Film-Tipps: Fuchs, Pfau, Lidia Poët, Transatlantic & Unorthodox
Dani

Besonders viele positive Rückmeldungen erhalten wir von Euch immer auf unsere ausgesuchten Film- und Serientipps. Das freut uns natürlich sehr und deshalb haben wir auch schon wieder ein paar neue wunderbare Empfehlungen in petto. Dieses Mal handelt es sich um zwei Kinofilme und drei aktuelle Netflix-Produktionen: Das Drama „Der Fuchs“ und die Krimikomödie „Der Pflau“, sowie die Netflix-Serien „Lidia Poët“, „Transatlantic“ und „Unorthodox“.

1. Kinofilm-Tipp: Der Fuchs

Die österreichische Produktion „Der Fuchs“ läuft aktuell in ausgewählten Kinos und hat schon sehr viel positive Resonanz bekommen. Wir haben ihn selbst noch nicht gesehen, aber Freunde haben davon geschwärmt. Das Historiendrama behandelt die wahre Geschichte von Franz Streitberger, dem Uropa von Regisseur Adrian Goiginger, der als Motorradkurier des Bundesheers das Kriegsjahr 1940 in Frankreich erlebte – mit einem jungen Fuchs im Schlepptau! Doch von Anfang an: In den 1920ern wird Franz (Simon Morzé) von seiner Familie an einen Großbauern gegeben, damit er diesen auf dem Gut unterstützen soll. Nachdem er volljährig ist, kündigt er, ist aber immer noch wütend und enttäuscht darüber, dass man ihn in so jungem Alter einfach in die Knechtschaft gezwungen hat. Der sensible Franz schließt sich dem Bundesheer an, bleibt dort aber ein Außenseiter. Als seine Kompanie 1940 den Angriff auf Frankreich starten soll, findet er zufällig einen verletzten Fuchswelpen im Wald und nimmt ihn bei sich auf…

„Der Fuchs“ von Adrian Goiginger basiert auf einer wahren Geschichte; Im Mittelpunkt: Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem Mensch und einem Fuchs – zwei Alleingelassene, schlagen sich durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges

2. Kinofilm-Tipp: Der Pfau

Und noch ein Film mit einem Tier im Titel! Vielleicht kommt Euch dieser ja bekannt vor? „Der Pfau“ basiert auf dem gleichnamigen Buch von Isabel Bogdan aus dem Jahr 2016. Ich mochte es sehr und habe es Euch hier auch vorgestellt. Da sich die schottische Krimikomödie zu einem richtigen Überraschungserfolg entwickelte, wurde sie jetzt unter anderem mit Tom Schilling und Jürgen Vogel verfilmt. Ich habe den Film noch nicht gesehen und muss zugeben, dass mich der Trailer nicht so richtig überzeugt, aber da mir das Buch so gut gefallen hat, werde ich es auf jeden Fall noch nachholen. Darum geht’s: Investmentbankerin Linda Bachmann (Lavinia Wilson) reist mit ihrem Team für ein Teambuildingevent zum schottischen Landsitz von Lord (Philip Jackson) und Lady McIntosh (Victoria Carling). Doch so richtig Lust hat keiner darauf, zumal das heruntergekommene schottische Anwesen nicht gerade zum Wohlfühlen einlädt. Und dann verschwindet der Lieblingspfau des Lords plötzlich spurlos und ein dichtes Schneetreiben setzt ein…

In „Der Pfau“, basierend auf dem Erfolgsbuch der Hamburger Autorin Isabel Bogdan, erleben vier Frankfurter Investmentbanker, ihre Chefin, eine Seminarleiterin und eine Köchin Chaostage in den schottischen Highlands

3. Netflix-Serie: Das Gesetz nach Lidia Poët

Die italienische Netflix-Serie „Das Gesetz nach Lidia Poët“ habe ich in einem Rutsch durchgeschaut – zu neudeutsch: gebingwatcht. Das ist mir lange nicht mehr passiert. Eigentlich wollte ich nur kurz reinsehen, ob die Mini-Serie etwas taugt, doch dann konnte ich mich nicht mehr trennen. Das Thema ist – wie bei so vielen Netflix-Eigenproduktionen – spannend: Dargestellt wird die wahre Geschichte der ersten Anwältin Italiens, Lidia Poët (1855-1949) und die vielen Steine, die ihr in den Weg gelegt wurden. Pro Folge klärt Lidia als eine Art weiblicher Sherlock Holmes einen Fall im italienischen Turin auf. Doch nicht nur die Geschichten rund um ihre Person haben mich überzeugt, sondern auch die – durchweg italienischen – Schauspieler begeistern: Matilda De Angelis als Lidia, Pier Luigi Pasino als ihr konservativer und doch liebenswerter Bruder Enrico, Eduardo Scarpetta und Dario Aita als ihre beiden Geliebten Jacopo und Andrea sind mir so ans Herz gewachsen, dass ich am Ende der 6. Folge richtig traurig war und nun auf eine zweite Staffel hoffe.

