Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Do small things with great love

Der Lady-Blog ist unpolitisch. Das war immer so und das wird auch so bleiben. Doch wenn die Welt ein stückweit aus den Fugen gerät, so wie in den letzten Tagen und Wochen, dann frage ich mich stets, wo mein Platz in ihr ist. Und so habe ich mir auch ernsthaft die Frage gestellt, ob das was ich hier mache – über Mode und die schönen Dinge des Lebens schreiben, während anderswo der Terror regiert – eine Existensberechtigung hat. Ich finde es hat.

Wir sind vielleicht eine der wenigen Generationen die wirklich ganz sorglos aufgewachsen ist, ohne Krieg, ohne Geldsorgen, ohne Sorgen um die eigene Existenz. Das ist wundervoll und ich wünsche mir sehr, dass es meiner Tochter genauso ergehen wird. Betrachtet man die aktuelle weltpolitische Lage, dann besteht jedoch Grund zur Annahme, dass diese sorglose Zeit vorbei ist. Immer mehr Flüchtlinge machen sich aus vielen Teilen der Welt auf den Weg nach Europa. Und die chaotische Situation im Nahen Osten scheint nicht so ohne weiteres lösbar zu sein – ganz im Gegenteil, mir scheint, die Attentate von Paris sind erst der Anfang. Vermutlich stehen uns unruhige Zeiten bevor.

Meine Arbeit wirkt da manchmal etwas weltfremd. Während ich nach den schönsten Christbaum-Ständern recherchiere und mich über Vintage-Exemplare aus der Zeit des Art Déco oder Jugendstil freue, gehen im Sauerland Flüchtlinge auf die Straße um ihr Mitgefühl für die Pariser auszudrücken. Eine Berechtigung hat beides. Wichtig ist meines Erachtens, dass wir uns jetzt nicht voller Angst abschotten und verkriechen. Gerade in Zeiten, in denen viel Leid geschieht, sollten wir uns an den schönen Dingen des Lebens erfreuen. Vielleicht kann dieser Blog ja ein Stück dazu beitragen. Also schnappt Euch eine Tasse Tee, backt Eure Plätzchen, holt die Kiste mit dem alten Christbaumschmuck hervor und besucht Euren Lieblingsweihnachtsmarkt – vielleicht ja zusammen mit einem Flüchtlingskind.

Bild-Credit: Shutterstock.com

8 Kommentare
  • M.Daniela sagt:

    Liebe Dani,

    ich hatte in meiner Kindheit und in den jungen Erwachsenenjahren leider nicht das Glück sorglos aufzuwachsen.
    Daher weiß ich aus Erfahrung,wie überlebensnotwendig oft auch die sorgenfreien Zeiten sind. Zeiten in denen es nicht um die aktuelle Not,Kummer und den Schmerz geht. Wo Ängste nicht im Mittelpunkt stehen, sondern einfach nur die schönen Dinge im Leben, für die wir jeden Tag doch so dankbar sein dürfen. Ich habe gelernt, dass gerade die Dankbarkeit im kleinen Dingen unser Leben prägen muss um für die Generation die kommt eine bessere Welt zu schaffen.Wenn auch die äußeren Umstände schmerzhaft,beängstigend und oftmals leider auch tödlich sind, so sollten wir in unserem inneren doch den Frieden wahren.
    Und dazu gehört nun mal auch Abstand nehmen, Kraft und Zuversicht bei einer Tasse Tee sammeln und gerade unseren Kindern einen Ort von Geborgenheit und Ruhe und Liebe zu schaffen.
    Ich stimme Dir voll und ganz zu, dass Du weitermachen musst. Für Uns, für unsere Kinder und für die Welt um uns herum. Und auch aus Erfahrung kann ich sagen, habt keine Angst vor Menschen die zu uns geflohen sind. Oftmals befinden sich darunter unsere neuen guten Freunde,die unser Leben sehr bereichern werden.Menschen die das Leben wertvoller machen.

  • Vio sagt:

    Liebe Dani und liebe M.Daniela,

    ich finde, dass ihr sehr passende Worte gefunden habt. Ich kenen diese Gedanken auch, mit welchen luxeriösen Kleinigkeiten man sich manchmal beschäftig während so mancher Mensch um seine Existenz, sein Leben fürchten muss.

    Wenn man in solchen Zeiten Trauer, Angst und Gewalt so nah und direkt miterlebt dann erinnert dies doch auch an die wahren Werte, die Dinge die einem wirklich wichtig sind im Leben.
    Wir sollten uns für unseren Frieden, die Freiheit, die Sicherheit und unser Glück nicht schämen sondern auch andere daran teilhaben lassen.

    Uns erwartet das Fest der Liebe und es liegt doch an uns dieses mit Herzenswärme zu füllen und unser Leben so gut zu genießen wie wir es können.

    So zumindest ist meine Meinung.
    Nebenbei finde ich es übrigens sehr ladylike wenn man mit dem weltpolitischem Geschehen etwas vertraut ist.

  • Laura sagt:

    Liebe Dani!

