tasche

Die Herstellung einer Hermès-Tasche

Das Nähen der Lederhäute erfolgt mit dem so genannten Sattlerstich: Ein Faden wird mit zwei Nadeln durch die mit der Hand gestanzte Lochung geführt und in der Lochung überkreuzt. So wird eine außerordentliche Festigkeit erreicht

Die Herstellung einer Hermès-Tasche

Hermès näht ausschließlich mit einem mit Bienenwachs bestrichenen Leinenfaden

Die Herstellung einer Hermès-TascheDie Hermès-Verschlüsse werden im eigenen Silberschmiede–Atelier hergestellt und mit 18 Karat vergoldet Die Herstellung einer Hermès-Tasche

Bis eine Hermès-Tasche fertig ist, dauert es 15 bis 20 Arbeitsstunden. Das hat natürlich seinen Preis. Für eine Birkin-Bag bezahlt man ca. 5.000 Euro. Aber aufgepasst: Es gibt auch Fälschungen. Hier findet Ihr einige hilfreiche Hinweise, wie Ihr Original und Fälschung unterscheiden könnt

Bild-Credits: Hermès

9 Kommentare
  • Dani sagt:

    Danke für diesen tollen Einblick Sybille!

  • Anita sagt:

    Oh ja, wer wünscht sich nicht so eine Tasche, also ich zumindest träume (noch) davon ;-)
    Ein wirklich sehr schöner Artikel Sybille, sehr interessant!

    xxx Anita

  • Sybille sagt:

    Liebe Dani, liebe Anita,

    vielen Dank für das Lob. Ich mag es sehr, hinter die Kulissen einer Fertigung zu schauen, zumal bei solch tollen Produkten!

  • Maja sagt:

    Liebe Sybille,
    toller Artikel! Danke
    Eine Birkin ist sicher der Traum vieler Damen. Ich habe ihn mir erfüllt und dann die Birkin wieder verkauft. Unglaublich unpraktisch die Tasche. Sie wiegt leer ab 1,3 Kg und kann nur in der Hand getragen werden. Das Öffnen und Schließen ist schwierig und daher lässt man sie meist einfach offen. Ich habe mir dann eine Victoria II gekauft (Schultertasche mit Reißverschluss). Ich bin mit der Tasche sehr glücklich, da sie für mich perfekt ist und nutze sie fast täglich. Immer wenn ich die Tasche aus dem Staubbeutel hole (da kommt sie abends immer rein, da bin ich sehr pingelig) kommt mir der wunderbare Ledergeruch entgegen. Für mich ein olfaktorisches Erlebnis! Was ich bei Hermès auch gut finde, ist das das Logo nicht groß zu sehen ist. Die Birkin/Kelly kennt fast jeder aber die anderen Hermès Taschen nicht. Ich brauche bei meiner Tasche daher nicht furchtbar angst zu haben dass sie mir entrissen wird. Ich habe lange auf solch eine H-Tasche gespart und für mich hat es sich gelohnt auch wenn es erst im 2. Anlauf war. Wer sich keine Tasche kaufen kann oder mag für den gibt es auch günstigere Produkte bei Hermès. Traut euch in den Store und schaut euch um.
    Grüßle
    Maja

  • Toller Artikel! Ich mag solche Werkstattführngen sehr, sehr gerne und finde es hoch interessant wie solche schönen Produkte entstehen. Danke für diese schönen Einblicke! Ich liebäugele ja gerade mit der Garden Party.

  • Maja sagt:

    @GPO: Ich liebäugel auch schon ewig mit der Tasche. Die in Stoff sind nicht ganz so extrem teuer.
    Wer kann, sollte zum Sale nach Paris fahren. Dort werden wohl auch Garden Party angeboten. Welche Taschen es nocht gibt weiß ich nicht, aber Birkin und Kelly gibt es nicht. Tücher sind wohl so einige da. Ich war leider noch nicht da und weiß auch im Moment nicht wann der nächste im Sommer ist.
    Grüßle
    Maja

  • Gregorio sagt:

    Echt edel. So eine Tasche hätte ich gerne auch in meinem Schrank. Richtig ausgeführte Handarbeit kann keine Maschine ersetzen.

  • Erika sagt:

    Mir ging es genau wie Maja. Die Tasche war mein langgehegter Traum und dann eine rechte Enttaeuschung. Viel zu schwer, das Innenleben unstrukturiert, eigentlich staendig nur offen zu tragen und das immer nur in der Hand. Zudem ist die Tasche sehr inflationsgebeutelt. Durch die vielen – und oft sehr gut gemachten Fakes – läuft inzwischen Gott und die Welt damit herum. Da traut man sich mit seiner echten kaum noch unter die Leute.
    Mal sehen, vielleicht probiere ich es nochmal mit einer Kelly. Ansonsten sind die Hermes-Items super grosse Klasse. Danke jedoch fuer den wunderbaren Artikel.

  • Bubu sagt:

    Hallo hab da ne frage
    Woher weiß ich ob die Tasche gefälscht ist
    Gibt es irgendwie eine Seriennummer oder was genau

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