Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Der Lady-Blog liebt: Gummistiefel

Plitsch platsch. Es ist wieder soweit: Die ungemütliche Jahreszeit hat begonnen. Doch wie sagten schon unsere Großeltern? Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung. Und mit dem richtigen Schuhwerk kann sogar ein trüber Regentag Lust auf frische Luft machen. Ob auf einer Landpartie, bei der Jagd oder beim Spaziergang mit dem Hund: Gummistiefel sind praktisch und bringen mit knalligen Farben oder extravaganten Details ein bisschen gute Laune in die grauen Monate.

Entdeckung in einem Chemie-Labor

Sie sind waden- bis kniehoch, wasserdicht und bestehen aus Gummi. Mittlerweile kann man auch Gummistiefel aus thermoplastischen Kunststoffen in den Läden entdecken. Ihre hochwertigen Vertreter werden jedoch heute noch aus echtem Naturkautschuk produziert und sind damit erheblich reißfester und beständiger als Kunststoff-Stiefel. Ihre Geburtstunde erleben die Gummi-Schuhe im Jahr 1839 in einem Chemie-Labor: Charles Goodyear entdeckt beim Herumexperimentieren mit verschiedenen Materialien, dass plastischer Kautschuk durch die sogenannte Vulkanisierung dauerhaft elastisch bleibt und nicht mehr klebt.

Das Ende der Holz-Clogs auf den Feldern

Der Ingenieur Hiram Hutchinson erkennt das Potential für wasserfestes Schuhwerk und erwirbt von Goodyear die Exklusivrechte auf die Herstellung von Gummistiefeln. 1853 gründet der Amerikaner eine kleine Firma namens A l’Aigle in Frankreich. Warum Frankreich? Ende des 19. Jahrhunderts arbeiten 95 Prozent der Franzosen auf den Feldern – mit Holz-Clogs. Hutchinson zieht nach Europa und versorgt die Franzosen fortan mit wasserfesten Sohlen. Nur der Adler, das amerikanische Wappentier, verrät seine Herkunft. Heute ist Aigle ein internationes Unternehmen, das hochwertige Gummi- und Reitstiefel produziert.

Daniela Uhrich vom Lady-Blog in Gummistiefeln von Le Chameau

Mit diesen schönen klassischen Gummistiefel von Le Chameau und dem Schumacher-Regenschirm kommt gute Laune auf

Der größte Gummistiefel-Fan: Die Queen

Eine weitere Gummistiefel-Ikone ist der Amerikaner Henry Lee Norris. Auch er bleibt nicht in den heimischen Gefilden, sondern gründet drei Jahre nach Hutchinson die North British Rubber Company in Edinburgh. Was er leider nicht mehr erlebt: Hundert Jahre nach der Gründung verkauft die Firma erstmals die berümten Hunter-Boots. Bis heute ist Hunter Hoflieferant des britischen Königshauses, denn eine der größten Fans ist die Queen persönlich. Der dritte im Gummistiefel-Bunde ist der Franzose Claude Chamot. Sein Spitzname Le Chameau (das Kamel) gibt im Jahr 1927 einer weiteren traditionsreichen Gummistiefel-Firma einen Namen.

Konkurrenz von Gore-Tex

Jahrzehntelang waren die Stiefel von Le Chameau, Aigle oder Hunter das bevorzugte Schuhwerk auf dem Feld und bei nassem Wetter. In den 80ern kommen allerdings Schuhe mit Gore-Tex und anderen synthetischen Materialien auf den Markt. Immer seltener trifft man die Gummitreter auf den Straßen und Feldwegen an – bis zur Jahrtausendwende. Plötzlich zeigen sich zahlreiche Promis wie Kate Moss, Nicole Richie, Lilly Allen oder Kate Hudson mit wasserfesten Stiefeln – erst auf Festivals, dann auch in einschlägigen Londoner Nachtclubs.

Der Gummistiefel ist zurück

Die Modedesigner reagieren auf den Straßentrend und schicken farbige und gemusterte Varianten, in Kroko- oder Schlangenoptik, metallic oder rosarot, mit Absatz, Schleifen oder Schnürung ins Rennen. Doch nicht nur der immer noch anhaltende Modetrend und die große Auswahl an Modellen sind ein Grund ab und an Lederstiefel gegen Gummistiefel einzutauschen: Es gibt einfach keine besser Möglichkeit dem tristen Wetter den Kampf anzusagen. Und kombiniert mit Trenchcoat, Fischerhütchen und Gutelaune-Regenschirm ist keine Pfütze vor Euch sicher.


3 Kommentare
  • Annina sagt:

    love the umbrella!!

  • Hans Wegmann sagt:

    Meine Frau hat kürzlich ein Paar Vierzon Lady von Le Chameau gekauft. Diese in Frankreich von Hand hergestellten Stiefel sehen sehr gut aus, sie glänzen nicht. Sie können bei Temperaturen bis zum Gefrierpunkt getragen werden. Die Stiefel sind relativ teuer, sie heben sich jedoch von den handelsüblichen glänzenden Stiefeln bei weitem ab.

  • Hans Wegmann sagt:

    Ich bitte Sie, meinen Kommentar vom 13. Januar 2012 sofort zu löschen. Besten Dank

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