Bild-Credit: Cr. Lucia Iuorio/Netflix

Unfassbar, wie damals argumentiert wurde, warum eine Frau nicht in der Lage sei, als Anwältin zu arbeiten! Als Gründe wurden u.a. der Mangel an intellektueller und moralischer Stärke, Festigkeit, Beständigkeit und Ernsthaftigkeit genannt

4. Netflix-Serie: Transatlantic

Die Netflix-Produktion „Transatlantic“ hat mich nicht 100% überzeugt, doch ich möchte sie Euch trotzdem ans Herz legen, da ich das Thema überaus wichtig finde! Denn vielleicht geht es Euch wie mir und Ihr kennt den wahren Hintergrund gar nicht: Die Mini-Serie erzählt die Geschichte des sogenannten „Emergency Rescue Committee“, eine Gruppe, die 1940/41 im besetzten Frankreich mehr als 2000 Menschen die Flucht ermöglichte, darunter vielen europäischen Intellektuellen und Künstlern, in dem sie ihnen Visa besorgten, sie auf Schiffen versteckten oder Wege durch die Pyrenäen nach Portugal eröffneten. Hannah Arendt, André Breton, Marc Chagall, Marcel Duchamp, Max Ernst und viele andere verdanken allen voran dem amerikanischen Journalisten Varian Fry (Cory Michael Smith) ihr Leben. Umso erstaunlicher, dass Fry zu seinen Lebzeiten kaum gewürdigt wurde – von Menschen, denen es so leicht hätte fallen müssen, über ihn und ihre Flucht zu berichten. Auch wenn die 7-teilige Serie mich an einigen Stellen irritiert (sie stellt das Leben im Krieg m.E. etwas zu leichtfüßig dar) und mich einige Schauspieler nicht überzeugten (v.a.Lucas Englander als Albert Hirschman) bin ich Netflix doch dankbar, dass sie diese Helden zurück ans Licht holt.

Was mich überrascht hat: Transatlantic ist eine deutsche Produktion mit durchweg internationaler Besetzung; neben den Amerikanern Cory Michael Smith und Gillian Jacobs als Mary Jayne Gold überzeugten mich vor allem der israelische Schauspieler Amit Rahav als Thomas Lovegrove und der Deutsche Jonas Nay als Walter Mehring

5. Netflix-Serie: Unorthodox

Und noch eine Netflix-Miniserie: Der deutsche 4-Teiler „Unorthox“ aus dem Jahr 2020 hat mich so gefesselt, dass ich ihn nahezu an einem Stück durchgesehen habe. Im Mittelpunkt steht die New Yorkerin Esther „Esty“ Shapiro (Shira Haas) die in einer ultraortodoxen jüdischen Glaubensgemeinschaft im Stadtteil Williamsburg in Brooklyn aufwächst, dort eine arrangierte Ehe eingeht und mit 19 Jahren ohne Gepäck nach Berlin durchbrennt. Dort findet sie Anschluss bei einer Gruppe junger Studierender einer fiktiven Musikakademie. Die Serie basiert lose auf dem 2012 erschienenen Buch Unorthodox von Deborah Feldman, in dem sie Erlebnisse ihrer Kindheit und Jugend beschreibt. Ich fand den Einblick in die Glaubensgemeinschaft der Satmarer Chassiden, von der ich zuvor noch nie etwas gehört habe und die fast ausschließlich unter sich bleibt, unglaublich spannend. In der Serie spielt übrigens, wie bei Transatlantic, der israelische Schauspieler Amit Rahav mit – als verlassener Ehemann von Esty, der sie aus Berlin zurückholen möchte.

Gedreht wurde Unorthox im Sommer 2019 fast ausschließlich in Berlin, die Besetzung ist jedoch wieder sehr international

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