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Ein Diadem zur Hochzeit – geht oder geht nicht?

{Werbung} Vielleicht sitzen einige von Euch gerade vor einer Hochzeitszeitschrift, klicken sich durch Pinterest oder planen den Besuch auf einer Hochzeitsmesse. Schließlich ist es nicht mehr lang bis zum Mai, dem beliebtesten Hochzeitsmonat. Wir haben uns in der Vergangenheit schon häufiger mit Themen rund um „den schönsten Tag im Leben“ beschäftigt. Heute widmen wir uns dem Diadem – ist der Haarschmuck zur Hochzeit romantisch oder kitschig?

Diadem: Eine funkelnde Stirnbinde

Bei einer royalen Hochzeit steht neben dem Brautkleid häufig auch der Kopfschmuck im Fokus der medialen Berichterstattung. Denn in der Regel handelt es sich um wertvolle Diademe, die unter den Königinnen und anderen weiblichen Mitgliedern der Herrscherhäuser seit Jahrhunderten weitergereicht werden. Das Wort Diadem stammt vom griechischen diádema und bedeutet „Stirnbinde“. Das englische „Tiara“ wird in der Regel synonym verwendet, im Deutschen kann damit aber auch die Papstkrone gemeint sein. Außerhalb des Hochadels schmückt das Diadem heute vor allem die Häupter von Kindern, Karnevalistinnen und Miss-Wahl-Absolventinnen. Doch auch bei besonders feierlichen Anlässen wie dem Wiener Opernball oder Hochzeiten kann ein funkelnder Stirnreif ausgeführt werden.

Die Geschichte des Diadems

Die Verwendung von Diademen lässt sich bis zu den Königs- und Kaiserhöfen der Antike zurückverfolgen. Seine Blütezeit erlebte das Diadem ab 1800: Im Zuge des Empire zählte es zur Hoftoilette der Damen unter Napoleon und wurde nicht mehr nur vom Hochadel sondern auch von den Hofdamen als Schmuck getragen. Im 19. Jahrhundert entstanden für die Hocharistokratie sehr prächtige Diademe, die häufig reich mit Diamanten, Smaragden und Saphiren besetzt wurden. Die Exemplare erreichten nun oft erhebliche Dimensionen, die sie zu einer typisch weiblichen Krone werden ließen – allerdings ohne direkt in Krönungszeremonien verwendet zu werden. Im Gegensatz zur geschlossenen Krone handelt es sich bei einem Diadem auch stets nur um einen Halbreif. In den 1920er Jahren rutschte es kurzfristig – entsprechend der damaligen Mode – weit nach unten, und wurde direkt auf der Stirn über den Augenbrauen getragen.

Die Geschichte des DiademsKönigin Luise von Preußen trägt auf diesem Gemälde ein außergewöhnliches Diadem und passenden Armschmuck//Josef Mathias Grassi: Königin Luise von Preußen, 1802

Diademe im Hochadel & im Bürgertum

Die kostbaren Diademe blicken häufig auf eine lange Tradition in Königshäusern zurück und werden von Generation zu Generation weitergereicht. Aus der sicheren Verwahrung werden sie meist nur zu ganz besonderes Anlässen, wie Hochzeiten oder Krönungszeremonien geholt. Natürlich versprühen die Erbstücke deshalb einen ganz besonderen, nostalgischen Zauber. Doch sind sie auch für die bürgerliche Dame geeignet? Wirkt das Diadem in diesem Fall nicht eher kitschig und aufgesetzt? Ich persönlich bin nicht der Diadem-Typ, würde es aber nicht grundsätzlich ablehnen. Es kommt wie immer auf die Qualität und natürlich auch das „Drumherum“ an. Während der Haarschmuck bei einer Scheunenhochzeit fehl am Platze ist, kann eine dezente Variante bei einer eleganten Schlosshochzeit durchaus passen.

Ein Diadem zur Hochzeit - geht oder geht nicht?

„Einmal im Leben Prinzessin sein – und dann richtig!“ Das ist vermutlich für viele Bräute der Hauptgrund, warum sie zu einem Diadem greifen

Welche Diadem-Modelle gibt es?

