Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Freitagsfund: „Butterfly Bloom“ von Wedgwood

Als Vorlage für das wunderhübsche, klassische Teegeschirr „Butterfly Bloom“ von Wedgwood dienten Musterbücher mit antiken Blüten-Arrangements aus den Archiven des Traditionshauses. Das feine Geschirr in Rosa-, Blau- und anderen Pastelltönen ist verziert mit stilisierten Blüten, zarten Schmetterlingen und strahlend goldenen Akzenten. Das Schöne: Obwohl jeder Artikel mit einem anderen Motiv gestaltet ist und verschiedene Epochen der Keramikgeschichte veranschaulicht, können alle Teile perfekt miteinander kombiniert werden. Tee, Gebäck, Petite Four oder Cupcakes kommen auf den zauberhaften Tassen, Tellern und der Etagere besonders gut zur Geltung.

Geschirr für die städtische Mittelschicht

Das Teegeschirr „Butterfly Bloom“ zelebriert die Motive bedeutender dekorativer Moden von Neoklassizismus über Romantik bis hin zum Orientalismus und erinnert damit auch an die Geschichte von Wedgwood. Ihr Gründer Josiah Wedgwood machte sich mit 29 Jahren als Töpfer in Staffordshire selbstständig. Sein Ziel war es, Geschirr für die städtische Mittelschicht zu entwickeln, das weniger kostbar war als Porzellan, dafür haltbarer und tauglich für die Massenproduktion. Er strebte dabei aber auch höchste künstlerische Qualität an. In Staffordshire gab es zwar von jeher Tonwaren, jene waren allerdings wenig elegant und vor allem hitzeempfindlich – aus dieser Zeit stammt darum das britische „milk in first“-Gebot. Zu Beginn der 1760er-Jahre entwickelte Wedgwood ein leichtes, cremefarbenes Steingut.

Ägyptische, griechische und römische Vorbilder

Die „Cream Ware“, nach Lieferung an die englische Königin auch als „Queens Ware“ bezeichnet, sah dem kostbaren und begehrten Porzellan verblüffend ähnlich. Neben der Creamware erfand der experimentierfreudige Josiah Wedgwood auch die schwarze Basaltware und die mattblaue, aber auch seegrün, gelbe und graue Jasperware. Bei seinem Geschirr handelt es sich um einen Mix aus Steinzeug und Weichporzellan, das in seinen Formen und Motiven auf ägyptische und andere antike Vorbilder zurückgreift. Die detailreiche Ausformung von Profilen und Reliefs der Wedgwoodware markierten den Übergang zum Kassizismus in der englischen Keramik. Das Grundmotiv wurden in zahlreichen Variationen von anderen Herstellern kopiert und zierte neben Geschirr, Knöpfe, Vasen sogar Möbel.

Bild-Credit: Tableware24.com

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