    Ich freue mich sehr, dass Du dieses Thema ansprichst! Ich arbeite in der Musikbranche – organisiere Konzerte und Opern – genieße es sehr, meine Liebe zum Beruf gemacht zu haben! Zu Beginn der nun vorhandenen Krise habe ich mir auch lange Gedanken darüber gemacht, ob ich es passend finde, dass ich mein Geld mit dieser „brotloser Kunst“ verdiene, statt einen „sozialen bzw. sinnvollen“ Beruf auszuüben. Dann wurde mir jedoch klar, dass diese „brotlosen Künste“ – wo ja auch ein Blog dazugezählt werden kann… – sehr wichtig sind! Wir helfen unseren Mitmenschen, dass sie aus ihrem Alltag, der leider oft voller Sorgen und Problemen ist, entfliehen können – egal ob mit einem Konzert-, einem Opernbesuch oder einem Blogbeitrag. Was mich besonders glücklich gemacht hat, war die Organisation eines Flüchtlings-Spenden-Konzerts bzw. unsere Opernaufführungen, bei denen Flüchtlinge zuschauen konnten und für kurze Zeit in eine andere Welt schlüpfen konnten.

    Unsere Berufe sind wichtig, zwar retten wir keine Leben, aber wir zaubern in das Gesicht unserer Mitmenschen ein Strahlen oder verzaubern ihren Alltag.

    Liebe Grüße
    Laura

  • M.Daniela sagt:

    Rainer Maria Rilke schrieb in seinem Herbstgedicht:

    „Die Blätter fallen…Und doch ist Einer,welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält.“

    Ich glaube an diesen „Einen“ und ich bin gewiss, dass wir daher das Schöne sowohl genießen dürfen,als auch dazu nutzen sollen anderen Menschen die gerade fallen oder gefallen sind damit sanft aufzufangen,um Ihnen beim Aufstehen zu helfen.

    Von daher ein ruhiges Wochenende und vor allem eine gesegnete Adventszeit.

  • Justine D sagt:

    Diejenigen, die auf der Flucht vor Terror und Gewalt Unbeschreibliches, Unvorstellbares auf sich genommen haben, hatten ein Ziel: sie wollten wieder Normalität erleben können.
    Vielleicht gelingt das, mit unserer Hilfe.
    Bleiben wir so, wie wir sind, und verschließen wir dabei nicht die Augen vor den Nöten der Anderen.
    Halten wir den Respekt hoch auch vor den Menschen, die zu uns kommen und unsrer Hilfe bedürfen.
    Immer schon haben sich Ladies auch sozial, human und gemeinnützig verhalten.
    Das gehört sich einfach so.
    Und bedeutet aber nicht zwangsläufig, daß man die schönen, die liebenswerten, die Dinge, die das Leben bereichern, vergessen oder vernachlässigen sollte.
    Liebe Grüße
    Justine

  • Alica sagt:

    Schön geschrieben, Daniela! Sicher sind unsere Zeiten gerade mal wieder sehr belastend (aber waren sie das die letzten 14 Jahre seit dem 11.September 2001 nicht auch schon oft?). Dennoch hat das Bloggen über Alltagsdinge und Lebensstil auch in diesen Zeiten seine Berechtigung, denn es steht für eine Normalität, die wir behalten wollen und die auch Menschen aus anderen Ländern hier suchen.

  • Liebe Daniela,

    Du hast tolle Worte gefunden. Ich finde es nicht weltfremd, wenn man versucht, neben all den fürchterlichen Dingen auf der Welt, auch das Leben zu genießen und es lebenswert und schön zu gestalten. Sofern es uns ermöglicht und wir nicht vergessen, unser sorgenfreies und sicheres Leben wertzuschätzen und uns bewusst zu machen, wie priviligiert wir leben, ist es doch nur richtig, oder nicht?

    Ich tue alles, um meinen beiden Kindern ein schönes uns sorgenfreies Lebens zu ermöglichen, sage aber auch ganz klar, und das versteht ein Kindergartenkind auch mittlerweile, dass es nicht selbstverständlich ist, jeden Tag gutes Essen auf dem Tisch zu haben, ein Kinderzimmer voller Spielzeug, Spaß im Zoo, beim Sport etc. zu haben, warme Kleidung zu tragen und – wie jetzt – in die Kinderoper zu gehen und mit der Familie Plätzchen zu backen. Mein älteres Kind fragt auch nach, wieso weshalb und warum… ich möchte meine Kinder auch nicht belasten, aber mir ist es wichtig, dass meine Kinder ihr gutes Leben zu schätzen wissen. Ich für meinen Teil bin jeden einzelnen Tag dankbar für mein gutes Leben. Mir ist alles bewusster denn je.

    Liebe Grüße aus Ffm
    Anna

    http://salon-stories.de

  • Sandra T. sagt:

    Kultur ist kein Luxus, sondern ein essentielles menschliches Bedürfnis … und ja, wir dürfen genießen, so lange wir zu schätzen wissen, wie gut es uns geht und auch die anderen – denen es nicht so gut geht – dabei nicht vergessen.

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