Die meisten im Handel erhältlichen Diademe nutzen in Metall gefasste Strasssteine, die echte Brillanten nachempfinden sollen. Alles andere wäre vermutlich auch nicht verhältnismäßig, wenn man bedenkt, dass der Kopfschmuck nur einmal im Leben getragen wird. Gelegentlich werden auch Perlen und Schmuckelemente aus Draht eingearbeitet. Häufig sind Colliers und Ohrschmuck im gleichen Design erhältlich. Auch Modelle aus Spitze habe ich schon gesehen. Prinzipiell unterscheidet man Bandeau-Diademe ohne Zierrat, die Aigrette mit einem einzelnen mittigen Element wie einem Sträusschen oder Federornament und das Kokoschnik-Diadem, das an einen Glorienschein erinnert.

Und wie wird das Diadem getragen?

Diademe halten den Schleier oder können als Zierde in Hochsteckfrisuren gesetzt werden. Prinzipiell gilt jedoch: Weniger ist mehr. Denn der funkelnde Haarschmuck zieht die Blicke aller Anwesenden auf sich. Damit das Ganze nicht Übertrieben wirkt, ist bei der Frisur deshalb schlichte Eleganz angesagt. Sehr wichtig ist auch, dass das Diadem sicher in der Frisur verankert wird. Die Haarreifen werden meistens mit Hilfe kleiner Haarkämmchen oder -nadeln befestigt. Ihr solltet das Diadem auch eine Weile Probetragen, da die wenigsten Frauen gewohnt sind, sich gekrönten Hauptes zu bewegen und es wäre schade, wenn der Haarschmuck im Laufe der Feier verrutscht oder unangenehm drückt.

Eleganter Haarschmuck zur Hochzeit

Wem ein Diadem zu viel ist, für den sind eine oder mehrere glitzernde Haarbroschen vielleicht eine schöne Alternative

5 Berühmte royale Diademe

1. Das Vladimir Diadem: Es ist besetzt mit Smaragdtropfen und Diamanten und gehörte einst Herzogin Marie von Mecklenburg-Schwerin. Als die spätere Großfürstin 1917 aus Russland fliehen musste, schmuggelte sie ihr geliebtes Hochzeitsgeschenk heimlich nach Großbritannien. Heute ist das Diadem im Besitz der britischen Queen.

2. Queen Marys Lover’s Knot Diadem: Es handelt sich um eine Kopie des Cambridge Lover’s Knot, das von Queen Mary in Auftrag gegeben wurde. Heute schmückt das Diadem aus neun Bögen, 38 tropfenförmigen Perlen und 19 Perlenspitzen gerne das Haupt von Herzogin Kate und war auch schon das Lieblingsdiadem von Lady Diana.

3. Das Baden Fringe Diadem: Es besitzt 47 strahlenförmig angeordnete Diamantreihen und befindet sich seit 1881 im Besitz der schwedischen Königsfamilie. Zur Zeit wird es häufig von Prinzessin Victoria getragen.

4. Das Nine Prong Diadem: Das Diadem ist mit mehr als 500 Diamanten verziert und wurde erstmals von Königin Sophia von Schweden (1836-1913) getragen. Heute ist es eines der Lieblingsdiademe von Königin Silvia von Schweden.

5. Das Diadem „Fleur de Lys“: Das Diadem von Königin Letizia von Spanien gilt mit seinen mehr als 500 Diamanten als eines der schönsten der spanischen Kronjuwelen.

Berühmte royale Diademe

 Kaiserin Joséphine scheint eine ganze Kollektion an Diademen besessen zu haben, denn es existieren viele Porträts, auf denen sie fast jedes Mal ein anderes Modell trägt – diese Variante ist mit 5 Kameen, Perlmutt, Gold, Perlen, und farbigen Steinen besetzt und war ein Geschenk von General Murat//Musée Masséna, Nizza, Bild-Credit: Finoskov/Wikipedia

*Der Beitrag ist in Kooperation mit Brautschmuck24 entstanden
*Bild-Credits wenn nicht anders angegeben: Shutterstock.com

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