Die Geschichte des Lippenstifts

87 Prozent der Frauen verwenden ihn. Er ist damit der meistverkaufte Make-up-Artikel und der Klassiker in jedem Schminktäschchen. Das ist kein Wunder, denn er ermöglicht es auch weniger Geübten, den Mund geschickt zu betonen und ein wenig Frische ins Gesicht zu zaubern: der Lippenstift. von Sybille

Ein schwerer Start

Den Lippenstift wie wir ihn heute kennen, gibt es seit 1883. Bei den Varianten, die Pariser Parfümeure anlässlich der Weltausstellung in Amsterdam vorstellten, handelte es sich um in Seidenpapier gewickelte Stifte aus gefärbtem Rizinusöl, Hirschtalg und Bienenwachs, die man respektlos „Würstchen“ (=Saucisse) nannte. Zum Auftragen musste der Stift mühsam aus dem Papier geschält werden. Durch die nicht wirklich komfortable Nutzung, moralische Bedenken und den hohe Preis (umgerechnet ca. 50 Euro) hatte das neue Schminkutensil zunächst einen schweren Stand. Die gefeierte französische Schauspielerin Sarah Bernhardt sorgte mit ihren kirschroten Lippen für die Popularität.

Rote Lippen soll man küssen

1910 steckte Guerlain den Lippenstift erstmals in eine Metallhülse, so dass zumindest das Verpackungsproblem gelöst war. Der eigentliche Siegeszug begann in den 20er Jahren mit einer neuen Zusammensetzung des Lippenstifts. Dieses „kussechte“ Variante ließ sich leichter auftragen als die bisherigen Farben und hielt besser auf den Lippen. Der Dreh- und Schiebemechanismus des Stiftes wurde 1948 in Amerika erfunden – damit war auch das technische Problem gelöst. Blieben noch die teils giftigen Farbsubstanzen wie Blei oder Arsen, die dem Lippenstift bis in die 70er beigefügt waren.

Cremig oder matt: Lippenstifte heute

Moderne Lippenstifte enthalten Öle, Wachse und Pigmente sowie Chemikalien, die für die Haltbarkeit sorgen. Die lange haltbaren Stifte sind eher matt und neigen dazu, die Lippen auszutrocknen. Cremige Lippenstifte lassen sich leicht auftragen, dafür muss man bei ihnen bei der Haltbarkeit Abstriche machen. Für welche Variante Ihr Euch auch entscheidet, achtet bei einer auffälligen Farbe darauf, den Rest des Make-ups sehr dezent zu halten. Wenn Ihr noch mehr über den Lippenstift und seine Geschichte erfahren wollt, dann schaut doch einmal auf die Seite des Lippenstiftmuseums. Den Gründer des Museums, René Koch, konnten wir für ein Interview gewinnen.

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Bild-Credit Titelbild: Shutterstock.com

2 Kommentare
  • Dani sagt:

    Liebe Sybille,

    vielen Dank für diesen spannenden Artikel über „Würstchen“! :-)

    Herzliche Grüße
    Dani

  • Teresa sagt:

    In meinem Schrank befinden sich nur rote Lippenstifte, genauso wie ich nur roten (oder farblosen) Nagellack besitze. Das ist einfach klassisch und sieht zum gegebenen Anlass immer toll aus! Schöner Artikel!

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